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Australian Open 2020: Novak Djokovic besiegt Dominic Thiem und gewinnt zum achten Mal die Australian Open

Fünf-Satz-Erfolg gegen Thiem : Djokovic gewinnt zum achten Mal die Australian Open

Novak Djokovic hat zum achten Mal die Australian Open gewonnen. Im Finale rang der Serbe Dominic Thiem in fünf Sätzen nieder. In unserem Telegramm verpassen Sie nichts.

Novak Djokovic hat seine imposante Siegesserie bei den Australian Open mit viel Mühe erneut ausgebaut und thront nun auch wieder über der Tennis-Welt. Mit einem phasenweise wackeligen und am Ende doch erfolgreichen Auftritt im Endspiel gegen den österreichischen Zverev-Bezwinger Dominic Thiem kürte sich der 32-Jährige am Sonntag zum achten Mal zum Sieger von Melbourne. 6:4, 4:6, 2:6, 6:3, 6:4 lautete in einem spannenden Schlussakt des Grand-Slam-Turniers das Ergebnis für den Rekordchampion und Titelverteidiger. Djokovic wird am Montag damit wieder Platz eins der Weltrangliste übernehmen.

Der Serbe wankte, wirkte zwischenzeitlich körperlich und mental angeschlagen und stemmte sich in fünf Sätzen dann doch noch erfolgreich gegen den österreichischen Herausforderer, der im Halbfinale den Hamburger Alexander Zverev gestoppt hatte. Nach einer Schwächephase und einem 1:2-Satzrückstand kam Djokovic zurück und löst den spanischen Rivalen Rafael Nadal wieder als Nummer eins ab.

Djokovic hat damit als erster bei den Herren in drei Jahrzehnten Grand-Slam-Titel gewonnen. Für den insgesamt 17. Erfolg bei einem der vier wichtigsten Turniere verdiente er umgerechnet rund 2,5 Millionen Euro und rückte wieder näher an Rekord-Grand-Slam-Turniersieger Roger Federer aus der Schweiz (20) und Nadal (19) heran.

Dabei hatte es nach drei Sätzen so ausgesehen, als könnte Thiem in seinem dritten Grand-Slam-Finale die Phalanx der drei Topstars durchbrechen. Drei Jahre dauert die Titelserie der „Big Three“ an. Doch der 26-Jährige konnte die Schwäche von Djokovic nicht nutzen - der Serbe entschied nach vier intensiven Stunden auch sein achtes Melbourne-Endspiel für sich.

Der erste österreichische Australian-Open-Finalist hatte gegen Nadal und Zverev seinen Anspruch unterstrichen, für seinen ersten Grand-Slam-Titel reif zu sein. Als es am Abend des 14. und letzten Turniertags in der mit knapp 15 000 Zuschauern gefüllten Rod-Laver-Arena um den letzten Schritt ging, verlor er zwar gleich sein erstes Aufschlagspiel. Dann passte sich der Herausforderer aber an diesem kühleren Abend besser an das Spiel des Favoriten an und ließ sich auch vom verlorenen ersten Satz nicht irritieren.

Vom zweiten Satz an wackelte Djokovic. Als der Serbe sich zum zweiten Mal bei einem Aufschlag zu viel Zeit ließ, kassierte er eine zweite Verwarnung und hatte nur einen Aufschlag. Die prompte Folge: das entscheidende Break für Thiem zum Satzausgleich. Djokovic patschte beim Seitenwechsel Schiedsrichter Damien Dumusois auf die Schuhe und schimpfte: „Du machst dich selbst berühmt, gut gemacht.“

Thiem dominierte auf einmal das Geschehen und sicherte sich ohne all zu viel Gegenwehr auch Satz drei. Der Vorjahressieger bekam medizinischen Rat, verließ beim Satzrückstand den Platz. „Nach wie vor sieht Novak Djokovic körperlich nicht gut aus“, sagte Boris Becker als TV-Experte bei Eurosport über seinen früheren Schützling. Im vierten Satz hatte sich Djokovic wieder gefangen, ihm glückte das Break zum 5:3. Plötzlich drehte sich die Partie zugunsten des Favoriten, der am Ende dann seine riesige Erfahrung ausspielte.

