Viermaliger Tour-de-France-Sieger Chris Froome kämpft sich nach Horrorsturz zurück

Froome nach Horrorsturz mit 54 km/h : "Der Unfall hat mich verändert"

Fast fünf Monate liegt sein Horrorsturz zurück, und noch immer humpelt Chris Froome heftig. Bis zur vollständigen Genesung ist es noch ein weiter weg.

Bis zur vollständigen Genesung wartet in diesem Jahr auch noch eine Operation auf den viermaligen Tour-de-France-Gewinner - eine Metallplatte und sechs Schrauben müssen entfernt werden. Doch mit seinem Schicksal hadert der Brite nicht. "Der Unfall hat mich verändert", sagte Froome der Nachrichtenagentur AFP: "Es ist ein neuer Start."

In einem Mannschaftszeitfahren im Rahmenprogramm des Saitama Criteriums in Japan kehrte Froome auf die Strecke zurück, belegte gemeinsam mit Tour-Sieger Egan Bernal (Kolumbien) und Jonathan Castroviejo (Spanien) Platz zwei. Danach verabschiedete sich Froome eilig, um noch dem Halbfinale der Rugby-WM zwischen Südafrika und Wales (19:16) in Yokohama beizuwohnen.

Für das Straßenrennen am Sonntag reichte die Kraft noch nicht, dafür waren die Verletzungen, die er bei einem Trainingsunfall in Frankreich erlitten hatte, zu schwerwiegend. Nach mehreren Knochenbrüchen lag Froome zwischenzeitlich auf der Intensivstation und sagte später: "Ich bin froh, am Leben zu sein."

Bis zu dem folgenschweren Sturz hatte Froome seinen fünften Tour-Titel im Visier, mit dem er zu den Legenden Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain aufgeschlossen hätte. Mittlerweile setzt sich der 34-Jährige andere Ziele. "Solch eine Herausforderung hatte ich noch nie", sagte Froome: "Die Situation hätte ich als unglaublich schwierig und negativ empfinden können, aber ich habe versucht, das umzukehren, um etwas Beispielloses zu erreichen."

Motivation schöpft Froome aus der Streckenführung der Tour de France 2020, die den Bergspezialisten entgegenkommt. Auch auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Tokio freut er sich. Einen Teil des Kurses besichtigte Froome am Freitag im strömenden Regen und mit gemächlichem Tempo. "Ich habe noch nie bei einem Eintages-Rennen triumphiert. Aber die olympische Strecke ist fantastisch. Ich kann es kaum erwarten herauszufinden, was nötig ist, um solch ein Rennen zu gewinnen", sagte Froome.

(eh/sid)