Australian Open 2020: Alexander Zverev im Viertelfinale – Angelique Kerber scheitert an Anastassija Pawljutschenkowa

Australian Open 2020 : Zverev und Nadal im Viertelfinale – Kerber scheidet aus

Das war vor dem Auftakt der Australian Open nicht unbedingt zu erwarten gewesen: Alexander Zverev spielt in Melbourne um den Einzug ins Halbfinale. Für Angelique Kerber ist das Turnier dagegen beendet.

Alexander Zverev gibt dank eines Klasse-Auftritts seine Viertelfinal-Premiere bei den Australian Open, Angelique Kerber muss sich nach einem großen Kampf verabschieden. Nach dem Achtelfinale haben sich die Wege der beiden deutschen Tennis-Hoffnungsträger in Melbourne getrennt. Die Siegerin von 2016 hatte der Russin Anastassija Pawljutschenkowa am Montag im dritten Satz nicht mehr genug entgegenzusetzen. Mit dem 7:6 (7:5), 6:7 (4:7), 2:6 erfüllten sich ihre Hoffnungen auf das erste Grand-Slam-Viertelfinale seit ihrem Wimbledon-Triumph 2018 nicht.

Zverev dagegen beeindruckte parallel gegen den Russen Andrej Rubljow, setzte sich mit 6:4, 6:4, 6:4 durch und zog zum ersten Mal beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in die Runde der besten Acht ein.

„Unglaublich. Ich habe großartige Matches gegen großartige Gegner gespielt“, sagte der Hamburger im Siegerinterview auf dem Platz. „Ich bin glücklich, wie ich spiele“, ergänzte der Weltranglisten-Siebte und erinnerte an die Unsicherheit nach seinem schwachen Saisonauftakt mit drei Niederlagen beim ATP Cup.

Zverev fordert nun Stan Wawrinka heraus und kämpft um den Einzug in sein erstes Grand-Slam-Halbfinale. „Ich spiele nun gegen einen früheren Champion. Das wird sehr schwierig. Aber ich bin bereit“, sagte der 22-Jährige. Die Bilanz: 2:0 für den jungen Hamburger. Doch der Schweizer Routinier hat in Melbourne 2014 den Titel geholt und nahm am Montag im Achtelfinale in fünf Sätzen den russischen US-Open-Finalisten Daniil Medwedew aus dem Turnier.

Nur in Paris bei den French Open hatte Zverev bislang zweimal das Viertelfinale erreicht, dabei aber jeweils in Fünf-Satz-Matches zuvor Kräfte gelassen und jeweils verloren. Diesmal ist so vieles anders. Die Erwartungen aufgrund der Formkrise zu Beginn des Jahres waren gering, in allen vier bisherigen Partien blieb er ohne Satzverlust.

Gegen den gleichaltrigen Rubljow, einen Freund aus Kindertagen, lief es für den 1,98 Meter großen Norddeutschen optimal. Der Russe gehört wie Zverev zu der Generation an Spielern, denen eine große Tennis-Zukunft zugetraut wird. Mit zwei Titelgewinnen war der Weltranglisten-16. ins neue Jahr gestartet - doch Zverev holte sich die Breaks zum 4:3 im ersten, zum 1:0 im zweiten Satz und zum 5:4 im dritten Satz und behauptete sich unerwartet glatt.

Kerber machte in ihrem ersten Grand-Slam-Achtelfinale seit einem Jahr im ersten Satz ein 2:5 wett, schulterte am Ende aber als Verliererin ihre Tasche und verließ mit einem kurzen Winken den Court. Pawljutschenkowa, 2011 mal die Nummer 13 der Welt, entpuppte sich von Beginn als eine Gegnerin der anderen Klasse als Kerbers vorherige drei Kontrahentinnen, von denen keine unter den ersten 100 geführt wird. Die Russin diktierte das Geschehen und scheuchte die Schleswig-Holsteinerin phasenweise über den Platz.

In der Margaret-Court-Arena konnte die Linkshänderin aus Kiel so manchem Ball chancenlos nur hinterherschauen. Ihr neuer Trainer Dieter Kindlmann dürfte sie zwar bestens auf die Prüfung eingestellt haben. Schließlich kennt der 37 Jahre alte Bayer die Russin aus einer kurzen gemeinsamen Zeit gut. Aber auch das half nicht.

Zwar steigerte sich Kerber, feierte mit einem lauten „Come on“ und der Faust den Gewinn des ersten Satzes. Doch im zweiten Satz reichte es nicht, dass die Weltranglisten-18. Satzbälle beim 4:5 und 5:6 abwehrte. Nach dem verlorenen Tiebreak drehte sich die Partie zugunsten der Russin, die in der dritten Runde auch die tschechische Weltranglisten-Zweite Karolina Pliskova bezwungen hatte.

