Angehörige: "Zwei Mörder auf freiem Fuß": "Superbowl-Morde": Überraschender Freispruch

Angehörige: "Zwei Mörder auf freiem Fuß": "Superbowl-Morde": Überraschender Freispruch

Atlanta (sid). Drei Tage nach dem Fallenlassen der Mordanklage gegen Footballstar Ray Lewis (Baltimore Ravens) wurden auch dessen beiden Freunde Joseph Sweeting und Reginald Oakley von der Anklage im Prozess um die sogenannten "Superbowl-Morde" freigesprochen.

Nach nur fünfstündiger Beratung entschied die zwölfköpfige Jury des Gerichts von Fulton County, dass die von Staatsanwalt Paul Howard präsentierten Beweise nicht für eine Verurteilung ausreichten.

Howard zeigte sich nach dem Urteilsspruch genauso geschockt wie die zahlreich erschienenen Angehörigen der beiden am 30. Januar in Atlantas Nobelstadtteil Buckhead erstochenen Jacinth Baker und Richard Lollar. "Wir sind unheimlich enttäuscht, weil zwei Mörder auf freien Fuß gesetzt werden. Meines Erachtens haben wir ausreichend Beweismaterial präsentiert, um die beiden Angeklagten lebenslang hinter Gitter zu schicken."

Die Verteidiger der Angeklagten hatten in ihrem Schluss-Plädoyer die These aufgestellt, dass die Morde von einem mysteriösen schwarzgekleideten Mann ("Man in Black") ausgeführt wurden, der am Tatort gesehen worden war. Nach dem Freispruch der beiden Hauptangeklagten ist Ray Lewis der einzige Beteiligte, der in dem landesweit vielbeachteten Prozess bestraft wurde.

Wegen Behinderung der Polizeiarbeit und Falschaussage wurde der Footballer zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und der Übernahme von einem Drittel der Prozesskosten - immerhin über eine Million US-Dollar - verurteilt.

(RPO Archiv)
Mehr von RP ONLINE