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Tour de France 2020: Tadej Pogacar feiert Gesamtsieg in Paris - jüngster Sieger

Jüngster Sieger seit 116 Jahren : Pogacar gewinnt die Tour de France 2020

Die Tour de France ist mit einiger Verspätung wegen der Corona-Pandemie gestartet. In unserem Tour-Telegramm halten wir Sie über alle aktuellen Entwicklungen zu den Teams und Etappen auf dem Laufenden.

Tadej Pogacar hat als erster Slowene die Tour de France gewonnen. Einen Tag vor seinem 22. Geburtstag brachte der Radprofi vom UAE Team Emirates das Gelbe Trikot sicher nach Paris ins Ziel und krönte sich damit bei der 107. Austragung zum jüngsten Toursieger seit 116 Jahren. Attacken im Gesamtklassement gab es auf der "Tour d'Honneur" wie üblich nicht mehr.

Den prestigeträchtigen Tagessieg auf den Champs-Elysees holte im Massensprint der Ire Sam Bennett vor Weltmeister Mads Pedersen aus Dänemark und dem Slowaken Peter Sagan. Die 21. und letzte Etappe der dreiwöchigen Tour führte am Sonntag über 122,5 km von Mantes-La-Jolie in die französische Hauptstadt, wo auf der berühmten Prachtstraße lediglich 5000 Zuschauer zugelassen waren.

Pogacar hatte erst am Samstag in einem denkwürdigen Zeitfahren seinem Landsmann Primoz Roglic (Jumbo-Visma) das Gelbe Trikot noch entrissen. Jünger als er war im Jahr 1904 lediglich der damals 19-jährige Henri Cornet aus Frankreich.

+++++20. September+++++

Das bringt der letzte Tag bei der Tour de France

21. Etappe (Sonntag, 20. September): Mantes-la-Jolie - Paris/Champs-Elysees (122,5 km/flach)

Sie haben es tatsächlich geschafft. Trotz Corona und trotz Rekord-Infektionszahlen in Frankreich erreicht die Tour de France am Sonntag Paris. Der erste Abbruch in der 117-jährigen Geschichte des wichtigsten Radrennens der Welt ist ausgeblieben - die strengen Sicherheitsmaßnahmen zeigten Wirkung.

Ganz wie gewohnt wird das Finale der 107. Frankreich-Rundfahrt aber nicht ausfallen. Menschenmassen auf den Champs-Elysees in Paris, die die Fahrer auf den abschließenden Kilometern der dreiwöchigen Tour anfeuern, wird es nicht geben.

Der Start zum Schlussakkord erfolgt in Mantes-La-Jolie, danach hält das Peloton bei seiner Tour d'Honneur aus westlicher Richtung Kurs auf die französische Hauptstadt. Nach 66 Kilometern wird der Rundkurs im Herzen der Metropole um den Arc de Triomphe erreicht.

Die Sprinter werden nach drei kräftezehrenden Wochen die verbliebenen Reserven mobilisieren, um gegen 19.00 Uhr den prestigeträchtigen Erfolg in Paris davonzutragen. Der Tour-Gesamtsieger ist am Ziel seiner Träume angelangt.

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Pogacar nach Sensation vor Gesamtsieg bei Tour de France

Der junge Slowene Tadej Pogacar hat völlig überraschend im Bergzeitfahren der 107. Tour de France seinen Landsmann Primoz Roglic noch an der Spitze der Gesamtwertung abgelöst und steht vor dem Gesamtsieg. Der 21-Jährige gewann am Samstag nach einer beeindruckenden Fahrt den Kampf gegen die Uhr über 36,2 Kilometer von Lure nach La Planche des Belles Filles und ließ Roglic 1:56 Minuten hinter sich.

Pogacar geht mit einem Vorsprung von gut einer Minute auf die letzte Etappe nach Paris, wo das Gelbe Trikot traditionsgemäß nicht mehr angegriffen wird. Dabei war Vuelta-Sieger Roglic mit einem Polster von 57 Sekunden auf die 20. und vorletzte Etappe gegangen. Doch von Kilometer zu Kilometer holte Pogacar auf.

Die 21. und letzte Etappe startet am Sonntag in Mantes-la-Jolie und endet nach 122 Kilometer auf den Champs Élysées. Dort dürfte es wieder zu einem Massensprint kommen. Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen sind aber nur 5000 Zuschauer im Zielbereich erlaubt.

