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Tour de France 2022 - heute: Das erwartet die Fahrer auf der sechsten Etappe​

Alles zur Tour de France : Das erwartet die Fahrer auf der sechsten Etappe

Auf der sechsten Etappe steht das mit 219,9 Kilometer längste Teilstück dieser Tour vom belgischen Binche nach Longwy an. Die Strecke ist angelegt wie ein Klassiker, ständig geht es hoch und runter. Für Sprinter dürfte es keine Chance auf eine Massenankunft geben.

So international war ein Tour-Auftakt selten: Die ersten acht Etappen führen durch vier Länder, nach Dänemark und Frankreich geht es nun in Belgien los, am Samstag erreicht die Frankreich-Rundfahrt die Schweiz. Und langsam wird es ernst: Bevor am Donnerstag die erste Bergankunft ansteht, wartet mit der sechsten Etappe das längste Teilstück (219,9 Kilometer).

Dieses dürfte zu schwer für die klassischen Sprinter sein, besonders das Finale hat es in sich: Fünf Kilometer vor dem Etappenende liegt die knackige Bergwertung der 3. Kategorie an der Cote de Pulventeux, und auch auf dem Weg ins Ziel an der Zitadelle von Longwy geht es mit teils elf Prozent Steigung entscheidend aufwärts. Es ist ein Terrain für bergfeste Spurter - so wie 2017, als Weltmeister Peter Sagan für Bora-hansgrohe siegte.

Tour de France 2022: Alle Infos über den Grand Départ in Dänemark, die Favoriten Tadej Poga?ar und Primoz Roglic, das gelbe Trikot und mehr

Roglic' Schmerzen: Am Mittwoch renkte sich Primoz Roglic seine ausgekugelte Schulter selbst wieder ein. Der Slowene ist fest entschlossen, die Tour fortzusetzen. Die Frage ist, wie groß seine Schmerzen sein werden und ob Roglic gut auf dem Rad sitzen kann. Im vergangenen Jahr quälte sich der 32-Jährige nach einem schweren Sturz noch einige Tage, ehe er das Rennen aufgab.

Sagans Traum: Beim letzten Tour-Besuch in Longwy vor fünf Jahren siegte Peter Sagan auf der Cote des Religieuses. Dabei war der Slowake auf den letzten Metern sogar aus einer Pedale gerutscht. Nach mageren Jahren präsentiert sich Sagan bei dieser Tour wieder in besserer Verfassung und war in den Sprints immer gut dabei. Die Ankunft in Longwy dürfte Erinnerungen wecken und vielleicht wiederholt Sagan seinen Sieg.

+++ 6. Juli +++

Österreicher Gogl muss nach spektakulären Crash mit Fan operiert werden

Ein folgenschwerer Zusammenprall mit einem Zuschauer hat den österreichischen Radprofi Michael Gogl zur Aufgabe bei der Tour de France gezwungen. Auf der fünften Etappe touchierte zunächst der Schweizer Daniel Oss einen unachtsamen Zuschauer auf einer Kopfsteinpflasterpassage mit dem Kopf und kam zu Fall. Der dahinter ranrasende Gogl konnte bei hoher Geschwindigkeit nicht mehr ausweichen und flog über das Rad von Oss. Dabei zog sich Gogl nach Angaben seines Teams Alpecin-Deceuninck einen Beckenbruch und einen Schlüsselbeinbruch zu und muss operiert werden.

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Sowohl Oss als auch der ebenfalls in den Sturz verwickelte Danny van Poppel setzten das Rennen fort. „Leute, bitte bleibt von der Straße weg“, schrieb Radprofi Simon Geschke bei Twitter. Bereits im vergangenen Jahr war es bei der Tour zu einem schweren Sturz gekommen, als der Deutsche Tony Martin in das auf die Straße gehaltene Pappschild einer Zuschauerin raste, mit dem sie ihre Großeltern grüßen wollte.

Pogacar weist Konkurrenz in die Schranken

Titelverteidiger Tadej Pogacar hat seinen ärgsten Rivalen in der „Hölle des Nordens“ eine Lektion erteilt und ist beim brutalen Kopfsteinpflaster-Abstecher der Tour de France nur knapp am Gelben Trikot vorbeigeflogen. In einer chaotischen und von vielen Stürzen überschatteten Staubschlacht machte der 23 Jahre alte Slowene beim Überraschungssieg des Australiers Simon Clarke einen weiteren Schritt zu seinem dritten Gesamtsieg.

Pogacar als Siebter kam 51 Sekunden hinter einer sechsköpfigen Ausreißergruppe um Clarke ins Ziel, nachdem er sich mit einem starken Antritt aus dem verbliebenen Hauptfeld gelöst hatte. Mit einer fulminanten Aufholjagd rettete der früh gestürzte Belgier Wout van Aert das Gelbe Trikot und sorgte an einem rabenschwarzen Tag für das Jumbo-Team für Schadensbegrenzung.

Die deutschen Hoffnungen auf einen großen Coup von John Degenkolb oder Nils Politt erfüllten sich hingegen nicht. Stattdessen glänzend Max Walscheid trotz eines spektakulären Überschlags in der Anfangsphase als Zwölfter und Max Schachmann auf Platz 13.

„Es war extrem schnell schon durch die neutrale Phase, extrem hektisch, zahlreiche Stürze. Richtung erste Paves war es extrem schnell, es wurde gar nicht mehr langsam. Es war ein Ausscheidungsfahren nach hinten“, sagte Schachmann.

Jumbo-Topstar Primoz Roglic war mit 2:08 Rückstand auf Pogacar der Verlierer des Tages, auch er war gestürzt. Aber auch allen anderen Herausforderern nahm der 23 Jahre alte Pogacar mit einer taktischen Meisterleistung auf unbekanntem Terrain - Paris-Roubaix hat er nie bestritten - Zeit ab. Dem dänischen Vorjahreszweiten Jonas Vingegaard allerdings nur 13 Sekunden.

In der Gesamtwertung führt van Aert mit 13 Sekunden Vorsprung auf den US-Amerikaner Neilson Powless, der beim größten Karriere-Erfolg von Überraschungsmann Clarke Vierter wurde. Pogacar liegt auf Platz vier (+0:19) und könnte am Freitag bei der ersten Bergankunft Gelb übernehmen.

Große Probleme hatte frühzeitig van Aert: Einen Tag nach seinem grandiosen Etappensieg von Calais geriet er in einem nervösen Rennen in Schwierigkeiten, als er nach rund 60 km an einer Verkehrsinsel stürzte und sich erst mühsam offenbar mit Schmerzen an der Schulter aufrappelte.

Weil das Feld zu diesem Zeitpunkt schnell unterwegs war, musste van Aert eine Lücke von mehr als einem Kilometer zufahren - und entging dabei nur knapp einem erneuten Crash, als er unaufmerksam beinahe auf ein bremsendes Teamfahrzeug auffuhr. Der Belgier hatte zudem Glück, dass er trotz grenzwertiger Aufholjagd im Auto-Windschatten ohne Zeitstrafe davon kam.

Das bietet die fünfte Etappe

Die fünfte Etappe der 109. Tour de France haben sich alle Teams dick im Roadbook markiert. Die Kopfsteinpflasterpassagen im Norden Frankreichs freuen die Spezialisten und ärgern die Klassementfahrer. Über 153,7 Kilometer geht es von Lille zum berüchtigten Wald von Arenberg.

