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Australian Open 2021: Djokovic lässt Medwedew keine Chance - neunter Titel in Melbourne

Neunter Melbourne-Titel : Djokovic erteilt Medwedew eine Lehrstunde bei den Australian Open

Novak Djokovic hat seinen 18. Grand-Slam-Titel gewonnen. Der Serbe ließ dem Russen Daniil Medwedew keine Chance und rückt an die Rekordsieger Roger Federer und Rafael Nadal heran. In unserem Telegramm verpassen Sie nichts.

Mit einer eindrucksvollen Machtdemonstration hat Novak Djokovic seinen neunten Titel bei den Australian Open perfekt gemacht. In einem unerwartet spannungslosen Finale gewann der serbische Vorjahressieger am Sonntag 7:5, 6:2, 6:2 gegen Herausforderer Daniil Medwedew und wird immer mehr zum überragenden Tennisspieler der Melbourne-Historie. Der Serbe beendete gnadenlos den Erfolgslauf des 25-jährigen Russen, der zuvor 20 Partien nacheinander gewonnen hatte, und schaffte seinen nächsten Titel-Hattrick in Australien.

Die Debatte, wann endlich ein Spieler der inzwischen nicht mehr ganz so jungen Nachfolge-Generation einen Vertreter des prägenden Herren-Trios in einem der wichtigsten Endspiele bezwingen kann, wird weitergehen.

Zum zweiten Mal hat Djokovic in der Millionen-Metropole am Yarra River dreimal in Serie triumphiert. 2008, 2011, 2012, 2013, 2015, 2016, 2019 und 2020 hatte er den Norman Brooks Challenge Cup ebenfalls in den Händen gehalten. All seine Endspiele in der Rod-Laver-Arena hat er gewonnen - eine denkwürdige Bilanz. Djokovic kassierte ein Preisgeld von rund 1,8 Millionen Euro. Mit seinem 18. Grand-Slam-Titel rückte er näher an die Bestmarken seiner Rivalen Roger Federer und Rafael Nadal heran, die jeweils 20 haben.

Medwedew ließ die Chance aus, seine zuletzt bestechende Form für seinen ersten großen Titel zu nutzen. In der Weltrangliste wird er sich am Montag auf Platz drei verbessern.

In der mit rund 7500 Zuschauern etwa zur Hälfte gefüllten Rod-Laver-Arena reichte Medwedew im Finale nicht an das heran, was von ihm erwartet worden war. Djokovic dominierte überraschend einseitig den Beginn, nach nur acht Minuten stand es 3:0. Von seiner Bauchmuskelverletzung, die ihn im Turnierverlauf nicht unantastbar wirken ließ, war nichts zu spüren. Zunächst ließ sich Medwedew vom Rückstand nicht irritieren und glich wieder aus. Doch ein leichter Vorhandfehler sicherte Djokovic den ersten Satzgewinn.

Auch im zweiten Satz zwang Djokovic den 1,98 Meter großen Schlaks aus Moskau zu Fehlern. Zwar ging Medwedew in Führung, doch der serbische Topfavorit spielte aggressiv und nahm Medwedew gleich zweimal den Aufschlag ab. Zu selten zeigte der Russe, wie er seine Siegesserie zuvor eindrucksvoll auf 20 Erfolge ausgebaut hatte. Beim ihm wuchs der Frust, bei 2:5 zerstörte er wütend seinen Schläger. Der 25-Jährige wirkte dem Druck nicht gewachsen.

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In seinem ersten Major-Finale bei den US Open 2019 hatte Medwedew gegen Nadal mit 0:2-Sätzen zurückgelegen und den Favoriten dann doch noch in den fünften Durchgang gezwungen. Diesmal erteilte Djokovic ihm eine Lektion - und die Dominanz der prägenden Figuren im Herren-Tennis geht weiter.

Den einzigen Grand-Slam-Titel, der in den vergangenen vier Jahren nicht an Djokovic, Nadal oder Federer gegangen war, sicherte sich im vergangenen September Dominic Thiem. Der Österreicher gewann im Endspiel gegen Alexander Zverev, nachdem sich Djokovic selbst aus dem Turnier genommen hatte, weil er mit dem Ball unabsichtlich eine Linienrichterin traf und disqualifiziert wurde.

Neunter Titel für Djokovic oder Premiere für Medwedew?

Novak Djokovic strebt im Endspiel der Australian Open seinen neunten Melbourne-Titel und insgesamt 18. Grand-Slam-Triumph an. Im Finale am Sonntag (9.30 Uhr/Eurosport) trifft der serbische Weltranglisten-Erste auf den russischen Herausforderer Daniil Medwedew. Ein Blick auf das Tennis-Duell:

DIREKTER VERGLEICH: Sieben Mal haben die beiden bisher gegeneinander gespielt, Djokovic hat vier Mal und damit einmal öfter gewonnen. Das zuvor letzte Aufeinandertreffen bei den ATP Finals in London zum Abschluss der vergangenen Saison gewann der Russe in zwei Sätzen. Das bisher einzige Grand-Slam-Duell entschied Djokovic bei den Australian Open 2019 in vier Sätzen für sich.

TURNIERVERLAUF: Titelverteidiger Djokovic wirkte zwischenzeitlich nicht unantastbar und hatte mit einer Bauchmuskelverletzung zu kämpfen. Im Viertelfinale gegen den Hamburger Alexander Zverev spielte er in den entscheidenden Momenten aber stark und hatte im Halbfinale gegen den russischen Qualifikanten Aslan Karazew keine Probleme. Medwedew marschierte souverän durch das Turnier - außer in der dritten Runde gegen Filip Krajinovic gab er keinen Satz ab. Gegen Djokovic' Landsmann brauchte er überraschend fünf Sätze.

WELTRANGLISTE: Schon seit dem Viertelfinal-Aus des spanischen Weltranglisten-Zweiten Rafael Nadal ist klar, dass Djokovic über den 8. März hinaus die Nummer eins bleibt. Damit wird der 33-Jährige mit dann 311 Wochen an der Spitze den bisherigen Rekordhalter Roger Federer aus der Schweiz ablösen. Medwedew wird mindestens auf Platz drei vorrücken und kann mit einem Sieg sogar Zweiter werden.

REKORDE UND STATISTIKEN: Rekordchampion der Australian Open ist der achtfache Titelträger Djokovic ohnehin schon. Sein neuntes Finale in Melbourne soll mit dem neunten Titel enden. Der serbische Topstar (17 Grand-Slam-Titel) will näher an Federer und Nadal (je 20) heranrücken. Medwedew bestreitet sein zweites Grand-Slam-Finale, einen Titel dieser Kategorie hat er noch nicht geholt. Der 25-Jährige weist aber beeindruckende Serien vor: Er hat 20 Matches nacheinander und seine vergangenen 12 Partien gegen Top-Ten-Spieler gewonnen.

Tennis-Doppel Polasek/Dodig holt Titel bei Australian Open

 Filip Polasek und Ivan Dodig haben sich den Doppel-Titel bei den Australian Open der Tennisprofis gesichert. Im Endspiel am Sonntag in Melbourne setzten sich der Slowake und der Kroate mit 6:3, 6:4 gegen die Vorjahressieger Rajeev Ram und Joe Salisbury aus den USA und Großbritannien durch. Für Polasek und Dodig war es der erste gemeinsame Grand-Slam-Titel. Der nun unterlegene Ram hatte zuvor mit der Tschechin Barbora Krejcikova den Mixed-Wettbewerb für sich entschieden.

+++++20. Februar 2021+++++

Naomi Osaka besiegt Jennifer Brady und holt vierten Grand-Slam-Titel

Die japanische Tennisspielerin Naomi Osaka hat sich zum zweiten Mal zur Australian-Open-Siegerin gekürt. Mit dem klaren 6:4, 6:3 im Endspiel gegen die amerikanische Außenseiterin Jennifer Brady wiederholte die 23-Jährige am Samstag in Melbourne ihr Meisterstück von 2019. Nach einem nervösen Beginn ließ Osaka der Final-Debütantin im zweiten Satz keine Chance mehr und machte ihren insgesamt vierten Grand-Slam-Titel perfekt.

In der Weltrangliste wird Osaka am Montag vom dritten auf den zweiten Platz vorrücken. Brady verpasste am Tag vor dem Herren-Endspiel zwischen dem serbischen Rekordsieger Novak Djokovic und Herausforderer Daniil Medwedew aus Russland in ihrem ersten großen Finale ihren ersten Grand-Slam-Titel.

In der teilweise gefüllten Rod-Laver-Arena geriet die Außenseiterin schnell ins Hintertreffen. Doch auch die Favoritin wirkte im ersten Satz sehr angespannt. Osaka begann zwar mit gleich zwei Assen im ersten Spiel und mit einem schnellen Break, streute aber an diesem windigen Tag in der australischen Metropole zunächst zahlreiche unerzwungene Fehler ein. Eine 3:1-Führung nutzte Osaka zunächst nicht. Nach dem 4:4 entwickelte sich die Partie aber auch dank Fehlern von Brady klar zu Gunsten der ehemaligen Weltranglisten-Ersten.

Die Damen stehen im Tennis immer ein bisschen im Schatten der Herren. Weil die Herren-Topstars mit Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer eine derart beeindruckende Ära prägen und bei den Damen dominante Spielerinnen fehlen, die Siegerinnen immer wieder wechseln und manche in der Versenkung verschwinden. Osaka aber sticht heraus, ist eine Zukunftsfigur im Damen-Tennis und hat Star-Potenzial, auch weil sie auch zu sozialpolitischen Themen eine klare Meinung hat.

Zwei Tage nach ihrem Halbfinalerfolg über ihr Idol Serena Williams kam die 23-Jährige lange nicht an ihre Bestform heran. Sie steigerte sich im zweiten Satz aber deutlich, reduzierte ihre Fehlerquote und führte schnell 4:0. Drei Spielgewinne der Weltranglisten-24. ließ sie noch zu, ehe sie sich zur Nachfolgerin der amerikanischen Vorjahressiegerin Sofia Kenin kürte.

Für Osaka ist es der vierte Titel bei einem der vier wichtigsten Turniere: Sie triumphierte bei den US Open 2018 sowie 2020 und den Australian Open vor zwei Jahren. Sie darf sich über ein Preisgeld von 2,75 Millionen australischen Dollar (rund 1,8 Millionen Euro) freuen und bestätigte auch ihre Form: Eine Niederlage hat sie zuletzt vor der Unterbrechung der Saison im vergangenen Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie im Februar 2020 im Fed Cup hinnehmen müssen.

Brady Finaleinzug ist bereits hoch anzurechnen. Sie war vor dem Turnier, wie andere Profis, darunter auch Erstrunden-Verliererin Angelique Kerber, von der strikten Quarantäne betroffen. Zwei Wochen steckte die Amerikanerin in ihrem Hotelzimmer fest und erreichte dennoch den größten Erfolg ihrer Karriere. Zu dem verhalf ihr auch ihr deutscher Trainer Michael Geserer, der frühere Coach von Julia Görges.

Stosur verpasst Mixed-Titel in Melbourne

Die australische Tennisheldin Samantha Stosur hat einen Heimsieg in Melbourne verpasst. Die 36-Jährige unterlag mit ihrem Landsmann Matthew Ebden im Mixed-Finale der Australian Open trotz der lautstarken Anfeuerung der Fans dem tschechisch-amerikanischen Team Barbora Krejcikova/Rajeev Ram mit 1:6, 4:6. Ram steht mit seinem britischen Partner Joe Salisbury auch im Männer-Doppel im Endspiel.

"Wir haben es heute nicht geschafft, haben aber großartige Momente bei diesem Turnier erlebt", sagte Stosur. Sie und Ebden haben den Wettbewerb jeweils schon ein Mal mit anderen Partnern gewonnen. Stosur triumphierte zudem 2019 im Frauen-Doppel mit der Chinesin Zhang Shuai an ihrer Seite.

Ihren größten Erfolg hatte die Athletin aus Brisbane 2011 mit ihrem Einzeltriumph bei den US Open verbucht. Ein Jahr zuvor hatte sie auch bei den French Open das Endspiel erreicht. Bei ihrem Heim-Grand-Slam kam sie im Einzel nie über das Achtelfinale hinaus, seit 1978 warten die Australier auf einen Heimsieg.

Vierter Titel für Osaka oder Coup für Brady?

Die japanische Tennisspielerin Naomi Osaka geht am Samstag (9.30 Uhr/Eurosport) als Favoritin in das Damen-Endspiel der Australian Open. Die Weltranglisten-Dritte kann gegen die Amerikanerin Jennifer Brady ihren vierten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier gewinnen. Auf ihrem Weg ins Endspiel besiegte Osaka auch die langjährige Nummer eins der Welt Serena Williams.

Ihr Weg ins Endspiel:

  • 1. Runde: Anastasia Pawljutschenkowa (Russland) 6:1, 6:2
  • 2. Runde: Caroline Garcia (Frankreich) 6:2, 6:3
  • 3. Runde: Ons Jabeur (Tunesien) 6:3, 6:2
  • Achtelfinale: Garbiñe Muguruza (Spanien) 4:6, 6:4, 7:5
  • Viertelfinale: Hsieh Su-wei (Taiwan) 6:2, 6:2
  • Halbfinale: Serena Williams (USA) 6:3, 6:4

Osaka hat ihre bisherigen drei Grand-Slam-Finals gewonnen. „Meine Einstellung ist, dass die Menschen sich nicht an die Finalisten erinnern“, erklärte die 23-Jährige diese Bilanz. „Der Name der Siegerin ist der, der sich einprägt. Ich denke, ich kämpfe am meisten im Finale.“

Brady erreichte zum ersten Mal das Endspiel bei einem der vier wichtigsten Tennis-Turniere. Ihr Weg ins Finale:

  • 1. Runde: Aliona Bolsova (Spanien) 6:1, 6:3
  • 2. Runde: Madison Brengle (USA) 6:1, 6:2
  • 3. Runde: Kaja Juvan (Slowenien) 6:1, 6:3
  • Achtelfinale: Donna Vekic (Kroatien) 6:1, 7:5
  • Viertelfinale: Jessica Pegula (USA) 4:6, 6:2, 6:1
  • Halbfinale: Karolina Muchova (Tschechien) 6:4, 3:6, 6:4

Dreimal haben die 23-jährige Osaka und die zwei Jahre ältere Brady bereits gegeneinander gespielt, zweimal gewann die Japanerin. Noch weitere Fakten sprechen für sie:

  • Weltranglistenplatzierung:

Osaka 3 

Brady 24

  • Titel:

Osaka 6 

Brady 1

  • Grand-Slam-Titel

Osaka 3

Brady 0 

  • Preisgeld vor den Australian Open :

Osaka: rund 17,8 Millionen US-Dollar 

Brady: rund 2,0 Millionen US-Dollar

Zuletzt standen sich die beiden im vergangenen Jahr bei den US Open in New York gegenüber. Im Halbfinale setzte sich die spätere Turniersiegerin Osaka in drei Sätzen durch. „Ich denke, mit dem Selbstbewusstsein von dem Match, das ich gegen Naomi im Halbfinale gespielt habe, hat sich vielleicht mein Leben verändert und meine Perspektive, wie ich meine Auftritte bei den Grand Slams angehe“, sagte Brady. Die 25-Jährige wird vom deutschen Trainer Michael Geserer betreut, dem früheren Coach von Julia Görges.

+++++19. Februar 2021+++++

Medwedew fertigt Tsitsipas in drei Sätzen ab - Finale gegen Djokovic

Daniil Medwedew will in seinem ersten Finale bei den Australian Open Rekordsieger Novak Djokovic entzaubern. Der Titelanwärter trifft am Sonntag (9.30 Uhr/Eurosport) im Schlussakt des zweiwöchigen Tennis-Turniers auf den Vorjahressieger und kann seine starken Auftritte mit seinem ersten Grand-Slam-Sieg veredeln. Im zweiten Halbfinale gewann der Russe mit einem lange Zeit dominanten und nur am Ende kurzzeitig wackeligen Auftritt am Freitag 6:4, 6:2, 7:5 gegen den griechischen Publikumsliebling Stefanos Tsitsipas.

„Ich bin sehr glücklich, im Finale zu sein. Ich bin ein bisschen ängstlich und angespannt geworden“, sagte der 25-Jährige, der 20 Matches nacheinander gewonnen hat: „Ich hoffe, ich kann sie noch ein bisschen aufrechterhalten“, sagte er verschmitzt zu seiner Serie.

Zum zweiten Mal hat es Medwedew in ein Grand-Slam-Endspiel geschafft. Nun könnte seine Herausforderung aber kaum größer sein: Medwedew muss die eindrucksvolle Serie von Djokovic stoppen, der in all seinen vorangegangenen acht Endspielen in Melbourne triumphiert hat. „Er hat sicher mehr Erfahrung, aber auch mehr zu verlieren“, sagte Medwedew.

Gegen Tsitsipas war Medwedew nach vier ausgeglichenen Spielen mit seinen früh genommenen und geraden Schlägen der bessere Halbfinalist. Mit eindrucksvoller Selbstverständlichkeit kontrollierte der 1,98 Meter große schlaksige Athlet aus Moskau die längeren Ballwechsel. „Er ist ein eigener Typ. Das macht ihn schwer zu berechnen, weil er ungewöhnlich spielt“, urteilte Boris Becker als Eurosport-Experte.

Ein Break im ersten Satz zum 3:2, zwei weitere Breaks zum 2:1 und 5:2 im zweiten Abschnitt - schnell fehlte dem unaufgeregten Russen nur noch ein Satz. „Das ist jetzt schon ein Klassenunterschied“, sagte Becker. Angefeuert vom Publikum in der Rod-Laver-Arena - die griechische Gemeinde in Melbourne ist groß - kam Tsitsipas im dritten Satz nach einem erneuten Rückstand noch mal zurück. Anders als zuvor gegen Topstar Rafael Nadal zuvor kam er aber nicht annähernd an eine Wende heran. Medwedew verlor nur kurzzeitig seine Souveränität.

