Australian Open 2018: Roger Federer besiegt Marin Cilic im Finale

20. Grand-Slam-Titel : Roger Federer gewinnt die Australian Open

Roger Federer gewinnt sein 20. Grand-Slam-Turnier. Das Finale der Australian Open gegen Marin Cilic ist zwar nicht hochklassig, lebt aber von der Spannung. Am Ende krönt sich der Schweizer zum Rekordhalter.

Roger Federer hat zum sechsten Mal die Australian Open gewonnen und nach einem Fünf-Satz-Krimi seinen 20. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier gefeiert. Der 36 Jahre alte Tennisprofi aus der Schweiz entschied am Sonntag das Endspiel in Melbourne gegen den Kroaten Marin Cilic nach hartem Kampf und großer Gegenwehr 6:2, 6:7 (5:7), 6:3, 3:6, 6:1 für sich. In seinem 30. Finale bei einem Grand Slam verwandelte Federer nach gut drei Stunden den ersten Matchball.

Nach seinen Erfolgen 2004, 2006, 2007, 2010 und 2017 ist er nun gemeinsam mit Novak Djokovic und Roy Emerson Rekordsieger in Melbourne. 20 oder mehr Titel bei den vier großen Turnieren haben nur Margaret Court (24), Serena Williams (23) und Steffi Graf (22). Cilic dagegen verpasste seinen zweiten Grand-Slam-Titel nach den US Open 2014, verbessert sich aber trotz der Niederlage auf Platz drei der Weltrangliste hinter Federer und dem Führenden Rafael Nadal.

Der Spanier hatte im Viertelfinale gegen Cilic verletzt aufgegeben, an seine starke Form vom bisherigen Turnier konnte der 29 Jahre alte Kroate im Endspiel zunächst nicht anknüpfen. Der eigentlich so aufschlagstarke Cilic kassierte gleich im ersten Spiel ein Break und brachte auch sein zweites Aufschlagsspiel nicht durch, so dass es schnell 4:0 für Federer stand. Wegen der extrem hohen Temperaturen hatten sich die Organisatoren unter Anwendung der Hitzeregel entschlossen, das Dach der Rod-Laver-Arena zu schließen.

Mit den äußeren Bedingungen hatten beide Spieler daher keine Probleme. Nach 24 Minuten sicherte sich Federer nach einem souveränen Auftritt den ersten Satz. Danach aber steigerte sich Cilic. Beim Stand von 5:4 im zweiten Durchgang vergab der 1,98 Meter große Profi seinen ersten Satzball, die Entscheidung fiel im Tiebreak.

Federer kassierte seinen ersten Satzverlust im Turnier, für Cilic lief es damit schon einmal besser als im vergangenen Jahr im Wimbledon-Finale, als er von Blasen am Fuß geschwächt klar in drei Sätzen verlor. Von bislang neun Partien hatte Cilic nur eine für sich entscheiden können: 2014 im Halbfinale der US Open, als er anschließend im Endspiel gegen den Japaner Kei Nishikori gewann.

Diesmal war Cilic physisch fit und legte seine passiv-verhaltene Spielweise vom ersten Durchgang ab. Die Partie war zwar nur selten hochklassig mit wenigen spektakulären Ballwechseln, lebte aber von ihrer Spannung. Im dritten Satz nahm Federer seinem Kontrahenten das Aufschlagspiel zum 4:2 ab und holte sich mit einem Ass Durchgang drei. Als Federer anschließend das Break zum 1:0 gelang, schien es nur noch eine Frage der Zeit bis zum Melbourne-Titel Nummer sechs.

Doch Cilic wehrte sich nach Kräften, nahm Federer das Service zum 3:3 und 5:3 ab und machte den 2:2-Satzausgleich perfekt. Im fünften Durchgang hielt es Federers Gattin Mirka nur noch selten auf ihrem Sitz. Nach exakt drei Stunden gelang Federer das zweite Break zum 5:1, kurz darauf machte er seinen historischen Triumph perfekt.

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(dpa)