ATP-Finals 2019: Roger Federer droht nach Niederlage gegen Dominic Thiem frühes Ausscheiden

„Erstrunden-Schluckauf“ : Federer droht bei ATP-Finals frühes Aus

Roger Federer hat zum Auftakt der ATP-Finals eine unerwartete Niederlage kassiert. Dem Publikumsliebling droht damit in London das Vorrunden-Aus.

Roger Federer hatte es eilig. Keine zehn Minuten nach seiner durchaus überraschenden Auftaktpleite bei den ATP-Finals in London saß der Schweizer bereits bei der obligatorischen Pressekonferenz. Höflich, sachlich und mehrsprachig wie immer, aber doch auch spürbar ernüchtert beantwortete der 38-Jährige die Fragen zu seiner 5:7, 5:7-Niederlage gegen den Österreicher Dominic Thiem.

Dem Publikumsliebling droht damit das Aus in der Vorrunde. Das ist ihm vor seiner insgesamt 17. Teilnahme am traditionellen Jahresabschluss der acht Saisonbesten erst ein einziges Mal passiert. Vor elf Jahren war er bei dem damals noch als Tennis Masters Cup in China ausgetragenen Event ebenfalls in der Gruppenphase hängen geblieben. Ein Szenario, das sich durch seine fünfte Pleite im siebten Duell mit Thiem nun erneut abzeichnet.

"Ich glaube, er hat einfach sehr gut gespielt", analysierte Federer und sprach von "normalem Erstrunden-Schluckauf", der seinen Auftritt an diesem Tag in den entscheidenden Momenten beeinträchtigt habe. Tatsächlich hatte Federer keineswegs vollständig enttäuscht, aber eben die entscheidenden Breaks jeweils beim Stand von 5:5 mit eigenen Fehlern ermöglicht. "Mein Spiel war heute einfach nicht gut genug", meinte er anschließend.

In seiner Vorrundengruppe "Björn Borg" steht der Maestro damit bereits gehörig unter Druck. Nachdem zuvor Novak Djokovic mit 6:2, 6:1 über den Italiener Matteo Berrettini hinweggefegt war, könnte eine weitere Niederlage bereits den K.o. für Federer bedeuten. "Im Prinzip ist das ganz normal", spielte er diesen Umstand jedoch herunter: "Ich darf nicht mehr verlieren ab jetzt. So ist das aber bei jedem anderen Turnier im Jahr auch."

Vielmehr wolle er es "positiv sehen, dass es überhaupt noch weiter geht", meinte Federer: "Das ist eine Chance, mich zu rehabilitieren." Überhaupt gebe es noch genug Grund für Optimismus. Schließlich habe er sein zweites Match bei dem Event "noch nie verloren", war zudem schon im Vorjahr mit einer Niederlage gestartet und dann doch noch ins Halbfinale marschiert.

Am Dienstag (15.00 Uhr/Sky) ist Federer, mit sechs Titeln Rekordsieger des Finals-Events, allerdings gegen Berrettini unter Zugzwang. Am Donnerstag wartet dann das abschließende Duell mit Djokovic. Es ist die erste Begegnung der beiden Dauerrivalen seit ihrem epischen Wimbledon-Finale im Juli. Noch so eine Niederlage, die Federer so schnell wie möglich hatte abhaken wollen.

(ako/sid)