1. Sport

Sportstars werden zu Filmstars: Hollywood, TV-Serien, Gastrollen

Hollywood, TV-Serien, Gastrollen : Wenn es Sportstars zu Film und Fernsehen zieht

So mancher Sportstar sorgt mit seinen Auftritten und Erfolgen für Show und Spektakel. Da ist der Weg zur Schauspielerei nicht allzu weit. Bei Film und Fernsehen greift man seit Jahren gerne auf sportliche Gaststars zurück. Das schauspielerische Talent ist dabei oft nebensächlich.

Franz Beckenbauer, Uwe Seeler, Pelé, David Beckham, Zinedine Zidane und nun Zlatan Ibrahimovic - die Liste der schauspielenden Fußballstars ist lang. Und damit ist nicht das Talent gemeint, sich besonders aufsehenerregend auf dem Platz zu wälzen oder eine schlimme Verletzung zu simulieren. Bei Film und Fernsehen sind prominente Fußballer immer wieder für Gastauftritte oder Nebenrollen gefragt. Hin und wieder dürfen sie aber auch prominenter mitspielen. So zum Beispiel Frankreichs Weltmeister von 1998 Zidane als Numérodix in „Asterix und die Olympischen Spiele“ oder sein Landsmann Eric Cantona im Oscar-prämierten Kinofilm „Elizabeth“. Cantona hat seitdem eine zweite Karriere als Schauspieler gestartet und inzwischen in mehr als 20 Filmen mitgespielt, die meisten davon waren französische Produktionen. Vinnie Jones hat es nach seiner Fußballkarriere mit Stationen beim FC Wimbledon und FC Chelsea zu einer zweiten Karriere im Filmgeschäft gebracht. Er spielt vor allem in actionreichen Produktionen mit. So zum Beispiel in „X-Men“ oder „Snatch“.

Auch David Beckham war schon mehrfach prominent in Filmen zu sehen - zum Beispiel in „King Arthur“. Für seine Leistung auf der Leinwand bekam er 2015 allerdings vor allem Spott und Häme in England. Doch das schauspielerische Talent der Fußballer ist zumeist auch eher nebensächlich. Sie bringen Fans mit und sorgen für Aufmerksamkeit. Oft spielen sie ohnehin sich selbst oder zumindest einen Fußballer. Neben Beckham und Zidane kommen so zahlreiche weitere Spieler von Real Madrid in den drei „Goal“-Filmen zu schauspielerischen Ehren. Sie sind dort, was sie auch im wahren Leben sind: ein Fußballteam, Weltstars, Freunde. Der frühere Torhüter von Dortmund, Schalke und Arsenal, Jens Lehmann, wagte sich für den Film „Themba“ im Jahr 2010 auf die andere Seite seines Sports und spielte einen Talentscout, der in Afrika einen kleinen Jungen unter seine Fittiche nimmt.

Schon Jahre zuvor haben ihre Vorgänger in diesem Genre ihnen den Weg ins Filmgeschäft bereitet. Weltmeister Franz Beckenbauer spielte sich in dem zumindest teilweise dokumentarischen Film „Libero“ irgendwie selbst und versucht es dann auf der komödiantischen Schiene in „Die Spaßvögel“ und „Olympia, Olympia“. Für mehr Aufsehen sorgte allerdings sein Teamkollege Paul Breitner als Sergant in „Potato Fritz“ an der Seite von Hollywood-Star Hardy Krüger. Breitners Auftritt wurde belächelt, der Film floppte trotz der Starbesetzung. Ähnlich erging es Uwe Seeler, der 1972 mit Heinz Erhardt in „Willi wird das Kind schon schaukeln“ spielte und dafür nur wenig Lob bekam.

Brasiliens Legende Pelé machte es besser. Er versuchte gar nicht erst, eine andere Rolle einzunehmen, sondern wirkte – wie auch Bobby Moore – 1981 in dem Weltkriegsdrama „Flucht oder Sieg“ als Fußballspieler mit. Star des Films war Sylvester Stallone. Carlo Ancelotti spielte in Terence Hills „Keiner haut wie Don Camillo“ ebenfalls einen Fußballer. 2016 wagte er sich dann aber noch mal an eine andere Rolle und hatte einen Gastauftritt als Arzt auf der Enterprise in „Star Trek Beyond.“

In Deutschland sind die Fußball-Promis vor allem in TV-Serien gern gesehene Gäste. Für den früheren BVB-Kapitän Roman Weidenfeller ging es 2020 auf das „Traumschiff“. An der Seite seines guten Kumpels Florian Silbereisen durfte er in der Neujahrsfolge der Kult-Filmreihe als er selbst mitspielen.
Legendär wurde der Auftritt von Berti Vogts als Jürgen Lampert im Tatort „Habgier“ im Jahr 1999. „Gib dem Kaninchen eine Möhre extra, es hat uns das Leben gerettet“, sagt er zu seinem Nachbarn und wirkt dabei ziemlich steif. Genau deshalb ist vielen diese Szene aber bis heute in Erinnerung.

