Frühjahrsklassiker Mailand - San Remo: Freire hat die schnellsten Beine

Frühjahrsklassiker Mailand - San Remo: Freire hat die schnellsten Beine

San Remo (RPO). Der dreimalige Straßenrad-Weltmeister Oscar Freire bewegt sich auf den Spuren von Erik Zabel. Der Spanier gewann zum dritten Mal den Frühjahrsklassiker Mailand-San Remo und liegt damit nur noch einen Sieg hinter dem früheren deutschen Sprintstar. Freire setzte sich nach 298 km im Sprint vor dem Belgier Tom Boonen und dem früheren Milram-Kapitän Alessandro Petacchi durch. Freire hatte bei der "Classicissima" bereits 2004, als Zabel zu früh gejubelt hatte, sowie 2007 triumphiert.

Einen guten Eindruck hinterließ auch Milram-Kapitän Linus Gerdemann. Der Deutschland-Toursieger, der gerade erst von einem Magen-Darm-Virus genesen war, war bis zum Schluss in der Spitzengruppe vertreten. Beim Finish auf der Strandpromenade Lungomare Italo Calvino hatte Gerdemann aber erwartungsgemäß keine Chance und landete auf dem 19. Platz.

"Das war ein hammerharter Tag. Wir sind bei sieben Grad Celsius und Regen in Mailand gestartet und danach fast 200 Kilometer bei widrigen Bedingungen mit Schmutz und Nebel gefahren. Im Finale haben wir an der Cipressa mit drei Mann versucht, durch eine Tempoverschärfung die Spitzengruppe zu verringern. Das ist uns gut gelungen. Am letzten Berg, dem Poggio di Sanremo, war ich dann alleine vorne und habe noch einmal alles gegeben. Aber nach über 290 Kilometern hat dann die Kraft gefehlt", sagte Gerdemann.

Vorjahressieger Mark Cavendish spielte diesmal bei Mailand-San Remo keine Rolle. Der Brite, der in diesem Jahr nach Zahnproblemen und Sturzpech noch auf seinen ersten Sieg wartet, war bereits 25 km vor dem Ziel in der Cipressa vom Feld abgehängt worden. Sein Team THC-Columbia hatte voll auf die Karte Cavendish gesetzt und den deutschen Seriensieger Andre Greipel erst gar nicht nominiert.

Als am Samstagmorgen in Mailand der Startschuss fiel, waren einige prominente Fahrer nicht dabei. Der siebenmalige Tourchampion Lance Armstrong hatte am Freitag wegen eines Magen-Darm-Virus seine Teilnahme abgesagt. Der Vorjahreszweite Heinrich Haussler, der sich im Fotofinish nur um Millimeter gegen Cavendish geschlagen geben musste, fehlte wegen einer Knieverletzung. Toursieger Alberto Contador, der sich in der Vorwoche mit seinem Sieg bei Paris-Nizza in guter Frühform präsentierte, hatte wie im Vorjahr auf einen Start verzichtet.

Die ersten zwei Drittel des Rennens bestimmte eine dreiköpfige Spitzengruppe. Die Italiener Aristide Ratti, Fabrice Piemontesi und Diego Caccia fuhren zwischenzeitlich einen Vorsprung von gut 22 Minuten heraus und bescherten ihren zweitklassigen Teams einige Fernsehminuten. Als das Feld aber das Tempo erhöhte, war die Flucht nach rund 200 km beendet.

Danach folgten mehrere Attacken, wie etwa von Maxime Bouet (Frankreich) oder Dimitro Grabowski (Ukraine), doch beim Anstieg zum Poggio sieben Kilometer vor dem Ziel waren die Favoriten wieder beisammen.

Der nächste Klassiker steht in zwei Wochen mit der Flandern-Rundfahrt auf dem Programm. Ob dann Haussler wieder am Start steht, ist fraglich. Die Knieverletzung des Deutsch-Australiers ist offenbar schwerwiegender als angenommen.

(SID/seeg)