Deutschland-Tour: Kolumbianer Alvado Hodeg gewinnt die erste Etappe

Deutsche Sprintstars haben das Nachsehen : Kolumbianer Hodeg gewinnt den Auftakt der Deutschland-Tour

Der Kolumbianer Alvaro Hodeg (Quick-Step Floors) hat die erste Etappe der Neuauflage der Deutschland-Tour gewonnen und den deutschen Sprintstars die Show gestohlen.

Marcel Kittel und Andre Greipel waren genauso bedient wie der knapp geschlagene deutsche Meister Pascal Ackermann, ein junger Kolumbianer feierte. Alvaro Hodeg aus dem Team Quick-Step Floors hat den deutschen Sprintstars den erhofften Heimsieg zum Auftakt der neuen Deutschland-Tour weggeschnappt und den Massensprint der ersten Etappe nach 157 km in Bonn für sich entschieden.

Bei der Renaissance der nach zehnjähriger Pause erstmals wieder ausgetragenen Rundfahrt gab es statt eines deutschen Radsportfestes lange Gesichter. Ackermann eröffnete seinen Sprint etwas zu früh und wurde auf den letzten Metern noch vom 21-jährigen Hodeg überspurtet, der Pfälzer musste sich mit Rang zwei begnügen.

"Ich bin bei 250 Metern vor dem Ziel los und dachte, es reicht. Auf den letzten zehn Metern habe ich das Rennen verloren, das ärgert mich schon. Das war eine Sekundenentscheidung, ich habe zu früh agiert", sagte Ackermann im WDR.

Greipel (Rostock/Lotto-Soudal) und Kittel (Arnstadt/Katusha-Alpecin) spielten am Ende keine maßgebliche Rolle. Während Greipel Sechster wurde, war von Kittel nichts zu sehen. Der 30-Jährige fügte seiner schlechten Saison damit eine weitere Enttäuschung hinzu.

Nach dem Start der Neuauflage am berühmten Deutschen Eck in Koblenz hatte sich eine Ausreißergruppe gebildet, die aber vor der Schlussphase gestellt wurde. Die Teams des besten Sprinter hatten das Geschehen aber jederzeit im Griff und bereiteten den erwarteten Massensprint konsequent vor.

Kittel, Greipel und Ackermann, bis auf John Degenkolb standen die derzeit besten deutschen Sprinter an der Startlinie. Und sie alle hatten sich diesen Abschnitt besonders genau angesehen, bot er doch die einzige echte Chance auf einen Massensprint. Die Voraussetzungen für die deutschen Sieganwärter waren allerdings sehr unterschiedlich.

Während Ackermann beflügelt vom Hochgefühl seiner jüngsten Erfolge mit großen Selbstvertrauen fuhr, waren Kittel und Greipel zuletzt nicht in bester Verfassung. "Ich baue mir gar keinen Druck auf", sagte Kittel, mit 14 Tageserfolgen deutscher Rekordetappensieger der Tour de France, "aber ich bin zu sehr Sprinter, um zu sagen, dass geht mich nichts an."

Greipel sah nicht weit entfernt von seinem Wohnort Hürth "eine große Chance" und meinte: "Die Deutschland-Tour kann mit einem Etappensieg schon gerettet sein." Ackermann war zwar am letzten Sonntag bei den Hamburg Cyclassics gestürzt, aber die Blessur am Arm nicht so gravierend, als dass sie ihn behindern würde. Der 24-Jährige erlebte diese Saison seinen Durchbruch und könnte in Zukunft an der deutschen Sprinthierarchie rütteln.

Einen relativ entspannten ersten Renntag erlebten Tour-de-France-Sieger Geraint Thomas (Großbritannien) und sein Rivale Tom Dumoulin (Niederlande). Erst am Freitag sind beide gefordert, wenn das anspruchsvolle zweite Teilstück von Bonn nach Trier über 196 km durch die Eifel führt.

Thomas aber wiegelte zunächst ab, er habe im Team Sky keine eigenen Interessen: "Ich werde helfen, wo ich kann und einfach genießen, hier zu sein", sagte der Waliser. Um den Gesamtsieg der wiederbelebten Rundfahrt, die erst einmal als Kurzevent läuft über vier Tage und am Sonntag in Stuttgart endet, kämpft dagegen vielleicht der talentierte Maximilian Schachmann. Er erreichte das Ziel in Bonn im Hauptfeld.

(ako/sid)
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