Alexander Zverev in starker Form vor French Open

Dritter Masters-Titel: Ein Versprechen für Paris – Zverev wieder master-haft

Alexander Zverev gewinnt in Madrid seinen dritten Masters-Titel. Gute Voraussetzungen, um auch bei den French Open in Paris weit zu kommen.

Auf dem Weg von Madrid nach Rom begleitete Alexander Zverev die Hochachtung seines Konkurrenten. "Ich würde sagen: Neben Roger und Rafa ist er jetzt der Beste", versicherte Dominic Thiem. Der Österreicher taugt zweifelsohne als Kronzeuge für eine derartige Behauptung - am Sonntag unterlag er im Finale des Masters-Turniers in Madrid einem Alexander Zverev, der sich nach einem doch eher durchwachsenen Start in die Saison auf dem vorläufigen Höhepunkt seines Schaffens zu befinden scheint.

Zverevs Woche in der spanischen Hauptstadt mit eindrucksvoll zu beschreiben, ist fast untertrieben: Mit 6:4, 6:4 gewann er gegen den Weltranglistenachten Thiem, der im Viertelfinale immerhin Sandplatzkönig Rafael Nadal besiegt hatte. Zuvor hatte der 21 Jahre alte Hamburger im Turnierverlauf keinen Satz abgegeben, nur einen Breakball musste er abwehren auf dem Weg zu seinem zweiten Turniersieg in diesem Jahr nach München in der Woche zuvor, neun Matches nacheinander hat er nun gewonnen.

"Das war eine unglaubliche Woche für mich, hoffentlich kommen noch viele weitere", sagte Zverev. Zunächst spielt er in dieser Woche beim Masters-Turnier in Rom, dort ist er Titelverteidiger. Doch tatsächlich ist auch dies nur ein Zwischenschritt auf dem Weg nach Paris, zu den French Open (ab 21. Mai), wo es einfach nur darum gehen wird, ob Zverev die Versprechen, die er durch seine mittlerweile wieder herausragenden Leistungen abgibt, nun auch endlich mal bei einem Grand Slam einlösen kann.

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Neben den Branchengrößen Roger Federer, Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray ist Zverev jetzt der einzige aktive Spieler mit drei Masters-Titeln - Madrid war bereits sein insgesamt achter Turniersieg. Seine Form im Hinblick auf die French Open könnte wohl kaum besser sein, doch sie erscheint trügerisch: Bei den Grand Slams ist das Achtelfinale 2017 in Wimbledon das bisher beste Resultat von Zverev, im Vorjahr schied er als Sieger von Rom bereits in der ersten Runde der French Open aus.

Für Boris Becker, Ratgeber von Zverev und an der Seite seines einstigen Managers Ion Tiriac Augenzeuge beim Finale in Madrid, ist der Erfolg bei einem Grand Slam freilich nichts, was sich über Nacht einstellt. "Grand Slams", erläutert der dreimalige Wimbledonsieger, "haben wirklich etwas mit Erfahrung zu tun." Heißt: Wie teile ich meine körperlichen und geistigen Kräfte über ein zweiwöchiges Turnier ein? "Irgendwann", versicherte Becker vor wenigen Tagen, "knackt man den Code."

Körperlich jedenfalls scheint Zverev besser gerüstet als bei vergangenen Grand Slams. Über den Winter hat er vier Kilo an Muskelmasse aufgebaut, auch daraus erklärt sich der ein wenig holprige Saisonstart: Zverev musste erst wieder in seinen Körper hineinwachsen. Jetzt fühlt er sich offensichtlich prima, wie bereits in München lobte er auch bei der Siegerehrung in Madrid seinen Fitnesscoach Jaz Green. Der hat auch schon Andy Murray zum Grand-Slam-Sieger getrimmt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Zverev gewinnt Finale von Madrid gegen Thiem

(SID)