+++++1. Januar 2020+++++

Sofia Kenin triumphiert bei den Australian Open

Sofia Kenin ließ ihren Schläger plumpsen, zärtlich küsste sie wenig später die Australian-Open-Trophäe. In einem Außenseiter-Finale hat die 21-jährige Amerikanerin ihren ersten Grand-Slam-Titel gefeiert und sich zur jüngsten Siegerin seit zwölf Jahren gekürt. „Dies ist meine erste Rede, aber ich versuche mein Bestes“, sagte Kenin: „Mein Traum ist offiziell wahr geworden. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben.“ Anders als während des 4:6, 6:2, 6:2 am Samstag in Melbourne gegen die ungesetzte Spanierin Garbiñe Muguruza, als sie phasenweise mit den Tränen zu kämpfen schien, zeigte sich die Überraschungssiegerin bei der Siegerehrung relativ cool.

Entschlossen hatte sich Kenin zuvor trotz des verlorenen ersten Satzes in ihrem ersten Grand-Slam-Endspiel in den wichtigsten Momenten gezeigt. Die Entscheidung fiel Mitte des dritten Satzes, als Kenin bei 2:2 und 0:40 mutig spielte, mit fünf direkten Punkten doch noch das Spiel für sich entschied und anschließend das Break schaffte - dank eines Doppelfehlers der 26-jährigen Muguruza.

Beim zweiten Matchball musste Kenin dann ebenfalls gar nichts tun. Muguruza leistete sich wieder einen Doppelfehler, ihren insgesamt achten, beide Aufschläge waren zu lang. Nach 2:03 Stunden Spielzeit schlug Kenin überwältigt die Hände vors Gesicht. „Die letzten zwei Wochen waren die besten meines Lebens“, sagte die Amerikanerin, nachdem sie aus den Händen der früheren Weltklassespielerin Lindsay Davenport den Daphne Akhurst Memorial Cup in Empfang genommen hatte.

Ihr Vater Alexander Kenin filmte die Szenen mit dem Handy. Aus der Sowjetunion war er einst in die USA gezogen, um seinen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Schon als kleines Mädchen hatte seine Tochter forsch von einer großen Karriere gesprochen. Bis zu diesen Australian Open war sie aber nie über ein Grand-Slam-Achtelfinale hinausgekommen, jetzt darf sie sich über ein Preisgeld von 4,12 Millionen australischen Dollar (rund 2,5 Millionen Euro) freuen. Mit 21 Jahren und 80 Tagen ist sie die jüngste Australian-Open-Siegerin seit Maria Scharapowa 2008. Am Montag wird Kenin in der Weltrangliste erstmals in die Top Ten vorrücken und Serena Williams als beste Amerikanerin ablösen.

Mit ihrem Außenseitererfolg katapultierte sie sich weiter in den Fokus. Das Interesse bei den amerikanischen Tennis-Damen lag zuvor eher auf der nimmermüden Serena Williams und der erst 15-jährigen Cori Gauff. Ohnehin hatte dieses Finale des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison wohl niemand prognostiziert. Die Nummer 15 der Welt (Kenin) traf auf die Nummer 32 (Muguruza) - laut WTA zählte erstmals in der Profi-Ära seit 1968 keine Finalistin der Australian Open zu den Top Ten.

Die unterlegene Muguruza verpasste ihren dritten Grand-Slam-Sieg nach den French Open 2016 und Wimbledon 2017. „Du hast ein unglaubliches Match gespielt, ein unglaubliches Turnier - du verdienst die Trophäe“, sagte sie.

Zwei Tage nach ihrem hart erkämpften Halbfinal-Erfolg über die australische Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty erwischte Kenin den schlechteren Start. Wer aber nach dem ersten Satz dachte, die Partie würde sich ebenfalls in Richtung der erfahreneren Spanierin entwickeln, sah sich getäuscht. Die Amerikanerin spielte druckvoller, variabler und ärgerte Muguruza auch erfolgreich mit Stoppbällen. Bei Muguruza häuften sich die Fehler: 45 und damit fast doppelt so viele wie bei Kenin führte die Statistik für sie auf.

+++++2. Februar 2020+++++

Doppel-Titel für Ram/Salisbury

Rajeev Ram (USA) und Joe Salisbury (Großbritannien) haben bei den Australian Open den Titel im Herren-Doppel gewonnen. Im Endspiel setzte sich das an Position elf gesetzte Duo mit 6:4, 6:2 gegen die Australier Max Purcell/Luke Saville durch. Die beiden Lokalmatadoren waren nur durch eine Wildcard in das Hauptfeld gelangt.

Für Ram und Salisbury ist es jeweils der erste Titel bei einem Grand Slam. Sie erhielten ein Preisgeld von 760.000 Australischen Dollar (463.000 Euro), die Verlierer teilen sich immerhin noch 380.000 Dollar (231.500).

