Australian Open 2019: Angelique Kerber und Julia Görges starten als Favoritinnen

Australian Open 2019: Kerber und Görges starten als Favoritinnen

Angelique Kerber und Julia Görges gehören zu den Mitfavoritinnen bei den Australian Open in Melbourne. Schon früh droht jedoch ein Duell der beiden deutschen Topspielerinnen.

Julia Görges lässt sich nicht locken - auch nicht von einem möglichen Gipfeltreffen mit Angelique Kerber zu Beginn der zweiten Turnierwoche in Melbourne. "Ich schaue auf mein Match am Montag, nicht weiter. Das bringt mir nichts", sagte Görges vor ihrem Auftakt bei den Australian Open gegen Danielle Collins aus den USA. Die Aussicht auf ein Achtelfinale gegen Wimbledonsiegerin Kerber ist für die deutsche Nummer zwei noch ganz weit weg.

Ihre Zurückhaltung hat Görges trotz ihrer herausragenden Saison 2018 nicht abgelegt und wird es auch in Zukunft nicht tun. Mit Erwartungen sollen sich andere belasten, Görges genießt ihr Formhoch und den Sommer auf der Südhalbkugel. "Ich mag Australien und Neuseeland einfach. Vielleicht gehe ich die Dinge da äußerst positiv an", sagte sie. So positiv, dass sie in Auckland erstmals in ihrer Karriere einen Titel erfolgreich verteidigte.

Dieses Kunststück verpasste Angelique Kerber zwar in Sydney, trotz der Viertelfinalniederlage (4:6, 1:6) gegen die starke Tschechin Petra Kvitova startet die Weltranglistenzweite als Mitfavoritin in Melbourne. Die Zusammenarbeit mit Trainer Rainer Schüttler ließ sich gut an, vor allem beim Hopman Cup in Perth überzeugte Kerber mit ungewohnt aggressivem Tennis.

Deutschlands Sportlerin des Jahres trifft in ihrem Auftaktmatch beim ersten Major der Saison ebenfalls am Montag auf die Slowenin Polona Hercog, und auch wenn sie manchmal zu viel Respekt vor Erstrundenmatches mitbringt, sollte diese Aufgabe zu meistern sein. Seit ihrem Triumph 2016, dem ersten von mittlerweile drei Grand-Slam-Titeln, weiß Kerber, was es dazu braucht, um Down Under zu triumphieren. Und auch Schüttler gilt nach seinem Finaleinzug 2003 als Spieler als Australien-Experte.

Kerber (31) und Görges (30) sind Deutschlands größte Hoffnungen im Feld der Frauen, in dem es keine Top-Favoritin gibt. Sicher, die große Serena Williams (USA) wird alles versuchen, um mit ihrem 24. Grand-Slam-Triumph zur australischen Rekordhalterin Margaret Court aufzuschließen. Williams kehrt als Mutter nach Melbourne zurück und brennt auf Wiedergutmachung. In Wimbledon (gegen Kerber) und bei den US Open (gegen Naomi Osaka) verlor sie 2018 die Endspiele.

Neben der siebenmaligen Turniersiegerin hat sich die Konkurrenz jedoch formiert - und die beiden Deutschen gehören dazu. Kerber hat ihre Qualitäten in großen Matches längst unter Beweis gestellt, und Görges im Winter weiter an ihrem Spiel gefeilt. "Wir haben viel an der Fitness und am Aufschlag gearbeitet", sagte sie: "Dazu haben wir noch viele kleine Dinge verändert, über die ich gar nicht so viel reden möchte." Ein kleines Geheimnis will sich Görges noch behalten. Nicht nur für ihr Auftaktmatch am Montag.

(sef/sid)
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