+++++19. September 2020+++++

Das bringt der Tag bei der Tour de France

Showdown in den Vogesen: Beim Bergzeitfahren über 36,2 Kilometer von Lure nach La Planche des Belles Filles fällt an diesem Samstag die Vorentscheidung in der Gesamtwertung der 107. Tour de France. Alles deutet auf einen slowenischen Doppelsieg hin, aber der Schlussanstieg muss erst noch gemeistert werden.

STRECKE: Kurz vor dem Ziel geht es noch eine Rampe von bis zu 20 Prozent Steigung hinauf, dann ist es für die Favoriten um Primoz Roglic geschafft. Das Bergzeitfahren führt über 36,2 Kilometer von Lure nach La Planche des Belles Filles. Die ersten 30 Kilometer sind zum Einrollen, dann geht es auf den letzten sechs Kilometern zur Sache. Der Anstieg in den Vogesen weist eine durchschnittliche Steigung von 8,5 Prozent auf.

GELBES TRIKOT: 57 Sekunden liegt der frühere Skispringer Roglic vor seinem erst 21 Jahre alten Landsmann Tadej Pogacar. Hört sich wenig an, ist es aber eigentlich nicht. Denn Roglic ist der klar bessere Zeitfahrer. Im vergangenen Jahr knöpfte der 30-Jährige bei seinem Vuelta-Triumph Pogacar im Zeitfahren knapp 90 Sekunden ab. Der drittplatzierte Kolumbianer Miguel Angel Lopez, der weitere 30 Sekunden zurückliegt, dürfte im Zeitfahren im Bereich von Pogacar liegen und keine große Gefahr darstellen.

DEUTSCHE: Als guter Kletterer und Zeitfahrer bietet der Parcours Lennard Kämna eine weitere Gelegenheit zu glänzen. Hat er noch die Form, dann ist für den Etappensieger von Villard-de-Lans durchaus eine Top-Ten-Platzierung drin. Oder vielleicht mehr? Ohne den Schlussanstieg wäre auch der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin ein Kandidat auf eine vordere Platzierung, doch die Kletterpartie raubt dem Deutschen jede Chance.

Die Sprintstars Peter Sagan und Sam Bennett belauerten sich, stattdessen hat Ausreißerkönig Sören Kragh Andersen wieder die Gunst der Stunde genutzt. Der Däne holte sich nach einer cleveren Attacke am Freitag bereits seinen zweiten Etappensieg und ließ das deutsche Sunweb-Team ein drittes Mal bei der 107. Tour de France jubeln. Andersen holte sich wie schon in Lyon nach 166,5 Kilometern von Bourg-en-Bresse nach Champagnole im Alleingang den Sieg, die Plätze zwei und drei belegten der Slowene Luka Mezgec und der Belgier Jasper Stuyven. Nikias Arndt komplettierte als Sechster den Erfolg von Sunweb.

Damit gehört die junge deutsche Mannschaft zu den großen Überraschungen bei der Tour. Erfrischend angriffslustig wirbelte das Team immer wieder das Feld durcheinander. So auch am Freitag. Gut 13 Kilometer vor dem Ziel riss der 26-Jährige aus. Ehe die Rivalen in der Ausreißergruppe die Gefahr erkannt hatten, war Andersen schon außer Sichtweite. Neben Zweifach-Sieger Andersen hatte Jungstar Marc Hirschi (Schweiz) noch die Etappe nach Sarran für Sunweb gewonnen und dazu je einmal Platz zwei und drei belegt.

Primoz Roglic gönnte sich im Gelben Trikot eine Verschnaufpause, bevor an diesem Samstag mit dem Bergzeitfahren der Showdown in den Vogesen ansteht. Mit 57 Sekunden Vorsprung auf seinen slowenischen Landsmann Tadej Pogacar geht der Vuelta-Champion in die letzte Kletterpartie der Tour nach La Planche des Belles Filles. „Ich denke seit Mittwoch bereits an das Zeitfahren. Ich muss konzentriert bleiben und die Arbeit zu Ende bringen“, sagt der Slowene.

Am Freitag bestand die Arbeit darin, sicher im Peloton mitzurollen. Vorne machte eine starke Ausreißergruppe den Sieg unter sich aus. Auch Sagan und Bennett hatten sich Hoffnungen auf den Tagessieg gemacht, am Ende ging es im Sprint nur um ein paar Punkte für das Grüne Trikot.

Roglic konnte indes Kräfte sparen für den finalen Schlussakt. Die Favoritenrolle liegt klar bei dem 30-Jährigen, der im vergangenen Jahr bei seinem Vuelta-Triumph Pogacar im Zeitfahren knapp 90 Sekunden abknöpfte. Seit seinem Debüt in der World Tour gewann Roglic bereits vier Zeitfahren bei großen Rundfahrten. Was soll da schon schiefgehen, wo er doch so souverän in den drei Wochen aufgetreten ist?

