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Tour de France 2021: Allrounder haben die größten Siegchancen

Zeitfahren und Bergankünfte : Eine Tour de France für Allrounder

Bei der diesjährigen Tour de France gibt es ein Einzelzeitfahren mehr als im Vorjahr – und eine Bergankunft weniger. Der Streckenverlauf ist wie gemacht für die Allrounder im Peleton.

Insgesamt 3.484,2 Kilometer müssen die Fahrer bei der 108. Tour de France zurücklegen. Dieses Jahr findet die Tour fast ausschließlich in Frankreich statt, lediglich der kleine Staat Andorra wird auch angefahren. Ursprünglich war das anders geplant: Der Start der Frankreich-Rundfahrt war eigentlich in Kopenhagen vorgesehen. Dort finden aber auch Spiele der verschobenen Fußball-EM statt. Stattdessen beginnen die Fahrer in der Bretagne.

Die erste Etappe führt von Brest nach Landerneau. 198 Kilometer müssen die Fahrer gleich am ersten Tag zurücklegen, der Schlussanstieg ist 3,1 Kilometer lang und im Schnitt 5,6 Prozent steil. Am zweiten Tag geht es zwei Mal über den Mur de Bretagne. Insgesamt sind die ersten Etappen eher hügelig, es geht auf und ab. Deswegen ist die Strecke wie gemacht für die sogenannten „Puncheure“. Also Fahrer, die ihre Stärken im welligem Gelände haben, die stark im Sprint und stark bei kurzen, steilen Anstiegen sind. Wie zum Beispiel der französische Weltmeister Julian Alaphilippe oder Superstar Peter Sagan.

Auf den hügeligen Auftakt folgen zwei Flachetappen, hier können sich die Sprinter hervortun. Die fünfte Etappe ist nur 27 Kilometer lang – auf der Strecke von Changé nach Laval findet das erste Einzelzeitfahren statt. Ein Favorit auf den Sieg beim Einzelzeitfahren ist der Italiener Filippo Ganna. Er ist amtierender Weltmeister im Zeitfahren und gewann beim Giro beide Rennen gegen die Uhr.

Die mit Abstand längste Etappe der Tour folgt am siebten Tag: Auf 249,5 Kilometern geht es von Vierzon nach Le Cruesot. Seit über 20 Jahren mussten die Fahrer der Tour nicht mehr eine solch lange Strecke zurücklegen. Bei der Tour 1998 ging es über 252 Kilometer von Plouay nach Cholet, gewonnen hat die Etappe damals der Niederländer Jeroen Blijlevens.

Nach der längsten Strecke müssen die Fahrer – ohne Ruhetag – direkt in die Alpen. Es folgen die ersten beiden Bergetappen. Die Zielankunft der zweiten Bergetappe ist zudem die erste Bergankunft der Tour de France. Hier gehören der Vorjahressieger Tadej Pogačar, sein slowenischer Landsmann Primož Roglič und der Kolumbianer Egan Bernal zu den Favoriten.

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Nach einem Ruhetag und einer Flachetappen verlassen die Fahrer die Alpen wieder – und kommen in der Provence an. Die erste Etappe in der Provence ist die elfte der Tour – und gehört zu den absoluten Highlights. Gleich zwei Mal müssen die Fahrer den Mont Ventoux erklimmen. Der zweite Anstieg auf den Mount Ventox – von Bedoin aus startend – ist sogar länger und steiler als der legendäre Anstieg auf den Alpe d’Huez.

Eines der vielen landschaftlichen Highlights bekommen Zuschauer auf der 13. Etappe der Tour zu sehen. Die Flachetappe endet in der Gemeinde Carcassonne, deren mittelalterliche Festung Vorbild für das bekannte Brettspiel ist. Zwei Tage später überqueren die Fahrer die einzige Landesgrenze bei der diesjährigen Tour de France – die nach Andorra. In den Pyrenäen klettert das Fahrerfeld auf den 2408 Meter hohen Port d‘Envalira – den höchsten Gipfel der Tour.

Nach einem Ruhetag in Andorra führt die Tour wieder nach Frankreich – bleibt aber in den Pyrenäen. Die letzte Bergankunft wird auf der 18. Etappe angefahren – im Skigebiet Luz Ardiden.

Anders als 2020 gibt es bei der diesjährigen Tour wieder zwei Einzelzeitfahren. Das zweite kann gleichzeitig für die Entscheidung um das Gelbe Trikot sorgen – schließlich ist es für die vorletzten Etappe angesetzt. Wer sich hier die Führung im Gesamtklassement sichert, gewinnt die 108. Ausgabe der Tour de France.

Die Tour ist mit nur drei Bergetappen und zwei Einzelzeitfahren ausgewogener als in den Vorjahren. Schnelles Zeitfahren und gute Kletterkünste sind entscheidend für die Favoriten, um am Ende die Tour gewinnen zu können – es ist also ein Rundfahrt für die Allrounder. Zu den Favoriten auf den Sieg zählen Primoz Roglic, Tadej Pogačar und Egan Bernal. Auch der Brite Geraint Thomas, Gewinner der Tour 2018, darf sich anhand des Streckenprofils Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen. Für den deutschen Top-Fahrer Emmanuel Buchmann dürfte es hingegen schwer werden. Aufgrund der Streckenführung überlegte er lange, gar nicht an der Tour teilzunehmen. Jetzt ist aber doch dabei – als Helfer für seine Teamkollegen.

Hier geht es zur Infostrecke: Tour de France 2021 - alle Etappen im Überblick