Medwedew ist selbst von den Besten seit längerem nicht zu besiegen. Für den Anführer der starken russischen Tennis-Generation war es der zwölfte Sieg nacheinander gegen einen Top-Ten-Spieler. Er dürfte in dieser Form auch für Djokovic gefährlich werden. Der serbische Weltranglisten-Erste sprach anerkennend über die Siegesserie des Russen, sagte bei Eurosport auch: „Es wird viel geredet über die neue Generation, die von uns übernehmen soll. Aber realistisch gesehen, ist das noch nicht passiert. Mit allem Respekt gegenüber den anderen Jungs, sie haben noch viel Arbeit vor sich.“

Es ist längst eine Gewohnheit, dass die Tennis-Saison mit Djokovic als Finalist der Australian Open beginnt. Bei seinem Dreisatzerfolg im Halbfinale am Donnerstag gegen den russischen Überraschungsmann Aslan Karazew war von einer Bauchmuskelblessur, die ihn nach der dritten Runde noch von Aufgabe reden ließ, nichts mehr zu spüren. Djokovic treibt es an, im faszinierenden Rennen um die größte Grand-Slam-Trophäensammlung Roger Federer und Rafael Nadal einzuholen. Noch hat er drei Titel weniger.

Bei den Damen ist die Szenerie eine ganz andere, die Hauptdarstellerinnen variieren. Die 23-jährige Naomi Osaka aus Japan aber hat sich etabliert. Ihr ist am Samstag (9.30 Uhr/Eurosport) gegen Überraschungsfinalistin Jennifer Brady der vierte Grand-Slam-Titel zuzutrauen. Sollte die Amerikanerin Brady, betreut vom deutschen Trainer Michael Geserer, am Ende die begehrte Sieger-Trophäe in den Händen halten, wäre die Überraschung noch größer als bei einem Triumph von Medwedew.

+++++18. Februar 2021+++++

Serena Williams verliert gegen Naomi Osaka und bricht Pressekonferenz unter Tränen ab

Serena Williams ist im Halbfinale der Australian Open gescheitert und jagt weiter vergeblich dem historischen 24. Grand-Slam-Titel hinterher. Im Duell der Topstars verlor die 39-Jährige gegen die überlegene US-Open-Siegerin Naomi Osaka 3:6, 4:6 und verpasste das 34. Major-Finale ihrer Karriere. Der US-Amerikanerin fehlt weiterhin ein Grand-Slam-Titel, um den Rekord der Australierin Margaret Court einzustellen.

"Ich hatte Gelegenheiten, ich hätte gewinnen können. Aber ich habe einfach so viele Fehler gemacht, zu viele leichte Fehler", sagte Williams auf der Pressekonferenz, ehe sie den Raum nach nur wenigen Minuten unter Tränen verließ. Ihren 23. und bislang letzten Titel bei den vier wichtigsten Turnieren holte sie 2017 in Melbourne.

"Es ist immer eine Ehre, gegen sie zu spielen", sagte Osaka: "Aber das Wichtigste für mich war, einfach Spaß zu haben." Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin, die im vierten Duell mit Williams den dritten Sieg feierte, bekommt es am Samstag mit der Final-Debütantin Jennifer Brady zu tun.

Die vom Deutschen Michael Geserer trainierte US-Amerikanerin schlug die Tschechin Karolina Muchova mit dem fünften Matchball 6:4, 3:6, 6:4. Im Vorjahr hatte Osaka gegen Brady im Halbfinale der US Open in drei Sätzen die Oberhand behalten. Auch im Endspiel von Melbourne ist die Japanerin favorisiert, schon 2019 hatte sie bei den Australian Open triumphiert.

Williams beißt sich hingegen seit der Geburt ihrer Tochter Olympia im September 2017 die Zähne am 24. Titel aus, 2018 und 2019 verlor sie jeweils die Finals in Wimbledon und New York. Im Endspiel der US Open vor drei Jahren musste sie sich Osaka geschlagen geben und sorgte für einen Eklat, als sie sich mit dem Schiedsrichter anlegte.

In der Rod-Laver-Arena, die nach dem fünftägigen Lockdown in Melbourne wieder mit Zuschauern gefüllt war, dominierte die Weltranglistendritte Osaka das Match nach etwas nervösem Beginn mit ihrem powervollen und taktisch klugen Spiel. Williams konnte meist nur reagieren. Die Japanerin leistete sich zwar eine kleine Schwächephase im zweiten Satz, als sie Williams mit drei Doppelfehlern auf 4:4 herankommen ließ, fing sich aber schnell wieder und beendete die Partie nach 1:15 Stunden.

Umso überraschender war Bradys erster Einzug in ein Grand-Slam-Finale, war ihre Vorbereitung doch extrem gestört. Die 25-Jährige gehörte wie Angelique Kerber (Kiel) zu den über 70 Profis, die im Vorfeld der Australian Open wegen Coronafällen auf ihren Flügen 14 Tage in strikter Quarantäne verbringen mussten und ihr Hotelzimmer nicht verlassen durften.

Djokovic spielt um neunten Melbourne-Titel - Karazews Märchen endet im Halbfinale

Novak Djokovic hat das Tennis-Märchen des Qualifikanten Aslan Karazew beendet und greift bei den Australian Open nach seinem neunten Titel. Der Vorjahressieger und Rekordchampion bezwang den aufopferungsvoll kämpfenden Russen, der als erster Grand-Slam-Debütant in der Ära des Profitennis (seit 1968) das Halbfinale erreicht hatte, 6:3, 6:4, 6:2 und steht in seinem 28. Grand-Slam-Endspiel.

In Melbourne bestreitet Djokovic sein neuntes Finale, die vorangegangenen acht hat er allesamt gewonnen. Seinen Gegner ermitteln am Freitag (9.30 Uhr MEZ/Eurosport) Daniil Medwedew aus Russland und der Grieche Stefanos Tsitsipas, der im Viertelfinale Grand-Slam-Rekordchampion Rafael Nadal aus dem Turnier geworfen hatte.

Mit einem weiteren Sieg bei den Australian Open würde der Weltranglistenerste Djokovic in der ewigen Grand-Slam-Bestenliste die Lücke zu Nadal und Roger Federer (beide 20 Titel) weiter schließen. Bislang steht der 33-Jährige bei 17 Erfolgen bei den vier wichtigsten Turnieren der Welt.

+++++17. Februar 2021+++++

Tsitsipas ringt Nadal in Vierstunden-Match nieder - Barty überraschend raus

Mit dem Halbfinaleinzug in greifbarer Nähe ist der spanische Tennisstar Rafael Nadal bei den Australian Open doch noch überraschend ausgeschieden. Nach einer zunächst einseitigen Vorstellung verlor der Weltranglisten-Zweite am Mittwoch in Melbourne ein außergewöhnliches Tennis-Spektakel über fünf Sätze gegen den griechischen Herausforderer Stefanos Tsitsipas 6:3, 6:2, 6:7 (4:7), 4:6, 5:7. Nach 4:05 Stunden Spielzeit verließ der 34-Jährige enttäuscht die Rod-Laver-Arena.

„Ich bin sprachlos. Ich habe keine Worte, um zu beschreiben, was gerade passiert ist“, sagte Tsitsipas, dem es erst als zweiter Spieler glückte, Nadal bei einem Grand-Slam-Turnier nach einem 0:2-Satz-Rückstand zu bezwingen: „Ich habe sehr nervös begonnen. Ich weiß nicht, was ab dem dritten Satz passiert ist.“ Damit ist für Nadal die Chance in Melbourne dahin auf den 21. Grand-Slam-Titel, mit dem er alleiniger Rekordsieger vor Roger Federer werden wollte.

Der Weltranglisten-Sechste Tsitsipas zog zum zweiten Mal nach 2019 in die Vorschlussrunde der Australian Open ein und fordert am Freitag den Russen Daniil Medwedew heraus, der bisher einen imponierenden Eindruck hinterlässt. „Er ist in sehr guter Form. Ich freue mich sehr auf das Match“, sagte Tsitsipas.

Schon für das erste Herren-Halbfinale am Donnerstag (9.30 Uhr/Eurosport) zwischen dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic und dem russischen Qualifikanten Aslan Karazew sowie die Halbfinals der Damen sollen wieder Zuschauer auf die Anlage kommen, sofern nicht doch noch neue Corona-Maßnahmen notwendig werden sollten.

Der Lockdown ende wie geplant um Mitternacht, sagte der Premierminister des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews. Damit sollten nach Angaben der Organisatoren bis zu jeweils maximal 7477 Zuschauer und damit „rund die Hälfte der Kapazität“ auch für die Damen-Halbfinals zwischen der Rekordjägerin Serena Williams aus den USA und US-Open-Gewinnerin Naomi Osaka aus Japan sowie der Tschechin Karolina Muchova und der Amerikanerin Jennifer Brady zugelassen sein.

Der Mittwoch im Melbourne Park war einer dieser Tennis-Tage, an denen die junge Tennis-Generation die langjährigen Branchenanführer nicht nur ärgern konnten. Lange sah das Viertelfinal-Duell zwischen Nadal und Tsitsipas wie eine einseitige Angelegenheit aus. Der Herausforderer spiele zu „brav“, ihm fehle der Mut, kommentierte Eurosport-Fachmann Boris Becker: „Das ist eine andere Klasse, die Nadal heute spielt.“ Doch ab dem dritten Satz änderte sich das gewaltig.

Im Tiebreak überließ Nadal seinem Kontrahenten mit seltenen Fehlern, darunter einem völlig verpatzten Schmetterball, leichte Punkte und musste seinen ersten Satzverlust im Turnierverlauf hinnehmen. Tsitsipas steigerte sich, Nadal musste auf einmal härter um seine Aufschlagspiele kämpfen. Zwar kassierte Tsitsipas bei 3:3 im vierten Durchgang eine Verwarnung. Bei 4:4 ließ er noch ein Insekt vom Platz entfernen, doch dann gelang ihm das Break - und wenig später der Satzausgleich. Im entscheidenden Satz nahm der 22-Jährige Nadal den Aufschlag zum 6:5 zu Null ab, zwei Matchbälle wehrte Nadal noch ab. „Das Beste, was ich von Tsitsipas je gesehen habe“, lobte Becker.

Der Grieche machte es am Ende besser als am Vortag der Hamburger Alexander Zverev, der gegen Djokovic als letzter deutscher Teilnehmer ausgeschieden war. Medwedew dürfte es allerdings freuen, dass sein nächster Gegner über fünf Sätze gehen musste. Mit dem eindrucksvollen 7:5, 6:3, 6:2 gegen seinen Landsmann Andrej Rubljow baute der Weltranglisten-Vierte gleich zwei imponierende Serien aus. „Es ist nie einfach“, sagte Medwedew nach dem Erfolg gegen seinen sichtlich von der Hitze geplagten Kumpel und Teamkollegen. „Aber wir wollen alle gewinnen und ins Halbfinale eines Grand Slams.“

Zum dritten Mal hat das der Anführer einer starken russischen Tennis-Generation nach seinem Final-Einzug bei den US Open 2019 (Niederlage gegen Rafael Nadal) und dem Halbfinale in New York 2020 (Niederlage gegen den späteren Champion Dominic Thiem) geschafft - nun aber zum ersten Mal bei den Australian Open im Jahr 2021. Und das souverän, obwohl auch der ATP-Finals-Champion am Ende Krämpfe hatte und sich nach dem Match zunächst vom Physiotherapeuten behandeln ließ, noch bevor er zum Siegerinterview ans Mikrofon trat.

Weitaus beeindruckender noch als seine Grand-Slam-Bilanz sind allerdings zwei Zahlen, die die aktuelle Form Medwedews bekräftigen: Für ihn war es saisonübergreifend der 19. Sieg in Serie und der elfte nacheinander gegen einen Top-Ten-Mann.Top-Favoritin Barty überraschend ausgeschieden.

Nach einer 6:1, 2:0-Führung und einer umstrittenen medizinischen Auszeit ihrer Gegnerin hat die Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty den Einzug in das Halbfinale der Australian Open verpasst. Die 24 Jahre alte Australierin verlor am Mittwoch gegen die Tschechin Karolina Muchova 6:1, 3:6, 2:6. Damit vergab die French-Open-Siegerin von 2019 die Chance auf ihren Premieren-Titel beim Heim-Grand-Slam und auf den ersten Turniersieg einer australischen Tennisspielerin in Melbourne seit Chris O'Neil 1978.

„Natürlich bricht es mir das Herz“, sagte Barty. „Aber morgen scheint wieder die Sonne. Entweder gewinnst du oder du lernst, und das heute war eine massive Lernkurve für mich.“ Muchova trifft nun am Donnerstag (Damen-Halbfinals ab 4.00 Uhr MEZ/Eurosport) im Kampf um den Einzug in das Endspiel auf die von dem deutschen Coach Michael Geserer trainierte Jennifer Brady. Das andere Halbfinale bestreiten die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin Serena Williams aus den USA und die aktuelle US-Open-Gewinnerin Naomi Osaka aus Japan.

Dann sollen nach dem fünftägigen Lockdown auch wieder Zuschauer in den Melbourne Park zurückkehren dürfen. Der Lockdown ende wie geplant um Mitternacht, teilte der Premierminister des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Mittwoch in einer Pressekonferenz mit. In der australischen Metropole sei in den vergangenen Tagen kein neuer Corona-Fall aufgetreten, weshalb die strengen Maßnahmen wieder gelockert werden könnten, erklärte Andrews.

Wegen eines Corona-Ausbruchs in einem Flughafen-Hotel war zuletzt ein fünftägiger Lockdown verhängt worden. Dies führte dazu, dass bei dem Grand-Slam-Turnier am vergangenen Freitagabend um 23.30 Uhr Ortszeit alle Fans während des Matches zwischen Novak Djokovic und Taylor Fritz die Rod-Laver-Arena verlassen mussten. Von Samstag bis einschließlich Mittwoch waren dann keine Zuschauer zugelassen.

Wie viele Zuschauer auf die Anlage dürfen, steht australischen Medienberichten zufolge noch nicht fest. Die Obergrenze war für die ersten Turniertage auf 30 000 Besucher pro Tag festgesetzt worden.

Im Viertelfinale nahm Muchova nach dem 0:2-Rückstand im zweiten Satz eine Auszeit, obwohl sie nicht verletzt war, wie sie später einräumte. Ihr Kopf habe sich gedreht, sagte die 24-Jährige. Sie ließ sich den Blutdruck und die Temperatur messen, bekam Eis zur Kühlung und verließ den Platz. Nach einer rund zehnminütigen Pause kam die Nummer 27 der Weltrangliste in das Stadion zurück, gewann das Match schließlich nach knapp zwei Stunden Spielzeit und erreichte das erste Halbfinale ihrer Karriere bei einem der vier bedeutendsten Turniere.

Ihre Gegnerin Jennifer Brady schaffte es im vergangenen Jahr bei den US Open erstmals in die Runde der besten vier Spielerinnen, scheiterte aber an der späteren Turniersiegerin Osaka. Auch die 25-Jährige brauchte im rein amerikanischen Viertelfinale drei Sätze, ehe sie ihre gute Freundin Jessica Pegula mit 4:6, 6:2, 6:1 bezwungen hatte. Brady war die einzige Viertelfinalistin, die wegen eines Corona-Falls auf ihrem Flug nach Australien vor dem Turnier während ihrer 14-tägigen Quarantäne das Hotel gar nicht verlassen durfte.

Russe Medwedew schlägt Landsmann Rubljow bei Australian Open

Der Weltranglisten-Vierte und ATP-Finals-Champion Daniil Medwedew steht nach einem Sieg gegen seinen russischen Landsmann Andrej Rubljow im Halbfinale der Australian Open. Der 25-Jährige ließ seinem zwei Jahre jüngeren Gegner am Mittwoch keine Chance und gewann gegen den sichtbar von der Hitze geplagten Ranglisten-Achten nach 2:05 Stunden 7:5, 6:3, 6:2.

Für Medwedew war es der 19. Sieg in Serie und der elfte Erfolg nacheinander gegen einen Spieler aus den Top Ten. Ende des vergangenen Jahres hatte er das Masters-1000-Event in Paris und die ATP Finals in London gewonnen. Zu Beginn dieser Saison holte er mit Rubljow den ATP Cup und entschied alle seine vier Einzel für sich.

 +++++17. Februar 2021++++

Zverev als letzter Deutscher gegen Djokovic raus

Mit der Endspiel-Chance vor Augen hat Alexander Zverev gegen die Nummer eins nicht den Weg in sein zweites Halbfinale bei den Australian Open gefunden. In einem lange Zeit seltsamen Tennis-Match unterlag der Weltranglisten-Siebte dem angeschlagenen Titelverteidiger Novak Djokovic 7:6 (8:6), 2:6, 4:6, 6:7 (6:8). Der 23 Jahre alte Hamburger vergab damit am Dienstag in Melbourne die große Möglichkeit, nach dem knapp verlorenen US-Open-Finale im Vorjahr erneut um seinen ersten Grand-Slam-Titel zu kämpfen.

„Er hat an die Tür geklopft. Ein, zwei Fehler im ungünstigen Moment haben den Ausschlag gemacht“, sagte Boris Becker als TV-Experte von Eurosport über das Match mit viel Auf und Ab. „Bis zum letzten Punkt hätte es in beide Richtungen ausgehen können“, sagte Djokovic auf dem Platz.