Die deutsche Damentennis-Chefin Barbara Rittner lobte dennoch Kerbers Auftritt nach vorherigen Oberschenkelproblemen und bescheinigte ihr via Twitter ein Weltklassematch mit Herz. „Angie hat alles auf dem Platz gelassen ...darauf lässt sich wirklich aufbauen!!“, schrieb Rittner.

Der Weltranglisten-Erste Rafael Nadal hat derweil das mit Spannung erwartete Tennis-Duell mit Lokalmatador Nick Kyrgios für sich entschieden und das Viertelfinale erreicht. Der 33 Jahre alte Spanier setzte sich am Montag in Melbourne gegen den neun Jahre jüngeren Australier mit 6:3, 3:6, 7:6 (8:6), 7:6 (7:4) durch. Nadal, der 2009 die Australian Open gewonnen hatte, trifft nun auf den Österreicher Dominic Thiem.

In Wimbledon hatte Kyrgios 2014 für eine große Überraschung gesorgt, als er als damals weitgehend unbekanntes 19 Jahre altes australisches Talent den Spanier besiegte. Der Weltranglisten-26. Kyrgios ist aufgrund zahlreicher Eskapaden umstritten, hatte aber vor den Australian Open die Spendenaktion der Tennisprofis für die Betroffenen der australischen Buschbrände initiiert.

Am Montagabend betrat Kyrgios in einem Trikot der Los Angeles Lakers die Rod-Laver-Arena und brachte damit seine Trauer über den Unfalltod von Basketball-Ikone Kobe Bryant zum Ausdruck.

+++++27. Januar 2020+++++

Wawrinka besiegt Medwedew

Der Schweizer Stan Wawrinka hat zum 18. Mal das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Der Turniersieger von 2014 setzte sich bei den Australian Open in Melbourne in fünf Sätzen mit 6:2, 2:6, 4:6, 7:6 (7:2), 6:2 gegen den an Nummer vier gesetzten Daniil Medwedew (Russland) durch. "Das war ein wunderbares Match, das Niveau war sehr hoch", sagte der dreifache Grand-Slam-Sieger.

In der Runde der letzten Acht trifft der 34 Jahre alte Wawrinka, der zudem die French Open 2015 und die US Open 2016 gewonnen hat, auf Alexander Zverev (Hamburg) oder Andrei Rublew (Russland). Von den aktiven Spielern haben nur Rafael Nadal (Spanien), Novak Djokovic (Serbien), Roger Federer (Schweiz) und Andy Murray (Großbritannien) häufiger in einem Grand-Slam-Viertelfinale gestanden.

Dominic Thiem scheint derweil die Trennung von Thomas Muster nicht geschadet zu haben. Der zweimalige French-Open-Finalist, dessen Zusammenarbeit mit der ehemaligen Nummer eins der Welt nur zwei Wochen gedauert hatte, zog durch ein 6:2, 6:4, 6:4 gegen Gael Monfils (Frankreich) als erster Österreicher seit Stefan Koubek vor 18 Jahren ins Viertelfinale in Melbourne ein. Thiem spielt nun gegen den Weltranglistenersten Rafael Nadal (Spanien) oder Lokalmatador Nick Kyrgios.

Auch Simona Halep (Rumänien), Anett Kontaveit (Estland) und Garbine Muguruza (Spanien) erreichten zu Beginn der zweiten Turnierwoche das Viertelfinale. Die zweifache Grand-Slam-Siegerin Muguruza besiegte dabei die an Nummer neun gesetzte Kiki Bertens (Niederlande) mit 6:3, 6:3. Sie trifft nun auf Angelique Kerber (Kiel/Nr. 17) oder Anastassija Pawljutschenkowa (Russland/Nr. 30).

Wimbledonsiegerin Halep gewann gegen Elise Mertens (Belgien) mit 6:4, 6:4. Die an Nummer 28 gesetzte Estin Kontaveit setzte sich gegen Iga Swiatek (Polen) mit 6:7 (4:7) 7:5, 7:5 durch. Beide treffen im Viertelfinale aufeinander.

Der Sauerländer Jan-Lennard Struff hat im Doppel-Wettbewerb die Chance auf den Einzug ins Halbfinale. Der Sauerländer setzte sich mit seinem finnischen Doppelpartner Henri Kontinen 7:5, 6:3 gegen den Franzosen Benoit Paire und Simone Bolelli aus Italien durch und zog ins Viertelfinale ein.

