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Tour de France 2021: Doping-Jäger Vayer zweifelt an Sieger Tadej Pogacar

„Er hat geschauspielert“ : Doping-Jäger zweifelt an Tour-Sieger Pogacar

Tadej Pogacar stellte Rekorde ein, die fast 20 Jahre unantastbar waren. Auf herausragende Weise entschied der erst 22-Jährige die diesjährige Tour de France für sich – zu herausragend, findet der französische Doping-Jäger Antoine Vayer.

Der französische Doping-Jäger Antoine Vayer hat Zweifel an den herausragenden Leistungen des nun zweimaligen Tour-de-France-Siegers Tadej Pogacar angemeldet. „Pogacar verbessert Rekorde, die fast 20 Jahre lang unantastbar blieben. Im vergangenen Jahr war er an vier Bergen schneller als alle anderen in der Geschichte der Tour. In diesem kamen zwei neue Rekorde dazu“, sagte der 58-Jährige in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ am Montag. Die Tour 2021, bei der Pogacar seinen zweiten Titel einfuhr, erinnere ihn an die Tour 1999, als der inzwischen überführte Amerikaner Lance Armstrong erstmals triumphierte.

Dabei erinnere ihn der 22-Jährige nicht nur sportlich an den aus den Geschichtsbüchern verbannten Ex-Champion. „Pogacar verteidigt sich auf Pressekonferenzen wie Armstrong. Als wir Letzteren befragten, wie seine Leistungen zu erklären seien, sagte er immer wieder, er sei der am meisten getestete Mensch der Welt. Exakt die Verteidigungsstrategie wie Pogacar.“

Der Slowene gewann die am Sonntag beendete Tour mit einem Vorsprung von über fünf Minuten vor dem Dänen Jonas Vingegaard. Er dominierte in den Alpen und Pyrenäen, gewann zudem ein Einzelzeitfahren und hatte die Tour-Lage jederzeit im Griff. Dass Pogacar am Mont Ventoux einmal vom 24-jährigen Vingegaard abgehängt wurde, hält Vayer für ein durchschaubares Spiel. „Er hat geschauspielert, genauso wie Armstrong damals. Der Radsport ist ein Kosmos, in dem jeder nur so tut, als ob.“ Bislang gibt es für ein Fehlverhalten von Pogacars keine Anzeichen oder gar Beweise.

Tadej Pogacar will derweil nicht einmal eine Woche nach dem Sieg bei der Tour de France erneut Geschichte schreiben. Der Slowene peilt den Sieg beim olympischen Straßenrennen an. Zwar ist unklar, in welcher Verfassung der 22-Jährige aus der Tour kommt. Doch die Chance auf Gold am Samstag in Tokio will er sich nicht entgehen lassen. „Die gibt es nur alle vier Jahre, dieses Mal waren es sogar fünf. Ich werde für den Sieg fahren“, betonte der Jungstar. In Primoz Roglic haben die Slowenen noch einen weiteren Siegkandidaten im Team.

Die Strecke mit 234 Kilometern und fast 5000 Höhenmetern ist fast ein Abbild des Ardennen-Klassikers Lüttich-Bastogne-Lüttich. Und der wurde 2020 von Roglic und in diesem Jahr von Pogacar gewonnen. „Wir müssen mal sehen, wie die Regeneration läuft und ob ich den Jetlag gut wegstecke“, meinte Pogacar. Er sei auf jeden Fall super motiviert und freue sich auf die neue Erfahrung.

(kron/dpa)