Degenkolbs Pflaster: John Degenkolb ist ein Unikat. Als einzigem aktiven Profi wurde dem Roubaix-Sieger von 2015 die Ehre zu teil, dass eine Kopfsteinpflasterpassage nach ihm benannt wurde. Über einen Teil des Degenkolb-Pavés führt auch die Etappe am Mittwoch. Der 2,8 Kilometer lange Abschnitt ist der schwerste der elf Pavés. Insgesamt führen 19,4 Kilometer über Kopfsteinpflaster.

Van der Poels Hoffnung: Bisher hielt sich Mathieu van der Poel zurück. Doch auf dem Kopfsteinpflaster dürfte es für den niederländischen Star kein Halten mehr geben. Sein Ziel ist nicht nur der Etappensieg. Der Cross-Spezialist hat zudem die Hoffnung auf das Gelbe Trikot, liegt nur 38 Sekunden hinter Spitzenreiter Wout van Aert.

Pogacars Problem: Um gut über das raue Pflaster zu kommen, hatte das Team UAE Matteo Trentin für die Tour nominiert. Der Italiener sollte Tadej Pogacar auf der Etappe beschützen. Allerdings musste Trentin kurz vor Tour-Beginn wegen eines positiven Coronatests zurückziehen. Für Pogacar könnte das ein Problem werden, denn ein gleichwertiger Helfer auf diesem Terrain ist nicht im Aufgebot. Andererseits hat der Titelverteidiger im Frühjahr gezeigt, dass er auch auf Kopfsteinpflaster stark fahren kann.

+++5. Juli+++

Van Aert gewinnt vierte Etappe und baut Gesamtführung aus

Gala-Vorstellung in Gelb: Belgiens Radsport-Superstar Wout van Aert hat bei der Tour de France nach einer Wahnsinns-Attacke im Stil seines großen Landsmanns Eddy Merckx die erste Etappe auf französischem Boden gewonnen. Nach drei zweiten Plätzen beim Grand Depart in Dänemark triumphierte der 27 Jahre alte Gesamtführende am Dienstag in Calais als Solist - und zeigte sich wie einst Merckx als Kannibale.

„Das Trikot verleiht dir Flügel“, sagte van Aert nach seiner Machtdemonstration. Mit einem unwiderstehlichen Antritt am letzten Anstieg rund 10 km vor dem Ziel hatte van Aert mit seinem unglaublich starken Jumbo-Visma-Team das Feld gesprengt und war alleine Richtung Ziel gerast. Dort hatte der 27-Jährige bei seinem insgesamt siebten Etappensieg acht Sekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Jasper Philipsen, der nach 171,5 km den Sprint des Peloton gewann.

Alleskönner van Aert, der im Vorjahr im Sprint, im Zeitfahren und am Mont Ventoux Tour-Tagessiege gefeiert hatte, baute seine Führung im Gesamtklassement aus. Da der neue Kannibale auch am Mittwoch bei der „Roubaix-Etappe“ auf Kopfsteinpflaster zu den Favoriten gehört, dürfte das „Maillot jaune“ erst am Freitag bei der ersten Bergankunft auf der Planche des Belles Filles ernsthaft in Gefahr geraten.

Wie schon bei den beiden langen Etappen in seiner Heimat hatte der Däne Magnus Cort (EF Education-EasyPost) früh die Flucht nach vorne angetreten. „Ich habe hier dei besten Tage meiner Karriere, das ist alles ein Traum für mich“, sagte der Mann mit dem markanten Schnauzbart, der rund 450 der bisherigen 570 Rennkilometer als Ausreißer bestritten hat.

Mit dem Träger des Bergtrikots setzte sich am Dienstag nur der Franzose Anthony Perez (Cofidis) ab, beide fuhren zeitweise über sieben Minuten Vorsprung heraus. Die deutschen Kandidaten für eine Ausreißergruppe wie der nationale Meister Nils Politt (Köln/Bora-hansgrohe) hielten sich zurück.

Weil das Feld angesichts der harten kommenden Tage Körner sparen wollte, durften sich Cort und Perez lange an der Spitze austoben. Erst in der zweiten Rennhälfte beendete das Peloton den „Bummelstreik“. 45 km vor dem Ziel ließ Perez Cort stehen, beide wurden aber vom Feld geschluckt - Perez am letzten Anstieg.

Die Favoriten um Titelverteidiger Tadej Pogacar (Slowenien) verlebten einen lange einen ruhigen Tag - bis van Aert und Jumbo ernst machten. Auf der fünften Etappe werden die Topstars mehr Arbeit haben: Zwischen Lille und Arenberg stehen elf der berüchtigten Kopfsteinpflaster-Sektoren an, die auch beim Klassiker Paris-Roubaix absolviert werden. Für die teils federleichten Klassementfahrer ist die Gefahr des Zeitverlusts gegeben, die Spezialisten hingegen wittern ihre Chance.

„Die Vorfreude ist groß“, sagte John Degenkolb, einer von nur zwei deutschen Gewinnern von Paris-Roubaix (2015) und Gewinner des bislang letzten Tour-Ausflugs in die „Hölle des Nordens“ (2018).

4. Tour-Etappe: Chancen für Ausreißer und Sprinter

Für die 4. Etappe der 109. Tour de France gibt es zwei Schlüsselelemente. Das eine ist der Wind. Der soll am Dienstag aus Nordwesten und damit auf den letzten 20 der insgesamt 171,5 Kilometer von Dünkirchen nach Calais von der Seite kommen. Blieben die gefürchteten Windkanten in Dänemark aus, könnte es sie bei der Rückkehr in die Heimat der Tour geben. Und dann ist da noch die Cote du Cap Blanc-Nez. Ein kleiner Anstieg gut zehn Kilometer vor dem Ziel, der für die schweren Sprinter zum Problem werden könnte. Ausreißer werden ihre Chancen suchen, ebenso Teams mit hügelfesten Sprintern wie Peter Sagan oder Wout van Aert. Das Finale dürfte so oder so dynamisch werden. Die Schlüsselpunkte der Etappe:

Der Wind: Auf den Etappen in Dänemark blies der Wind meist von vorn. Die gefürchteten Windkanten blieben aus, einige Fahrer bezeichneten die Etappen als Trainingsfahrt. Auf den letzten 20 Kilometern nach Calais könnte es Action geben. Der Wind soll aus Nordwesten und damit von der Seite kommen. Das dürfte zu Nervosität im Feld führen.

Cote du Cap Blanc-Nez: Die nackten Zahlen sind nicht gerade furchteinflößend. 900 Meter lang ist die Cote du Cap Blanc-Nez und weist eine Durchschnittssteigung von 7,5 Prozent auf. Für die meisten Sprinter dürfte der Hügel 11,5 Kilometer vor dem Ziel allerdings zu schwer sein. Der Anstieg an der Kanalküste dürfte zur Schlüsselstelle der Etappe werden, Teams von kletterfesten Sprintern wie van Aert oder Peter Sagan werden ordentlich Druck machen.

