Andrea Petkovic findet in Miami zu alter Stärke

Tennis: Petkovic findet in Miami zu alter Stärke

Unter der heißen Frühjahrssonne Miamis hat Andrea Petkovic ihr Lächeln zurückgewonnen. Sogar zum Tanzen war der deutschen Nummer eins nach ihrer jüngsten Partie auf der Palmen-Insel Key Biscayne zumute.

"Vielleicht sind es die Frühlingsgefühle", sagte Petkovic. "Ich fühle mich in Miami einfach wohl, und dann spielt man auch gut." Petkovic wirkt äußerlich gelöst oder wie es die sonnenverwöhnten Amerikaner in Miami sagen: relaxed.

Die Weltranglistenzehnte hat in der Nacht zu gestern zum zweiten Mal das Halbfinale des mit 5,38 Millionen Dollar dotierten WTA-Turniers in Miami erreicht. Gegen die Tschechin Karolina Pliskova setzte sich die 27-Jährige unaufgeregt 6:4, 6:2 durch und blieb damit auch im vierten Spiel in Serie ohne Satzverlust. Schon im Achtelfinale hatte die 27-jährige Deutsche die Russin Jekaterina Makarowa auf dem Hartplatz souverän 6:1, 7:5 besiegt. Es ist Petkovics bislang größter Erfolg seit ihrem Halbfinaleinzug bei den French Open im vergangenen Jahr. Die Darmstädterin blüht nach ihrem Fehlstart in das laufende Tennis-Jahr unter der Sonne Miamis auf.

In die Saison war die Weltranglistenzehnte vor rund zwei Monaten mit drei Erstrundenpleiten in Folge gestartet - ein Albtraumstart für die erfolgsverwöhnte Sportlerin, die bereits 2011 das Halbfinale des renommierten Turniers in Miami erreicht hatte und in ihrer Karriere trotz diverser schwerwiegender Verletzungen, darunter ein Kreuzbandriss und ein Riss des Innenminiskus, bereits sechs WTA-Turniere und zwei Deutsche Meisterschaften gewinnen konnte.

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Im Winter hatte sich Petkovic gewohnt akribisch auf das neue Tennisjahr vorbereitet, alles aus ihrem Körper herausgekitzelt, um da zu sein, wenn es in den Wettkämpfen um Sieg oder Niederlage geht. Mit ihrem Trainer arbeitete Petkovic emsig an ihrem Spiel, um es facettenreicher zu machen und noch weniger berechenbar für ihre Gegner. Auf den Platz bringen konnte ihr Spiel in den ersten Monaten der Saison aber nicht; inzwischen scheint sich die gute Vorbereitung indes auszuzahlen. "Ich habe mich davon nicht verrückt machen lassen, ich wusste ja: Ich bin gut vorbereitet, ich muss es nur umsetzten", sagt Petkovic. Zu Jahresbeginn habe sich alles wie ein "Ganzkörperkrampf" angefühlt, inzwischen ist die Lockerheit zurückgekehrt.

Das bekam Karolina Pliskova zu spüren. Gegen die Tschechin, die in der Weltrangliste nur vier Positionen hinter ihr geführt wird, dominierte Petkovic von Beginn an. Als aus dem 4:1 im ersten Satz ein 4:4 wurde und sie anschließend drei Breakbälle gegen sich hatte, behielt die Deutsche Nummer eins die Nerven. Sie gewann den Satz und spielte sich im zweiten Durchgang einen 3:0-Vorsprung heraus. "Zum Ende des ersten Satzes hatte ich etwas Glück, und in der Folgezeit habe ich dann besser und besser gespielt", sagte sie.

Der Viertelfinal-Sieg ist das zweitbeste Ergebnis der Darmstädterin in diesem Jahr. Dieser Erfolg relativiert sich nur mit Blick auf die Gegner der 27-Jährigen im laufenden Turnier etwas: Der ganz große Name der Tenniswelt war bislang nicht unter Petkovics Gegnerinnen auf der Sonneninsel Key Biscayne. Das wird auch im kommenden Halbfinale so bleiben, in dem wiederum eine lösbare Aufgabe auf Petkovic wartet. Heute trifft sie in Key Biscayne auf die Spanierin Carla Suarez Navarro, die sich im Viertelfinale gegen die US-Amerikanerin Venus Williams mit 0:6, 6:1 und 7:5 durchsetzte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Petkovic zieht in Miami ins Halbfinale ein

(RP)
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