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Davis Cup: Deutsches Team will Fans zur Finalrunde nach Madrid locken

Nach Qualifikation für Finalrunde : Deutsches Davis-Cup-Team will Fans nach Madrid locken

Die deutschen Tennis-Herren haben in der Davis-Cup-Qualifikation in Düsseldorf 4:1 gegen Weißrussland gewonnen. Im November geht es zur Finalrunde nach Madrid. 2019 reisten nur wenige Fans mit. Die Spieler haben schon Ideen, wie sich das ändern lässt.

Die deutschen Tennis-Herren planen für die Final-Runde in Madrid. Das Team hat sich in Düsseldorf beim Davis-Cup-Spiel gegen Weißrussland mit einem 4:1-Sieg gegen Weißrussland für das Finalturnier qualifziert. Und auch die Fans können ihre Flüge für die Endrunde vom 23. bis 29. November buchen.

In der Finalrunde des Davis Cups hatten die Deutschen im vergangenen Jahr vor weitgehend leeren Rängen gespielt. Lediglich die Partien der Spanier waren ausverkauft. Aus Deutschland kamen nur ein paar Dutzend Fans - während die Argentinier oder Briten die Halle zumindest halbwegs mit ihren Zuschauern füllten. Nicht nur in Deutschland war der neue Modus mit 18 Teams in einer Finalrunde in Madrid, statt mit Länderspielen in den Heimatländern, wegen der fehlenden Zuschauer in die Kritik geraten.

„Andere Länder hatten schon mehr Fans da. Das macht es einem dann schon schwerer“, sagte Deutschlands Topspieler in Düsseldorf, Jan-Lennard Struff vor allem mit Blick auf die gute Atmosphäre beim Heimspiel im Düsseldorfer Castello vor 3000 Zuschauern am Samstag. Die anderen Mannschaften hätten im Vorjahr in den Sozialen Medien stark um Fans und die Unterstützung geworben. „Das haben wir verpasst und werden das für dieses Jahr ändern“, kündigte Struff an.

Eine nicht ganz ernst gemeinte Idee, wie es gelingen könnte, mehr deutsche Fans nach Madrid zu locken, hatte Doppel-Spieler Andreas Mies. „Vielleicht können wir den Fans Tickets schenken oder Flüge bezahlen“, meinte Mies in der Euphorie nach dem 4:1-Sieg in der Davis-Cup-Qualifikation etwas scherzhaft. Ob er dass dann selbst zahlen wolle, fragte ihn sein Doppel-Kollege Kevin Krawietz. „Da muss man mal mit dem DTB sprechen“, konterte Mies.

Einig waren sich die deutschen Tennisspieler aber, dass man die Fans irgendwie nach Madrid holen muss. „Die Zuschauer in Düsseldorf haben gut Gas gegeben. Ich hoffe, dass das gepusht hat und einige doch den Weg nach Madrid finden, weil andere Teams dort viele Fans haben“, sagte auch Struff. Er würde gerne Karten an Fans abgeben. „Wir werden uns was überlegen im Team, wie wir die Fans unterstützen und locken können“, sagte er. Denn an sich sei das Finalturnier in Madrid eine tolle Sache. „Es ist was besonderes, dass so viele Teams mit ihren Spielern da sind. Aber viele Fans würden das Event noch mal aufwerten“, sagte Struff.

Auch Team-Kapitän Michael Kohlmann sieht das so. Man werde in jedem Fall deutlicher um die Zuschauer werben, sagte er. In welchem Rahmen man besondere Angebote machen könne, sei noch nicht klar. Als erste Aktion nahmen die Spieler nach der Partie in Düsseldorf schonmal Videos auf deutsch und englisch auf, in denen sie ihre Fans bitten, sie zu unterstützen und nach Madrid zu kommen.

Einen großen kleinen Fan machte der DTB schon am Samstag glücklich. Ein kleiner Junge, der zwei Tage lang unermüdlich die Spieler mit einem Plakat mit der Aufschrift „Auf geht’s!“ angefeuert hatte, bekam auf der Tribüne nach dem Struff-Sieg vom Tennisbund ein Team-Poster überreicht, dass das ganze Team unterschrieben hatte. Der kleine Junge konnte sein Glück kaum fassen und wird den Tag wohl genauso wenig vergessen wie die deutschen Spieler.