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Davis Cup: Deutsche Tennis-Herren müssen zittern

Kohlschreiber patzt : Deutsche Tennis-Herren müssen zittern

Das hatten sich die deutschen Tennis-Herren ganz anders vorgestellt. Mit zwei Siegen wollten sie am Auftakttag die Weichen in Richtung Endrunde stellen. Doch dann patzte der Veteran im Team.

Die deutschen Tennis-Herren müssen um den erneuten Einzug in die Endrunde des Davis Cups bangen. Weil Routinier Philipp Kohlschreiber am Freitag gegen Weißrussland das zweite Einzel gegen Egor Gerassimow mit 6:4, 5:7, 6:7 (3:7) verlor, steht es in Düsseldorf nach dem ersten Tag nur 1:1. Deutschlands Spitzenspieler Jan-Lennard Struff hatte zuvor die Auftaktpartie gegen Ilja Iwaschka mit 6:4, 6:4 gewonnen.

Die Entscheidung fällt nun am Samstag, wo ab 12.00 Uhr zunächst die beiden French-Open-Sieger Kevin Krawietz und Andreas Mies im Doppel antreten. Danach trifft Struff im Spitzeneinzel auf Gerassimow, ehe es Kohlschreiber mit Iwaschka zu tun bekommt. Die Davis-Cup-Endrunde findet vom 23. bis 29. November in Madrid statt.

Im vergangenen Jahr hatte Deutschland in Madrid das Viertelfinale erreicht. Auch in diesem Jahr ist die Endrunde in der spanischen Hauptstadt das große Ziel. „Schon bei der Abreise im vergangenen Jahr haben wir gedacht, wir wollen da wieder hin“, hatte Teamchef Michael Kohlmann gesagt. „Es war ein Erlebnis. Wir hatten das Gefühl, dass wir nah dran sind an den Topnationen und beim nächsten Mal noch zwei Runden weiterkommen wollen.“

Und am Freitag sah es zunächst danach aus, als würde Deutschland gegen Weißrussland keine Schwierigkeiten haben, erneut das Ticket in die spanische Hauptstadt zu holen. Vor rund 2500 Zuschauern machte Struff den ersten Schritt in Richtung Endrunde, für die sich wieder 18 Mannschaften qualifizieren. „Es war nicht so einfach. Aber ich bin froh, dass ich den ersten Punkt geholt habe“, sagte der Sauerländer.

In Abwesenheit von Spitzenspieler Alexander Zverev benötigte die deutsche Nummer eins eine Weile, um in Schwung zu kommen, geriet dann aber nicht mehr in Gefahr. „Ich war jetzt schon ein paar Mal die Nummer eins. Aber in Deutschland zu spielen, ist dann doch noch einmal etwas anderes“, beschrieb die Nummer 34 der Welt seine Nervosität. „Ich wollte diesen Punkt unbedingt holen und das habe ich geschafft.“

Kohlschreiber konnte die Erwartungen dagegen nicht erfüllen. Der 36 Jahre alte Augsburger startete zwar gut und sicherte sich nach einem schnellen Break den ersten Satz mit 6:4. Insgesamt fand der Veteran im deutschen Team aber nie seinen Rhythmus und hatte mit dem sehr druckvollen Spiel des Weißrussen große Probleme.

Im zweiten Durchgang wehrte der Bayer beim Stand von 4:5 zwar zunächst noch zwei Satzbälle ab, musste den Satz dann aber doch abgeben. Auch im dritten Abschnitt schaffte es Kohlschreiber zu keiner Phase, die Begegnung an sich zu reißen. Der Routinier stemmte sich zwar mit aller Macht gegen die Niederlage und wehrte beim Stand von 5:6 zwei Matchbälle ab. Im Tiebreak zeigte Gerassimow dann aber keine Nerven mehr und sicherte sich am Ende verdient den Sieg, der die Weißrussen weiter von der Überraschung träumen und Deutschland zittern lässt.

(pabie/dpa)