Australian Open 2018: Angelique Kerber stark - Andrea Petkovic bricht ein

Australian Open 2018 : Geburtstagskind Kerber stark - Zverev gewinnt deutsches Duell

Andrea Petkovic gewinnt den ersten Satz - und anschließend kein einziges Spiel mehr. Deutlich besser läuft es für Angelique Kerber. Auch Alexander Zverev kommt nach einem Sieg im deutschen Duell weiter. Für eine Überraschung sorgt Maximilian Marterer.

An ihrem 30. Geburtstag hat Angelique Kerber die dritte Runde der Australian Open erreicht und das mit Spannung erwartete Duell mit Maria Scharapowa perfekt gemacht. Gegen die von ihrem Ex-Coach Torben Beltz trainierte Kroatin Donna Vekic hatte Kerber am Donnerstag keine Probleme und gewann nach nur 70 Minuten klar mit 6:4, 6:1. Ihr Hopman-Cup-Partner Alexander Zverev gewann das rein deutsche Zweitrunden-Match gegen Peter Gojowczyk und steht nach dem 6:1, 6:3, 4:6, 6:3 in der dritten Runde.

Dort bekommt es der Weltranglisten-Vierte mit dem südkoreanischen Top-Talent Chung Hyeon zu tun. Chung hatte zum Auftakt von der Aufgabe von Alexander Zverevs älterem Bruder Mischa profitiert und in der zweiten Runde den Russen Daniil Medwedew geschlagen. "Ich bin sehr glücklich, weitergekommen zu sein, aber das soll es noch nicht gewesen sein", sagte der 20 Jahre alte Hamburger. Im Achtelfinale könnte der sechsmalige Champion Novak Djokovic Zverevs Gegner sein.

Etwas überraschend ist Maximilian Marterer Zverev in die dritte Runde gefolgt. Der 22 Jahre alte Nürnberger setzte sich gegen den Spanier Fernando Verdasco nach 3:27 Stunden 6:4, 4:6, 7:6 (7:5), 3:6, 6:3 durch. Erst am Dienstag hatte Marterer nach 14 Niederlagen in Serie seinen ersten Sieg auf der ATP-Tour gefeiert.

Struff verliert gegen Federer

Chancen auf die Runde der besten 16 darf sich auch Marterer ausrechnen. Der Weltranglisten-94. trifft auf den drei Plätze tiefer notierten Tennys Sandgren aus den USA, der sich gegen den früheren Turniersieger Stan Wawrinka (Schweiz) ohne Probleme 6:2, 6:1, 6:4 durchsetzte. Wawrinka hatte sich im vergangenen Jahr am Knie operieren lassen und war froh, überhaupt in Melbourne an den Start gehen zu können.

Ausgeschieden ist der Warsteiner Jan-Lennard Struff (27). Der Davis-Cup-Spieler verlor im letzten Spiel des Tages gegen Titelverteidiger Roger Federer (Schweiz/Nr. 2) 4:6, 4:6, 6:7 (4:7).

Kerber feiert elften Sieg nacheinander

Am bislang mit Abstand heißesten Turniertag und Temperaturen von annähernd 40 Grad Celsius spielte die zuletzt wiedererstarkte Kerber souverän auf und kam zu ihrem elften Sieg nacheinander. Auf die Frage, ob sie sich nun auf ein Eisbad freue, sagte die Australian-Open-Siegerin von 2016: "Ein Eis wäre besser."

Nach dem Aus ihrer Fed-Cup-Kollegin Andrea Petkovic ist Kerber damit die einzige von anfangs sieben deutschen Tennisspielerinnen in der dritten Runde. Im Kampf um den Einzug in das Achtelfinale kommt es nun zu einer schweren Herausforderung. Am Samstag spielt sie gegen Maria Scharapowa um den Einzug ins Achtelfinale. Die Russin schlug Anastasija Sevastova aus Lettland 6:1, 7:6 (7:4).

Scharapowa führt mit 4:3

Kerber und Scharapowa sind die einzigen Spielerinnen im Feld, die beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison bereits den Titel gewonnen haben. Kerber siegte vor zwei Jahren. Scharapowas Triumph liegt neun Jahre zurück, 2016 war sie in Melbourne positiv getestet und letztlich für 15 Monate gesperrt worden.

"Das Thema ist durch", sagte Kerber: "Sie hat ihre Strafe abgesessen. Wir hatten viele enge Matches in den letzten Jahren. Ich erwarte, dass sie spielt wie früher. Sie ist wieder gefährlich." Drei von sieben Duellen hat Kerber gewonnen, darunter auch die letzten beiden Aufeinandertreffen in Wimbledon 2014 und Stuttgart 2015.

"Das Thema ist durch", sagte Kerber: "Sie hat ihre Strafe abgesessen. Wir hatten viele enge Matches in den letzten Jahren. Ich erwarte, dass sie spielt wie früher. Sie ist wieder gefährlich." Drei von sieben Duellen hat Kerber gewonnen, darunter auch die letzten beiden Aufeinandertreffen in Wimbledon 2014 und Stuttgart 2015.

Einen unerklärlichen Leistungseinbruch erlebte dagegen Andrea Petkovic. Die 30 Jahre alte Darmstädterin verlor gegen die Amerikanerin Lauren Davis nach einem skurrilen Spielverlauf 6:4, 0:6, 0:6. "Ich habe sehr gut angefangen und mich super bewegt, dann war die Energie weg", sagte Petkovic und konnte das deprimierende Ergebnis der letzten beiden Sätze aber auch nicht wirklich erläutern.

"Ich versuche es mir selbst zu erklären, ich wollte, aber es ging einfach nicht", sagte die ehemalige Weltranglisten-Neunte und fügte an: "Ich mache jetzt einen auf Amnesie und lösche die letzten zwei Sätze aus." Petkovic verpasste damit ihren ersten Drittrunden-Einzug bei einem Grand-Slam-Turnier seit knapp zweieinhalb Jahren.

In der dritten Runde eines Grand Slams stand die Weltranglisten-98.
zuletzt bei den US Open 2015. Gegen Davis gelangen Petkovic nur fünf Gewinnschläge, sie leistete sich 29 leichte Fehler. "Sie liegt mir überhaupt nicht", sagte Petkovic nach der dritten Niederlage im dritten Duell mit der Nummer 76 der Tennis-Welt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Zverev setzt sich in vier Sätzen gegen Gojowczyk durch

(old/dpa)