Der an einer Bauchmuskelverletzung leidende Sieger trifft im Halbfinale am Donnerstag überraschend auf den russischen Qualifikanten Aslan Karazew. Der 27 Jahre alte 114. der Weltrangliste besiegte den am Rücken verletzten Bulgaren Grigor Dimitrow 2:6, 6:4, 6:1, 6:2.

Auch die deutsche Nummer eins war zuletzt nicht beschwerdefrei. „Dem Bauch und Sascha geht es ganz gut“, sagte Zverevs älterer Bruder Mischa aber vor dem Match bei Eurosport. Zverev hatte Probleme mit der Bauchmuskulatur, allerdings wohl nicht so sehr wie Djokovic. Der 33-Jährige hatte nach den vergangenen beiden Matches erklärt, bei einem anderem Turnier als einem Grand Slam hätte er zurückgezogen.

Keine zwei Wochen nach der knappen Drei-Satz-Niederlage beim ATP Cup an gleicher Stelle gelang Zverev mit dem schnellen 2:0 ein Start nach Maß. In der 15 000 Zuschauer fassenden, wegen des zunächst bis Mittwoch geltenden Lockdowns aber nahezu menschenleeren Rod-Laver-Arena entwickelte sich das achte Duell der beiden zunächst ganz anders als die vergangenen. Djokovic suchte für seine Verhältnisse häufig schnell die Entscheidung. Mit Hinweis auf seine Beschwerden hatte er angekündigt, seine Spielweise etwas anzupassen.

„So habe ich es, glaube ich, noch nie gesehen, dass er so schnell auf die Punkte geht, gerade auf der Vorhandseite“, sagte Becker erstaunt. Der Wimbledonsieger kennt Djokovic aus seinen drei Jahren als dessen Trainer bestens. Einen Satzball zum 3:6 wehrte der achtmalige Australien-Champion ab, dann schaffte er urplötzlich mit gewohnter Konstanz den Ausgleich zum 5:5. „Das ist die normale Spielweise, mit Geduld und Länge“, sagte Becker im engen Tiebreak. Zverev wollte diesmal erstmals mit voller Kraft aufschlagen und nutzte den dritten Satzball.

Doch Djokovic war nun besser im Match und reagierte im Stil eines 17-fachen Grand-Slam-Champions. Nach einer blitzschnellen 4:0-Führung glich er aus, Zverev antwortete mit dem 3:0 im dritten Satz. Weil ihm das Rebreak nicht gelang, zerhackte der bis dahin komplett ruhige Djokovic seinen Schläger. Doch mit zwei Doppelfehlern gab der zuvor stabile Zverev danach den Vorsprung aus der Hand und holte kein Spiel mehr. Djokovic brüllte seine Freude über die 2:1-Satzführung heraus - und ließ Zverev wieder wegziehen. Der 3:0-Vorsprung war aber sofort wieder weg, in der intensiven und längst auch hochklassigen Partie wehrte der Weltranglisten-Erste einen Satzball per Ass ab schaffte im Tiebreak erneut mit einem Ass nach 3:31 Stunden die Entscheidung.

Gegen Karazew ist Djokovic nun klarer Favorit. Der 27-jährige Russe ist laut Weltrangliste der am niedrigsten notierte Spieler im Halbfinale von Melbourne seit Patrick McEnroe im Jahr 1991 und im Halbfinale eines Grand Slams seit Goran Ivanisevic 2001 in Wimbledon. Ivanisevic ist mittlerweile Trainer von Djokovic. Auf die Frage, ob er das Turnier gewinnen könne, antwortete Karazew nur knapp: „Wir werden sehen, wie kann ich das sagen? Match für Match.“

+++++16. Februar 2021+++++

Osaka im Halbfinale gegen Serena Williams

Das Traumduell bei den Australian Open ist perfekt: Die japanische Starspielerin Naomi Osaka trifft im Halbfinale auf die 23-malige Grand-Slam-Siegerin Serena Williams. Osaka besiegte im Viertelfinale die 35 Jahre alte Taiwanesin Hsieh Su-wei in 66 Minuten mit 6:2, 6:2. Williams folgte ihr mit einem glatten 6:3, 6:3-Erfolg über die Weltranglistenzweite Simona Halep (Rumänien).

Osaka ist US-Open-Siegerin und die aktuell herausragende Akteurin der neuen Generation. Williams fehlt nur noch ein Titel, um mit Grand-Slam-Rekordsiegerin Margaret Court (Australien) gleichzuziehen. Beide spielten in ihren Matches am Dienstag beeindruckend dominant.

"Sie ist Serena und ich fühle mich wirklich eingeschüchtert, wenn ich sie auf der anderen Seite des Platzes sehe", sagte Osaka mit Blick auf das Duell mit Williams. Doch sie muss sich nicht verstecken. Die 23-Jährige gewann bislang jedes Mal den Titel, wenn sie das Viertelfinale bei einem Grand Slam erreichte.

Osaka hat damit weiter die Chance auf ihren zweiten Titel in Melbourne nach 2019, Williams kann zum achten Mal triumphieren.

+++++16. Februar 2021+++++

Russischer Qualifikant Karazew im Halbfinale

Aslan Karazew hat in Melbourne Geschichte geschrieben. Der 27 Jahre alte Russe steht als Qualifikant im Halbfinale der Australian Open. Er gewann sein Viertelfinale gegen den angeschlagenen Grigor Dimitrow aus Bulgarien mit 2:6, 6:4, 6:1, 6:2 und erreichte als erster Grand-Slam-Debütant in der Ära des Profitennis (seit 1968) sofort die Runde der letzten Vier.

Karazew wäre damit auch der Gegner von Alexander Zverev um ein Endspielticket, sollte sich die deutsche Nummer eins im Viertelfinale am Dienstagvormittag gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic durchsetzen. Dimitrow verpasste dagegen sein viertes Halbfinale bei einem Major-Turnier.

Karazew, 114. der Weltrangliste, spielte sich nach einer nervösen Anfangsphase mehr und mehr frei. Dimitrow, der im Achtelfinale mit dem österreichischen US-Open-Champion Dominic Thiem einen Mitfavoriten ausgeschaltet hatte, kämpfte dagegen mit hartnäckigen Rückenproblemen und war angeschlagen letztlich chancenlos.

+++++16. Februar 2021+++++

„Plan hat funktioniert“ - Osaka erreicht Halbfinale

Die dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin Naomi Osaka hat als erste Tennisspielerin das Halbfinale der Australian Open erreicht. In nur 66 Minuten entschied die 23 Jahre alte Japanerin am Dienstag ihr Viertelfinale gegen die zwölf Jahre ältere Hsieh Su-Wei aus Taiwan mit 6:2, 6:2 für sich. „Gegen sie ist es jedes Mal eine große Herausforderung, weil ich nie genau weiß, was sie mit dem Ball machen wird“, sagte Osaka nach dem Erfolg gegen die Doppelspezialistin mit der beidhändigen Vor- und Rückhand.

Im Kampf um den Einzug ins Endspiel trifft die Melbourne-Siegerin von 2019 am Donnerstag auf die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin Serena Williams, die sich gegen die Rumänin Simona Halep durchsetzte. In den Viertelfinals am Mittwoch stehen sich die Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty aus Australien und die Tschechin Karolina Muchova sowie die Amerikanerinnen Jessica Pegula und die vom Deutschen Michael Geserer trainierte Jennifer Brady gegenüber.

„Normalerweise schaue ich nie auf mein Tableau, aber jeder hat mich darauf angesprochen. Also hatte ich keine andere Wahl als zu wissen, wer meine nächste Gegnerin sein wird“, sagte die Weltranglisten-Dritte nach ihrem 19. Erfolg nacheinander. „Wer auch immer es sein wird, ich freue mich drauf“, sagte Osaka.

Vor der Unterbrechung der Saison im vergangenen Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie hatte Osaka zuletzt im Februar 2020 im Fed Cup eine Niederlage hinnehmen müssen. Seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Herbst gewann Osaka vier Partien beim von Cincinnati nach New York verlegten WTA-Turnier, ehe sie wegen einer Verletzung nicht zum Endspiel gegen Victoria Asarenka aus Belarus antreten konnte. Bei den US Open holte sie anschließend nach sieben Matches und dem Finale gegen Asarenka zum zweiten Mal nach 2018 den Titel.

Beim Vorbereitungsturnier auf die Australian Open siegte Osaka drei Mal, ehe sie wegen einer Schulterverletzung zurückzog. Mit dem Erfolg gegen Hsieh Su-Wei kommt sie nun auf fünf weitere Siege - wobei ihr vor allem das Achtelfinale gegen die Vorjahresfinalistin Garbiñe Muguruza, das sie nach der Abwehr zweier Matchbälle gewann, Selbstvertrauen gegeben hat. „Mein Plan hat gut funktioniert. Mir war heute klar, was ich tun musste“, analysierte Osaka ihren Auftritt gegen Hsieh Su-Wei, die sich dennoch über einen Rekord freuen durfte: Mit 35 Jahren ist sie der älteste Tennisprofi bei Damen und Herren, der in diesem Alter seine Pemiere in einem Grand-Slam-Viertelfinale feierte.

+++++15. Februar 2021+++++

Drei Russen im Viertelfinale - Nadal bleibt ohne Satzverlust

Der Russe Daniil Medwedew surft weiter auf einer Erfolgswelle. Der 25 Jahre alte Sieger der ATP Finals ließ dem ungesetzten US-Amerikaner Mackenzie McDonald keine Chance, setzte sich mit 6:4, 6:2, 6:3 durch und steht zum ersten Mal im Viertelfinale der Australian Open.

Kurz später folgte sein Landsmann und nächster Gegner Andrej Rublew. Beim Stand von 6:2, 7:6 (7:3) profitierte er von einer Aufgabe des Norwegers Casper Ruud. Damit stehen erstmals in der Ära des Profitennis (seit 1968) drei Russen in der Runde der letzten Acht bei einem Grand Slam, denn auch der Qualifikant Aslan Karazew ist weiter dabei.

Medwedew, der mit dem russischen Team vor dem Grand-Slam-Turnier in Melbourne den ATP Cup gewonnen hatte, nimmt weiter seinen ersten Triumph bei einem Majorturnier im Blick. Der letzte Russe, dem dies gelang, war Marat Safin 2005.

+++++15. Februar 2021+++++

Barty stürmt ohne Satzverlust ins Viertelfinale

Die Weltranglistenerste Ashleigh Barty ist bei den Australian Open weiter nicht zu bremsen und steht ohne Satzverlust im Viertelfinale. Die 24 Jahre alte Lokalmatadorin zeigte am Montag im Achtelfinale ihre bislang stärkste Leistung im Turnier und feierte nach nur 71 Minuten ein souveränes 6:3, 6:4 gegen die US-Amerikanerin Shelby Rogers.

Barty kämpft nun gegen Karolina Muchova um den Einzug ins Halbfinale. Die Tschechin, die in der zweiten Runde Mona Barthel (Neumünster) als letzte Deutsche aus dem Turnier geworfen hatte, schlug Elise Mertens aus Belgien 7:6 (7:5), 7:5.

Neben US-Open-Gewinnerin Naomi Osaka (Japan) und der 23-maligen Grand-Slam-Siegerin Serena Williams (USA) ist Barty die heißeste Anwärterin auf den Titel in Melbourne - und lässt die Australier weiter vom lang ersehnten Heimsieg träumen. Seit Christine O'Neils Triumph 1978 warten die Gastgeber auf einen heimischen Einzel-Champion. Bei den Männern gewann als bislang letzter Australier Mark Edmondson 1976.

+++++15. Februar 2021+++++

Tsitsipas nach Rückzug von Berrettini im Viertelfinale

Der griechische Tennisprofi Stefanos Tsitsipas hat kampflos das Viertelfinale bei den Australian Open erreicht. Sein italienischer Gegner Matteo Berrettini zog am Montag wenige Stunden vor dem geplanten Match in Melbourne zurück. Tsitsipas bekommt es bei dem Grand-Slam-Turnier jetzt mit dem Weltranglisten-Zweiten Rafael Nadal zu tun.

+++++15. Februar 2021+++++

Nadal zum 13. Mal im Viertelfinale der Australian Open

Der spanische Tennisprofi Rafael Nadal steht zum 13. Mal im Viertelfinale der Australian Open. Der Weltranglisten-Zweite aus Mallorca bezwang am Montag den an Nummer 16 gesetzten Italiener Fabio Fognini nach einem weiteren starken Auftritt 6:3, 6:4, 6:2. Nadal bleibt beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres damit ohne Satzverlust. Im Kampf um den Einzug in das Halbfinale trifft der 34-Jährige in Melbourne auf den Griechen Stefanos Tsitsipas, der wegen einer Verletzung des Italieners Matteo Berrettini kampflos weiterkam. Nadal strebt seinen 21. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier an. Damit wäre er alleiniger Rekordhalter vor dem Schweizer Roger Federer.

+++++15. Februar+++++

Pegula schaltet Switolina aus

Die US-Amerikanerin Jessica Pegula ist zum ersten Mal in ihrer Karriere in ein Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers eingezogen. Die 26-Jährige schaltete im Achtelfinale überraschend die an Position fünf gesetzte Jelina Switolina 6:4, 3:6, 6:3 aus. Switolina gehörte zum erweiterten Kreis der Titelfavoritinnen.

Pegula hatte bereits in der ersten Runde in Melbourne die Belarussin Wiktoria Asarenka unerwartet besiegt. Nun kommt es im Viertelfinale zum Duell mit ihrer Landsfrau Jennifer Brady, die Donna Vekic aus Kroatien 6:1, 7:5 schlug.

Inspiration für ihre Leistung fand Pegula auch im American Football. Ihr Vater Terry ist Besitzer des NFL Teams Buffalo Bills. "Den Biss, die wettbewerbsorientierte Einstellung und die Mentalität" habe sie versucht, auf ihr Spiel zu übertragen.

Pegulas Vater hatte die Bills 2014 übernommen und dabei die konkurrierenden Bewerber Donald Trump und Rockstar Jon Bon Jovi ausgestochen.

+++++14. Februar 2021+++++

Applaus vom Band – Melbourne-Veranstalter simulieren Fans

Weil sich Melbourne wegen eines Corona-Ausbruchs in einem Flughafen-Hotel aktuell in einem fünftägigen Lockdown befindet, finden die Spiele bei den Australian Open erst einmal bis mindestens einschließlich Mittwoch ohne Zuschauer statt. Auf Unterstützung müssen die Tennisprofis in den großen Arenen aber dennoch nicht verzichten. Seit Sonntag spielen die Veranstalter Zuschauer-Applaus vom Band über die Lautsprecher ein.

Sowohl beim Betreten des Platzes als auch nach jedem Punkt gibt es Applaus für die Spielerinnen und Spieler. „Wir wollen den Profis aber auch den Zuschauern vor den Fernsehern zumindest ein bisschen das Gefühl geben, wie es normalerweise wäre“, sagte Turnierboss Craig Tiley.

Zverev muss im Viertelfinale gegen Djokovic ran

Alexander Zverev steht nach seinem 50. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier im Viertelfinale der Australian Open. Der 23 Jahre alte Hamburger gewann sein Achtelfinal-Duell am Sonntag gegen den Serben Dusan Lajovic mit 6:4, 7:6 (7:5), 6:3. Zverev kämpft nun gegen Titelverteidiger Novak Djokovic (Serbien) um den Halbfinaleinzug in Melbourne. Der Tennis-Weltranglisten-Erste aus Serbien setzte sich mit 7:6 (7:4), 4:6, 6:1, 6:4 gegen den Kanadier Milos Raonic durch. Für Djokovic war es der 300. Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier. Den Titel in Melbourne hat der 33-Jährige bereits achtmal geholt.

Die deutsche Nummer eins Zverev überzeugte gegen Lajovic mit kraftvollem, aber auch taktisch klugem Spiel. Zverev variierte in seiner Aufschlaghärte und streute auch Stops ein. In den entscheidenden Phasen bewies Zverev die stärkeren Nerven.

Der Lohn ist sein insgesamt fünftes Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier - er zog damit in der deutschen Bestenliste mit Nicolas Kiefer gleich. Nur drei deutsche Ex-Profis standen in ihren Karrieren noch häufiger in der Runde der letzten Acht: Boris Becker (23), Michael Stich (10) und Tommy Haas (8).

US-Open-Sieger Dominic Thiem scheidet überraschend aus

Böses Erwachen für Dominic Thiem: Der US-Open-Sieger aus Österreich ist überraschend im Achtelfinale der Australian Open gescheitert. Der Vorjahresfinalist und Weltranglistendritte unterlag dem Bulgaren Grigor Dimitrow am Sonntag mit 4:6, 4:6, 0:6 und wirkte dabei deutlich gehemmt. Bei allen drei Majors des Vorjahres hatte der 27-Jährige mindestens das Viertelfinale erreicht.

"Ich bin keine Maschine", sagte Thiem und sprach von einer "Mischung aus einigen kleineren körperlichen Problemen, einem richtig schlechten Tag und einem starken Gegner". Dimitrow zog seinen Matchplan durch und war anschließend "froh, im Viertelfinale zu stehen".

Dimitrow nutzte die Gunst der Stunde und erreichte bereits zum vierten Mal die Runde der letzten Acht in Melbourne, 2017 schaffte er es ins Halbfinale. Nun trifft er auf den Russen Aslan Karazew, der zuvor für eine ebenso große Überraschung gesorgt hatte. Der 27 Jahre alte Qualifikant setzte seinen wundersamen Siegeslauf mit einem 3:6, 1:6, 6:3, 6:3, 6:4-Erfolg gegen den klar favorisierten Kanadier Felix Auger-Aliassime fort.