+++3. Juli+++

Jakobsen und Groenewegen schreiben unglaubliche Tour-Story

Erst schrieb Fabio Jakobsen vor einem Millionen-Publikum beim dänischen Auftakt der Tour de France ein Radsport-Märchen. Dann schlug 24 Stunden später in Dylan Groenewegen ausgerechnet der Fahrer zurück, dessen Manöver Jakobsen vor zwei Jahren beinahe getötet hätte: Mit den Etappensiegen der beiden niederländischen Widersacher hat schon das Auftakt-Wochenende für eine der unglaublichsten Geschichten der Frankreich-Rundfahrt gesorgt.

„Es war mental eine harte Zeit, nach all dem, was passiert ist. Das ist für meine Frau und meinen Sohn, das bedeutet mir sehr viel“, sagte der 29 Jahre alte Groenewegen, nachdem er am Sonntag in Sönderborg unweit der deutschen Grenze den Massensprint in einer Millimeter-Entscheidung vor dem Belgier Wout van Aert gewonnen hatte. Van Aert geht nach drei Tagen bei sagenhafter Volksfest-Stimmung auf den Straßen zwischen Kopenhagen und Flensburger Börde im Gelben Trikot in den ersten Ruhetag am Montag.

Für Landsmann Jakobsen reichte es am Sonntag nur zu Platz fünf, nach seinem Coup vom Vortag war der 25-Jährige diesmal im Finale eingeklemmt gewesen. Dass er aber knapp 700 Tage nach dem fürchterlichen und von Groenewegen verursachten Crash bei der Polen-Rundfahrt nun ein Tour-Etappensieger ist, war Wunder genug.

„Es war ein langer Weg. Ich bin Schritt für Schritt zurückgekommen. Ich bin wirklich glücklich“, sagte Quick-Step-Profi, der am Samstag den Spurt von Nyborg mit der spektakulären Überquerung der riesigen Storebaelt-Brücke für sich entschied.

Im August 2020 hätte ihn ein schwerer Rennunfall fast das Leben gekostet. In einem Zielsprint bei der Polen-Rundfahrt war Jakobsen von seinem Landsmann Groenewegen in die Absperrung gedrängt worden. Mit schweren Kopfverletzungen und nur noch einem Zahn im Mund lag Jakobsen im künstlichen Koma, das Schlimmste war zu befürchten.

„In dieser dunklen Phase hatte ich Angst, nicht zu überleben“, sagte er. Mit viel Glück und Willenskraft überlebte Jakobsen. Und mehr noch: Ein Dreivierteljahr später fuhr er wieder Rennen und feierte nun seinen ersten Tour-Erfolg: „Die Tour de France ist das Größte, ich wollte immer eines Tages hierher. Heute hat sich ein Kreis geschlossen.“

Das Verhältnis zu Groenewegen ist weiterhin kühl, es drohte zwischenzeitlich eine juristische Auseinandersetzung. Groenewegen war nach dem Crash monatelang gesperrt worden, jetzt gelang ihm der erste Tour-Erfolg nach der Zwangspause.

Vor dem Ruhetag verlor keiner der großen Favoriten auf den Gesamtsieg trotz der tückischen Windverhältnisse in Küstennähe Zeit. Titelverteidiger Tadej Pogacar hat acht Sekunden Vorsprung auf den Vorjahreszweiten Jonas Vingegaard, der in seiner dänischen Heimat frenetisch gefeiert wurde. Pogacars Landsmann Primoz Roglic liegt neun Sekunden hinter dem Champion zurück.

Eine ganz große Show für seine begeisterten Landsleute lieferte Magnus Cort ab. Der 29-Jährige sicherte sich am Samstag das Bergtrikot und wurde bei der Siegerehrung wie ein Popstar gefeiert. Einen Tag später ging Cort dann als Solist auf die Reise, hatte zeitweise 6:30 Minuten Vorsprung und sammelte unter Riesenjubel die Bergwertungen ein. Nach 130 km Alleinfahrt wurde er schließlich fröhlich winkend eingeholt.

Die deutschen Fahrer spielten am ersten Wochenende nur Nebenrollen. Cofidis-Profi Max Walscheid sprintete in Nyborg auf Platz zwölf, Alpecin-Mann Alexander Krieger kam am Sonntag auf Platz 15.

+++3. Juli+++

Das bringt die dritte Etappe der Tour

Im Segler-Paradies Sønderborg endet am Sonntagabend das Dänemark-Gastspiel der Tour de France. Auf den 182 Kilometern mit Start in Vejle sind nur vier kleinere Hügel zu bewältigen. Vielleicht spielt der Wind eine Rolle.

Die Sprinter: Nach den Planungen der Organisatoren bietet das Teilstück eine der wenigen Chancen auf einen echten Massensprint. Als Favorit dürfte Fabio Jakobsen nach seiner beeindruckenden Vorstellung am Samstag gelten. Andere Sprintstars wie der Australier Caleb Ewan, der Niederlander Dylan Groenewegen und der Belgier Jasper Philipsen stehen bereits unter Druck, ein Ergebnis liefern zu müssen.

Der Wind: Nachdem das große Windchaos auf der zweiten Etappe ausblieb, könnte es einen Tag später zu unübersichtlichen Situationen kommen. Auf den letzten 40 Kilometern wird es laut Vorhersage immer wieder Seitenwind geben und damit die Chance, dass das Feld auseinanderreißt. Die Anwärter auf den Gesamtsieg dürfen sich keine Konzentrationsschwäche leisten.

Das Volksfest: Im Finale ihrer dreitägigen Tour-Party werden die Dänen noch einmal zahlreich an die Strecke pilgern. Insgesamt ließ man sich den Grand Départ 24 Millionen Euro kosten - zumindest nach Berechnungen der Zeitung „Politiken“. Über die wahren Kosten wird die dänische Öffentlichkeit nicht informiert, was im Land für Diskussionen sorgt. Die Regierung beruft sich auf Geheimhaltungsklauseln.

+++2. Juli+++

Jakobsen gewinnt zweite Tour-Etappe – van Aert in Gelb

Mit der Hilfe des Gelben Trikots zum Debüt-Erfolg: Der niederländische Radprofi Fabio Jakobsen hat bei seiner Tour-Premiere gleich den ersten Massensprint der 109. Frankreich-Rundfahrt gewonnen und sich endgültig für einen persönlichen Leidensweg entschädigt. Der 25-Jährige vom Team Quick Step Alpha Vinyl setzte sich am Samstag nach 202,5 km vor traumhaftem Panorama im dänischen Nyborg vor dem Belgier Wout van Aert und dem Dänen Mads Pedersen (Trek-Segafredo) durch.

Im Finale wurde Jakobsen, der bei seinem Team den Vorzug vor Tour-Rekordetappensieger Mark Cavendish erhalten hatte, von Yves Lampaert unterstützt. Lampaert hatte am Freitag das Gelbe Trikot beim Zeitfahren in Kopenhagen erobert, musste es nun aber an van Aert abgeben. Der Allrounder vom Team Jumbo-Visma profitierte von sechs Bonussekunden für seinen zweiten Platz. Als bester Deutscher erreichte Max Walscheid (Neuwied/Cofidis) als Zwölfter das Ziel.

