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Skifahrer Grugger stürzt schwer auf der Streif

Skifahrer Grugger stürzt schwer auf der Streif

Kitzbühel (sid) Die "Streif" in Kitzbühel ist ihrem zweifelhaften Ruf als gefährlichste Skirennstrecke der Welt zum wiederholten Mal gerecht geworden. Beim Trainingslauf für die Weltcup-Abfahrt morgen stürzte der österreichische Routinier Hans Grugger auf der eisigen und ruppigen Piste schwer. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in die Uni-Klinik nach Innsbruck geflogen und am Nachmittag von Neurochirurgen notoperiert. "Er hat ein Schädel-Hirn-Trauma, Brustverletzungen und war nicht ansprechbar", berichtete Markus Aichner, Sprecher des Österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV).

In Innsbruck stellte der Leitende Unfallchirurg Professor Michael Blauth schwere Kopfverletzungen fest. Grugger wurde, wie in solchen Fällen üblich, der Schädel geöffnet. Eine Prognose wollte ÖSV-Mannschaftsarzt Herbert Resch nicht geben. Gegen 18.30 Uhr teilte der ÖSV mit, laut Ärzteteam sei die Operation gut verlaufen und Grugger auf die neurochirurgische Intensivstation verlegt worden. Weitere Informationen sollen heute folgen.

"Ich habe den Sturz gesehen – es war extrem schlimm zum Anschauen. Wenn du so etwas siehst, denkst dir schon: Soll ich mir das antun?", sagte der Österreicher Michael Walchhofer, Führender im Abfahrtsweltcup. Der 29 Jahre alte Grugger, Gewinner von vier Weltcup-Abfahrten, war mit der Startnummer fünf auf die berühmt-berüchtigte Strecke gegangen. Schon kurz nach dem Start verlor er nach der ersten Linkskurve beim Sprung in die "Mausefalle" die Kontrolle über seinen Körper. Beim Aufprall flogen Brille und Stöcke davon, ein Ski ging zu Bruch, Gruggers Kopf schlug mehrmals auf die harte Piste. "Er war sofort bewusstlos", teilte Aichner mit. Nach dem Sturz rutschte Grugger den steilen Hang hinunter und blieb regungslos liegen. Sofort eilten Rettungskräfte zu ihm, im Zielraum stieg der Hubschrauber auf. "Der Sprung ist extrem gefährlich und weit. Wenn man mit dem Schwung vorher nicht fertig ist, wird es gefährlich", sagte Gruggers Landsmann Georg Streitberger, der drei Nummern zuvor als Zweiter gestartet war.

Bei der Anfahrt auf die "Mausefalle" wenige Fahrsekunden nach dem Start haben die Läufer nur wenig Platz und Zeit, um sich auf den Sprung vorzubereiten. Nach dem Sturz herrschte gespenstische Ruhe an der Strecke. Erinnerungen wurden wach an den Sturz des Schweizers Daniel Albrecht, der vor zwei Jahren in Kitzbühel am Zielsprung verunglückte. Er lag anschließend drei Wochen im künstlichen Koma. Albrecht ist mittlerweile in den alpinen Weltcup zurückgekehrt, besichtigte die Strecke sogar am Morgen mit den anderen Rennläufern, wird aber bei den Rennen von Freitag bis Sonntag (Super-G, Abfahrt, Slalom) nicht an den Start gehen.

(RP)