Das deutsche Erfolgsdoppel Kevin Krawietz/Andreas Mies (Coburg/Köln) war bereits in der ersten Runde gescheitert. Die an Nummer drei gesetzten French-Open-Sieger und US-Halbfinalisten von 2019 unterlagen den Kasachen Alexander Bublik/Michail Kukuschkin in zwei Sätzen.

+++++1. Februar 2020+++++

Barbora Krejcikova und Nikola Mektic holen Mixed-Titel

Barbora Krejcikova und Nikola Mektic haben bei den Australian Open ihren ersten gemeinsamen Mixed-Titel gewonnen. Das tschechisch-kroatische Tennis-Duo setzte sich am Samstag in Melbourne im Endspiel gegen die Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands und den Briten Jamie Murray 5:7, 6:4, 10:1 durch. Der dritte Satz wurde als Matchtiebreak ausgetragen. Krejcikova hatte im vergangenen Jahr mit dem Amerikaner Rajeev Ram im Mixed-Wettbewerb bei den Australian Open gesiegt.

+++++31. Januar 2020+++++

Zverev verliert Halbfinale gegen Thiem

Alexander Zverev ist trotz eines starken Auftritts im Halbfinale der Australian Open ausgeschieden. Der 22-jährige Hamburger musste sich in einer hochklassigen und mitreißenden Partie am Freitag in Melbourne dem Österreicher Dominic Thiem mit 6:3, 4:6, 6:7 (3:7), 6:7 (4:7) geschlagen geben. Der Weltranglisten-Fünfte und zweimalige French-Open-Finalist Thiem spielt am Sonntag (09.30 Uhr MEZ/Eurosport) gegen den serbischen Titelverteidiger Novak Djokovic um den Titel bei dem Grand-Slam-Turnier.

Zverev dagegen darf sich nach seinen überraschend beeindruckenden Vorstellungen mit Stolz von den Australian Open verabschieden, muss auf sein erstes Grand-Slam-Finale aber weiter warten. In seinem Halbfinal-Debüt bei einem der vier wichtigsten Tennis-Turniere der Welt weckte der Weltranglisten-Siebte Hoffnungen, in entscheidenden Phasen war sein Kumpel Thiem aber der bessere Halbfinalist. Ein Schlüssel war der im Tiebreak verlorene dritte Satz nach zwei Satzbällen bei 5:4, die der Österreicher glänzend abwehrte.

Rainer Schüttler bleibt damit bislang letzter deutscher Grand-Slam-Finalist bei den Herren, er verlor 2003 in Melbourne im Endspiel gegen den Amerikaner Andre Agassi. Den letzten deutschen Grand-Slam-Sieg feierte Boris Becker 1996 Down Under - anders als bei den Damen mit Angelique Kerber knüpfen die Nachfolger bei den Herren an diese glänzenden Zeiten noch nicht an. Zverevs Anspruch ist es.

„Ich wollte es so sehr. Ich habe immer gedacht: Das ist der Grund, warum ich Tennis spiele. Hier bin ich relaxter“, hatte er begründet, warum er diesmal erstmals bei einem Grand Slam über das Viertelfinale hinauskam. Die Erwartungen waren aufgrund seiner Formkrise gering.

In seinem bisher größten Grand-Slam-Match wirkte Zverev, erster deutscher Grand-Slam-Halbfinalist seit Tommy Haas 2009, unbeeindruckt von der Kulisse mit fast 15 000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena und der Chance, die sich ihm gegen seinen Kumpel bot. Es war aber auch der emotionale Zverev auf dem Platz, der sich bei 4:4 im dritten Satz so sehr über eine Linienrichter-Entscheidung ärgerte, dass er eine Verwarnung kassierte und mit dem Schiedsrichter diskutierte.

Zu Beginn hielt keiner der beiden sein erstes Aufschlagspiel. Doch Zverev nahm noch zweimal seinem Kontrahenten den Aufschlag ab. Der Halbfinal-Debütant hatte nach 40 Minuten den ersten Satz sicher.

Zverev hatte seine Meinung durchgesetzt und auch den Rat des sechsmaligen Grand-Slam-Champions Boris Becker außer Acht gelassen, der einen Trainer-Wechsel für nötig gehalten hatte. Alexander Zverev senior, Vater und Trainer, sah aus der Box, wie im zweiten Satz die Fehler von Thiem nachließen, die dem Hamburger im ersten Abschnitt geholfen hatten. Ein 1:3 machte die deutsche Nummer eins noch wett, ein 3:5 nicht mehr. Als Zverev einen Schmetterball seines Gegners mit einem unerreichbaren Schmetterball von hinter der Grundlinie konterte, tobte das Publikum. Der ATP-Weltmeister von 2018 animierte die Zuschauer, ließ aber drei Breakbälle zum 5:5 aus.

