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Australian Open 2022: Rafael Nadal fehlt ein Sieg zum Grand-Slam-Rekord

Spanier im Finale von Melbourne : Nadal fehlt ein Sieg zum Grand-Slam-Rekord

Rafael Nadal schickt sich an, in Melbourne Geschichte zu schreiben. Der Superstar aus Spanien ist nach dem Finaleinzug bei den Australian Open nur noch einen Sieg vom 21. Grand-Slam-Titel entfernt.

Rafael Nadal tauchte nach wilden Jubelszenen in der Rod Laver Arena plötzlich hinter seiner Schlägertasche ab. Der spanische Superstar war komplett überwältigt und konnte die Tränen der Rührung nicht mehr zurückhalten. "Für mich ist das etwas völlig Unerwartetes, deshalb bin ich super glücklich", sagte der "Stier von Manacor", dem sich nach monatelanger Leidenszeit mit dem unverhofften Finaleinzug bei den Australian Open eine historische Chance bietet: Er kann sich mit seinem 21. Grand-Slam-Triumph zum alleinigen Rekordhalter krönen.

Dem Meilenstein, dem auch der vor Turnierbeginn ausgewiesene Novak Djokovic eigentlich in Melbourne nachjagen wollte, räumte der lange von einer Fußverletzung ausgebremste Nadal nach dem beeindruckenden 6:3, 6:2, 3:6, 6:3-Sieg gegen den italienischen Wimbledonfinalisten Matteo Berrettini zunächst aber nur eine untergeordnete Rolle ein.

Viel mehr als die neue Bestmarke zähle für ihn, dass er sich in Bezug auf sein Tennisleben und seine großartige Karriere wieder "lebendig" fühle, sagte Nadal: "Es ist noch nicht lange her, dass ich mit meiner Familie und meinem Team über einen möglichen Rücktritt gesprochen habe. Jetzt bin ich hier und danke dem Leben dafür."

Natürlich wolle er nun auch gewinnen, der Wettkampfspirit liege schließlich in seiner DNA, ergänzte der 35-Jährige, dem Boris Becker nach dem Match huldigte. "Was für eine Legende unseres Sports", sagte der Eurosport-Experte, der davon ausgeht, dass Nadal die vielbeschworene 21 bis zum Finale dann doch im Kopf herumspuken wird. Sie würde ihn bei Majorturnieren eine Stufe über Djokovic und Federer heben - aktuell liegen alle drei Topstars mit 20 Titeln gleichauf.

Ein Triumph am Sonntag (9.30 Uhr/Eurosport) gegen den US-Open-Sieger Daniil Medwedew, der 7:6 (7:5), 4:6, 6:4, 6:1 gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas gewann, wird aber enorm schwer. Zuvor steigt am Samstag das Frauenfinale, in dem Ashleigh Barty im Duell mit der US-Amerikanerin Danielle Collins (9.30 Uhr/Eurosport) nach dem ersten Heimsieg seit 1978 greift.

Ihr wird das australische Publikum zujubeln, das Medwedew beim Halbfinale durchaus kritisch beäugte. Der Russe, im Vorjahr im Endspiel Djokovic unterlegen, verlor in dem Match zeitweise völlig die Fassung und beschimpfte den Schiedsrichter wild. "Bist du verrückt, bist du dumm?", sagte er in Richtung des Unparteiischen, der ein angebliches Coaching von Tsitsipas durch dessen Vater Apostolos übersehen haben soll. Im vierten Satz wurde Tsitsipas schließlich verwarnt, er fand nicht mehr zu seinem Spiel und Medwedew erreichte das vierte Grand-Slam-Endspiel seiner Karriere.

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Nadal steht in der Statistik bei 29. In Australien konnte er bislang einzig 2009 den Titel gewinnen - nun nimmt er den nächsten Anlauf, obwohl es lange nicht danach ausgesehen hatte. Er verpasste Wimbledon, die Olympischen Spiele und die US Open und wusste nicht wirklich, ob er nochmal auf höchstem Level angreifen kann. Jetzt steht der Kämpfer vor seinem größten Triumph: "Ich verspüre keinen großen Druck, werde jeden Moment genießen und mein Bestes versuchen", sagte Nadal.

(sid/old)