+++++27. Januar 2020+++++

Umstrittene Court für Grand-Slam-Jubiläum geehrt

Die Australierin Margaret Court ist am Montag im Rahmen der Australian Open für den Gewinn des Grand Slams vor 50 Jahren geehrt worden. In einer kurzen Zeremonie in der Rod Laver Arena, die mit einem Einspielfilm über die sportliche Karriere der 77-Jährigen begann, erhielt sie eine Nachbildung des Pokals aus den Händen von Rod Laver überreicht. In den Applaus für die Grand-Slam-Rekordsiegerin (24 Einzeltitel) mischten sich wenige Buh-Rufe und Pfiffe.

Um die Ehrung hatte es lange Diskussionen gegeben, nachdem Court in der Vergangenheit wiederholt homophobe Tiraden gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle gehalten hatte. Der australische Verbandschef und Turnierdirektor Craig Tiley hatte daraufhin betont, Tennis Australia teile "nicht die persönlichen Ansichten von Margaret Court, die viele Menschen in den vergangenen Jahren erniedrigt und verletzt haben. Sie passen nicht zu unseren Werten von Gleichheit, Diversität und Inklusion."

Tiley legte Wert auf die Feststellung, dass Court ausschließlich für ihre "historische" sportliche Leistung geehrt werde. Court, die Pastorin einer von ihr in Perth gegründeten Freikirche ist, ist unter anderem der Ansicht, dass "der Tennissport voller Lesben" sei. Sie ist gegen gleichgeschlechtliche Ehen und für "die Vereinigung von Mann und Frau, wie es in der Bibel steht". Ihre Angriffe hatte sie kurz vor dem Jahreswechsel in scharfer Form wiederholt.

+++++27. Januar 2020+++++

Nach Unfalltod von Kobe Bryant: Trauer bei den Australian Open

Auch die Tennis-Szene hat bei den Australian Open mit Trauer und Entsetzen auf den Unfalltod von Basketball-Ikone Kobe Bryant reagiert. „Ich bin heute morgen aufgewacht mit der schrecklichen Nachricht des tragischen Tods eines der größten Sportler der Welt“, schrieb der Weltranglisten-Erste Rafael Nadal am Montag auf Twitter. „Ich bin schockiert.“

Weitere Spieler wie der frühere Australian-Open-Sieger Stan Wawrinka, die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova, US-Nachwuchstalent Cori Gauff und die frühere Weltklasse-Spielerin Maria Scharapowa drückten Schock und Mitgefühl aus. „Schrecklich traurig“ zeigte sich auch Tennis-Legende Rod Laver. „RIP Kobe Bryant. Zu jung“. Bryant half vielen Profisportlern, darunter Tennisspielern. „Ich werde niemals deine Großzügigkeit vergessen“, schrieb Scharapowa auf Twitter.

Bryant war am Sonntag bei einem Hubschrauberabsturz nahe der kalifornischen Küstenmetropole Los Angeles ums Leben gekommen. Auch seine 13 Jahre alte Tochter Gianna und sieben weitere Menschen starben bei dem Unglück.

„Das Leben kann so plötzlich vorbei sein...also was regen wir uns so oft über "Nichtigkeiten" auf“, schrieb die Damen-Chefin des Deutschen Tennis Bunds, Barbara Rittner, auf Twitter. Die bei den Australian Open nicht antretende Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki meinte: „Tragisch. Ich bin sprachlos.“

+++++26. Januar 2020+++++

15-jährige Gauff verpasst nächste Sensation – Titelverteidiger Djokovic und Federer weiter

Mit einem souveränen Sieg hat Rekordsieger Novak Djokovic seinen erhofften Weg zum achten Titel bei den Australian Open fortgesetzt. In seinem 50. Grand-Slam-Achtelfinale gewann der Weltranglisten-Zweite am Sonntag in Melbourne gegen den argentinischen Tennisprofi Diego Schwartzman 6:3, 6:4, 6:4. Nach gut zwei Stunden hatte der siebenmalige Champion sein 46. Grand-Slam-Viertelfinale sicher.

Auch Rekord-Grand-Slam-Sieger Roger Federer steht in der Runde der letzten Acht. Er setzte sich nach einem Satzverlust gegen den Ungarn Marton Fucsovics 4:6, 6:1, 6:2, 6:2 durch und ist zum 15. Mal in seiner Karriere ins Viertelfinale der Australian Open eingezogen.

Zwei Tage zuvor hatte der Rekord-Grand-Slam-Turniersieger in einem Fünf-Satz-Match gegen den Australier John Millman nur knapp das Aus in der dritten Runde vermieden. In der Runde der besten Acht trifft Federer am Dienstag zum ersten Mal auf den Überraschungs-Viertelfinalisten Tennys Sandgren aus den USA.