Nach dem Satzausgleich war schnell ein zweites Mal Geduld gefordert, ein Teil des Lichts war ausgefallen. Schon im ersten Satz war es zu einer Zwangspause gekommen, als Regentropfen den Hartplatz bedeckten und das Dach geschlossen wurde. Insgesamt war Zverev iIn den langen Grundlinien-Duellen zu oft unterlegen. Deswegen reichte auch die erneut überzeugende Aufschlagquote nicht. Der Österreicher hatte zwei Tage zuvor den spanischen Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal bezwungen und war jetzt auch für Zverev zu stark.

+++++31. Januar 2020+++++

Mladenovic und Babos gewinnen Damen-Doppel

Kristina Mladenovic und Timea Babos haben ihren dritten gemeinsamen Grand-Slam-Titel im Doppel gefeiert. Das französisch-ungarische Tennis-Duo setzte sich am Freitag in Melbourne gegen Hsieh Su-Wei aus Taiwan und Barbora Strycova aus Tschechien deutlich 6:2, 6:1 durch und holte den Australian-Open-Titel.

Mladenovic und Babos gewannen zuvor bereits die Australian Open 2018 und die French Open 2019 gemeinsam. Hsieh Su-Wei wird am Montag wieder an die Spitze der Doppel-Weltrangliste zurückkehren und ihre Doppelpartnerin Strycova ablösen. Wegen der Temperaturen um die 43 Grad wurde das Doppel unter dem geschlossenen Dach der Rod-Laver-Arena gespielt.

+++++30. Januar 2020+++++

Novak Djokovic besiegt Roger Federer in drei Sätzen und zieht ins Finale ein

Novak Djokovic hat auch die Wimbledon-Revanche gegen Roger Federer für sich entschieden und greift bei den Australian Open nach seinem achten Titel. Das 50. Duell der beiden Tennis-Stars gewann der 32-Jährige am Donnerstag in Melbourne nach einem zunächst kuriosen und dann einseitigen Spielverlauf in drei Sätzen mit 7:6 (7:1), 6:4, 6:3. An die Spannung des längsten Wimbledon-Endspiels der Turnier-Historie im vergangenen Sommer reichte das erste Grand-Slam-Wiedersehen der beiden nicht heran.

Djokovic setzte seine beeindruckende Bilanz bei seinem Lieblingsturnier fort. Sieben Mal stand er im Halbfinale, sieben Mal zog er nicht nur ins Endspiel ein, sondern gewann anschließend auch den Titel. Am Sonntag trifft der Weltranglisten-Zweite auf den Hamburger Alexander Zverev oder den Österreicher Dominic Thiem.

Bei den Damen erreichten überraschend Sofia Kenin und Garbiñe Muguruza das Endspiel am Samstag. Die Amerikanerin Kenin stoppte bei extremer Hitze von Temperaturen um die 39 Grad die australische Lokalmatadorin Ashleigh Barty. Mit dem 7:6 (8:6), 7:5 beendete die 21-Jährige die Hoffnungen der Weltranglisten-Ersten, als erste Australierin seit 1978 den Heim-Grand-Slam zu gewinnen. Die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Muguruza, in der jüngeren Vergangenheit keine Protagonisten der Damen-Szene mehr, bezwang die rumänische Wimbledonsiegerin Simona Halep ebenfalls 7:6 (10:8), 7:5.

So wie sich Djokovic am Tag vor dem Halbfinal-Debüt von Zverev präsentierte, hat er alle Chancen, mit seinem 17. Grand-Slam-Titel näher an den Schweizer Federer heranzurücken (20). Federer startete zwar hervorragend und führte mit 5:2, doch dann ließ Djokovic seinem Dauerrivalen nur noch wenige Chancen - auch im klar gewonnenen Tiebreak. Im Finale von Wimbledon über fünf Sätze hatte der Serbe alle drei Tiebreaks für sich entschieden und Federer trotz zweier Matchbälle einen Tennis-Coup verdorben.

Der Baseler nahm nach der klar vergebenen Führung im ersten Satz erneut eine medizinische Auszeit. Schon nach seinem spektakulären Viertelfinal-Erfolg nach sieben abgewehrten Matchbällen gegen den Amerikaner Tennys Sandgren hatte der Weltranglisten-Dritte von Problemen mit der Leiste berichtet.