"Ich bin müde, ich habe alles in dieses Match gelegt", sagte Karazew, der das erste Mal im Hauptfeld eines Majorturniers steht und erst der siebte Profi der Open Era seit 1968 ist, der auf Anhieb sofort die Runde der letzten Acht erreicht hat. Zuletzt war dies dem in Rumänien geborenen deutschen Profi Alex Radulescu 1996 in Wimbledon gelungen.

Topfavoritin Serena Williams im Viertelfinale - Auch Osaka siegt

Die Botschaft auf ihrem T-Shirt war eindeutig. „Unstoppable queen“ stand in goldenen Buchstaben auf dem dunklen Oberteil, das Serena Williams nach ihrem Viertelfinal-Einzug bei den Australian Open in der Pressekonferenz trug. Auf ihrem Weg zum ersehnten 24. Grand-Slam-Titel hat sich die Topfavoritin am Sonntag in Melbourne auch von der zuletzt so formstarken Aryna Sabalenka aus Belarus nicht stoppen lassen. Die 39 Jahre alte Amerikanerin gewann im Achtelfinale mit 6:4, 2:6, 6:4 und ist nur noch drei Siege von der Einstellung des Grand-Slam-Rekords der wegen ihrer schwulen- und lesbenfeindlichen Aussagen umstrittenen Australierin Margaret Court entfernt.

Williams verwandelte in der Rod Laver Arena nach 2:09 Stunden ihren ersten Matchball. „Es war verdammt schwer“, gab die langjährige Nummer eins der Tennis-Welt zu. „Ich habe einfach versucht, dran zu bleiben“, sagte Williams. Nach gewonnenem ersten Satz leistete sich die Amerikanerin im zweiten Durchgang einen kleinen Hänger und gab den Abschnitt mit 2:6 ab. Im dritten Satz gelang ihr aber ein schnelles Break zum 3:1.

Vor Williams hatten beim ersten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison bereits Naomi Osaka aus Japan und Hsieh Su-Wei aus Taiwan das Achtelfinale überstanden. US-Open-Champion Osaka rang in einem hochklassigen Spiel Vorjahresfinalistin Garbine Muguruza aus Spanien mit 4:6, 6:4, 7:5 nieder. Die 23-Jährige wehrte im dritten Satz beim Stand von 3:5 zwei Matchbälle ab.

+++++13. Februar 2021+++++

Russlands Tennisstars rocken Melbourne – Siegemund im Doppel weiter

Russlands Tennisstars präsentieren sich bei den Australian Open weiter in Topform. Die beiden ATP-Cup-Sieger Daniil Medwedew und Andrej Rubljow gewannen am Samstag in Melbourne ihre Drittrundenpartien und folgten damit dem Qualifikanten Aslan Karazew ins Achtelfinale. Erstmals in der Geschichte des Profitennis haben bei den Herren damit bei einem Grand-Slam-Turnier drei Russen die dritte Runde überstanden. In Karen Chatschanow hatte am Samstag zudem noch ein vierter Profi aus Russland die Chance auf das Achtelfinale.

ATP-Finals-Champion Medwedew konnte ein Drittrunden-Aus aber nur mit sehr viel Mühe abwenden. Der Weltranglisten-Vierte rang den Serben Filip Krajinovic in der Rod Laver Arena mit 6:3, 6:3, 4:6, 3:6, 6:0 nieder. Zwei Tage nach seinem 25. Geburtstag benötigte er mehr als drei Stunden für seinen Erfolg. Im Achtelfinale trifft er nun auf den Amerikaner Mackenzie McDonald.

Für Medwedew war es der 17. Sieg in Serie. Zum Ende des vergangenen Jahres hatte der Russe das Masters-1000-Event in Paris im Finale gegen Alexander Zverev und die ATP Finals in London gewonnen. Zu Beginn dieser Saison holte er zusammen mit Rubljow den ATP Cup und gewann dabei alle seine vier Einzel. Erstmals gewann Medwedew ein Match über fünf Sätze.

Deutlich weniger Mühe als Medwedew hatte Rubljow, der den spanischen Routinier Feliciano Lopez 7:5, 6:2, 6:3 bezwang. Er trifft jetzt auf den Norweger Casper Ruud. Im Viertelfinale könnte es dann zum mit Spannung erwarteten Russen-Duell Medwedew gegen Rubljow kommen.

Der an Nummer fünf gesetzte Stefanos Tsitsipas zog ebenfalls ohne Mühe ins Achtelfinale ein. Der Grieche siegte gegen den Schweden Mikael Ymer 6:4, 6:1, 6:1. „Ich sehe jeden Tag als Chance, meinem Traum, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen, näher zu kommen“, sagte Tsitsipas nach seiner starken Vorstellung.

Bei den Damen erreichte Mitfavoritin Jelina Switolina ohne große Mühe das Achtelfinale. Die 26 Jahre alte Ukrainerin gewann gegen die Kasachin Julia Putinzewa mit 6:4, 6:0 und bekommt es jetzt mit der Amerikanerin Jessica Pegula zu tun. Ausgeschieden ist dagegen Karolina Pliskova. Die an Nummer sechs gesetzte Tschechin verlor gegen ihre Landsfrau Karolina Muchova 5:7, 5:7.

Etwas überraschend nicht mehr dabei ist auch Geheimfavoritin Kaia Kanepi. Die Estin, die in der zweiten Runde Titelverteidigerin Sofia Kenin aus den USA ausgeschaltet hatte, verlor gegen die Kroatin Donna Vekic 7:5, 6:7 (5:7), 4:6. Vekic trifft nun auf Jennifer Brady (USA).

In der Doppel-Konkurrenz erreichte Laura Siegemund das Achtelfinale. Die 32 Jahre alte Schwäbin gewann an der Seite der Russin Vera Swonarewa gegen das ukrainische Tennis-Duo Kateryna Bondarenko und Nadija Kitschenok mit 6:4, 6:2. Im vergangenen Jahr hatten Siegemund und Swonarewa überraschend den Titel bei den US Open gewonnen.

Im Einzel war Siegemund in Melbourne in der ersten Runde an der amerikanischen Topfavoritin Serena Williams gescheitert. Alle deutschen Damen sind im Einzel nicht mehr dabei. Bei den Herren kämpft Alexander Zverev am Sonntag (08.30 Uhr MEZ/Eurosport) um den Einzug ins Viertelfinale. Die deutsche Nummer eins spielt gegen den Serben Dusan Lajovic.

+++++12. Februar 2021+++++

Thiem und Kyrgios liefern Fans zum Abschluss große Show

Nick Kyrgios zoffte sich mit dem Stuhlschiedsrichter, schlug immer wieder von unten auf und brachte das Publikum erneut so richtig in Rage - doch es reichte nicht: Der 25 Jahre alte Lokalmatador musste sich in einem Tennis-Thriller in Melbourne US-Open-Champion Dominic Thiem geschlagen geben. Kyrgios verpasste durch eine 6:4, 6:4, 3:6, 4:6, 4:6-Niederlage in einem unterhaltsamen Match den Sprung ins Achtelfinale.

Kyrgios, der schon in der zweiten Runde über fünf Sätze gegangen war, schnupperte lange an der bisher größten Überraschung des Turniers. Am Ende ging ihm aber die Kraft aus. Thiem bewies in der Partie über 3:21 Stunden die Nervenstärke eines Grand-Slam-Siegers gegen den extrovertierten Athleten aus Canberra, über den die Szene immer wieder kontrovers diskutiert.

Kyrgios geht keinem Duell aus dem Weg - das gilt sowohl innerhalb und außerhalb des Tenniscourts. In Melbourne lieferte er sich am Rande seiner Matches tagelang Verbalduelle mit dem Weltranglistenersten Novak Djokovic. Dieser sei "eine komische Katze", sagte Kyrgios, der Djokovic und auch zuvor Alexander Zverev für deren Verhalten während der Corona-Pandemie kritisiert.

Djokovic mit Mühe weiter - Fans müssen Stadion während des Spiels verlassen

Nach einem Match über fünf Sätze hat der Weltranglisten-Erste und Titelverteidiger Novak Djokovic bei den Australian Open das Achtelfinale erreicht. Gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz setzte sich der 33 Jahre alte Tennisprofi aus Serbien am Freitag 7:6 (7:1), 6:4, 3:6, 4:6, 6:2 durch. Djokovic trifft bei dem Grand-Slam-Turnier in Melbourne jetzt auf den an Nummer 14 gesetzten Kanadier Milos Raonic. Im Viertelfinale könnte es zum Duell mit Alexander Zverev kommen. Der 23 Jahre alte Hamburger spielt im Achtelfinale am Sonntag gegen Djokovics Landsmann Dusan Lajovic.

Wegen des fünftägigen Lockdowns in Melbourne war das Spiel zwischen Djokovic und Fritz kurzzeitig unterbrochen worden. Um 23.30 Uhr Ortszeit mussten alle Zuschauer die Rod-Laver-Arena verlassen. Zu dem Zeitpunkt stand es 7:6 (7:1), 6:4, 3:6, 2:3 aus Djokovics Sicht.

Weil für Melbourne wegen des Corona-Ausbruchs in einem Flughafen-Hotel ein erneuter Lockdown verhängt worden war, geht das erste Grand-Slam-Turnier der Saison vorerst ohne Zuschauer weiter. Der Lockdown trat am Freitag um 23.59 Uhr im gesamten Bundesstaat in Kraft. Nach einer mehrminütigen Unterbrechung kehrten auch Fritz und Djokovic auf den Platz zurück und setzten ihre Partie vor nahezu leeren Zuschauerrängen fort. Nach einer Spielzeit von 3:25 Stunden nutzte der angeschlagen wirkende Djokovic seinen zweiten Matchball.

Zverev stürmt ins Achtelfinale

Alexander Zverev ist bei den Australian Open mit einer starken Vorstellung ins Achtelfinale eingezogen. Der Weltranglistensiebte aus Hamburg schlug am Freitag in seiner Drittrundenpartie den Franzosen Adrian Mannarino klar mit 6:3, 6:3, 6:1 und trifft nun auf Dusan Lajovic (Serbien) oder Pedro Martinez (Spanien).

Zverev ist in Melbourne der letzte verbliebene Deutsche in den Einzel-Wettbewerben. Im Vorjahr war der 23-Jährige erst im Halbfinale am Österreicher Dominic Thiem gescheitert.

Zverev blieb auch im sechsten Duell mit Mannarino ungeschlagen. Im vergangenen halben Jahr war es bereits der vierte Vergleich mit dem unkonventionell spielenden Linkshänder, darunter auch das kuriose Drittrundenmatch bei den US Open mit dreistündigem Corona-Wirrwarr im Vorfeld. Am Freitag agierte Zverev gegen den 32-Jährigen äußerst konzentriert und dominant, er geriet nie in ernsthafte Gefahr und verwandelte nach nur 1:43 Stunden seinen ersten Matchball.

Erneuter Lockdown in Melbourne - Australian Open werden ohne Zuschauer fortgesetzt

Weil für die australische Metropole Melbourne wegen des Corona-Ausbruchs in einem Flughafen-Hotel ein fünftägiger Lockdown verhängt worden ist, gehen die Australian Open der Tennisprofis vorerst ohne Zuschauer weiter. Wie der Premierminister des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Freitag erklärte, tritt der Lockdown an diesem Freitag um 23.59 Uhr im gesamten Bundesstaat in Kraft. Schulen und Geschäfte bleiben in dieser Zeit geschlossen, Restaurants dürfen nur Speisen zum Abholen anbieten. Zudem dürfen die Menschen ihre Häuser und Wohnungen nur für wichtige Dinge verlassen, außerhalb der eigenen vier Wände herrscht eine Maskenpflicht.

Die Australian Open dürfen trotz der neuen Einschränkungen fortgesetzt werden. Die Regierung stufte Profisportler in die Gruppe der „notwendigen Berufe“ ein. Allerdings sind ab Samstag auf der Anlage im Melbourne Park zunächst für die kommenden fünf Tage keine Zuschauer mehr erlaubt. Bislang waren Zuschauer zugelassen, am Donnerstag hatten 21 010 Tennis-Fans die Partien besucht. Die Obergrenze war für die ersten Turniertage auf 30 000 Besucher pro Tag festgesetzt worden.

„Wir arbeiten weiter eng mit der Regierung zusammen, um die Gesundheit und die Sicherheit von allen Beteiligten zu gewährleisten“ sagte Turnierdirektor Craig Tiley. „Die Spielerinnen und Spieler werden sich die kommenden fünf Tage in einer sogenannten Blase aufhalten, so wie sie es bereits seit Monaten gewohnt sind.“ Das heißt, sie werden nur zwischen Anlage und Hotel hin und her pendeln.

Der Ausschluss der Zuschauer bedeutet für die Veranstalter einen weiteren Rückschlag. Schon vor dem Start war das Grand-Slam-Turnier von Corona beeinflusst worden. Zunächst hatten sich mehr 70 Profis sowie Betreuerinnen und Betreuer für zwei Wochen in harte Hotel-Quarantäne begeben müssen, weil es auf ihren Flügen positive Corona-Fälle gegeben hatte. Dann hatten sich mehr als 500 Personen für etwa einen Tag isolieren müssen, weil ein Hotel-Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

„Es ist schwer, es werden schwere Tage für alle“, sagte Serena Williams, die auf dem Centre Court stand, als die neuen Beschränkungen öffentlich wurden. „Wir müssen das tun, was das Beste ist und hoffentlich wird alles gut“, sagte die 39 Jahre alte Amerikanerin.

Williams tat sich in ihrer Drittrunden-Partie gegen die Russin Anastasia Potapowa anfangs sehr schwer und musste im ersten Satz beim Stand von 3:5 sogar zwei Satzbälle abwehren. Nach dem gewonnenen ersten Durchgang hatte sie die Partie aber im Griff und verwandelte nach 1:37 Stunden ihren zweiten Matchball zum 7:6 (7:5), 6:2. Williams, die in Melbourne ihren 24. Grand-Slam-Titel anstrebt, trifft nun im Achtelfinale auf die starke Weißrussin Aryna Sabalenka. Vorjahresfinalistin Garbine Muguruza hatte beim 6:1, 6:1 gegen Sarina Dijas aus Kasachstan dagegen überhaupt keine Mühe.

Wimbledonsiegerin Simona Halep hatte beim 6:1, 6:3 gegen Weronika Kudermetowa (Russland) ebenfalls keine Probleme. Im Achtelfinale bekommt es die Rumänin mit French-Open-Gewinnerin Iga Swiatek (Polen) oder Fiona Ferro (Frankreich) zu tun.

Krawietz/Hanfmann ausgeschieden - Lange Pause für Mies

Das deutsche Tennis-Doppel Kevin Krawietz und Yannick Hanfmann hat bei den Australian Open den Achtelfinal-Einzug verpasst. Das Duo musste sich am Freitag in Melbourne den an Nummer acht gesetzten Franzosen Pierre-Hugues Herbert und Nicolas Mahut mit 5:7, 3:6 geschlagen geben.

Hanfmann war kurzfristig für Andreas Mies eingesprungen, der wegen einer Knieverletzung nicht spielen konnte. Zusammen mit Mies hatte Krawietz 2019 und 2020 die French Open gewonnen. Laut Krawietz wurde Mies inzwischen in Deutschland am Knie operiert. „Er ist erst einmal sechs Monate raus“, sagte Krawietz über seinen Doppel-Partner.

Damit dürfte Mies auch für die Olympischen Spiele in Tokio ausfallen. „Olympia wird eng. Das ist extrem bitter“, sagte Krawietz, der sich zusammen mit Mies für dieses Jahr große Ziele gesetzt hatte. Neben einer Medaille bei Olympia hatte das Duo auch bei den vier Grand Slams weit kommen und sich in der Weltrangliste verbessern wollen.

Mit wem Krawietz in den kommenden Monaten spielen wird, steht noch nicht fest. „Wahrscheinlich werde ich einige Turniere mit Struffi spielen“, sagte Krawietz über seinen Davis-Cup-Kollegen Jan-Lennard Struff. Weitere Auftritte mit Hanfmann sind wegen der schlechten Doppel-Platzierung des Karlsruhers nur schwer möglich.

Williams kommt 24. Grand-Slam-Titel einen Schritt näher

Serena Williams ist bei den Australian Open dem ersehnten 24. Grand-Slam-Titel einen Schritt näher gekommen. Die 39 Jahre alte US-Amerikanerin bezwang in der dritten Runde in Melbourne Anastasia Potapowa 7:6 (7:5), 6:2. Im ersten Satz profitierte Williams allerdings vom Nervenflattern der Russin, die bei eigenem Aufschlag zwei Satzbälle vergab.

Im Achtelfinale wartet eine deutlich höhere Hürde, Ausnahmespielerin Williams trifft auf die äußerst formstarke Aryna Sabalenka (Belarus). Williams wird vom großen Ziel angetrieben, endlich nach Grand-Slam-Erfolgen zu Rekordsiegerin Margaret Court (Australien/24 Titel) aufzuschließen. 2017 gelang ihr in Melbourne der bis dato letzte Triumph bei einem der vier wichtigsten Turniere.

Auch auf Mitfavoritin Naomi Osaka wartet im Achtelfinale ein harter Prüfstein. Die US-Open-Siegerin, die 2019 auch in Melbourne triumphiert hatte, bezwang in der dritten Runde die Tunesierin Ons Jabeur 6:3, 6:2 und trifft nun auf Vorjahresfinalistin Garbine Muguruza (Spanien).

Wimbledonsiegerin Simona Halep hatte beim 6:1, 6:3 gegen Weronika Kudermetowa (Russland) ebenfalls keine Probleme. Im Achtelfinale bekommt es die Rumänin mit French-Open-Gewinnerin Iga Swiatek (Polen) oder Fiona Ferro (Frankreich) zu tun.

