Davis Cup 2018: Alexander Zverev führt Deutschland ins Viertelfinale

Davis Cup in Australien: Zverev führt Deutschland ins Viertelfinale

Alexander Zverev hat das deutsche Team zum ersten Mal seit vier Jahren wieder ins Davis-Cup-Viertelfinale geführt. In Brisbane entpuppte er sich auf und neben dem Platz als Führungsspieler.

Nach einigen Momenten der kollektiven Freude löste sich Alexander Zverev aus dem Kreis seiner Teamkollegen, hängte sich eine Deutschlandfahne über die Schultern und kehrte zurück ins Rampenlicht. Auch das faire australische Publikum ließ keinen Zweifel daran, wem in diesem Augenblick der Respekt und die volle Aufmerksamkeit gehörten. Warmer Applaus rieselte auf den deutschen Matchwinner nieder, und Zverev klopfte sich ergriffen aufs Herz.

Hinter der Bande hielt Boris Becker die Szenen für die Nachwelt - oder seine Fans auf Instagram - fest. Beeindruckt sagte der Chef des deutschen Männertennis: "Das war heute echte Weltklasse. Es gehört schon viel dazu, Nick Kyrgios auf dessen bestem Belag in dessen Heimat zu schlagen." Mit 6:2, 7:6 (7:3), 6:2 hatte Zverev dieses Kunststück vollbracht und Deutschland in Brisbane nach vier Jahren wieder zurück ins Davis-Cup-Viertelfinale geführt.

Der 20-Jährige veredelte damit seinen hart erkämpften Auftaktsieg und den Doppel-Krimi am Samstag. "Ohne meine Teamkollegen wäre das alles nicht möglich gewesen", sagte Zverev. Jan-Lennard Struff (Warstein) und Tim Pütz (Frankfurt) hatten in fünf Sätzen überraschend für die 2:1-Führung gesorgt und Zverev damit die entscheidende Vorlage geliefert. "Wir wussten, dass alle etwas beitragen und opfern müssen, damit wir die starken Australier schlagen können", sagte Michael Kohlmann "stolz und erleichtert".

Auch für den Teamkapitän war es nach jahrelangem Abstiegskampf der erste Sieg in der Auftaktrunde der Weltgruppe. "Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, große Teams auch auswärts zu schlagen", sagte Kohlmann. Becker nannte den Sieg "eine Nachricht an die anderen Tennisnationen, dass mit Deutschland wieder zu rechnen ist". Und Zverev kündigte an: "Wir wollen hier nicht aufhören. Wir haben ein Team, das weit kommen kann."

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Der Weltranglistenfünfte wird auch in der nächsten Runde (6. bis 8. April) in Spanien mit von der Partie sein. Das versprach Zverev noch am Sonntagmittag: "Solange wir gewinnen, spiele ich. Wenn ich nominiert werde, spiele ich auch im Viertelfinale." Der Davis Cup liegt ihm am Herzen, wenn er denn in den Terminplan passt.

Das bewies Zverev gegen Australien eindrucksvoll. Gegen Kyrgios lieferte er eine reife Leistung, seine beste seit seinem Debüt im Davis Cup vor zwei Jahren. Ob Kyrgios tatsächlich am Ellbogen verletzt war oder nur eingeschüchtert von Zverevs konzentriertem Auftreten, "muss uns ganz egal sein", sagte Becker. Mit seinen zielsicheren Returns als Antwort auf Kyrgios' Aufschlaggeschosse hatte sich Zverev jedenfalls den nötigen Respekt erarbeitet. Nachdem er zwei Satzbälle abgewehrt hatte, rastete Kyrgios aus, zerstörte seinen Schläger und bekam eine Punktstrafe aufgebrummt.

Die Entscheidung war gefallen, und Zverev durfte sich zu Recht feiern lassen. Noch mehr als eine halbe Stunde nach dem Matchball schrieb er auf dem Platz Autogramme und ließ sich mit den Fans fotografieren. Boris Becker, noch immer der größte deutsche Davis-Cup-Held, kleidete die Anerkennung für den "Klassenbesten" in Worte: "Sascha nimmt durch seine Leidenschaft alle anderen Spieler mit." Als wahrer Führungsspieler hatte sich Zverev die Momente im Rampenlicht von Brisbane mehr als verdient.

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(sid)