So cool wie Roglic sind nicht alle in seinem Team. Sein niederländischer Sportdirektor Merijn Zeeman wurde von der Rundfahrt ausgeschlossen, weil er einen Offiziellen während einer Kontrolle der Räder beleidigt haben soll.

Roglic will sich davon nicht ablenken lassen und setzt auch auf die Kraft des Gelben Trikots. „Wenn man es hat, ist es verrückt, was mit den Leuten passiert. Ich versuche davon zu profitieren“, sagt Roglic. Ganz unterschätzen darf er den Tour-Debütanten Pogacar aber nicht. Bei den slowenischen Zeitfahrmeisterschaften nach Pokljuka hinauf wurde er Ende Juni vom Youngster düpiert.

So wird der junge Kletterer auch ganz auf die letzten sechs Kilometer setzen, wenn es zum Finale furioso bei der Kletterpartie mit einer durchschnittlichen Steigung von 8,5 Prozent kommt. Der drittplatzierte Kolumbianer Miguel Angel Lopez, der weitere 30 Sekunden zurückliegt, dürfte im Zeitfahren im Bereich von Pogacar liegen und keine große Gefahr darstellen.

Das bringt der Tag bei der Tour de France

Nach drei Tagen in den Alpen können die Fahrer bei der 107. Tour de France ein wenig durchatmen. Die 19. Etappe weist keine großen Schwierigkeiten auf. Primoz Roglic und Co. dürften für das schwere Bergzeitfahren am Samstag ihre Kräfte schonen.

Strecke: Die Sprinter müssen sich schon anstrengen, damit es auf der 19. Etappe zu einer Massenankunft kommt. Zwar weist das 166,5 Kilometer lange Teilstück von Bourg-en-Bresse nach Champagnole am Freitag nur einen Berg der vierten Kategorie auf, allerdings geht es häufig auf und ab. Ob die Sprinter-Teams nach der Quälerei in den Alpen das Feld tatsächlich zusammenhalten werden?

Favoriten: Bei einem Massensprint hätten der zweimalige Etappengewinner Caleb Ewan (Australien) und der Ire Sam Bennett, Träger des Grünen Trikots, die besten Chancen. Allerdings haben die beiden in den Bergen schwer gelitten. Vielleicht schlägt auch der belgische Überflieger Wout van Aert wieder zu. Auch Ex-Weltmeister Peter Sagan ist ein Kandidat.

Gelbes Trikot: Die Podiumsanwärter werden vor dem alles entscheidenden Bergzeitfahren am Samstag ihre Kräfte schonen. Der Slowene Primoz Roglic weist weiterhin einen Vorsprung von 57 Sekunden auf seinen Landsmann Tadej Pogacar auf. Dritter ist der Kolumbianer Miguel Angel Lopez 1:26 Minuten zurück.

Deutsche: André Greipel ist am Donnerstag bei der Tour ausgestiegen. Der elfmalige Etappengewinner hätte bei einer Sprintentscheidung Außenseiterchancen gehabt. Womöglich kann Max Walscheid mal in die Top 10 vorstoßen.

+++++17. September 2020+++++

Michal Kwiatkowski gewinnt letzte Alpen-Etappe - Roglic weiter in Gelb

Primoz Roglic fegte im Eiltempo über die staubigen Schotterpisten und schmiss sich gekonnt in die rasende Abfahrt, dann hatte der Tour-Patron auch die letzte Alpen-Prüfung bestanden. Die Metamorphose vom Skispringer zum Gewinner der Tour de France ist so gut wie abgeschlossen. Roglic steuert mit einem beruhigenden Vorsprung in Richtung Paris, nachdem er auf der 18. Etappe über 175 Kilometern von Méribel nach La Roche-sur-Foron am Donnerstag zusammen mit seinen größten Rivalen das Ziel erreichte.

Der Tagessieg ging an Ausreißer Michal Kwiatkowski. Der polnische Ex-Weltmeister sorgte zusammen mit dem zweitplatzierten Giro-Champion Richard Carapaz für einen Doppelsieg der arg gebeutelten Ineos-Mannschaft.

Roglic liegt vor den letzten 325,2 Kilometern bis Paris weiter 57 Sekunden vor seinem slowenischen Landsmann Tadej Pogacar. Das Polster ist beruhigender als es auf den ersten Blick aussieht, denn im Bergzeitfahren am Samstag nach La Planche des Belles Filles ist Roglic der klare Favorit. Das Gelbe Trikot liegt quasi in der französischen Hauptstadt zur Abholung bereit.