+++++11. Februar 2021+++++

Nadal bleibt in Melbourne ohne Satzverlust - und sieht den Mittelfinger

Grand-Slam-Rekordsieger Rafael Nadal ist bei den Australian Open weiter ohne Satzverlust, und das trotz des Störmanövers einer offenbar verwirrten Zuschauerin. Der 13-malige French-Open-Champion setzte sich am Donnerstag in seinem Zweitrundenmatch gegen US-Qualifikant Michael Mmoh mit 6:1, 6:4, 6:2 durch.

Ende des zweiten Durchgang pöbelte die Frau auf der Tribüne Richtung Nadal und zeigte diesem den Mittelfinger. Nadal nahm die Unterbrechung mit Humor. "Was, ich?", fragte der Superstar ungläubig und lachte. Die Frau wurde nach dem Vorfall der Anlage verwiesen, Nadal blieb und siegte mühelos. Nach dem Match meinte der Spanier: "Ich kannte die Frau nicht und will sie auch nicht kennenlernen." Und lachte.

Nadal trifft in Runde drei auf den Briten Cameron Norrie. Er strebt in Melbourne seinen zweiten Triumph nach 2009 an. Der Mallorquiner hatte zuletzt mit Rückenproblemen zu kämpfen, konnte aus diesem Grund auch nicht beim ATP Cup in Melbourne spielen.

"Es waren harte 15 Tage für mich mit meinen Rückenbeschwerden", hatte Nadal nach seinem glatten Auftaktsieg gegen den Serben Laszlo Djere erklärt, "natürlich war es keine ideale Vorbereitung für mich."

Sein letztes offizielles Match hatte Nadal zuvor im November im Halbfinale der ATP-Finals in London gegen den Russen Daniil Medwedew bestritten. Bei den Australian Open will Nadal mit einem weiteren Triumph und dann 21 Siegen alleiniger Grand-Slam-Rekordgewinner werden. Bislang teilt er sich diesen Titel mit dem Schweizer Roger Federer, der in Melbourne fehlt.

Barthel scheitert als letzte Deutsche - auch Titelverteidigerin Kenin raus

Das Zweitrunden-Aus von Mona Barthel in Melbourne hat das schlechteste Abschneiden der deutschen Tennisspielerinnen bei einem Grand-Slam-Turnier seit fast elf Jahren besiegelt. Die 30-Jährige aus Neumünster verlor am Donnerstag bei den Australian Open gegen die an Position 25 gesetzte Tschechin Karolina Muchova klar mit 4:6, 1:6. Damit findet erstmals seit den French Open 2010 die dritte Runde eines Majors ohne Vertreterin des Deutschen Tennis Bundes (DTB) statt.

Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Laura Siegemund waren schon an ihren Auftakthürden gescheitert. Bei den Männern erreichte nur der Weltranglistensiebte Alexander Zverev die dritte Runde, er trifft am Freitag auf den Franzosen Adrian Mannarino. Insgesamt waren aus deutscher Sicht vier Frauen und fünf Männer ins Rennen gegangen.

"Es ist schade, dass ich in den wichtigen Situationen im ersten Satz vielleicht nicht mein bestes Tennis gespielt habe", sagte Barthel: "Aber es ist lange her, dass ich ein Match auf diesem Niveau gegen eine so gute Spielerin gespielt habe. Deswegen kann ich stolz auf mich sein, ich kann viel Positives aus dem Match ziehen."

In den vergangenen Jahren war Barthel immer wieder von Verletzungen und Krankheiten zurückgeworfen worden. Eine Fußblessur hatte sie ab Juli 2019 geplagt, erst Anfang dieses Jahres kehrte sie auf die Tour zurück. "Ich denke, es war ein gutes Turnier für mich", sagte Barthel.

Aber auch bei den Favoritinnen lief es alles andere als rund. Während die australische Weltranglistenerste Ashleigh Barty trotz einer Schwächephase am Ende der Partie ihre Landsfrau Daria Gavrilova 6:1, 7:6 (9:7) bezwang und in die dritte Runde einzog, ist Titelverteidigerin Sofia Kenin schon ausgeschieden. Die an Position vier gesetzte US-Amerikanerin verlor ihr Zweitrundenmatch gegen die Estin Kaia Kanepi in nur 64 Minuten überraschend deutlich 3:6, 2:6.

Aus deutscher Sicht gab es dennoch auch positive Nachrichten. So startete French-Open-Sieger Kevin Krawietz auch ohne seinen angestammten Doppelpartner Andreas Mies gut ins Turnier. Zusammen mit dem Karlsruher Yannick Hanfmann, der den am Knie verletzten Mies ersetzt, bezwang Krawietz am Donnerstag in der ersten Runde das indisch-slowakische Duo Divij Sharan/Igor Zelenay klar mit 6:1, 6:4.

"Natürlich ist es tricky am Anfang. Wenn man mit einem Partner so lange spielt, ist ein Automatismus drin und man muss nicht viel nachdenken", sagte Krawietz, der aber auch mit Hanfmann gut harmoniert: "Wir haben in München schon öfter zusammen trainiert und es hat Riesenspaß gemacht, heute auf dem Platz zu stehen." Mit Hanfmann hatte Krawietz 2018 bereits zwei Challenger-Turniere gewonnen.

Auch Siegemund zog an der Seite der Russin Wera Swonarewa, mit der sie im vergangenen Jahr die US Open gewonnen hatte, durch ein 6:2, 6:1 gegen die Australierinnen Kimberly Birrell und Jaimee Fourlis in die zweite Runde ein. Zudem wurde am Donnerstag bekannt, dass Siegemund und Krawietz gemeinsam im Mixed-Wettbewerb antreten.

+++++10. Februar 2021+++++

Alexander Zverev mit starkem Dreisatzsieg, Koepfer chancenlos

Mit Geduld und Nervenstärke hat Alexander Zverev dem Aufschlaghünen Maxime Cressy getrotzt und die dritte Runde der Australian Open erreicht. Der Halbfinalist des Vorjahres setzte sich am Mittwoch gegen den amerikanischen Qualifikanten mit 7:5, 6:4, 6:3 durch. Im ersten Duell überhaupt mit der Nummer 172 der Weltrangliste nutzte Zverev nach 2:04 Stunden seinen zweiten Matchball. Damit rettete der 23 Jahre alte Hamburger auch die Bilanz der deutschen Tennis-Herren. Nach dem Chancenlos-Auftritt von Dominik Koepfer gegen den Österreicher Dominic Thiem hat es Zverev als einziger der anfangs ohnehin nur fünf deutschen Herren in die dritte Runde geschafft.

Im Kampf um den Einzug in das Achtelfinale trifft der Weltranglisten-Siebte bei dem Grand-Slam-Turnier in Melbourne nun auf den Franzosen Adrian Mannarino. Im direkten Vergleich mit dem Linkshänder führt Zverev 5:0. Die bislang letzte Partie entschied Zverev im vergangenen Jahr beim Masters in Paris für sich. Koepfer war zuvor dem US-Open-Champion Thiem klar 4:6, 0:6, 2:6 unterlegen.

Für Zverev entwickelte sich das zweite Match der Night Session in der Rod-Laver-Arena zur erwartet verzwickten Angelegenheit. Die beiden 23 Jahre alten, beide 1,98 Meter großen Kontrahenten schlugen zunächst derart humor- und kompromisslos auf, dass die anwesenden Zuschauer nur mäßig unterhalten wurden. Beim Stand von 5:5 im ersten Satz bot sich Zverev die erste Breakchance des Matches. Nach 44 Minuten unterlief Cressy ironischerweise ein Doppelfehler zum 6:5. Drei Minuten später entschied Zverev Durchgang eins für sich.

Spektakulärere Ballwechsel präsentierten die Protagonisten dann im zweiten Satz beim Stand von 4:4. Von den ersten vier Breakbällen für Zverev wehrte Cressy drei mit einem Ass ab, einen davon beim zweiten Aufschlag. Zverev holte aus, bewegte sein Spielgerät entschlossen Richtung Bodenbelag, besann sich dann aber doch und verzichtete im letzten Moment auf eine Transformation seines Tennisschlägers. Bei seinem Erstrunden-Sieg gegen Marcos Giron hatte Zverev noch beim Verlust eines Aufschlagsspiels seinen Schläger zertrümmert.

Diesmal aber landete beim fünften Breakball ein Volley von Cressy im Aus, Zverev ging 5:4 in Führung und entschied wenig später auch Satz zwei für sich. „Die Sätze waren sehr eng, aber das passiert bei den Serve-and-Volley-Spielern“, analysierte der am Eurosport-Mikrofon aus Melbourne zugeschaltete Mischa Zverev, der mittlerweile auch Manager seines jüngeren Bruders ist. „Es ist extrem wichtig, dass er ruhig bleibt und auf seine Chancen wartet. Jetzt hoffe ich nur, dass er nicht nachlassen wird“, sagte Mischa Zverev - und sein zehn Jahre jüngerer Bruder schien ihn zu erhören und zog zum fünften Mal nacheinander in die dritte Runde der Australian Open ein.

Djokovic besteht erste schwere Prüfung in Melbourne

Titelverteidiger Novak Djokovic hat die erste schwere Prüfung bei den diesjährigen Australian Open gemeistert. Der Weltranglistenerste aus Serbien schlug in seinem kniffligen Zweitrundenduell in Melbourne den US-Amerikaner Frances Tiafoe nach hartem Kampf über 3:30 Stunden mit 6:3, 6:7 (3:7), 7:6 (7:2), 6:3.

"Das war ein schweres Match bei schwierigen Bedingungen", sagte Djokovic anschließend: "Es war sehr heiß auf dem Platz, und Frances hat so gut gespielt und alles gegeben."

Der erste Satz lief für den Favoriten noch wie geplant. Dann aber erhöhte Tiafoe die Intensität und setzte Djokovic mächtig zu. Im Tiebreak des zweiten Satzes spielte der Außenseiter groß auf und bejubelte jeden Punkt frenetisch - auch das Publikum in der Rod Laver Arena ging mit.

Djokovic, mit acht Titeln der Rekordchampion des Turniers, blieb aber in der Spur und bewies im dritten Satz starke Nerven. Das Match ging nun an die Substanz. Tiafoe überzog den Zeitrahmen zwischen den Ballwechseln mehrfach und verlor dadurch erste Aufschläge, der 23 Jahre alte Amerikaner fluchte laut und diskutierte mit dem Stuhlschiedsrichter.

Djokovic nutzte Tiafoes kleine Schwächen cool aus und machte den nächsten Schritt im Turnier. In diesem Jahr peilt er seinen insgesamt 18. Grand-Slam-Triumph an. Damit würde der 33-Jährige den Rückstand auf die Major-Rekordchampions Rafael Nadal (Spanien) und Roger Federer (Schweiz/beide 20) verkürzen.

Topfavoritinnen Serena Williams, Osaka und Halep weiter - Kvitova und Andreescu raus

Topfavoritin Serena Williams hat bei den Australian Open ohne große Mühe die dritte Runde erreicht. Die 39 Jahre alte Amerikanerin gewann am Mittwoch in Melbourne gegen die Serbin Nina Stojanovic mit 6:3, 6:0. Nach 69 Minuten nutzte Williams ihren ersten Matchball. Die langjährige Nummer eins strebt in Melbourne ihren 24. Grand-Slam-Titel an. Damit würde Williams mit der Australierin Margaret Court gleichziehen, die wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber Homosexualität und gleichgeschlechtlicher Ehe umstritten ist.

Auch die aktuelle US-Open-Gewinnerin Naomi Osaka, French-Open-Titelträgerin Iga Swiatek und die an Nummer zwei gesetzte Simona Halep bei den Australian Open die dritte Runde erreicht. Die 23 Jahre alte Japanerin Osaka gewann am Mittwoch in Melbourne gegen Caroline Garcia aus Frankreich 6:2, 6:3. Die polnische Tennisspielerin Swiatek setzte sich gegen Camila Giorgi aus Italien ebenso souverän mit 6:2, 6:4 durch. Halep, die 2018 die French Open und 2019 in Wimbledon gewann, hatte beim 4:6, 6:4, 7:5 gegen die Australierin Ajla Tomljanovic deutlich mehr Mühe.

In der dritten Runde bekommt Williams es nun mit der Russin Anastasia Potapowa zu tun. „Sie ist eine tolle Kämpferin, von daher war es heute nicht einfach“, sagte Williams nach ihrem Match gegen Stojanovic in der Rod Laver Arena.

Während Williams ihrer Favoritenrolle gerecht wurde, schieden mit Petra Kvitova und Bianca Andreescu zwei Top-Ten-Spielerinnen aus. Kvitova musste sich der Rumänin Sorana Cirstea mit 4:6, 6:1, 1:6 geschlagen geben, Andreescu verlor gegen Hsieh Su-Wei aus Taiwan mit 3:6, 2:6. Die 20 Jahre alte US-Open-Siegerin von 2019 hatte in Melbourne ihr Comeback nach langer Verletzungspause gegeben. Im vergangenen Jahr hatte die Weltranglisten-Neunte wegen Knieproblemen kein einziges Tennis-Match bestritten.

Wawrinka nach Fünfsatz-Krimi ausgeschieden

Der dreimalige Grand-Slam-Sieger Stan Wawrinka ist in der zweiten Runde der Australian Open gescheitert. Der 35 Jahre alte Schweizer musste sich nach einem Krimi dem Ungarn Marton Fucsovics mit 5:7, 1:6, 6:4, 6:2, 6:7 (9:11) geschlagen geben.

Wawrinka, der das Turnier in Melbourne 2014 gewonnen hat, kämpfte sich nach schlechtem Start bei heißem Wetter zurück in die Partie und erarbeitete sich im fünften Satz drei Matchbälle. Doch Fucsovics konnte allesamt abwehren und durfte nach 3:59 Stunden jubeln.

"Ich bin wirklich müde, es war ein langes Match", sagte Fucsovics: "Ich wusste, dass er zurückkommt, er ist ein physisch starker Spieler." Wawrinka war im vergangenen Jahr erst im Viertelfinale an Alexander Zverev gescheitert.

+++++9. Januar 2021+++++

Nur drei Deutsche in der zweiten Runde

Auch eineinhalb Stunden nach seinem überraschenden Erstrunden-Aus bei den Australian Open rang Jan-Lennard Struff noch nach Erklärungen. „Ich bin einfach mega-enttäuscht“, sagte der 30 Jahre alte Warsteiner. Die deutsche Nummer zwei war mit sehr großen Erwartungen in das erste Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison gestartet. Nach starken Leistungen beim ATP Cup wollte Struff auch bei den Australian Open weit kommen. Doch dann wurde er vom australischen Wildcard-Inhaber Christopher O'Connell jäh ausgebremst. 6:7 (2:7), 6:7 (5:7), 1:6 hieß es nach etwas mehr als zwei Stunden aus Sicht von Struff. Für den einzigen Sieg aus deutscher Sicht und einen klitzekleinen Lichtblick bei den Damen sorgte Mona Barthel.

Die 30-Jährige aus Neumünster setzte sich gegen die italienische Qualifikantin Elisabetta Cocciaretto nach verlorenem ersten Satz noch mit 3:6, 6:4, 6:4 durch und steht als einzige der anfangs vier deutschen Damen nach dem Scheitern von Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Laura Siegemund tags zuvor in der zweiten Runde. Nach 2:07 Stunden verwandelte Barthel ihren dritten Matchball. Sie trifft nun auf die an Nummer 25 gesetzte Karolina Muchova aus Tschechien.

„Ich hatte gehofft, den Schwung aus dem ATP Cup mitzunehmen“, sagte Struff. Doch auf Court sieben der Anlage im Melbourne Park konnte er nie an seine Darbietungen beim Mannschaftswettbewerb anknüpfen. Beim ATP Cup hatte er gegen den Kanadier Milos Raonic und den Serben Dusan Lajovic wichtige Punkte für Deutschland geholt und auch bei der knappen Dreisatz-Niederlage gegen den starken Russen Andrej Rubljow überzeugt. Zudem war auf den Sauerländer im Doppel wie oft Verlass.

Doch gegen O'Connell war von all dem plötzlich nichts mehr zu sehen. „Es war einfach eine Katastrophe heute“, räumte Struff konsterniert ein. Von Beginn an konnte er seine Chancen nicht nutzen. Und als ihn im Tiebreak des ersten Satzes auch noch sein bis dato guter Aufschlag kurzzeitig im Stich ließ, war der Satz auf einmal futsch.

Struff versuchte zwar, positiv zu bleiben und erspielte sich im zweiten Durchgang sogar einen Satzball. Doch als er diesen nicht verwandelte und wenig später erneut im Tiebreak verlor, übernahmen Frust und Hektik die Oberhand beim eigentlichen Favoriten.

„Ich konnte es einfach nicht glauben, weil ich beim ATP Cup so gut gespielt hatte“, sagte Struff ein wenig verzweifelt. „Ich habe heute gesucht und gesucht, aber einfach keinen Weg gefunden“, sagte die Nummer 37 der Welt. „Ich habe in der Vorbereitung sehr viel investiert. Deshalb tut es heute verdammt weh.“

Da wenig später auch Yannick Hanfmann verlor, sind aus deutscher Sicht bei den Herren nur noch Alexander Zverev und Dominik Koepfer dabei. Zverev trifft am Mittwoch im zweiten Match der Nightsession (ca. 11.00 Uhr MEZ/Eurosport) auf den amerikanischen Qualifikanten Maxime Cressy, Koepfer bekommt es zuvor mit Titelfavorit und US-Open-Champion Dominic Thiem aus Österreich zu tun.

