Grio d’Italia 2019: Richard Carapaz

Grio d’Italia : Carapaz bleibt nach Königsetappe in Rosa - Ex-Skispringer Roglic fällt zurück

Radprofi Richard Carapaz hat auf der Königsetappe des 102. Giro d'Italia sein Rosa Trikot mit Bravour verteidigt. Der Ecuadorianer wehrte auf dem anspruchsvollen Weg durch die Alpen nach Ponte di Legno sämtliche Attacken ab.

Er führt nun mit 1:47 Minuten Vorsprung auf den Italiener Vincenzo Nibali. Ex-Skispringer Primoz Roglic (Slowenien) büßte im strömenden Regen dagegen viel Zeit ein und fiel auf Rang drei der Gesamtwertung (+2:09) zurück.

Den Tagessieg auf der 16. Etappe holte sich der in der Bergwertung führende Italiener Giulio Ciccone (Trek-Segafredo) knapp vor dem Tschechen Jan Hirt. Beide hatten sich schon früh mit einer Ausreißergruppe vom Hauptfeld abgesetzt und machten am Ende den Kampf um den Etappenerfolg unter sich aus.

Der seit Samstag führende Carapaz (Movistar) ließ derweil seinen schärfsten Konkurrenten Nibali (Bahrain-Merida) nie aus den Augen, fuhr am Hinterrad des zweimaligen Giro-Siegers als Sechster ins Ziel und hat weiter gute Chancen, als erster Ecuadorianer der Geschichte die traditionsreiche Rundfahrt zu gewinnen.

Roglic (Jumbo-Visma) fiel im Kampf um die Trofeo Senza Fine, den gold-geschwungenen Siegerpokal, dagegen wohl entscheidend zurück. Der 29-Jährige musste auf dem letzten Anstieg zum 1852 m hoch gelegenen Mortirolo-Pass seine Konkurrenten ziehen lassen. Auch auf der folgenden, von Nebelschwaden erschwerten Abfahrt sowie den letzten Kilometern bergauf kämpfte er vergeblich um den Anschluss und kam mit 3:02 Minuten Rückstand auf Ciccone ins Ziel.

Neuer Vieter ist der Spanier Mikel Landa (Movistar/+3:15) vor dem Niederländer Bauke Mollema (Trek-Segafredo/+5:00). Einen ähnlichen Rückschlag wie Roglic erlebte Simon Yates (Mitchelton-Scott). Der Brite bleibt zwar Gesamt-Achter, sein Rückstand auf Carapaz wuchs aber um mehr als eine Minute auf 6:46 Minuten an.

Ganz so anspruchsvoll wie befürchtet geriet die Etappe indes nicht: Aufgrund der Schneemassen und der anhaltenden Lawinengefahr war die Strecke im Vorfeld etwas abgeschwächt worden und führte nicht mehr über den klirrend kalten Gaviapass, dem auf 2600 m geplanten Dach des Giro. Dennoch sorgte das üble Wetter immer wieder für Gefahr.

Die 17. Etappe führt das Feld am Mittwoch nach Südtirol. Über Bozen und Brixen führt der Weg über 181 km in die Biathlon-Hochburg Antholz. Das Profil und auch der Schlussanstieg sind eher mäßig, den Topfahrern bietet sich somit die Chance für einen ruhigeren Tag.

(lt/sid)
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