Sport in NRW: Lehrer sollen keine Vereinstrainer sein

NRW-Schulministerin : Sportlehrer sollen keine Vereinstrainer sein

Sportvereine in NRW müssen auch künftig ihre Trainer selber bezahlen oder auf ehrenamtliche Kräfte zurückgreifen. Dem Vorschlag, Sportlehrer im Vereinssport einzusetzen, erteilte Schulministerin Gebauer jetzt eine Absage.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat dem Vorschlag, Sportlehrer künftig während ihrer Arbeitszeit auch als Trainer im Vereinssport einzusetzen, eine Absage erteilt. „Für eine Abordnung von Lehrkräften in den Vereinssport gibt es in NRW weder Spielraum noch kommt sie für mich als Ministerin in Betracht.“ Sportlehrer würden als Bedienstete des Landes für ihre „herausfordernden Fulltime-Tätigkeit“ bezahlt.

Der Geschäftsführer der Deutschen Eishockey-Liga, Gernot Tripcke, hatte in einem Interview mit unserer Redaktion gefordert, die Klubs durch staatliche Angestellte zu entlasten. „Die Vereine im Breiten- und Leistungssport müssen auf schlecht bezahlte Trainer oder Ehrenamtler zurückgreifen. Ich halte es für sinnvoll, dass Schullehrer dort verstärkt am Nachmittag eingesetzt werden und diese Stunden angerechnet bekommen.“

Als Grund für seinen Vorschlag nannte Tripcke die im internationalen Vergleich schlechtere staatliche Förderung des Sports in Deutschland. „Wir schauen etwas neidisch in Länder, wo Jugendarbeit in die Schule integriert und staatlich gefördert wird. In Deutschland haben wir auch Zehntausende super ausgebildete Sportlehrer. Aber diese Ressource verschenken wir aktuell komplett.“

Das komplette Interview mit Tripcke und seinem Basketball-Kollegen Stefan-Holz und Handball-Geschäftsführer Frank Bohmann finden Sie hier.

(cbo)
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