Thomas Müller und seine Frau spielten 2017 deutlich souveräner in einer Folge der ARD-Serie „Hubert und Staller“ mit. Und die Tradition von schauspielernden Bayern-Stars setzten auch Mats Hummels, David Alaba und Joshua Kimmich fort, die sich Elyas M’Barek für den dritten und letzten Teil seiner „Fack Ju Göhte“-Reihe ins Team holte. Besonders hoch war die Anforderung für die drei nicht. Sie sind in einer Szene zu sehen und liefern sich als Jogger ein Wettrennen mit der Hauptrolle Chantal, die auf dem Rad unterwegs ist. Jerome Boateng hat es sogar bis nach Hollywood geschafft und ist mit einem Cameo-Auftritt für wenige Sekunden in „Men in Black International“ zu sehen.

Doch wer sagt, dass nur Fußballer auch auf der Leinwand eine mal mehr, mal weniger gute Figur machen können? Zahlreiche Filmstars waren vorher bereits als Sportler erfolgreich. Johnny Weissmüller war der Pionier auf diesem Gebiet. Der US-Schwimmer wurde 1924 und 1928 ingesamt fünfmal Olympiasieger. Sein sportlicher Erfolg öffnete ihm die Tür nach Hollywood. Auch heute kennt man noch seinen Tarzan-Schrei. In zwölf Filmen spielte er zwischen 1932 und 1948 die Rolle und wurde damit berühmt. Viel sagen musste er als Tarzan nicht, was seiner fehlenden Begabung als Schauspieler zugute kam. „Das Publikum verzeiht meine Schauspielerei, weil es weiß, dass ich ein Athlet bin“, sagte Weissmüller einmal.

Zur gleichen Zeit wurde die norwegische Eiskunstläuferin und Olympiasiegerin Sonja Henie zur bestbezahlten Schauspielerin ihrer Zeit.

Bud Spencer wird vor allem für seine kultigen Western-Komödien an der Seite von Terence Hill verehrt. Der 2016 verstorbene italienische Schauspieler war zuvor aber Schwimmer und Wasserballspieler und nahm 1952 und 1956 an den Olympischen Spielen teil.

Auch heute ist der eine oder andere Ex-Athlet für seine Filme mindestens so berühmt wie für seine sportlichen Erfolge. Dass Arnold Schwarzenegger erst durch seine Karriere als Bodybuilder und als Mr. Universum nach Hollywood kam, gerät inzwischen zwar fast in Vergessenheit. Aber nur über diesen sportlichen Erfolg wurde seine Laufbahn als Schauspieler und Politiker möglich. Er gilt in den USA als Paradebeispiel für den gelebten Amerikanischen Traum.

Dass Action-Star Jason Statham vor seiner Laufbahn als Schauspieler Wasserspringer war, ist weniger bekannt. Zwölf Jahre lang war er Teil des britischen Nationalteams. Seinen Durchbruch als Schauspieler schaffte er 2002 mit „The Transporter“. Seit dem ist er auf der Leinwand deutlich erfolgreicher als er es vom Ein-Meter-Brett war.

Ohnehin haben Sportstars in den USA auch bei Film und TV gute Chancen. Vor allem in den zahlreichen Sitcoms aber auch in Hollywood-Filmen sind Gastauftritte von Sportlern keine Seltenheit. So ist Shaquille O’Neal regelmäßig in Filmen von Adam Sandler zu sehen - zum Beispiel in „Kindsköpfe 2“ oder „Urlaubsreif“. 1994 startete seine Filmkarriere mit „Blue Chips“. Michael Jordan spielt in Space Jam und Boxer Mike Tyson erlangte auf der Kinoleinwand vor allem durch die „Hangover“-Filme bei der Generation, die ihn nicht als Boxer gesehen hat, Bekanntheit. Er spielte aber auch bei Scary Movie und Crocodile Dundee mit.

Eislaufprinzessin Katarina Witt rückte durch ihre beiden Goldmedaillen bei Olympia 1984 und 1988 ebenfalls in Hollywood in den Fokus. In den 1990er Jahren tauchte die Deutsche so in kurzen Szenen in „Jerry Maguire“ und „Ronin“ auf. Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher durfte wie Fußballer Zidane 2008 bei Asterix mitspielen, als Schumix.

Und auch im deutschen Fernsehen rühmen sich die Produzenten gerne mit Sportsternchen. Otto Walkes nutzte seine Freundschaft zu Steffi Graf und verschaffte der Tennis-Legende eine Rolle in seinem Film „Otto - der Außerfrieische“ - natürlich als Tennisspielerin. Die früheren Wintersportstars Magdalena Neuner (Biathlon) und Maria Höfl-Riesch (Ski Alpin) hatten jeweils Gastauftritte in der seit Jahren erfolgreichen ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“. Und auch in anderen Produktionen dürfen sich Spotler immer mal wieder zeigen.

Hier geht es zur Infostrecke: Die besten Filmauftritte der Fußball-Stars