Jakobsen war im August 2020 bei der Polen-Rundfahrt im Zielsprint von Kattowitz mit hohem Tempo in die Absperrung gestürzt und hatte sich lebensgefährliche Kopfverletzungen zugezogen. „Es war ein langer Weg. Ich bin Schritt für Schritt zurückgekommen. Ich bin wirklich glücklich“, sagte er nun.

Die zweite Etappe der Tour 2022 hatte zu Beginn ihren erwarteten Verlauf genommen. Eine vierköpfige Fluchtgruppe ohne deutsche Beteiligung machte sich früh auf den Weg und fuhr das erste Bergtrikot der Tour unter sich aus. Das beste Ende nach drei Anstiegen der 4. und niedrigsten Kategorie hatte der Däne Magnus Cort Nielsen (EF Education-EasyPost) für sich. Der letzte Ausreißer wurde rund 30 km vor dem Ziel gestellt.

Der Zusammenschluss des Feldes läutete das Finale ein. Zehn Kilometer vor der mächtigen Storebaelt-Brücke, die auf einer Gesamtlänge von 18 Kilometern den Großen Belt zwischen den Inseln Fünen und Seeland überspannt, entbrannten die Positionskämpfe. Die starken Seitenwinde sorgten für Stress im Feld, die Gefahr, durch Windkanten einen möglicherweise folgenschweren Rückschlag im Gesamtklassement zu erhalten, war groß.

Schon kurz nach der Auffahrt kam es zum ersten Crash - und auch das Gelbe Trikot ging zu Boden. Lampaert schaffte wenig später den Anschluss, das ganz große Chaos blieb aus, auch weil der Wind später von vorne kam.

Ein böser Crash blieb dennoch nicht aus: Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel kamen mehrere Fahrer zu Fall. Auch Top-Favorit Tadej Pogacar (UAE Emirates) wurde ausgebremst. Innerhalb der Drei-Kilometer-Marke verlor er aber keine Zeit. An der Spitze entbrannte der Kampf um den Tagessieg. Jakobsen siegte letztlich klar.

Das dänische Finale der 109. Tour ist auch ein Geschenk für die deutschen Radsport-Fans: Der Zielort Sönderborg, der 182 km nach dem Start in Vejle erreicht wird, liegt nur eine halbe Autostunde von der Nordgrenze der Bundesrepublik entfernt. Vor dem ersten Ruhetag - am Dienstag geht es 900 Kilometer entfernt in Dünkirchen weiter - dürften die Sprinter wieder in den Mittelpunkt rücken.

Jungels durfte trotz positiver Corona-Tests starten – Sportdirektor Steels abgereist

Die 109. Tour de France droht zu einer Corona-Lotterie zu werden. Nur kurz nach dem Sieg seines Fahrers Yves Lampaert am Freitag im Auftaktzeitfahren von Kopenhagen musste Tom Steels, Sportdirektor des Teams Quick-Step Alpha Vinyl, wegen eines positiven Tests abreisen. Innerhalb des Teams hat es damit binnen einer Woche sieben Coronafälle gegeben.

Ob Profis der Mannschaft als direkte Kontakte gefährdet worden sind, war zunächst nicht bekannt. Zur zweiten Etappe am Samstag, die Lampaert im Gelben Trikot bestritt, wurde der einstige Weltklasse-Sprinter Steels durch den Italiener Davide Bramati ersetzt.

Während mehrere positiv getestete Fahrer verschiedener Teams kurz vor dem Tour-Start ersetzt werden mussten, durfte der luxemburgische Profi Bob Jungels trotz zweier positiver Tests in die Tour starten. Die medizinische Kommission des Weltverbandes UCI und der Tour-Organisatoren bescheinigten dem Klassementfahrer des Teams AG2R Citröen in Absprache mit dem Team-Arzt eine geringe Viruslast und stuften ihn als nicht ansteckend ein.

Dies geschah im Einklang mit den Corona-Regeln, die von den Tour-Organisatoren kurz vor Beginn der Frankreich-Rundfahrt gelockert worden waren. Ein positiver Corona-Befund bedeutet demnach nicht mehr zwingend den Ausschluss eines Fahrers, der betroffene Profi wird auf seine Viruslast hin untersucht. Zudem entfiel die Regel, dass bei zwei positiven Corona-Fällen das gesamte Team ausgeschlossen wird.

+++2. Juli+++

Das bringt die zweite Etappe am Samstag

Nach seinem Coup zum Auftaktzeitfahren rollt der Belgier Yves Lampaert im Gelben Trikot der Tour de France durch Dänemark. Es ist wahrscheinlich, dass der Klassikerspezialist die Führung auf der 202,2 Kilometer langen zweiten Etappe von Roskilde nach Nyborg erfolgreich verteidigt.

Der Wind: Das Finale führt über die fast 20 Kilometer lange Brücke über den Großen Belt und war im Vorfeld ein großes Thema. Allerdings wird dort laut Wettervorhersage Gegenwind herrschen, so dass das gefürchtete Chaos ausbleiben dürfte. Das könnte es allerdings in den etwa 30 Kilometern vor der Brücke geben, wenn sich das Feld in Richtung Süden bewegt und der Wind von der Seite kommt.

Pogacars Konkurrenz: Nach der ersten Niederlage im Auftaktzeitfahren müssen Primoz Roglic und Co. die Stärke ihres Teams Jumbo-Visma ausnutzen und Tadej Pogacar unter Druck setzen. Gelingt es, den Slowenen bei Seitenwind abzuhängen, kann in der Theorie ein großer Vorsprung herausgefahren werden. Doch das weiß auch Pogacar, der sich nicht überraschen lassen will. „Es heißt: wir gegen ihn. Wir müssen unsere Karten richtig spielen“, sagte Roglic' Helfer und Vorjahreszweite Jonas Vingegaard.

Der gelbe Lampaert: Mit seiner Fahrt in das Gelbe Trikot sorgte Yves Lampaert für einen Coup. Und der Belgier dürfte die Führung im Gesamtklassement zunächst behalten. Schließlich gilt der 31-Jährige als Klassikerspezialist, der mit dem Terrain der Auftaktwoche bestens zurecht kommt. Außerdem wird Lampaert seinen Sprinter Fabio Jakobsen in eine gute Position fahren wollen und sich somit oft vorn im Feld aufhalten.

+++1. Juli+++

Lampaert „schwimmt“ ins Gelbe Trikot – Pogacar setzt erstes Zeichen

Der Belgier Yves Lampaert ist in der Wasserschlacht von Kopenhagen überraschend ins erste Gelbe Trikot der 109. Tour de France gerast, Titelverteidiger Tadej Pogacar landete gleich zum Auftakt einen Punktsieg: Bei Lampaerts Triumph in einem spektakulären Zeitfahren kam Sloweniens Dominator auf Platz drei und nahm seinen größten Rivalen die ersten Sekunden ab. Im strömenden Regen überzeugte auch der deutsche Meister Lennard Kämna mit Rang 19.

„Das ist unglaublich, ich kann's nicht verstehen. Hier fahren die Allerbesten, und ich liege vorne“, sagte der 31 Jahre alte Quick-Step-Profi Lampaert, nachdem er sich auf dem 13,2-km-Kurs in Dänemarks Hauptstadt vor Hunderttausenden Fans in 15:17,76 Minuten vor Landsmann Wout van Aert (+4,55 Sekunden) und Pogacar (+7,03) durchgesetzt hatte - es war sein erster Sieg bei einer großen Landesrundfahrt. Zeitfahr-Weltmeister Filippo Ganna (Italien/Ineos Grenadiers) wurde Vierter (+10,02).

