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Giro d'Italia: Eritreer Biniam Girmay schreibt mit Etappensieg Geschichte​

Historischer Moment beim Giro : Eritreer Girmay schreibt mit Etappensieg Geschichte - und verletzt sich beim Feiern

Biniam Girmay schreibt beim Giro d'Italia ein weiteres Stück Radsport-Geschichte. Zum ersten Mal überhaupt gewinnt ein Radprofi aus Eritrea eine Etappe bei einer der drei großen Landesrundfahrten. Für den 22-Jährigen ist es nicht der erste Coup in diesem Jahr. Nur beim Feiern unterläuft ihm ein Missgeschick.

Erst der historische Sieg, dann die Fahrt ins Krankenhaus: Kurz nachdem Biniam Girmay beim Giro als erster schwarzer Afrikaner eine Grand-Tour-Etappe gewonnen hatte, schoss dem Radprofi aus Eritrea bei der Siegerehrung der Korken der Champagnerflasche ins Gesicht und verletzte ihn am linken Auge. Die Freude am großen Tag wurde etwas getrübt.

Girmay hatte den Zielsprint des 196 km langen Teilstücks von Pescara nach Jesi vor dem Niederländer Mathieu van der Poel (Alpecin-Fenix) und Vincenzo Albanese (Eolo-Kometa) aus Italien gewonnen und sich so in die Geschichtsbücher eingetragen. „Es ist unglaublich. Das Team hat super gearbeitet. Den ganzen Tag hatten wir die Kontrolle“, sagte Girmay: „Ich habe keine Worte dafür, was meine Teamkollegen geleistet haben.“

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="nl" dir="ltr">🚴​🇮🇹​ | Oei, het ging al een paar keer bijna mis en nu krijgt Girmay een kurk in zijn oog bij het openen van de champagne. Hij heeft er echt veel last van! 🍾🇪🇷 <a href="https://twitter.com/hashtag/Giro?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Giro</a> <br><br>📺 Koers kijk je op discovery+ <a href="https://t.co/HxFM2JkfIx">pic.twitter.com/HxFM2JkfIx</a></p>&mdash; Eurosport Nederland (@Eurosport_NL) <a href="https://twitter.com/Eurosport_NL/status/1526589654933417985?ref_src=twsrc%5Etfw">May 17, 2022</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Doch dann unterlief ihm das Missgeschick mit der Flasche. Zunächst feierte Girmay zwar weiter und versprühte den Champagner, rieb sich jedoch immer wieder das Auge. Kurz darauf wurde der 22-Jährige begleitet von Sanitätern zu einem Krankenwagen gebracht.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">820 pm <a href="https://twitter.com/GrmayeBiniam?ref_src=twsrc%5Etfw">@GrmayeBiniam</a> has just left hospital in Jesi <a href="https://twitter.com/hashtag/Giro105?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Giro105</a> His start in stage 11 looks unlikely. In the morning the team will communicate about it 🤞 <a href="https://t.co/WvBC5Z2ZJL">pic.twitter.com/WvBC5Z2ZJL</a></p>&mdash; Renaat Schotte (@wielerman) <a href="https://twitter.com/wielerman/status/1526634722302074882?ref_src=twsrc%5Etfw">May 17, 2022</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Durch den zweiten großen Erfolg nach seinem Sieg beim Klassikerrennen Gent-Wevelgem Ende März machte Girmay erneut auf das gewaltige Potenzial Afrikas aufmerksam. Ein Etappensieg „würde meinem Land, dem afrikanischen Kontinent und dem Radsport im Allgemeinen viel bedeuten“, erklärte der U23-Viezeweltmeister im Vorfeld.

Unter den rund 550 Profis in den 18 WorldTour-Teams finden sich zwar gerade einmal acht Afrikaner, vier davon weiße Südafrikaner, zudem drei Eritreer und ein Äthiopier. Dennoch ist der Trend unverkennbar.

In den kommenden Jahren wollen Girmay und Co. der mehrheitlich europäisch-südamerikanischen Konkurrenz auf Augenhöhe begegnen. Die Bedingungen speziell in Eritrea, wo die Liebe zum „ciclismo“ der traurigen Zeit italienischer Kolonialherrschaft entstammt, ähneln jenen in Kolumbien, dem größten „Exporteur“ von Toptalenten.

„Ich habe den Giro schon als Kind im Fernsehen gesehen und bin dann mit dem Traum losgefahren, eines Tages dabei zu sein“, sagte Girmay und sorgte nun für den ersten Erfolg für sein Heimatland.

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Bester Deutscher war am Dienstag Emanuel Buchmann vom Team Bora-hansgrohe. Der Ravensburger kam mit der Spitzengruppe als 16. ins Ziel. Im Gesamtklassement trägt weiterhin Juan Pedro Lopez vom Team Trek-Segafredo das Rosa Trikot. Buchmann liegt mit einem Rückstand von 1:09 Minute weiterhin auf dem neunten Platz. Etappensieger Lennard Kämna (Wedel/Bora-hansgrohe) rutschte in der Gesamtwertung weiter ab und liegt nun schon 8:34 Minuten hinter Lopez.

Auf der elften Etappe am Mittwoch dürften dann die Sprinter um Oldie Mark Cavendish zum Zuge kommen. Das Profil des 203 km langen Teilstücks von Santarcangelo di Romagna nach Reggio Emilia ist nahezu flach, es stehen keine Bergwertungen an. Der Giro endet nach 3410 km am 29. Mai in Verona.

(old/sid/dpa)