Der deutsche Altstar André Greipel wird Paris dagegen nicht erreichen. Der 38 Jahre alte Sprinter fiel bereits am ersten Anstieg des Tages aus dem Hauptfeld und beendete danach das Rennen. „Mir geht es nicht gut. Jeder mit gesundem Menschenverstand legt sich ins Bett“, sagte Greipel der ARD und beendete sein wohl letztes Tour-Abenteuer. „Ich gehe davon aus, dass das meine letzte Tour ist“, erklärte der 38-Jährige im dpa-Interview. Am Vortag war der gebürtige Rostocker auf der Königsetappe gerade noch im Zeitlimit geblieben.

Die Vorentscheidung im Kampf um den Tagessieg fiel am letzten Anstieg, als das Ineos-Duo den Spanier Pello Bilbao abhängte. Zugleich profitierte das Spitzenduo zuvor von einem Sturz des jungen Schweizers Marc Hirschi, der auf der Abfahrt des Col des Saisies bei Tempo 68 stürzte und nicht mehr an die Spitzengruppe herankam.

Für das Ineos-Team waren der Tagessieg und das Bergtrikot für Carapaz aber lediglich ein Trostpreis. Die britische Starauswahl, die über ein stolzes Budget von rund 40 Millionen Euro verfügt, wollte eigentlich mit Egan Bernal die Tour gewinnen. Der Kolumbianer war aber bereits am Mittwoch nach großem Rückstand zur Königsetappe nicht mehr angetreten.

Pogacar startete am letzten Anstieg mal kurz eine Attacke, sah aber schnell die Aussichtslosigkeit seines Unterfangens. Die Favoriten waren alle beisammen und kamen auch heil über die zwei Kilometer lange Schotterpiste auf dem Plateau des Glières.

In die Ausreißergruppe wollten auch Lennard Kämna und Maximilian Schachmann. „Es ist der letzte Bergtag. Man muss sich nicht mehr schonen“, sagte Kämna und war zunächst mit einigen Fahrern aus dem Feld gefahren. Das Unterfangen endete aber nach wenigen Kilometern.

Auf der 19. Etappe könnten noch einmal die Sprinter zum Zug kommen. Das 166,5 Kilometer lange Teilstück von Bourg-en-Bresse nach Champagnole weist lediglich einen Berg der vierten Kategorie auf, allerdings geht es häufig auf und ab. Die Sprinter-Teams müssen sich anstrengen.

Greipel steigt bei letztem Tour-Abenteuer vom Rad

Altstar André Greipel ist am Donnerstag bei der 107. Tour de France ausgestiegen. Der 38 Jahre alte Sprinter fiel bereits am ersten Anstieg des Tages aus dem Hauptfeld und beendete danach das Rennen. Am Vortag war der gebürtige Rostocker auf der Königsetappe gerade noch im Zeitlimit geblieben.

Damit verpasste Greipel sein großes Ziel, bei seiner wohl letzten Tour de France noch einmal nach Paris zu kommen. Der Sprinter hatte seine zehnte Frankreich-Rundfahrt bestritten. Für das kommende Jahr rechnet er nicht mehr mit einer Teilnahme, da sein Rennstall Israel Start-Up Nation dann mit Chris Froome das Gelbe Trikot in Angriff nehmen will.

+++++17. September 2020+++++

Das erwartet die Fahrer auf der 18. Etappe

Wer soll Primoz Roglic jetzt noch stoppen? Der Slowene ist weiter auf dem besten Weg zu seinem ersten Sieg bei der Tour de France. Auf der dritten und letzten Alpenetappe droht dem früheren Skispringer womöglich die größere Gefahr durch einen Defekt auf der Schotterstraße. Schwächen hat der Radprofi jedenfalls bislang nicht gezeigt.

Strecke: Die 18. Etappe über 175 Kilometer von Méribel nach La Roche-sur-Foron hat am Donnerstag ihre Tücken. Am Ende des letzten Anstiegs zum Plateau des Glières, einem Berg der höchsten Kategorie, wartet noch eine fast zwei Kilometer lange Schotterpiste. Ein Defekt kann hier gravierende Folgen haben und schnell eine Minute kosten. Das ist auf den letzten 31 Kilometern mit der rasenden Abfahrt zum Ziel kaum mehr aufzuholen. Auch sonst hat die Etappe einige Kletterpassagen zu bieten. Insgesamt fünf Bergwertungen sind zu bewältigen.