Das Gelbe Trikot hat Lampaert wohl nur von Pogacar geborgt. „Zu Gelb sagt man nicht nein. Wenn es die Möglichkeit gibt, hole ich es mir“, hatte Pogacar vor dem Auftakt-Showdown klargestellt. Der 23 Jahre alte Toursieger von 2020 und 2021 ging dann aber bei tückischen Verhältnissen auf spiegelglattem Asphalt nicht das allerletzte Risiko ein.

Es reichte aber, um gegenüber den ärgsten Rivalen die Nase vorne zu haben: Landsmann Primoz Roglic (8.) nahm er ebenso wie dem dänischen Vorjahreszweiten Jonas Vingegaard (7.) acht, dem Briten Geraint Thomas (17.) zwölf, Bora-Kapitän Alexander Wlassow (21.) 31 Sekunden ab. Ein Desaster erlebten der viermalige Tour-Champion Chris Froome mit 1:13 und Frankreichs Liebling Thibaut Pinot mit 1:18 Minuten Rückstand auf Pogacar.

Die deutschen Profis blieben vor allem von Stürzen verschont. „Ich bin anfangs relativ vorsichtig gefahren und habe bestimmt etwas liegen gelassen, kann aber zufrieden sein“, sagte Bora-Profi Kämna, der 25 Sekunden Rückstand auf Lampaert hatte.

Insgesamt zufrieden sein durfte auch Kämnas Teamkollege Max Schachmann, der im Blindflug auf Rang 27 kam. „Ich hätte nicht ohne Visier fahren dürfen, das war nicht klug“, sagte der Berliner: „Es ist nichts gewonnen, aber auch nichts verloren.“ Cofidis-Profi Max Walscheid kam auf Rang 30. „Die Stimmung war überwältigend, das hat unheimlich Spaß gemacht“, sagte der 1,99-m-Hüne in der ARD.

Erstmals begann eine Frankreich-Rundfahrt im radsportverrückten Dänemark, und erstmals seit 2017 begann sie mit einem Zeitfahren. Auch damals hatte es in Düsseldorf wie aus Kübeln geschüttet, was einige teils schwere Stürze zur Folge hatte.

Wie angekündigt hatte kurz vor dem Rennstart mitunter heftiger Regen eingesetzt, der sich laut Voraussage mit fortlaufender Renndauer verstärken sollte. Die Topfavoriten auf den Gesamtsieg hatten sich deshalb für recht frühe Startplätze entschieden. Das war kein Vorteil: Gegen Rennmitte wurde es besser. Vor allem in der frühen Phase kam es aber zu Stürzen. Gleich zweimal erwischte es den Schweizer Mit-Tagesfavoriten Stefan Bissegger. Auch der Franzose Christophe Laporte, für den bis Rennende die beste Zwischenzeit vermerkt war, ging zu Boden.

Die erste wirkliche Marke im Ziel setzte Mathieu van der Poel. Den niederländischen Enkel des großen Raymond Poulidor, 2021 sechs Tage lang in Gelb, löste erst van Aert nach einer knappen Stunde in der „Leaders Box“ ab - ehe Lampaert bei bereits besseren Bedingungen die Favoriten düpierte.

Das erwartet die Fahrer beim Tour-Auftakt

Am Freitagnachmittag erreicht die Tour-Party in Kopenhagen ihren Höhepunkt. In einem 13,2 Kilometer langen Zeitfahren wird das erste Gelbe Trikot der 109. Frankreich-Rundfahrt vergeben.

Strecke: Der erste Arbeitstag dauert nur etwa eine Viertelstunde. Die Zeitfahrstrecke durch die Innenstadt von Kopenhagen ist komplett flach, doch die über 20 Kurven machen den Kurs technisch nicht einfach. Zudem soll der Asphalt nach Berichten einiger Fahrer seine Tücken haben. Eine viel größere Rolle dürfte das Wetter spielen. Für den Nachmittag sind Regenschauer vorhergesagt. Deshalb entschieden sich die Topfahrer für frühe Startzeiten. Herausforderer Primoz Roglic fährt um 16.20 Uhr, Tour-Champion Tadej Pogacar um 17.05 Uhr kurz vor Weltmeister Filippo Ganna und Allrounder Wout van Aert. Der erste Fahrer startet um 16.00 Uhr, um 18.55 Uhr rollt der letzte Profi von der Rampe.

Favoriten: Vieles deutet auf einen Zweikampf zwischen Ganna und van Aert hin. Ganna hat sich eigens einen neuen Zeitfahranzug schneidern lassen, ist zudem auf einer neuen und noch aerodynamischeren Rennmaschine unterwegs. Kleine Chancen hat auch Mathieu van der Poel. Der Alleskönner aus den Niederlanden trägt ebenfalls einen neuen Maßanzug. Kostenpunkt: 3000 Euro.

Deutsche Chancen: Lennard Kämna überraschte beim Giro d'Italia in einem vier Kilometer kürzeren Zeitfahren mit Platz acht. Eine ähnliche Leistung ist dem deutschen Meister auch in Kopenhagen zuzutrauen. Max Walscheid, ebenfalls ein starker Zeitfahrer, sieht geringe Chancen auf eine gute Platzierung, da er bei seinem neuen Team Cofidis noch nicht das optimale Setup gefunden hat.

+++ 30. Juni 2022 +++

Pogacar und Roglic starten im Zeitfahren früh

Die Topfavoriten auf den Gesamtsieg bei der am Freitag in Kopenhagen beginnenden Tour de France haben sich beim Auftaktzeitfahren für recht frühe Startnummern entschieden. Titelverteidiger Tadej Pogacar (Slowenien/UAE Team Emirates) geht als 66. von 176 Startern um 17.05 Uhr auf den 13,2 km langen Kurs in der dänischen Hauptstadt. Landsmann und Herausforderer Primoz Roglic (Jumbo-Visma) startet bereits als 21. Fahrer um 16.20 Uhr.

Hintergrund dürften die Wetteraussichten sein: Am Freitagnachmittag soll es verstärkt zu Schauern kommen. Eröffnen wird das Zeitfahren der Franzose Jeremy Lecroq (B&B Hotels-KTM) um 16 Uhr, letzter Starter ist um 18.55 Uhr der Spanier Marc Soler (UAE Team Emirates). Der deutsche Zeitfahr-Meister Lennard Kämna (Wedel/Bora-hansgrohe) ist um 17.23 Uhr an der Reihe. - Ausgewählte Startzeiten für das Auftakt-Zeitfahren der Tour de France (Start-Abstand eine Minute):

16.00 (1. Starter): Jeremy Lecroq (Frankreich/B&B Hotels-KTM)

16.11: Mathieu van der Poel (Niederlande/Alpecin-Deceuninck)

16.20: Primoz Roglic (Slowenien/Jumbo-Visma)

16.41: Geraint Thomas (Großbritannien/Ineos Grenadiers)

16.42: Jonas Vingegaard (Dänemark/Jumbo-Visma)

16.56: Thibaut Pinot (Frankreich/Groupama-FDJ)

16.58: Max Walscheid (Neuwied/Cofidis)

