Leverkusener wird Generalmanager der Basketball-Bundesliga: Reintjes bastelt an "Mini-NBA"

Leverkusener wird Generalmanager der Basketball-Bundesliga: Reintjes bastelt an "Mini-NBA"

Leverkusen (sid). Das "Produkt Basketball" soll ab der kommenden Saison kompetent und professioneller denn je an den Fan gebracht werden. Otto Reintjes, zuvor 20 Jahre erfolgreicher Manager des deutschen Rekordmeisters TSV Bayer 04 Leverkusen, wird ab dem 1. Juli zunächst für fünf Jahre den neu geschaffenen Posten des Generalmanagers der Basketball-Bundesliga GmbH (BBL) übernehmen. "Am wichtigsten wird es sein, unseren Sport besser in den Medien zu präsentieren", sagt der 50-Jährige.

Reintjes, seit einigen Monaten in die laufenden Verhandlungen um einen neuen TV-Vertrag involviert, wurde von den 14 Bundesliga-Klubs einstimmig in dieses Amt gewählt. Sein Nachfolger in Leverkusen wird der langjährige Bayer-Profi Thomas Deuster (36), der zurzeit in der Marketing-Abteilung des Chemie-Giganten beschäftigt ist.

Über Sendeplatzgarantien sowie eine solide TV-Einnahme für die Klubs (bisher rund 200.000 Mark pro Saison) soll das Interesse der Sponsoren geweckt und folglich die finanzielle Basis der Vereine mittelfristig verbessert werden. "Derzeit sind wir mit vier Partnern in Gesprächen, am weitesten mit der Kirch-Gruppe. Ende Juni dürfte alles klar sein", sagt Reintjes, nach dessen Vorstellungen ein Livespiel pro Woche und eine Magazinsendung plaziert werden sollen. Die Kirch-Gruppe steht für den Sendeverbund Sat.1, Premiere World und DSF.

Auf Visionär Reintjes, dessen großes Vorbild die nordamerikanische Profiliga NBA ist, wartet ein Berg Arbeit, um den Sport unter den Körben auf den Bildschirmen zu etablieren. An den Voraussetzungen wird bei der BBL fieberhaft gearbeitet. Schneller und somit attraktiver wird das Spiel in der kommenden Saison durch die von der Europa-Kommission des Weltverbandes Fiba der NBA angelehnten Spielzeit von viermal zehn Minuten (bisher zweimal 20) sowie die von 30 auf 24 Sekunden verkürzte Zeit für einen Angriff.

"Natürlich ist die NBA eine ganz andere Größenordnung, dennoch kann man sich einiges abschauen", sagt Reintjes. Eine kontinuierlich positive Entwicklung zeichnet sich bei den Hallen ab. Die BBL möchte mit Reintjes den Trend fortsetzen und eine der weltweit populärsten Sportarten in den großen deutschen Ballungszentren platzieren. Playoff-Halbfinalist und Pokalsieger Frankfurt Skyliners, der seine Lizenz vor einem Jahr vom TV Rhöndorf übernahm, sei "ein Lehrbeispiel".

Abgesehen von der Tatsache, dass in Braunschweig, Weißenfels, Trier, Ulm und Hagen neue Arenen bereits entstehen oder zumindest konkret geplant sind, soll laut Reintjes die Kölnarena in Zukunft eine wichtige Rolle im Basketball spielen, "in welcher Art und Weise auch immer". Gedacht ist an einen Umzug der Leverkusener, der Telekom Baskets Bonn oder sogar an ein kurzfristig in Köln angesiedeltes Team. Die Begegnung zwischen Bonn und Berlin, vor ein paar Wochen vor Europas größter Kulisse von 18.506 Zuschauern in der Kölnarena ausgetragen, habe gezeigt, "dass Basketball ein Event ist und auch solch eine Halle füllen kann".

(RPO Archiv)
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