Fünf Medaillen bei der EM: Ringen: Deutsches Team übertrifft Überwartungen

Fünf Medaillen bei der EM: Ringen: Deutsches Team übertrifft Überwartungen

Riga (rpo). Gleich fünf Medaillen haben die deutschen Freistil-Ringer bei den Europameisterschaften geholt - und damit alle Erwartungen übertroffen. Am Abschlusstag wäre es aber fast noch einmal mehr Gold geworden.

Am abschließenden Wettkampftag holte sich Anita Schätzle (VfK Mühlenbach/72 kg) den EM-Titel, Ex-Weltmeister Alexander Leipold (VfK Schifferstadt/74 kg) und Stefanie Stüber (ASV Daxlanden/59 kg) gewannen Silber, Alexandra Demmel (SV Hallbergmoos/51 kg) sicherte sich Bronze. Bereits am Samstag hatte Weltmeisterin Brigitte Wagner (SV Hallbergmoos/48 kg) die Goldmedaille gewonnen.

Der 33 Jahre alte Leipold verpasste durch eine 2:3-Niederlage nach Verlängerung gegen Titelverteidiger Arpad Ritter (Ungarn) allerdings seinen vierten EM-Titel nach 1991, 1995 und 1998. Der Routinier beendete aber gleichzeitig die lange Negativserie des deutschen Männerteams, das seit drei Jahren keine Medaille bei einer internationlen Meisterschaft gewonnen hatte. Auch die persönliche Durstrecke des Weltmeisters von 1994 nach dem wegen Dopings aberkannten Olympiasieg von Sydney ist vorbei.

Wie schon bei den Titelkämpfen der jüngsten Vergangenheit konnte aber auch in Riga vor allem das Frauenteam des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) überzeugen. Alle sieben Starterinnen platzierten sich unter den ersten sechs und gewannen damit die Nationenwertung. "Wir haben gezeigt, dass wir ein sehr gutes Team haben. Unser Weg zur WM stimmt", meinte Bundestrainer Jürgen Scheibe und blickte bereits auf die Weltmeisterschaften im September in New York voraus. Dort qualifizieren sich die ersten zehn jeder Gewichtsklasse für die Olympischen Spiele in Athen.

Die Hoffnungen von Scheibe ruhen in erster Linie auf der erst 19 Jahre alten Wagner. "Brigitte hat clever und abgebrüht gerungen. Bei einem großen Wettkampf ringt sie einfach immer besser als bei jedem anderen Turnier", erklärte der Coach. Die Welt- und Europameisterin geht die kommenden Aufgaben gelassen an. "Ich will in New York die direkte Olympia-Qualifikation schaffen. Ich bin nicht die einzige Favoritin, gehöre aber sicherlich zum engeren Kreis", sagte Wagner dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Auch DRB-Cheftrainer und Sportdirektor Wolfgang Nitschke lobte die Vorstellung des "schwachen Geschlechts". "Wir haben insgesamt eine sehr starke Mannschaftsleistung gezeigt, die von den Frauen geprägt war. Sie gehören zur internationalen Spitze. Brigitte Wagner hat wieder bewiesen, dass sie schon in jungen Jahren eine Spitzenathletin ist", meinte der Coach.

Für Nitschke befindet sich aber auch das Männerteam im Aufwind. "Es gab für mich keine Enttäuschung. Alle waren unter den ersten zehn. Es war eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem Vorjahr erkennbar. Der Kurs Richtung Athen stimmt und wir gehen mit Zuversicht zur WM", meinte der Coach.

Neben den Medaillengewinnern verbuchten auch Andre Backhaus (AV Markneukirchen/84 kg), Christina Oertli (55 kg) und Annika Oertli (beide SV Hallbergmoos/67 kg) mit ihren vierten Plätzen gute Ergebnisse. Vasilij Zeiher (Luckenwalder SC/55 kg), Mario Koch (TuS Jena/60 kg), Engin Ürün (VfK Schifferstadt/66 kg), Cengiz Cakici (KSV Aalen/96 kg), Sven Thiele (SV Halle/120 kg) und Stephanie Gross (AC Ückerath/63 kg) waren nach der Vorrunde ausgeschieden.

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