17.01: Maximilian Schachmann (Berlin/Bora-hansgrohe)

17.03: Filippo Ganna (Weltmeister/Italien/Ineos Grenadiers)

17.04: Wout van Aert (Belgien/Jumbo-Visma)

17.05: Tadej Pogacar (Titelverteidiger/Slowenien/UAE Team Emirates)

17.09: Peter Sagan (Slowakei/TotalEnergies)

17.17: Alexander Krieger (Stuttgart/Alpecin-Deceuninck)

17.23: Lennard Kämna (deutscher Meister/Wedel/Bora-hansgrohe)

17.57: Jonas Rutsch (Erbach/EF Education-EasyPost)

18.04: Simon Geschke (Berlin/Cofidis)

18.14: Chris Froome (Großbritannien/Israel-Premier Tech)

18.22: John Degenkolb (Gera/DSM)

18.43: Georg Zimmermann (Augsburg/Intermarche-Wanty-Gobert Materiaux)

18.51: Nils Politt (Köln/Bora-hansgrohe)

18.55 (176. und letzter Starter): Marc Soler (Spanien/UAE Team Emirates)

Erneute Razzia beim Team Bahrain-Victorious

Razzia vor dem Start der Tour de France: Das Hotel des Teams Bahrain Victorious ist am frühen Donnerstagmorgen von dänischen Beamten durchsucht worden. Die Polizei in Kopenhagen handelte im Auftrag der französischen Staatsanwaltschaft, die seit der Tour 2021 wegen Doping-Verdachts gegen die Equipe ermittelt.

Bei der zweistündigen Untersuchung wurden ab 5.30 Uhr alle Fahrzeuge des Teams sowie die Zimmer des Personals und der Fahrer durchsucht. Es seien keine Gegenstände beschlagnahmt worden, teilte das Team mit. Man sei allen Aufforderungen der Beamten nachgekommen, zudem werde man sich zu diesem Thema nicht weiter äußern.

Performance Direktor Vladimir Miholjevic gab auf einer Pressekonferenz am Nachmittag ein knappes Statement ab. Man warte auf Details vonseiten der Ermittler, „um zu verstehen, was der Grund für diese Aktion ist.“ Man sei als Team nun auf das Rennen fokussiert. Der Besuch durch die Polizei sei für die Fahrer aber „nicht hilfreich“ gewesen.

Bereits am Montag waren in verschiedenen Ländern die Wohnungen mehrerer Teammitglieder durchsucht worden. Bahrain hatte damals erklärt, dass die seit fast einem Jahr laufenden Ermittlungen „zu keinem Ergebnis geführt haben“. Der Zeitpunkt dieser Untersuchung ziele darauf ab, „den Ruf des Teams absichtlich zu schädigen.“

Zudem kritisierte das Team, über den Fortgang und die Ergebnisse der Ermittlungen nicht informiert zu werden und keine Rückmeldung darüber zu erhalten. „Bahrain Victorious hat wiederholt um Akteneinsicht oder Kenntnisnahme über den Stand der Ermittlungen gebeten, jedoch ohne Erfolg“, hieß es in einem Statement.

Schon bei der Tour 2021 war es zu einer Razzia im Teamhotel in Pau gekommen. Wie die Staatsanwaltschaft Marseille damals mitteilte, sei eine Voruntersuchung wegen des möglichen „Erwerbs, des Transports, des Besitzes und der Einfuhr einer verbotenen Substanz oder Methode zur Verwendung durch einen Athleten ohne medizinische Rechtfertigung“ eingeleitet worden.

Im Oktober sickerte durch, dass in den Haaranalysen mehrerer Fahrer Spuren von Tizanidin gefunden worden waren, einem starken Muskelrelaxans, das gegen Multiple Sklerose eingesetzt wird. Tizanidin steht nicht auf der Liste verbotener Substanzen. Die Identitäten der Fahrer wurden nicht bekannt. Das Team bestritt, über die Untersuchungen informiert worden zu sein.

Einen Tag nach der Razzia in Pau gewann der Slowene Matej Mohoric die 19. Etappe nach Libourne. Bei der Zieleinfahrt hielt er sich den Zeigefinger in einer „Schweigegeste“ vor den Mund - eine Aktion, die stark an Lance Armstrong erinnerte. Mohoric steht auch in diesem Jahr im Aufgebot von Bahrain Victorious.

+++ 29. Juni 2022 +++

Pogacar-Helfer Trentin fällt nach positivem Corona-Test aus

Topfavorit Tadej Pogacar hat vor dem Angriff auf seinen dritten Tour-de-France-Sieg einen Rückschlag hinnehmen müssen. Der 23 Jahre alte Slowene kann bei der am Freitag in Kopenhagen beginnenden Frankreich-Rundfahrt nicht auf seinen Helfer Matteo Trentin zählen, nachdem der Italiener positiv auf Corona getestet worden war.

Wie das UAE Team Emirates am Mittwoch mitteilte, weise der dreimalige Tour-Etappensieger Trentin (32) keinerlei Symptome auf. Für ihn rückt der Schweizer Marc Hirschi ins Aufgebot.

Zuletzt hatte es im Radsport vor allem bei der Tour de Suisse zahlreiche Corona-Fälle gegeben. Die Veranstalter der Tour de France haben kurzfristig das strenge Corona-Reglement gelockert. Ein positiver Corona-Befund bedeutet nicht mehr zwingend den Ausschluss eines Fahrers. Zudem entfällt die Regel, dass bei zwei positiven Coronafällen das gesamte Team ausgeschlossen wird.

Prinz und Pop – Mehr als 10.000 Fans bei Teampräsentation der Tour

Mehr als 10.000 Radsport-Fans haben die Fahrer der 109. Tour de France bei der Teampräsentation in Kopenhagen gefeiert. Unter den Augen von Kronprinz Frederik und bei Musik der Pop-Band Lukas Graham herrschte am Mittwochabend Volksfeststimmung im Freizeitpark Tivoli. Besonders die dänischen Profis Jakob Fuglsang und Jonas Vingegaard wurden enthusiastisch gefeiert. Der Vorjahreszweite Vingegaard hatte teilweise Tränen in den Augen.

„Ich habe noch nie so eine Energie gespürt“, sagte der viermalige Tour-Sieger Chris Froome. Auch der erfahrene deutsche Profi John Degenkolb war beeindruckt: „Ich habe lange nicht mehr so eine krasse Stimmung erlebt. Die Atmosphäre war hier wirklich besonders.“ Insgesamt dauerte die Teampräsentation direkt am Ziel der ersten Etappe rund 90 Minuten. Die 109. Tour startet am Freitagnachmittag mit einem Einzelzeitfahren über 13,2 Kilometer.

Deutsches Tour-Team verweigert Russland-Frage an Kapitän Wlassow

Eine Frage zum Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist beim deutschen Rad-Team Bora-hansgrohe kurz vor dem Start der Tour de France unbeantwortet geblieben. Als dem russischen Kapitän Alexander Wlassow am Mittwoch in einer Videokonferenz via Chat die Frage gestellt wurde, was er davon halte, dass russische Tennisprofis aktuell in Wimbledon ausgeschlossen sind, er jedoch die Tour de France fahren könne, wurde die Frage vom Pressesprecher nicht weitergeleitet. Die Bitte eines anderen Journalisten, Wlassow diese Frage zu stellen, lehnte der Sprecher mit einem „Nö“ ab und beendete das Gespräch. Die Tour beginnt an diesem Freitag in Kopenhagen.