Djokovic bekommt es mit dem früheren Wimbledon-Finalisten Milos Raonic zu tun. „Das wird ein ganz anderes Match als heute“, sagte der Serbe angesichts der Aufschlagstärke des Kanadiers.

Der Weltranglisten-35. Raonic, der in der Vergangenheit oft von Verletzungen ausgebremst wurde, hat im bisherigen Turnierverlauf einen starken Eindruck hinterlassen und noch keinen Satz abgegeben. Djokovic musste seinen bisher einzigen Satzverlust in der ersten Runde gegen den Sauerländer Jan-Lennard Struff hinnehmen.

Für Tennis-Teenager Cori Gauff endete ihr Debüt bei den Australian Open unterdessen mit einer Enttäuschung und ohne die erhoffte Viertelfinal-Premiere. Die 15 Jahre alte Amerikanerin verlor gegen ihre sechs Jahre ältere Landsfrau Sofia Kenin 7:6 (7:5), 3:6, 0:6. Zwei Tage zuvor hatte Gauff mit ihrem Sieg über die japanische Titelverteidigerin Naomi Osaka überrascht.

Die jüngste Teilnehmerin des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres gilt als Ausnahmetalent und hatte erstmals im vergangenen Sommer mit dem Achtelfinal-Einzug in Wimbledon für Furore gesorgt. Kenin dagegen erreichte ebenso wie ihre kommende Gegnerin Ons Jabeur aus Tunesien erstmals ein Viertelfinale bei einem der vier wichtigsten Turniere. In der Runde der besten Acht steht zudem die zweimalige Wimbledonsiegerin und Vorjahresfinalistin Petra Kvitova aus Tschechien und trifft dort French-Open-Siegerin Ashleigh Barty. Die topgesetzte Australierin zog nach einem engen Dreisatz-Sieg mit 6:3, 1:6, 6:4 gegen Alison Riske (USA) unter die letzten Acht ein. Riske hatte in der dritten Runde Julia Görges ausgeschaltet.

In der Damen-Konkurrenz der Australian Open sind bereits sechs der ersten zehn der Setzliste ausgeschieden, darunter Titelverteidigerin Naomi Osaka aus Japan und die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin Serena Williams aus den USA.

+++++26. Januar 2020+++++

Achtelfinal-Partien von Kerber und Zverev am deutschen Morgen

Angelique Kerber und Alexander Zverev bestreiten ihre Achtelfinalspiele bei den Australian Open der Tennisprofis zur deutschen Morgenzeit. Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Kerber tritt am Montag gegen die Russin Anastasia Pawljutschenkowa nicht vor 07.00 Uhr MEZ an (17.00 Uhr Ortszeit/Eurosport). Der Weltranglisten-Siebte Zverev spielt in Melbourne nicht vor 08.30 Uhr MEZ (18.30 Uhr Ortszeit) gegen den Russen Andrej Rubljow. Das geht aus den Spielansetzungen hervor, die die Veranstalter am Sonntag bekanntgaben.

+++++25. Januar 2020+++++

Zverev stürmt ohne Satzverlust ins Achtelfinale - Kerber nur mit Mühe

Alexander Zverev hat mit einer überzeugenden Leistung das Achtelfinale der Australian Open erreicht. Der Hamburger bezwang den 36 Jahre alten spanischen Routinier Fernando Verdasco mit 6:2, 6:2, 6:4 und steht bei seiner 19. Teilnahme an einem Grand Slam zum sechsten Mal in der Runde der letzten 16 - zum zweiten Mal nach Wimbledon 2017 gelang ihm dies ohne Satzverlust.

In der Margaret Court Arena, in der am Morgen Angelique Kerber in drei Sätzen gegen Camila Giorgi (Italien) ins Achtelfinale eingezogen war, bot Zverev "das beste Match, das ich in dieser Woche gespielt habe", wie er zurecht behaupten durfte. "Ich bin glücklich, wie ich gespielt habe", ergänzte der 22-Jährige. Das Match beendete der Weltranglistensiebte nach 1:56 Stunden beim dritten Matchball mit einem starken Aufschlag.

Im Achtelfinale trifft Zverev auf seinen bislang stärksten Gegner in Melbourne. Der 21 Jahre alte Russe Andrei Rublew besiegte in der dritten Runde den Weltranglistenelften David Goffin (Belgien) mit 2:6, 7:6 (7:2), 6:4, 7:6 (7:4). Der Moskauer ist die Nummer 16 der Weltrangliste, in diesem Jahr hat er bereits bei den Turnieren in Doha und Adelaide triumphiert. Zverev hat jedoch alle drei bisherigen Duelle mit ihm gewonnen.