European Championships 2018: Sorgen um Kristina Vogel dämpfen die Freude von Miriam Welte über Bronze

Weltes emotionaler Spagat: Sorgen um Vogel dämpfen Freude über Bronze

Nach nur eineinhalb Wochen gemeinsamen Trainings gewann Teamsprint-Olympiasiegerin Miriam Welte mit ihrer neuen Partnerin Emma Hinze EM-Bronze in Glasgow. Die Sorgen um ihre schwer verletzte langjährige Partnerin und Freundin Kristina Vogel dämpften die Freude.

Miriam Welte holte tief Luft, fixierte einen Moment lang fest den Hallenboden im Sir-Chris-Hoy-Velodrome und hatte dann die Antwort parat, auf die alle gewartet hatte. "Die Situation ist brutal. Einerseits tut mir Kristina unendlich leid, andererseits müssen wir nach vorne blicken", sagte die Teamsprint-Olympiasiegerin, die gerade mit ihrer neuen Partnerin Emma Hinze EM-Bronze bei den European Championships in Glasgow gewonnen hatte.

"Wir", das sind seit dem schweren Unfall von Kristina Vogel Ende Juni auf der Bahn in Cottbus Welte und die deutsche Keirin-Meisterin Hinze aus Dassow. Gerade einmal eineinhalb Wochen gemeinsamen Trainings reichten, um in der schottischen Metropole auf Anhieb auf das Medaillenpodium zu klettern. Welte lobte: "Emma hat sich mit ganz viel Ehrgeiz diese Medaille verdient."

Doch klar ist: Hinze kann derzeit noch nicht mehr als eine Sportpartnerin für Welte sein. Vogel, die eine schwere Wirbelsäulenverletzung erlitt und im Unfallklinikum Berlin behandelt wird, war ihr auch privat sehr nahe, eine echte Freundin eben.

"Elf Jahre lang haben wir immer das Zimmer geteilt und unendlich viel gemeinsam unternommen. Das ist da, und das wird bleiben", sagte die 31-Jährige, auf deren Pedalriemen "#staystrongkristina" stand.

Ein Gruß an Vogel, die das Rennen via TV verfolgt haben soll. Zu Gerüchten, Welte und Vogel hätten unmittelbar vor dem Rennen Kontakt gehabt, wollte die Pfälzerin keine Stellung nehmen. "Das kommentiere ich nicht, das gehört nicht in die Öffentlichkeit", sagte Welte dem SID.

Ihre neue Partnerin muss sich an das deutlich gesteigerte Interesse an der eigenen Person noch gewöhnen. "Es ging alles sehr schnell, ich wurde da ein bisschen hineingeschoben. Hier habe ich versucht, mir keinen Druck zu machen, das ging ganz gut", sagte Hinze.

Und sogar für die routinierte Welte haben sich die Perspektiven seit dem Unfall ihrer Freundin Kristina verschoben, im wahrsten Sinne des Worten. "Ich fahre aufmerksamer und bewusster und schaue mehr auf die Umgebung", sagte sie der "Welt".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Miriam Welte und Emma Hinze holen Bronze im Teamsprint

(old)
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