Wlassow hatte sich öffentlich bisher einmal Anfang März zu dem Krieg geäußert. „Wie viele Russen auch möchte ich nur Frieden. Ich bin keine politische Person und Leute wie ich wurden nicht gefragt, ob wir einen Krieg wollen. Es war für alle ein Schock und ich hoffe, dass es bald enden wird“, schrieb Wlassow damals auf Instagram.

Sein Teamchef Ralph Denk sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Für mich ist das auch Diversity, dass man sich hinter eine Person stellt, egal woher sie kommt. Denn diese Person, die bei uns Alexander Wlassow heißt, kann am wenigsten etwas dafür, dass Russland und die Ukraine einen Krieg führen. Da sind andere Herren verantwortlich, dass dort Krieg ist, aber sicher nicht ein russischer Staatsbürger, der seiner Leidenschaft, dem Sport, nachgeht.“

Neun deutsche Fahrer starten bei Frankreich-Rundfahrt

Zwei Tage vor dem Start ist Jonas Rutsch für die 109. Tour de France nominiert worden. Das Team EF Education-EasyPost teilte am Mittwoch mit, dass der 24 Jahre alte Hesse zum achtköpfigen Aufgebot zählt. Damit erhöht sich die Zahl der deutschen Tour-Starter auf neun Fahrer. So wenige waren es in den vergangenen 20 Jahren nicht. Die Tour startet am Freitag in Kopenhagen mit einem Einzelzeitfahren über 13,2 Kilometer.

Rutsch hatte sein Debüt bei der Frankreich-Rundfahrt im vergangenen Jahr gegeben. Am vergangenen Sonntag hatte der Allrounder bei den deutschen Meisterschaften im Sauerland Platz fünf belegt, zwei Tage zuvor im Zeitfahren war er Vierter geworden. Das Team von Rutsch hofft auf eine gute Platzierung im Gesamtklassement mit dem Kolumbianer Rigoberto Uran sowie auf Etappensiege aus Ausreißergruppen.

Mehr zu den deutschen Fahrern gibt es hier.

+++ 28. Juni 2022 +++

UCI lockert Corona-Regeln kurz vor dem Start in Kopenhagen

Trotz zahlreicher positiver Fälle in den vergangenen Wochen hat der Radsport-Weltverband UCI die Corona-Regeln kurz vor dem Start der 109. Tour de France gelockert. Vor dem Beginn und an zwei Ruhetagen müssen nun bei allen Fahrern und Teammitgliedern nur noch Antigen-Schnelltests statt PCR-Tests durchgeführt werden. Zudem entfällt die Regel, dass eine Mannschaft aus dem Rennen genommen wird, sobald zwei Fahrer positiv getestet werden. Das teilte die UCI am Dienstag mit. Die Mannschaften waren nach dpa-Informationen teilweise bereits am vergangenen Wochenende informiert worden. Die Tour beginnt am Freitag in Kopenhagen.

Ein positiver Schnelltest muss durch einen PCR bestätigt werden, bedeutet jedoch nicht - auch dies ist neu - zwangsläufig das Aus für die Tour. In Ausnahmefällen können der Chefarzt der UCI sowie der Covid-Arzt des Tourveranstalter ASO beschließen, dass ein Fahrer weiterfahren darf. Dafür muss gegeben sein, dass die infizierte Person nicht ansteckend ist und das Coronavirus übertragen kann.

Neben den verpflichtenden Tests vor und während der Tour gab die UCI dringende Empfehlungen aus. Diese beinhalten, dass sich alle Fahrer und Teammitglieder möglichst täglich einem Schnelltest unterziehen sollen. Am Dienstag war der Belgier Tim Declerq der erste nominierte Fahrer, der wegen eines positiven Corona-Tests auf einen Start verzichten musste.

Drei Deutsche im Bora-Aufgebot

Der deutsche Radrennstall Bora-hansgrohe geht mit Nils Politt, Lennard Kämna und Maximilian Schachmann in die 109. Tour de France. Das teilte Teamchef Ralph Denk am Montagabend im Podcast des Teams mit. Neben dem deutschen Trio wurden die Österreicher Felix Großschartner, Patrick Konrad und Marco Haller sowie der Russe Alexander Wlassow und der Niederländer Danny van Poppel berufen. Für den irischen Sprinter Sam Bennett, 2020 immerhin Gewinner des Grünen Trikots, war überraschend kein Platz im acht Fahrer umfassenden Aufgebot.

Die Tour startet am Freitag in Kopenhagen mit einem Einzelzeitfahren. Wlassow soll als Kapitän für ein starkes Ergebnis in der Gesamtwertung sorgen. „Wir hoffen auf das Podium, wollen offensiv und aggressiv fahren. Ein Etappensieg wäre ebenfalls schön. Dann wäre ich glücklich in Paris“, sagte Denk. Der in diesem Jahr immens starke Wlassow und Schachmann waren erst kürzlich an Covid-19 erkrankt, erholten sich jedoch offenbar schnell davon.

Für Etappensiege sollen vor allem der neue deutsche Meister Politt und Kämna sorgen. Kämna gelang dies bereits im Mai beim Giro d’Italia, den Bora später überraschend mit dem Australier Jai Hindley auch gewann.

Dursuchungen bei Bahrain-Victorious

Kurz vor der Abreise zur Tour de France sind Wohnungen von Fahrern und Betreuern des Teams Bahrain-Victorious durchsucht worden. Das teilte die Mannschaft am Montagabend mit. Dabei ließ die Mitteilung offen, welche Personen betroffen waren und wo die Durchsuchungen durch die Polizei stattfanden. Auch ein Grund wurde nicht angeführt. „Der Zeitpunkt dieser Untersuchung dient vorsätzlich dazu, den Ruf des Teams zu schädigen“, hieß es in dem Statement. Die Tour beginnt am Freitag in Kopenhagen.

Bei der vergangenen Frankreich-Rundfahrt waren in den Pyrenäen Hotelzimmer von Bahrain-Victorious durchsucht worden. Dabei wurden nach Angaben von Fahrern auch Handys beschlagnahmt. Ein Ergebnis der Ermittlungen steht offenbar noch aus. Bisher ist gegen keinen Fahrer ein offizielles Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, noch wurden Sperren verhängt. Bahrain-Victorious hatte bei der vergangenen Tour die Teamwertung sowie drei Etappen gewonnen.

Geschke dabei, Alaphilippe fehlt

Simon Geschke geht zum zehnten Mal bei der Tour de France an den Start. Der 36-Jährige, der 2015 die Bergetappe nach Pra-Loup gewonnen hatte, steht wie sein deutscher Kollege Max Walscheid im Aufgebot der französischen Cofidis-Mannschaft. Angeführt wird das Team vom Tour-Achten des vergangenen Jahres, Guillaume Martin aus Frankreich.

Die Frankreich-Rundfahrt startet am Freitag in Kopenhagen. Geschke hatte erst am Sonntag mit Platz drei bei den deutschen Meisterschaften überzeugt und ist als erfahrener Helfer gefragt. Walscheid, der im März noch einen schweren Trainingsunfall hatte, will sich auf den Flachetappen in Szene setzen.

