Radsport: Chris Froome positiv auf Doping getestet

Radprofi positiv getestet: Chris Froome äußert sich zum Dopingvorwurf

Der britische Profi-Rennradfahrer Chris Froome war bei der Radrundfahrt "Vuelta à España" 2017 gedopt. Wie der Internationale Radsportverband (UCI) mitteilte, bestätigt auch die B-Stichprobe ein Vergehen des Siegers der Rundfahrt.

Der Internationale Radsportverband teilte am Mittwochmorgen in einer Erklärung auf seiner Website mit, dass die Dopingprobe im Rahmen der Vuelta am 7. September 2017 genommen wurde. Die "Cycling Anti-Doping Foundation" habe die dann folgende Untersuchung von Froomes Blut durchgeführt. "Die Analyse der B-Stichprobe bestätigte das Ergebnis der A-Stichprobe des Fahrers vom Sky Team", heißt es in der Mitteilung. Chris Froome droht nun nicht nur seinen Vuelta-Titel zu verlieren.

Das UCI wird ein Verfahren gegen den Rennradprofi einleiten. Wie die Strafe ausfällt, bleibt abzuwarten. "Nach dem internationalen Regelwerk gibt es eine Regelsperre von vier Jahren", sagt Eva Bunthoff, Sprecherin der Nationalen Anti Doping Agentur (Nada). "Ob eine Sperre Eintritt und in welchem Umfang, wird im Verfahren festgelegt." Es werde geprüft, welches Verschulden beim Fahrer liegt und wie die Mittel in seinen Körper gelangten. Das Urteil wird zeigen, wie viele von Froomes Titeln am Ende aberkannt werden.

Chris Froome selbst hat nach einer Anfrage des Internationalen Radsportverbands bereits Stellung zu den Testergebnissen genommen. Wie das "Team Sky" mitteilt, bei dem Froome seit 2010 unter Vertrag steht, habe er bei der Vuelta 2017 lediglich Medikamente gegen Asthma eingenommen. "Es ist bekannt, dass ich Asthma habe, und ich kenne die Regeln ganz genau. Ich benutze gegen meine Krankheitssymptome einen Inhalator (immer im Rahmen des Erlaubten), und dabei ist mir klar, dass ich an jedem Tag getestet werde, an dem ich ein Radtrikot trage."

Erhöhte Dosis "Salbutamol"

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Weiter heißt es in der Pressemitteilung des "Team Sky", dass Froome seit seiner Kindheit an der Atemwegserkrankung leide. Nachdem er in der Finalwoche der Vuelta 2017 besonders starke Probleme gehabt habe, habe der Radprofi auf Anweisung des Teamarztes eine erhöhte Dosis des Medikaments "Salbutamol" eingenommen. Der Hinweis auf die Testergebnisse bedeute nicht, "dass gegen die Regeln verstoßen wurde".

Froome ist nicht der erste Radprofi, der sich auf ein Asthma-Leiden beruft. Bradley Wiggins etwa ist in der jüngeren Vergangenheit in die Kritik geraten, weil er als Ausnahmeregelung ein Mittel gegen Asthma einnehmen durfte. In der Wada-Verbotsliste ist der derzeitige Wortlaut wie folgt: "Alle selektiven und nicht-selektiven Beta-2-Agonisten, einschließlich aller optischen Isomere, sind verboten." Dazu gehört unter anderem Salbutamol. Ausgenommen ist es nur als inhalierter Wirkstoff, wenn die Dosis maximal 1600 Mikrogramm über 24 Stunden beträgt.

In Froomes Probe hingegen fanden die zuständigen Ermittler nach Angaben der "UCI" mehr als 1000 Nanogramm pro Milliliter. Diese Menge überschreite den Rahmen der erlaubten Dosis, was den therapeutischen Einsatz betrifft. Ausdauerathleten missbrauchen solche "Beta-2-Agonisten" als potenziell leistungssteigernde Mittel, weil sie für eine verbesserte Atmung sorgen können.

Der 32-Jährige ist einer der erfolgreichsten Rennradfahrer weltweit. Der in Kenia geborene, britische Radstar gewann die Tour de France in den Jahren 2013, 2015, 2016 und 2017. Er holte Bronze bei den Olympischen Spielen 2012 und 2016 und feierte zuletzt im Sommer seinen Sieg bei der Vuelta in Spanien.

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(ball)