Hanfmann hatte gegen den starken Russen Rubljow beim 3:6, 3:6, 4:6 keine Chance. Der 29 Jahre alte Karlsruher musste sich dem ATP-Cup-Champion nach 1:42 Stunden geschlagen geben. „Er hat ein Level, das ich nicht so oft im Training oder im Match bekomme. Es war eine gute Erfahrung, woran ich noch arbeiten muss“, sagte Hanfmann nach der Lehrstunde.

Wie Rubljow hatten auch dessen Landsmann Daniil Medwedew und der Weltranglisten-Zweite Rafael Nadal keine Mühen mit ihren ersten Gegnern. Medwedew besiegte den Kanadier Vasek Pospisil 6:2, 6:2, 6:4, Nadal bezwang den Serben Laslo Djere 6:3, 6:4, 6:1.

Barty demütigt Gegnerin - Asarenka nach Atemnot ausgeschieden - Kenin weiter

Die Weltranglistenerste Ashleigh Barty hat ihr Grand-Slam-Comeback für eine Machtdemonstration genutzt. Die 24-jährige Australierin erteilte der Montenegrinerin Danka Kovinic im Erstrundenduell der Australian Open beim 6:0, 6:0 in nur 44 Minuten die Höchststrafe. Insgesamt machte die Weltranglisten-88. nur zehn Punkte im gesamten Spiel.

Barty war erst in der Vorbereitung auf das erste Jahreshighlight auf die große Tennis-Bühne zurückgekehrt. Im Vorjahr hatte sie den Großteil der Saison aufgrund der Corona-Pandemie ausgelassen. Nun unterstrich Barty ihre Ambitionen, ihren Landsleuten den ersten Heimsieg bei den Australian Open seit 43 Jahren zu schenken.

Als erste Mitfavoritin schied hingegen Wiktoria Asarenka nach Atemproblemen aus. Im zweiten Satz musste sich die 31-Jährige aus Belarus, die 2012 und 2013 in Melbourne triumphiert hatte, minutenlang behandeln lassen und verlor schließlich 5:7, 4:6 gegen Jessica Pegula aus den USA.

Über ihre gesundheitlichen Probleme wollte Asarenka nach dem Match nicht sprechen. Sie hatte wie die ebenfalls ausgeschiedene Angelique Kerber in der Turnier-Vorbereitung aufgrund eines Corona-Infektionsfalls auf ihrem Flug 14 Tage in strikter Quarantäne verbracht. "Ich wusste nicht wirklich, wie ich mich danach vorbereiten sollte", sagte Asarenka: "Ich bin sehr enttäuscht."

Titelverteidigerin Sofia Kenin hatte zuvor die zweite Runde erreicht. Die 22 Jahre alte US-Amerikanerin setzte sich zum Auftakt gegen Lokalmatadorin Maddison Inglis mit 7:6, 6:4 durch.

Bis zu Asarenkas Niederlage hatten sich die Favoritinnen beim ersten Highlight des Jahres schadlos gehalten. Auch US-Open-Champion Naomi Osaka (Japan) und die 23-malige Majorsiegerin Serena Williams (USA) meisterten bereits wie die Weltranglistenzweite Simona Halep (Rumänien) ihre Auftakthürden.

Nadal und Medwedew folgen Djokovic in die nächste Runde

Grand-Slam-Rekordsieger Rafael Nadal hat nach hartnäckigen Rückenproblemen einen glatten Erstrundensieg bei den Australian Open gefeiert. Der 13-malige French-Open-Champion setzte sich am Dienstag gegen den Serben Laszlo Djere mit 6:3, 6:4, 6:1 in 1:52 Stunden durch und hat weiter Chancen auf seinen zweiten Triumph in Melbourne nach 2009.

"Es waren harte 15 Tage für mich mit meinen Rückenbeschwerden", sagte Nadal nach dem Match: "Ich gehe es Tag für Tag an. Heute bin ich froh, in der zweiten Runde zu stehen, natürlich war es keine ideale Vorbereitung für mich."

Weiter ist auch Daniil Medwedew. Er setzte sich gegen Vasek Pospisil (Kanada) mit 6:2, 6:2, 6:4 durch. Zuletzt hatte der 24-Jährige mit Russland den ATP Cup gewonnen. Der Grieche Stefanos Tsitsipas hatte beim 6:1, 6:2, 6:1 gegen den Franzosen Gilles Simon ebenfalls keine Probleme.

Nadal hatte seine Teilnahme an dem Wettbewerb noch aufgrund seiner Beschwerden abgesagt, nun setzte sich der 34 Jahre alte Mallorquiner in der Rod Laver Arena beim Duell mit Djere klar durch. "Ich denke nicht daran, nicht zu spielen", hatte Nadal noch am Sonntag gesagt.

Sein bislang letztes offizielles Match hatte Nadal im November im Halbfinale der ATP-Finals in London gegen den Russen Medwedew bestritten. In der vergangenen Woche besiegte er bei einem Showkampf in Adelaide Österreichs US-Open-Champion Dominic Thiem.

Bei den Australian Open will Nadal mit einem weiteren Triumph und dann 21 Siegen alleiniger Grand-Slam-Rekordgewinner werden. Bislang teilt er sich diesen Titel mit dem Schweizer Roger Federer, der in Melbourne fehlt.

+++++8. Februar 2021+++++

Zverev und Koepfer in Runde zwei - Damen enttäuschen

Angelique Kerber wollte nicht lange drumherum reden. „Wenn ich das alles vorher gewusst hätte, hätte ich es mir zwei Mal überlegt“, sagte die deutsche Nummer eins nach ihrer Erstrunden-Niederlage bei den Australian Open. Erst zwei Wochen in strikter Quarantäne, dann das frühe Aus - für die Melbourne-Siegerin von 2016 war Australien in diesem Jahr keine Reise wert. „Ich bin keine, die Ausreden sucht. Aber natürlich hat es einen Einfluss, wenn du zwei Wochen lang keine Bälle schlagen kannst“, sagte Kerber nach dem 0:6, 4:6 am Montag gegen die Amerikanerin Bernarda Pera.

Da in Andrea Petkovic (3:6, 6:3, 4:6 gegen die an Nummer 27 gesetzte Tunesierin Ons Jabeur) und Laura Siegemund (1:6, 1:6 gegen Serena Williams) zwei weitere deutsche Damen gleich zum Auftakt scheiterten, bleibt als einzige Deutsche in der Damen-Konkurrenz Mona Barthel übrig. Die Schleswig-Holsteinerin trifft in ihrer Erstrunden-Partie am Dienstag auf die Qualifikantin Elisabetta Cocciaretto aus Italien.

Besser lief es für die deutsche Nummer eins bei den Herren. „Ich bin froh, dass ich weitergekommen bin, der zweite Satz hätte auch anders laufen können. Und mit 0:2 Sätzen hätte ich nicht zurückliegen wollen“, sagte Alexander Zverev nach seinem 6:7 (8:10), 7:6 (7:5), 6:3, 6:2 gegen den Amerikaner Marcos Giron. Der 23 Jahre alte Hamburger lag in Durchgang eins und zwei jeweils schon mit einem Break vorne, musste dann aber doch in den Tiebreak.

„Am Anfang habe ich sicher nicht mein bestes Tennis gespielt, aber dann wurde es besser“, sagte Zverev, der beim Break zum 5:4 im zweiten Satz seinen Schläger wütend auf den Boden schlug und spieluntauglich machte. In der nächsten Runde bekommt es Zverev mit Maxime Cressy aus den USA zu tun.

Kerber dagegen blieb gegen Pera vor allem im ersten Durchgang alles schuldig. Die Vorstellung erinnerte an ihren lustlosen Auftritt bei den French Open in Paris Ende September. Auch damals war sie bereits in der ersten Runde gescheitert. Die 33-Jährige bewegte sich schlecht, leistete sich viele einfache Fehler und gab den ersten Satz nach nur 18 Minuten mit 0:6 ab. Mickrige acht Pünktchen machte sie im ersten Satz. „Bevor ich nach Australien geflogen bin, hatte ich eine gute Vorbereitung und einen guten Rhythmus. Nach der Quarantäne hat heute aber der Rhythmus gefehlt“, sagte Kerber.

Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin hatte nach ihrer Ankunft in Melbourne 14 Tage in strikter Quarantäne verbringen müssen, weil es auf ihrem Flug einen Corona-Fall gegeben hatte. Die ehemalige Nummer eins der Welt hatte ihr Hotelzimmer deshalb zwei Wochen lang nicht verlassen dürfen. Die Vorbereitung auf das erste Grand-Slam-Turnier der Saison war dadurch natürlich deutlich eingeschränkt.

Gegen Pera lag Kerber auch im zweiten Satz schnell mit 0:3 hinten, es drohte ein völliges Debakel. Doch dann entdeckte die frühere Nummer eins der Welt zumindest ihr Kämpferherz und biss sich in die Partie. Zum 1:3 gelang ihr der erste Spielgewinn, die Begegnung war nun endlich offen. Doch auch wenn Pera jetzt etwas nervös wurde und sich mehr Fehler leistete, reichte es für Kerber nicht mehr für die Wende. Nach lediglich 70 Minuten verwandelte die Nummer 66 der Welt ihren zweiten Matchball.

Siegemund kam gegen Serena Williams zu keiner Zeit für einen Sieg infrage. Zwar gelang der 32 Jahre alten Schwäbin ein schnelles Break zum 1:0, doch dann machte die Amerikanerin zehn Spiele in Serie. Auf dem Weg zu ihrem ersehnten 24. Grand-Slam-Titel war es für die 39 Jahre alte Ausnahmespielerin ein lockerer Aufgalopp. Petkovic zeigte dagegen eine gute Leistung und viel Kämpferherz. Allerdings konnte die 33 Jahre alte Darmstädterin ihre Chancen nicht nutzen und verlor daher unglücklich.

Shapovalov ringt Sinner nieder

Packende Nachtschicht und Ärger um eine verweigerte Pinkelpause: In einer mitreißenden Erstrundenpartie bei den Australian Open hat der kanadische Jungstar Denis Shapovalov (21) das italienische Riesentalent Jannik Sinner 3:6, 6:3, 6:2, 4:6, 6:4 niedergerungen. Um 0.49 Uhr in der Nacht zu Dienstag (Ortszeit) verwandelte der Weltranglistenzwölfte seinen zweiten Matchball - 3:55 Stunden lang hatten sich die Kontrahenten ein hochklassiges Duell mit zahlreichen Wendungen geliefert.

Für das späteste Matchende bei den Australian Open fehlte aber noch einiges. 2008 hatte Lokalmatador Lleyton Hewitt in der dritten Runde den Fünfsatz-Sieg gegen den Zyprer Marcos Baghdatis erst um 4.33 Uhr morgens perfekt gemacht. Es ist bis heute Rekord bei allen vier Grand-Slam-Turnieren.

Das Match zwischen Shapovalov und Sinner hatte aber noch mehr Kuriositäten zu bieten. So reagierte der Kanadier sehr verärgert, weil ihm der deutsche Stuhlschiedsrichter Nico Helwerth vor dem fünften Satz eine Toilettenpause verweigerte - Shapovalov hatte beide erlaubten Optionen bereits aufgebraucht. "Dann werde ich mir einfach in die Hose machen", schimpfte Shapovalov, "oder in eine Flasche pinkeln". Drei Spiele später durfte er dann doch austreten.

Für den aufstrebenden Sinner endete indes eine Siegesserie von zehn Matches. Der 19-jährige Südtiroler hatte in der Vorwoche bei einem Vorbereitungsturnier in Melbourne seinen zweiten Titel auf der ATP-Tour gewonnen, bereits am Ende der vergangenen Saison hatte er in Sofia triumphiert. Ein Doppelschlag als Teenager war zuletzt Rafael Nadal 2005 gelungen.

Koepfer fordert Thiem, Djokovic mühelos

Tennisprofi Dominik Koepfer hat sich in Melbourne das Zweitrundenduell mit US-Open-Champion Dominic Thiem erkämpft. Der 26 Jahre alte Schwarzwälder siegte in der ersten Runde der Australian Open glatt mit 7:5, 6:2, 6:4 gegen den Bolivianer Hugo Dellien. Kurz zuvor hatte der Weltranglistendritte Thiem nach kleineren Anlaufschwierigkeiten gegen den Kasachen Michail Kukuschkin mit 7:6 (7:2), 6:2, 6:3 gewonnen.

"Es ist natürlich eine schwere Aufgabe, gegen einen Grand-Slam-Champion zu spielen", sagte Koepfer: "Aber ich freue mich darauf, es ist eine weitere Herausforderung für mich. Ich werde versuchen, ihm das Leben schwer zu machen." Der Österreicher Thiem begründete seinen holprigen Start mit dem ungewohnt schnellen Belag: "Ich mag es, Zeit zu haben. Der schnelle Platz nimmt sie mir ein bisschen weg, also ist das nicht perfekt."

Thiem zählt zu den Titelkandidaten für das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres. Im Vorjahr stand er im Finale gegen Melbourne-Rekordchampion Novak Djokovic (Serbien), der sein Erstrundenduell gegen Jeremy Chardy (Frankreich) souverän 6:3, 6:1, 6:2 gewann. Auch Grand-Slam-Rekordchampion Rafael Nadal aus Spanien haben die Buchmacher wie gewohnt auf dem Zettel.

Keine Chance hatte hingegen Cedrik-Marcel Stebe (Vaihingen/Enz). Der 30-Jährige, der als Lucky Loser ins Hauptfeld nachgerückt war, verlor sein Erstrundenmatch gegen den kanadischen Jungstar Felix Auger-Aliassime (20) klar mit 2:6, 4:6, 2:6.

Osaka und Halep problemlos in Runde zwei

Die Favoritinnen bei den Australian Open haben einen souveränen Turnierauftakt hingelegt. US-Open-Siegerin Naomi Osaka (23) bezwang die Russin Anastasia Pawljutschenkowa in der ersten Runde in nur 68 Minuten Spielzeit mit 6:1, 6:2, die Weltranglistenzweite Simona Halep (Rumänien) benötigte für ihr 6:2, 6:1 gegen die Australierin Lizette Cabrera sogar nur 59 Minuten.

Osaka hatte das Turnier, das in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie drei Wochen später als geplant begann, 2019 gewonnen. Auch die 23-malige Major-Siegerin Serena Williams (USA) hatte beim 6:1, 6:1 gegen Laura Siegemund (Metzingen) keine Mühe. Die Weltranglistenerste Ashleigh Barty (Australien) und die zweimalige Turniersiegerin Wiktoria Asarenka (Belarus) greifen am Dienstag ins Geschehen ein.

Auch die French-Open-Siegerin Iga Swiatek löste ihre Aufgabe im Schnelldurchgang. Die 19 Jahre alte Polin schlug Arantxa Rus aus den Niederlanden mit 6:1, 6:3. Wenig später folgte ihr auch Bianca Andreescu, die US-Open-Siegerin von 2019. Die 20-jährige Kanadierin gewann ihr erstes Match nach langer Verletzungspause gegen die Rumänin Mihaela Buzarnescu 6:2, 4:6, 6:3.

Mitreißende Nachtschicht: Shapovalov ringt Sinner nieder

Packende Nachtschicht und Ärger um eine verweigerte Pinkelpause: In einer mitreißenden Erstrundenpartie bei den Australian Open hat der kanadische Jungstar Denis Shapovalov (21) das italienische Riesentalent Jannik Sinner 3:6, 6:3, 6:2, 4:6, 6:4 niedergerungen. Um 0.49 Uhr in der Nacht zu Dienstag (Ortszeit) verwandelte der Weltranglistenzwölfte seinen zweiten Matchball - 3:55 Stunden lang hatten sich die Kontrahenten ein hochklassiges Duell mit zahlreichen Wendungen geliefert.

Für das späteste Matchende bei den Australian Open fehlte aber noch einiges. 2008 hatte Lokalmatador Lleyton Hewitt in der dritten Runde den Fünfsatz-Sieg gegen den Zyprer Marcos Baghdatis erst um 4.33 Uhr morgens perfekt gemacht. Es ist bis heute Rekord bei allen vier Grand-Slam-Turnieren.

Das Match zwischen Shapovalov und Sinner hatte aber noch mehr Kuriositäten zu bieten. So reagierte der Kanadier sehr verärgert, weil ihm der deutsche Stuhlschiedsrichter Nico Helwerth vor dem fünften Satz eine Toilettenpause verweigerte - Shapovalov hatte beide erlaubten Optionen bereits aufgebraucht. "Dann werde ich mir einfach in die Hose machen", schimpfte Shapovalov, "oder in eine Flasche pinkeln". Drei Spiele später durfte er dann doch austreten.

Für den aufstrebenden Sinner endete indes eine Siegesserie von zehn Matches. Der 19-jährige Südtiroler hatte in der Vorwoche bei einem Vorbereitungsturnier in Melbourne seinen zweiten Titel auf der ATP-Tour gewonnen, bereits am Ende der vergangenen Saison hatte er in Sofia triumphiert. Ein Doppelschlag als Teenager war zuletzt Rafael Nadal 2005 gelungen.

+++++6. Februar 2021+++++

Italiens Youngster Sinner gewinnt Generalprobe für Australian Open

Der italienische Shootingstar Jannik Sinner hat eine erfolgreiche Generalprobe für die Australian Open gefeiert. Der 19-Jährige gewann am Sonntag im Finale der Great Ocean Road Open gegen seinen Landsmann Stefano Travaglia 7:6 (7:4), 6:4 und knüpfte damit an seine starken Leistungen aus dem Vorjahr an. Zum Ende der Tennis-Saison 2020 hatte Sinner bereits das ATP-Turnier in Sofia gewonnen und damit den ersten Titel seiner Karriere gefeiert. Bei den French Open des vergangenen Jahres hatte Sinner im Achtelfinale gegen Alexander Zverev gewonnen.