Derweil findet die Tour ohne die beiden Stars Mark Cavendish und Julian Alaphilippe statt. Sowohl der britische Rekord-Etappensieger als auch Frankreichs Weltmeister fehlten am Montag im Aufgebot des Teams QuickStep-AlphaVinyl für die Rundfahrt, die am Freitag in Kopenhagen beginnt. Stattdessen setzt die belgische Mannschaft auf den niederländischen Sprinter Fabio Jakobsen und hofft außerdem auf Etappensiege durch den dänischen Klassikerspezialisten Kasper Asgreen.

Cavendish ist lediglich als Nachrücker nominiert. Der 37-Jährige hatte im Vorjahr den Etappenrekord von Eddy Merckx eingestellt und eigentlich auf seinen 35. Tageserfolg gehofft. Erst am Sonntag war Cavendish nach einer starken Vorstellung britischer Meister geworden. Nun kann er nur durch eine kurzfristige Erkrankung oder Verletzung eines Teamkollegen ins Aufgebot rücken. Den Verzicht auf Alaphilippe begründete das Team mit fehlender Form. Der 30-Jährige war im April bei Lüttich-Bastogne-Lüttich schwer gestürzt und erst am Sonntag ins Renngeschehen zurückgekehrt.

Corona-Angst geht um

Wenige Tage vor Beginn der Tour de France macht sich bei Deutschland Top-Radprofis Sorge vor eine möglichen Infektion mit dem Coronavirus und einem damit verbundenen Aus für die 109. Frankreich-Rundfahrt breit.

„Es ist nochmal ein Zittern, bis das Ergebnis kommt. Man merkt nicht einmal was, und auf einmal ist man positiv und mit einem Schlag ist die Vorbereitung seit den Klassikern für die Katz'“, sagte Cofidis-Profi Simon Geschke (36) am Sonntag nach seinem dritten Platz bei den deutschen Meisterschaften im Sauerland. „Es gibt natürlich immer Schlimmeres, aber es wäre definitiv eine herbe Enttäuschung.“

An diesem Montag steht für alle für die Tour in Frage kommenden Fahrer ein PCR-Test an, der letztlich über den Start bei der am Freitag in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen beginnenden Frankreich-Rundfahrt entscheidet.

„Es ist natürlich ein beschissenes Gefühl und die Angst ist durchaus begründet“, sagte der Meisterschafts-Fünfte Jonas Rutsch vom US-Team EF Education-EasyPost der Deutschen Presse-Agentur. Der 24 Jahre alte Südhesse steht vor seiner zweiten Tour-Teilnahme – sofern ihm ein positives Testergebnis nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht.

Bei der Tour de Suisse Mitte Juni hatte eine Corona-Welle das Teilnehmerfeld der 85. Schweiz-Rundfahrt erheblich ausgedünnt. Mehr als 40 Fahrer mussten das Rennen vorzeitig beenden, darunter auch Maximilian Schachmann. Der Bora-hansgrohe-Profi konnte deswegen nicht bei den nationalen Titelkämpfen im Sauerland teilnehmen und musste sein Meistertrikot kampflos an seinen Teamkollegen Nils Politt abgeben.

+++++27. Juni 2022+++++

Tour-Titelverteidiger Pogacar führt starkes UAE-Team an

Tadej Pogacar nimmt seinen dritten Sieg in Serie bei der Tour de France in Angriff. Der 23 Jahre alte Slowene wurde am Montag wie erwartet von seinem Team UAE als Kapitän für die 109. Frankreich-Rundfahrt nominiert. Pogacar gewann die beiden vergangenen Auflagen des bedeutendsten Radrennens der Welt, war insbesondere im Vorjahr eine Klasse für sich. Die Tour startet am Freitag in Kopenhagen mit einem 13,2 Kilometer langen Einzelzeitfahren.

Pogacar wurde ein Team aus starken Kletterern zur Seite gestellt. In den Bergen soll er vom Polen Rafal Majka, dem US-Amerikaner Brandon McNulty, dem Spanier Marc Soler sowie dem Neuseeländer George Bennett unterstützt werden. Zudem wurden der Norweger Vegard Stake Laengen und die beiden Klassiker-Spezialisten Matteo Trentin (Italien) und Mikkel Bjerg (Dänemark) nominiert. Der deutsche Sprinter Pascal Ackermann schaffte es wie erwartet nicht ins achtköpfige Aufgebot.

+++++23. Juni 2022+++++

Schachmann muss wegen Corona-Infektion um Teilnahme bangen

Der deutsche Straßenradmeister Maximilian Schachmann ist wenige Tage nach der Tour de Suisse auch positiv auf Corona getestet worden und muss um die Teilnahme an der Tour de France bangen. Seinen Start bei den deutschen Meisterschaften am Wochenende im Sauerland, wo er seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen wollte, hat er bereits abgesagt. „Auswirkungen auf eine mögliche Tour de France Nominierung lassen sich noch nicht abschätzen“, teilte sein Bora-hansgrohe-Rennstall am Donnerstag mit. Eigentlich war Schachmann für die am 1. Juli in Kopenhagen beginnende 109. Frankreich-Rundfahrt fest vorgesehen. Das Bora-Team will am Sonntag sein Aufgebot bekannt geben.

Bei der Tour de Suisse hatte es in der vergangenen Woche zahlreiche Corona-Fälle gegeben. Mehr als 40 Fahrer mussten das Rennen vorzeitig beendet. Auch in Schachmanns Team hatte es während der Rundfahrt drei positive Tests gegeben, darunter der Russe Alexander Wlassow, der sogar als Gesamterster das Rennen verlassen musste.

Schachmann hatte die Tour de Suisse dagegen beendet und den zehnten Gesamtrang belegt. Nun der Rückschlag. Dabei hatte den gebürtigen Berliner erst zu Beginn des Jahres eine Corona-Erkrankung und danach ein schwerer Infekt zurückgeworfen.

Die Favoriten für die Tour 2022.

+++++23. Juni 2022+++++

Achte Tour-Teilnahme für John Degenkolb - Arndt fehlt im Tour Aufgebot vom Team DSM

Der frühere Paris-Roubaix-Sieger John Degenkolb geht zum achten Mal bei der Tour de France an den Start. Der Klassikerspezialist steht im achtköpfigen Aufgebot seines Teams DSM für die am 1. Juli in Kopenhagen beginnende Frankreich-Rundfahrt. Für Landsmann Nikias Arndt war dagegen kein Platz in der DSM-Mannschaft. Angeführt wird das Team vom Franzosen Romain Bardet, dem Tour-Gesamtzweiten von 2016.

Degenkolb darf sich vor allem in der ersten Woche bei den kniffligen Windkanten- oder Kopfsteinpflaster-Etappen Hoffnungen auf einen Tagessieg machen. So führt die fünfte Etappe über elf Kopfsteinpflaster-Sektoren und endet kurz vor dem berüchtigten Wald von Arenberg, der stets Teil des Klassikers Paris-Roubaix ist. 2018 holte Degenkolb seinen einzigen Tour-Etappensieg auf einer ähnlichen Etappe in Roubaix.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zur Tour de France 2022.

(dpa/SID)