Bei den Murray River Open holte sich der Brite Daniel Evans den Titel. Der 30-Jährige bezwang im Finale Felix Auger-Aliassime aus Kanada mit 6:2, 6:3 und holte damit den ersten Turniersieg seiner Karriere. An diesem Montag beginnen im Melbourne Park die Australian Open.

Kerber bricht ein - Aus im Viertelfinale bei Vorbereitungsturnier

Angelique Kerber ist bei ihrem Vorbereitungsturnier auf die Australian Open in Melbourne im Viertelfinale ausgeschieden. Die ehemalige Nummer eins der Tennis-Welt unterlag am Samstag bei der Grampians Trophy gegen die Griechin Maria Sakkari mit 4:6, 2:6.

Die 33 Jahre alte Kielerin führte im ersten Satz bereits mit 4:1. Doch danach gewann Sakkari, in der Weltrangliste als Nummer 22 drei Plätze vor Kerber platziert, neun Spiele in Folge. Nach 73 Minuten setzte sich die 25-jährige Griechin durch.

„Ich bin gut angefangen, habe mich gut gefühlt. Es ist aber immer noch ein Unterschied zwischen Training und Match“, sagte Kerber. Dennoch zog die Melbourne-Siegerin von 2016 ein positives Fazit. „Das Ziel war es, vor den Australian Open einige Matches zu spielen. Das ist mir gelungen, und das ist gut, vor allem, nachdem ich zwei Wochen lang nur in meinem Hotelzimmer war“, sagte sie.

Kerber hatte zuletzt wie viele andere Profis zwei Wochen in strikter Quarantäne verbringen müssen, weil es auf ihrem Flug nach Australien einen positiven Corona-Fall gegeben hatte. Wegen eines positiv auf das Virus getesteten Hotelmitarbeiters waren zudem am Donnerstag alle Partien in Melbourne ausgefallen. Die Australian Open sollen wie geplant am Montag beginnen. Kerber, die das Grand-Slam-Turnier 2016 gewann, startet am Montag gegen Bernarda Pera aus den USA, die Nummer 63 der Weltrangliste.

+++++5. Februar 2021+++++

Siegemund gegen Serena Williams – lösbare Aufgaben für Zverev und Kerber

Die Auslosung der ersten Runde der Australian Open hat Laura Siegemund direkt eine Höchstschwierigkeit beschert. Die 32-Jährige aus Metzingen trifft auf die 23-malige Grand-Slam-Siegerin Serena Williams aus den USA. Die deutschen Spitzenspieler Alexander Zverev (23/Hamburg) und Angelique Kerber (33/Kiel) haben dagegen leichtere Aufgaben erwischt. Der Weltranglistensiebte Zverev trifft zunächst auf Williams' Landsmann Marcos Giron (27/ATP-73.), Kerber auf ihre Landsfrau Bernarda Pera (26/WTA-63.).

Ein kniffliges Los bekam zudem Yannick Hanfmann ab. Der 29-Jährige aus Karlsruhe trifft auf den an Position sieben gesetzten Russen Andrej Rublew, Cedrik-Marcel Stebe (Vaihingen/Enz) bekommt es mit der Nummer 20 des Turniers, Felix Auger-Aliassime zu tun. Auch Andrea Petkovic bekam eine gesetzte Spielerin ab, die 33-Jährige aus Darmstadt trifft auf die Tunesierin Ons Jabeur. Auf Dominik Koepfer könnte nach einem Erstrundensieg gegen den Bolivianer Hugo Dellien bereits ein Duell mit US-Open-Sieger Dominic Thiem (Österreich) warten.

+++++5. Februar 2021+++++

Kerber gewinnt bei Vorbereitungsturnier – negative Corona-Tests nach Massenquarantäne
Tennisprofi Angelique Kerber (33) zeigt sich weiter in guter Frühform vor den Australian Open. Die deutsche Nummer eins besiegte am Freitag die Tunesierin Ons Jabeur mit 6:4, 6:4 und trifft im Viertelfinale der "Grampians Trophy" in Melbourne nun auf die Griechin Marria Sakkari.

Derweil können die Spieler und Verantwortlichen der Australian Open insgesamt aufatmen. Nach dem Infektionsfall bei einem Mitarbeiter eines Quarantäne-Hotels sind die Tests der Tennisprofis allesamt negativ ausgefallen. Dies teilten die Organisatoren des am Montag beginnenden Grand-Slam-Turniers mit.

"Alle Tests, die gestern bei Quarantäne-Teilnehmern durchgeführt wurden, haben negative Ergebnisse gebracht," teilten die Verantwortlichen bei Twitter mit. 520 Tennisprofis, Offizielle und Mitarbeiter hatten sich aufgrund des Zwischenfalls isolieren und testen lassen müssen, der Spielbetrieb bei sechs Vorbereitungsturnieren war am Donnerstag in Melbourne ausgesetzt worden. Am Freitag fanden die Matches dann wieder statt.

+++++3. Februar 2021+++++

Corona-Alarm vor Australian Open - Becker glaubt nicht an Absage
Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker geht fest davon aus, dass die Australian Open ungeachtet der jüngsten Turbulenzen um den positiven Corona-Test eines Hotel-Mitarbeiters wie geplant am Montag beginnen. „Ich glaube, das wird gelöst werden“, sagte Becker am Donnerstag in einem Mediengespräch des TV-Senders Eurosport, für den er in den kommenden zwei Wochen von Deutschland aus wieder als Experte über das Turnier in Melbourne berichten wird. „Es ist eine außergewöhnliche Situation in einer außergewöhnlichen Zeit. Aber ich glaube, wir müssen uns keine Sorgen machen, dass es am Montag nicht losgeht.“

Wegen des positiv auf das Coronavirus getesteten Hotel-Mitarbeiters hatten sich mehr als 500 Spielerinnen und Spieler sowie Betreuer noch einmal für kurze Zeit in Quarantäne begeben und sich erneut einem Corona-Test unterziehen müssen. Bis zum späten Abend (Ortszeit) gab es keine Nachrichten über weitere positive Fälle. Der ATP Cup und die anderen Vorbereitungsturniere sollten am Freitag ganz normal fortgesetzt werden.

Sportlich rechnet Becker beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres mit einigen Überraschungen. „Das ist mit nichts vergleichbar, was ein Tennisspieler bislang erlebt hat“, sagte Becker zu den speziellen Bedingungen mit der 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft in Melbourne. In dieser Zeit durften die Profis ihre Hotelzimmer nur für fünf Stunden am Tag verlassen. Einige, wie auch Angelique Kerber, mussten komplett in ihren Zimmern bleiben, weil es auf ihren Flügen positive Corona-Fälle gegeben hatte. „Das ist das Gegenteil von einer optimalen Vorbereitung. Ich sehe viele Überraschungen in den ersten Wochen“, sagte der dreimalige Wimbledonsieger. Favorit bei den Herren bleibt für Becker Novak Djokovic.

+++++3. Februar 2021+++++

Alarm vor Australian Open - Bis zu 600 Personen in Quarantäne

Corona-Alarm vor den Australian Open: Nach einem Infektionsfall in einem Spielerhotel des Grand-Slam-Turniers in Melbourne mussten sich die betroffenen Teilnehmer, Offiziellen und Mitarbeiter kurzfristig in die häusliche Isolation begeben. Das gab der Premierminister des zuständigen Bundesstaates Victoria, Dan Andrews, am späten Mittwochabend Ortszeit bekannt. Insgesamt handelt es sich demnach um rund 500 bis 600 betroffene Personen.

Es handelt sich seinen Angaben zufolge um das Grand Hyatt Hotel, in dem auch Angelique Kerber ihre 14-tägige Quarantäne absolvierte. Ob sich die 33 Jahre alte deutsche Nummer eins erneut in die Isolation begeben musste, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Alexander Zverev und sein Bruder Mischa gehörten offenbar nicht dazu. Sie hätten davon nur aus den Medien erfahren, sie seien nicht betroffen, teilte ihr Medienberater dem SID auf Anfrage mit.

"Sie werden bis zu einem negativen Test isoliert, diese Arbeit wird morgen erledigt sein", sagte Andrews auf einer Pressekonferenz. Die nötigen Maßnahmen könnten Auswirkungen auf die laufenden sechs Vorbereitungsturniere in Melbourne haben. "Zu diesem Zeitpunkt" gebe es aber keine Folgen für die Australian Open, die am kommenden Montag beginnen sollen. Andrews bekräftigte daher: "Sie werden stattfinden."

Keine Spiele wird es dagegen am Donnerstag bei den sechs Turnieren der ATP und der WTA im Melbourne Park geben. Betroffen ist auch das deutsche Team um Alexander Zverev, der gemeinsam mit Jan-Lennard-Struff und Kevin Krawietz das entscheidende Gruppenspiel im ATP Cup gegen Titelverteidiger Serbien um den Weltranglistenersten Novak Djokovic austragen sollte.

Laut Dan Andrews soll sich ein Mitarbeiter in dem Hotel mit dem Coronavirus infiziert haben. Es handelt sich dabei angeblich um einen 26 Jahre alten Mann, bei dem offenbar die aggressive britische Mutation des Virus festgestellt worden war. In mehreren Hotels in Melbourne waren insgesamt rund 1000 Personen aus dem Tennis-Umfeld untergebracht worden. Sie hatten sich dort in eine 14-tägige, teils strikte Quarantäne begeben.

Unter anderem Kerber sowie mehr als 70 weitere Profis durften nach Infektionsfällen auf den Flügen nach Melbourne trotz negativer Tests nicht auf dem Platz trainieren, Alexander Zverev und weitere deutsche Profis konnten ihr Hotelzimmer immerhin für fünf Stunden am Tag begleitet verlassen.

"Die Veranstalter vor Ort versuchen, alles so gut wie möglich für uns hinzubekommen", sagte Kerber dem SID: "Es ist eine organisatorische Herkulesaufgabe mit ständig neuen Herausforderungen." Die Regierung habe sehr harte Quarantäneregeln, "die wir alle befolgen müssen, und das hat auch seine Berechtigung".

Australien hat es bislang geschafft, die Corona-Fallzahlen vergleichsweise sehr niedrig zu halten. Bislang wurden insgesamt erst knapp 29.000 Coronafälle sowie weniger als 1000 Tote registriert. Die Erfolge im Kampf gegen die Pandemie sollen sich fortsetzen, entsprechend hart greift das Land durch. So sind auch die Auflagen für die Australian Open streng. Die Veranstalter des Turniers wollen sich nun am Donnerstagmorgen (Ortszeit) zu möglichen Folgen der neuesten Entwicklung äußern.

+++++3. Februar 2021+++++

Andreas Mies fällt bei Australian Open aus - neuer Partner für Kevin Krawietz

Das Erfolgsdoppel Kevin Krawietz/Andreas Mies kann bei den Australian Open nicht gemeinsam an den Start gehen. Der 30 Jahre alte Kölner Mies muss aufgrund von Knieproblemen passen. Die "extrem bittere" Nachricht bestätigte Mies dem SID per Videobotschaft am Mittwoch. Krawietz (Coburg) wird mit Yannick Hanfmann in der Doppelkonkurrenz (Karlsruhe) an den Start gehen.

Eigentlich hatte Mies auch im ATP Cup für die deutsche Mannschaft auflaufen sollen, konnte beim 2:1-Erfolg gegen Kanada am frühen Mittwochmorgen aber schon nicht mehr mitwirken. "Ich habe nach dem Spiel nochmal einen Kniespezialisten gesehen und ihm meine MRT-Bilder gezeigt", sagte Mies per Video: "Er hat mir auch nochmal geraten, vorerst hier nicht weiterzuspielen und auch bei den Australian Open rauszuziehen."

Er werde diese Woche bei der deutschen Mannschaft bleiben und sie unterstützen. Dann werde er nach Hause fliegen und mit Spezialisten besprechen, ob eine Operation vonnöten ist. Mies, der mit Krawietz im vergangenen Jahr zum zweiten Mal die French Open gewann, hat die Probleme seit einigen Monaten.

+++++31. Januar 2021+++++

30.000 Zuschauer pro Tag dürfen zu den Australian Open

Trotz Corona-Pandemie sollen bis zu 30.000 Menschen pro Tag der Tenniselite bei den am 8. Februar beginnenden Australian Open zusehen dürfen. Das kündigte der Sportminister des Bundesstaats Victoria, Martin Pakula, am Samstag auf Twitter an. „Es wird die bedeutendste internationale Veranstaltung mit Menschenmassen sein, die die Welt seit vielen, vielen Monaten gesehen hat“, fügte er in einem Fernsehstatement hinzu. Der erste Grand Slam des Jahres beginnt wegen der Pandemie drei Wochen später als üblich. Mit dabei sind auch die Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic und Ashleigh Barty sowie die Deutschen Alexander Zverev und Angelique Kerber.

Für die ersten acht Tage des Turniers solle die Kapazität im Melbourne Park auf 30.000 Zuschauer pro Tag und Nacht gedeckelt werden, in den letzten sechs Tagen solle die Zahl auf 25 000 Besucher pro Tag sinken, sagte Pakula. „Das bedeutet, dass wir in der Rod Laver Arena, wenn wir uns dem Ende des Turniers nähern, eine unglaubliche Atmosphäre haben werden, die sich nicht so sehr von der Atmosphäre unterscheiden wird, die wir bei allen Opens in den vergangenen Jahren erlebt haben“, sagte der Minister. Insgesamt würden so rund 390.000 Menschen erwartet. Das seien etwa 50 Prozent des Durchschnitts verglichen mit den letzten drei Jahren, sagte er.

Derzeit gibt es in Victoria 23 mit dem Coronavirus infizierte Menschen, die sich in Quarantäne befinden. In den vergangenen 24 Stunden kam nur ein neuer Fall hinzu. Australien ist bisher vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen. In dem Land mit rund 25 Millionen Einwohnern wurden laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität bislang rund 28.800 Ansteckungen und 909 Todesfälle registriert. Vor Weihnachten hatte es während rund sieben Wochen überhaupt keine nachgewiesenen Neuinfektionen gegeben.

Für alle Tennisprofis und deren Betreuer gelten daher strenge Quarantäne-Regeln, damit am 8. Februar die Australian Open als erstes Grand-Slam-Turnier des Jahres vor Zuschauern beginnen können.

+++++29. Januar 2021+++++

Tausende Zuschauer beim Show-Turnier in Adelaide

Es sind ungewohnte Bilder wie aus vergessen geglaubten Zeiten: Vor knapp 4000 Zuschauern in einem fast voll besetzten Tennis-Stadion haben am Freitag Novak Djokovic, Rafael Nadal, Serena Williams und andere Top-Stars der Branche ein Einladungsturnier bestritten. Nach zweiwöchiger Quarantäne nach ihrer Einreise nach Australien traten die besten Profis der Weltrangliste beim sogenannten Day at the Drive in Adelaide an.

„Danke an alle, dass wir hier sein können. Wir haben seit einem Jahr nicht vor Zuschauern gespielt, das war eine lange Zeit, daher ist das wirklich cool“, sagte die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin Williams nach ihrem Erfolg bei dem Show-Turnier gegen die US-Open-Gewinnerin Naomi Osaka aus Japan. Williams dankte den australischen Behörden „für das Vertrauen. Wir sind so froh, hier zu sein, es hat sich gelohnt“, sagte die 39 Jahre alte US-Amerikanerin.

Australien ist bisher vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen. In dem Land mit rund 25 Millionen Einwohnern wurden laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität von Anfang dieser Woche 28 777 Ansteckungen und 909 Todesfälle registriert. Vor Weihnachten hatte es während rund sieben Wochen überhaupt keine nachgewiesenen Neuinfektionen gegeben.

Für alle Tennisprofis und deren Betreuer gelten daher strenge Quarantäne-Regeln, damit am 8. Februar die Australian Open als erstes Grand-Slam-Turnier des Jahres vor Zuschauern beginnen können.

+++++24. Januar 2021+++++

Weiteres Tennis-Turnier für Quarantäne-Profis

Im Vorfeld der Australian Open wird es ein weiteres Tennis-Turnier ausschließlich für Spielerinnen geben, die derzeit wegen der strikten Quarantäne-Regeln nicht trainieren können. Das teilten die Veranstalter des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison am Sonntag mit. Damit finden vor den Australian Open nun drei Turniere bei den Damen und zwei Turniere sowie der ATP Cup bei den Herren statt. Die Australian Open sollen dann am 8. Februar in Melbourne beginnen.

Weil es auf einigen Charterflügen nach Australien positive Fälle auf das Coronavirus gegeben hatte, befinden sich aktuell 72 Profis und Betreuer noch bis Ende Januar in Quarantäne und dürfen ihre Hotelzimmer nicht verlassen. Dazu zählt auch Angelique Kerber, die 2016 in Melbourne ihren ersten von bislang drei Grand-Slam-Titeln holte. Die übrigen Spielerinnen und Spieler dürfen für fünf Stunden am Tag trainieren.

Durch den neuen Turnierplan vor den Australian Open verschiebt sich auch der Start des ATP Cups der Herren um einen Tag auf den 2. Februar. Das deutsche Team um Alexander Zverev trifft dabei auf Titelverteidiger Serbien mit dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic und Kanada. Alle sechs Veranstaltungen finden im Melbourne Park statt.

+++++22. Januar 2021+++++

Murray muss Teilnahme nach Corona-Infektion absagen

Der frühere Tennis-Weltranglisten-Erste Andy Murray aus Schottland hat seine Teilnahme an den Australian Open abgesagt. Vor einer Woche hatte der 33-Jährige bekanntgegeben, dass er positiv auf Corona getestet worden war. Deshalb konnte er nicht mit einer der Charter-Maschinen nach Australien fliegen und sich dort in die vorgeschriebene 14-tägige Quarantäne begeben. Er sei „am Boden zerstört und enttäuscht“, dass er nicht bei den Australian Open starten könne, sagte Murray am Freitag, aber es sei nicht möglich gewesen, die Quarantäne-Regelungen noch einzuhalten. Das erste Grand-Slam-Turnier der neuen Saison soll am 8. Februar beginnen.

Der fünfmalige Australian-Open-Finalist (2010, 2011, 2013, 2015 und 2016), der seine Karriere 2019 in Melbourne eigentlich schon für beendet erklärt hatte, hatte für dieses Jahr eine Wildcard erhalten.

Becker sieht klare Nachteile für Profis in strikter Quarantäne

Boris Becker hat die unterschiedlichen Bedingungen für die Tennisspielerinnen und -Spieler bei den Australian Open kritisiert. Insgesamt befinden sich nach Angaben der Veranstalter 72 Profis und Mitglieder des Betreuerstabes 14 Tage in Quarantäne. Sie dürfen ihre Hotelzimmer nicht verlassen. Grund dafür waren Corona-Fälle auf einigen Charterflügen nach Melbourne. Nicht betroffene Spielerinnen und Spieler dürfen für fünf Stunden am Tag zum Trainieren raus.

„Wenn sie aus der Quarantäne rauskommen, waren sie nicht einmal an der frischen Luft, haben kein Tennis gespielt“, sagte Becker in „Das Gelbe vom Ball - der Eurosport Tennis-Podcast“: „Egal, wieviele Schritte sie im Zimmer gemacht haben, sie haben keinen Ball gespielt und haben dann eine Woche Zeit, sich bei den heißen Bedingungen auf Best-of-Five-Matches, zumindest bei den Männern, vorzubereiten. Diese Aufgabe geht eigentlich nicht.“

Die ganze Wintervorbereitung sei für die Katz, meinte Becker. Der 53-Jährige ergänzte: „Die Frage, ob das faire Bedingungen für alle sind, muss man sich schon stellen. Als Veranstalter muss man sich fragen: Ist das richtig, ist das zumutbar?“

US-Open-Sieger Dominic Thiem sprach auch von einem „schweren Wettbewerbsnachteil“ für die betroffenen Profis. „Das ist für die unfassbar unglücklich gelaufen, das tut mir auch sehr leid für diejenigen. Aber es hat natürlich auch jeder gewusst, auf was er sich einlässt“, sagte der 27 Jahre alte Österreicher in dem Podcast von Eurosport. Eine Absage des Turniers, das am 8. Februar beginnen soll, wäre aus Thiems Sicht allen anderen gegenüber unfair, die die weite Reise gemacht hätten.

+++++21. Januar 2021+++++

Spanierin Badosa positiv auf Corona getestet

Die spanische Tennisspielerin Paula Badosa ist während ihrer Quarantäne in Melbourne positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie sei in ein anderes Hotel verlegt worden und werde dort medizinisch betreut, teilte die 23-Jährige am Donnerstag auf Twitter mit. „Ich fühle mich unwohl und weise Symptome auf“, schrieb die Nummer 67 der Welt. „Aber ich hoffe, so schnell wie möglich wieder fit zu sein.“

Badosa ist die erste Spielerin, die nach ihrer Ankunft in Australien einen positiven Corona-Test öffentlich gemacht hat. Laut den Behörden im Bundesstaat Victoria sollen bis zu vier Profis mit dem Virus infiziert sein. Die Veranstalter der am 8. Februar beginnenden Australian Open hatten das dementiert.

Da es auf einigen der Charterflüge nach Australien positive Fälle gab, befinden sich aktuell mehr als 70 Profis sowie Betreuer für 14 Tage in strikter Quarantäne und dürfen ihre Zimmer nicht verlassen. Zu ihnen gehört auch Angelique Kerber. Die übrigen Spielerinnen und Spieler dürfen zumindest für fünf Stunden am Tag ihre Hotelzimmer zum Training verlassen.

+++++20. Januar 2021+++++

Kerber schuftet im Hotel - und träumt vom Strand

Angelique Kerber träumt in der Quarantäne vom Strand von St. Kilda. Vom Blick aufs Meer, von unbeschwerten Momenten. "Da gibt es superschöne Restaurants", sagte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin im SID-Interview: "Das wird wohl unser erster Ausflug, wenn ich hier rauskomme."

Kerber steckt in Melbourne, der Stadt, die ihr so viel bedeutet, seit ihrer Ankunft am 15. Januar im Hotelzimmer fest. Sie musste nicht nur ihren 33. Geburtstag am Montag dort verbringen - sie darf insgesamt 14 Tage lang nicht raus, nicht auf den Tennisplatz, nicht angemessen für die Australian Open (ab 8. Februar) trainieren. Die Vorbereitung ist erstmal dahin.

"Ich habe die letzten zwei Monate so hart trainiert, wie schon lange nicht mehr. Es war eine der besten Vorbereitungen der letzten Jahre, in der ich mit viel Herzblut und Schweiß an meine Grenzen gegangen bin", sagte sie: "Jetzt muss ich aber realistisch sein und mir eingestehen, dass ich nach zwei Wochen Quarantäne im Hotelzimmer nicht viel vom Saisonstart erwarten kann."

Kerber gehört zu den mehr als 70 Spielerinnen und Spielern, denen aufgrund von Infektionsfällen auf den Flügen gen Australien die täglichen Trainingszeiten auf dem Gelände des Grand-Slam-Turniers gestrichen wurden. Sie weiß die Situation für sich einzuordnen und betont, dass momentan "viel wichtigere Dinge auf der Welt" geschehen: "Millionen von Menschen kämpfen täglich mit den Folgen der Pandemie, und hier steht der Sport ganz klar an zweiter Stelle."

Dennoch ist ihre aktuelle Situation knifflig, ein schmerzlicher Rückschlag, den sie erstmal wegstecken muss. Die Fitness leidet, auch das Gefühl für die Schläge - "jetzt verliert man von allem etwas", sagte Kerber und betonte: "Ich versuche natürlich mit den gegebenen Möglichkeiten, alles soweit es geht aufrechtzuerhalten, auch wenn es eigentlich nicht möglich ist."

Die Turniersiegerin von 2016 schuftet so gut es geht auf ihrem Zimmer mit Laufband, Medizinball und Hanteln. Trainer Torben Beltz und ihr Physio können sie immerhin dabei unterstützen. "Nach der Quarantäne werde ich sehen, wie ich mich fühle und was sich bis zum Start der Australian Open noch aufholen lässt", sagte Kerber: "Es wird spannend, das ist alles bei mir momentan eine Wundertüte."

Das gilt auch für das gesamte Turnier, die Veranstalter müssen nicht nur laut Kerber eine "Herkulesaufgabe" im strengen, aber wenig von Corona betroffenen Australien bewältigen. Am Mittwoch erhöhte sich die Zahl der unmittelbar am Turnierverlauf beteiligten und positiv getesteten Personen auf zehn.

Lisa Neville, Polizeiministerin des australischen Bundesstaates Victoria, bestätigte die Nachricht zweier positiv getesteter Spieler, die sich wie Kerber bereits zuvor in strenger Quarantäne befunden hatten. Die Kielerin ist aber nicht betroffen und fiebert der Aussicht auf weitgehend normale Tage in Melbourne nach dem Ende der Isolation entgegen. Bei den Australian Open werden sogar Zuschauer erwartet.

Kerber, die noch für ein Vorbereitungsturnier Ende Januar gemeldet hat, versucht, bis dahin positiv zu bleiben und sich kleine Ziele für die immer gleichen Tage im Hotel zu setzen. Ansonsten lenkt sie sich mit Serien ab, liest oder telefoniert mit Freunden. Und manchmal schweifen die Gedanken gen St. Kilda, dem Stadtstrand der Metropole Melbourne.

+++++19. Januar 2021+++++

Turnierboss Tiley dementiert positive Corona-Tests bei Tennis-Profis

Turnierdirektor Craig Tiley hat dementiert, dass auch Tennisprofis unter den Personen sind, die vor den Australian Open positiv auf Corona getestet wurden. „Nein“, antwortete Tiley am Dienstag bei einer Pressekonferenz auf eine entsprechende Frage. „Unter den sechs Fällen aus dem Australian-Open-Kontingent plus dem einen, der ein Flugbegleiter war, sind keine Spieler“, sagte Tiley. „Sie gehören zum Begleittross der Profis.“

Zuvor hatte der Gesundheitsminister des Bundesstaates Victoria, Brett Sutton, in einem Statement mitgeteilt, unter den drei neuen den Australian Open zugeordneten positiven Fällen seien auch zwei Profis. Das Trio - eine Frau in den Zwanzigern und zwei Männer in den Dreißigern - befinde sich in Hotel-Quarantäne, hieß es in der Mitteilung.

Zugleich gab es Diskussionen darüber, bei einem Teil der 71 Tennisprofis und Begleiter, die sich für 14 Tage in Quarantäne begeben haben, könnten die Quarantäne-Bedingungen gelockert werden, da es bei einigen auf den Charterflügen positiv getesteten Personen neue Einstufungen der Gesundheitsbehörden gegeben habe. Sutton wollte das am Dienstag aber nicht bestätigen. Aktuell gebe es keine Pläne, die Regeln zu lockern. Zu den 71 Personen, die für zwei Wochen ihr Hotelzimmer nicht verlassen dürfen, gehört auch die deutsche Nummer eins Angelique Kerber.

+++++17. Januar 2021+++++

Fünfter Corona-Fall - mittlerweile 72 Tennisprofis in Quarantäne

Obwohl 72 Tennisprofis in Corona-Quarantäne sitzen, denken die Organisatoren der Australian Open in Melbourne nicht an eine Verschiebung. Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres werde wie geplant ab dem 8. Februar über die Bühne gehen, sagte Turnierdirektor Craig Tiley dem TV-Sender Channel Nine.

Auch die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber (Kiel) gehört zu der Gruppe von 72 Profis, die von den Behörden nach der Einreise in strikte Quarantäne geschickt wurde. Die Spielerinnen und Spieler dürfen ihre Hotelzimmer nicht verlassen, also auch nicht trainieren.

Nach den Flügen aus Abu Dhabi mit Kerber und aus Los Angeles teilten die Organisatoren am Sonntag mit, dass auch ein Flug aus Doha betroffen ist. Damit sind inzwischen insgesamt fünf Personen positiv getestet worden. Unter den Infektionsfällen sind keine Tennisprofis, namentlich bekannt ist Sylvain Bruneau, Coach der früheren US-Open-Siegerin Bianca Andreescu (Kanada).

"Wir wussten immer, dass es in der Pandemie ein gewisses Risiko gibt", sagte Tiley: "Aber die Australian Open werden gespielt, und wir werden alles dafür tun, den Profis akzeptable Umstände zu schaffen." Probleme werde es allerdings wohl mit den geplanten Vorbereitungsturnieren geben.

Erste Profis haben offenbar bereits gegen die lokalen Quarantäne-Regeln verstoßen, weil sie ihre Zimmertür unter anderem geöffnet hatten, um sich mit anderen Spielern auf ihrem Hotelflur zu unterhalten. Nach Behördenangaben drohen Geldstrafen in Höhe von bis zu 20.000 Australischen Dollar (rund 12.700 Euro). Wer wiederholt die Vorschriften missachte, könne demnach in ein anderes Hotel mit Polizisten vor den Zimmertüren geschickt werden.

+++++16. Janauar 2021+++++

Schock für Kerber - 47 Profis von strikter Hotel-Quarantäne betroffen

Drei positive Coronatests bei der Anreise zu den Australian Open haben die Vorbereitung auf das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres schwer gestört. Wie die Veranstalter am Samstag mitteilten, befinden sich insgesamt 47 Tennisprofis in strikter Quarantäne und dürfen damit 14 Tage ihr Hotelzimmer nicht verlassen. Ursprünglich war geplant, dass die Sportler während dieser Zeit für maximal fünf Stunden am Tag trainieren dürfen, um sich auf den Start in Melbourne (ab 8. Februar) vorzubereiten.

Die Namen der unter Quarantäne stehenden Spieler nannten die Organisatoren nicht. Daher war zunächst auch offen, ob deutsche Profis zur Gruppe der isolierten Sportler gehören. Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber war am Freitag aus Abu Dhabi in Melbourne angekommen. Laura Siegemund bestätigte dem SID am Samstagmittag, dass sie bisher nicht betroffen ist.

Betroffen waren bei der Anreise nach Angaben der Organisatoren zwei Charterflüge. Auf einem Flug aus den USA wurden zwei Personen bei Ankunft positiv getestet. Bei den Betroffenen handele es sich um ein Mitglied der Besatzung sowie "einen Passagier, der kein Spieler ist". Beide hätten im Vorfeld des Fluges einen negativen Test abgegeben, insgesamt befanden sich 79 Personen, darunter 24 Spieler an Bord.

"Wir kommunizieren mit jedem auf diesem Flug. Insbesondere der Gruppe von Spielern, um ihre Bedürfnisse so gut wie möglich zu berücksichtigen", sagte Turnierdirektor Craig Tiley. Die zweite betroffene Maschine startete aus Abu Dhabi und hatte insgesamt 23 Spieler an Bord, der positive Test soll auch hier keinen Athleten betreffen.

Der Aufwand der australischen Organisatoren ist enorm, um das Turnier inmitten der Pandemie über die Bühne zu bringen. Spieler und Begleitpersonen werden derzeit mit insgesamt 18 Chartermaschinen eingeflogen. Über 25 Millionen Euro soll das strenge Bubble-Konzept kosten.

+++++15. Januar 2020+++++

Britin Jones qualifiziert sich für Australian Open - trotz Handicap

Die Australian Open haben noch gar nicht angefangen und haben doch schon ihre erste kleine Sensation: Die Britin Francesca Jones hat trotz eines seltenen genetischen Defekts die Qualifikation überstanden und sich einen Platz im Hauptfeld des ersten Grand Slams des Jahres gesichert. Wegen des EEC-Syndroms hat sie nur acht Finger und sieben Zehen.

Lesen Sie hier mehr über Francesca Jones’ Geschichte.

+++++14. Januar 2021+++++

Britischer Tennisprofi Andy Murray positiv auf Corona getestet

Wegen eines positiven Corona-Tests muss der frühere Tennis-Weltranglisten-Erste Andy Murray aus Schottland um seine Teilnahme an den Australian Open bangen. „Andy Murray hat uns mitgeteilt, dass er positiv auf Covid-19 getestet worden ist und sich daheim isoliert hat“, teilten die Veranstalter des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison am Donnerstag mit. Zuvor hatten mehrere britische Medien darüber berichtet.

Durch den positiven Test kann der 33-Jährige nicht mit einer der von den Organisatoren bereitgestellten Charter-Maschinen nach Australien reisen und sich dort wie alle Spielerinnen und Spieler für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Ob der fünfmalige Melbourne-Finalist zu einem späteren Zeitpunkt und nach einem dann negativ ausgefallenen Test nachreisen kann, ließen die Organisatoren offen.

Murray, der seine Karriere 2019 in Melbourne eigentlich schon für beendet erklärt hatte, hatte für die diesjährige Veranstaltung eine Wildcard erhalten. Die Australian Open sollen am 8. Februar beginnen.

Auch die Amerikanerin Madison Keys informierte am Donnerstag über einen positiven Corona-Test. Sie habe sich in häusliche Isolation begeben und werde alle erforderlichen gesundheitlichen Maßnahmen ergreifen, schrieb die US-Open-Finalistin von 2017 bei Twitter.

+++++14. Januar 2021+++++

US-Profi Sandgren darf trotz positivem Corona-Test zu den Australian Open

Die Anreise des amerikanischen Tennisspielers Tennys Sandgren nach Australien trotz eines positiven Corona-Tests hat erste Zweifel am Sicherheitskonzept der Australian Open geschürt. Eigentlich dürfen Profis nicht eine der von den Organisatoren bereitgestellten Chartermaschinen besteigen, wenn sie zuvor nicht einen negativen Test vorweisen können. Bei Sandgren (29) machten die Veranstalter nun eine Ausnahme. Die Begründung: Der Amerikaner sei bereits im November positiv getestet worden, es bestehe daher nun trotz des weiteren positiven Tests keine Ansteckungsgefahr.

„Meine beiden Tests liegen acht Wochen auseinander. Ich war im November krank, jetzt bin ich total gesund“, erklärte Sandgren vor dem Abflug in Los Angeles. „Es gibt keinen einzigen Fall, der zeigt, dass ich jetzt ansteckend sein könnte.“ Sandgren hatte im vergangenen Jahr in Melbourne das Viertelfinale erreicht.

Die in der Regierung des Bundesstaates Victoria für Katastrophen zuständige Ministerin, Lisa Neville, verteidigte das Vorgehen der Veranstalter. Der Fall sei von Medizinern genau geprüft worden. Es bleibe dabei: „Niemandem, der zum ersten Mal positiv auf Covid getestet wird - oder noch ansteckend sein kann - wird erlaubt werden, für die Australian Open einzureisen“, sagte Neville.

Die Australian Open sollen am 8. Februar beginnen. In diesen Tagen reisen die Tennisprofis aus der ganzen Welt nach Australien, wo sie sich wegen der strengen Einreisebestimmungen zunächst für zwei Wochen in Quarantäne begeben müssen. Während dieser Zeit dürfen sie das Hotel nur für fünf Stunden zum Training verlassen.oronavirus getestet worden.

(dpa/sid/RP)