Deutschland-Tour 2018: Maximilian Schachmann gewinnt zweite Etappe und übernimmt Gesamtführung

Deutschland-Tour 2018 : Schachmann gewinnt zweite Etappe und übernimmt Gesamtführung

Maximilian Schachmann hat die zweite Etappe der Deutschland-Tour gewonnen. Der 24-jährige Berliner vom Team Quip-Step übernimmt damit auch die Gesamtführung.

Etappensieg und rotes Trikot: Nach einigen ungewissen Sekunden durfte Maximilian Schachmann strahlen. Der Berliner entschied im Endspurt einer Ausreißergruppe die zweite Etappe der Neuauflage der Deutschland-Tour hauchdünn für sich. "Mein Team hat mich perfekt abgeliefert. Ich freue mich, die Arbeit so vollendet zu haben", sagte der 24 Jahre alte Radprofi vom Team Quick-Step Floors .

Nun hat Schachmann den Gesamtsieg am Sonntag in Stuttgart im Visier. "Ich denke schon, dass das unser Ziel sein wird", sagte Schachmann wenige Minuten nachdem er sich das Teilstück von Bonn durch die Eifel nach Trier nach 196 km knapp vor dem Slowenen Matej Mohoric gewonnen hatte. Hinter dem Tour-Zweiten Tom Dumoulin (Niederlande) wurde der Kölner Nils Politt starker Vierter.

Die Vorentscheidung fiel dabei am letzten Anstieg in Trier, dort bildete sich eine Gruppe, aus der Schachmann als Sieger hervorging. "Es war unglaublich schnell am Berg, dann bin ich meinen Instinkten gefolgt", sagte der Tagessieger im WDR, der das rote Trikot des Gesamtführenden von seinem kolumbianischen Mannschaftskollegen Alvaro Hodeg übernahm.

Im Endspurt der starken Ausreißer waren es dann nur wenige Zentimeter, die dem Etappensieger des Giro d'Italia zum Erfolg reichten. Erst nach einer kurzen Phase der Unsicherheit war sich die deutsche Rundfahrthoffnung sicher.

Das Finale hatte Schachmann maßgeblich mitgestaltet, er setzte auf der Schlussrunde in Trier über den Petrisberg die erste Attacke. Tour-de-France-Sieger Geraint Thomas konnte dem Tempo dort nicht folgen, dafür aber Dumoulin. Der Niederländer ging mit Schachmann als Duo auf die letzten Kilometer, bevor Mohoric und Politt noch herankamen.

Auf den letzten 50 km war das Rennen so richtig entbrannt. Zunächst verschärfte Politt, dann setzten Dumoulin und der Franzose Romain Bardet die Konkurrenz unter Druck. Es gab nun kaum noch Ruhe im Peloton, auch das Team Sky um Thomas (Großbritannien) zeigte sich sehr aktiv.

Der deutsche Meister Pascal Ackermann, der für einen Sprinter sehr gut über die Anstiege kommt, hielt sich lange im Windschatten seines Bora-Teams auf und versuchte so Energie zu sparen. Ausgerechnet hatte sich der 24-Jährige nach der knappen Sprintniederlage in Bonn erneut etwas. Am Ende verlor er aber den Anschluss. "Der letzte Berg war leider zu steil und zu lang. Schade", sagte er.

Marcel Kittel war zum zweiten Abschnitt schon gar nicht mehr angetreten. Der Thüringer verließ die Deutschland-Tour erschöpft und ratlos, nachdem er im Sprint der Auftaktetappe keine Rolle spielte. "Das tut richtig weh", sagte der 30-Jährige, der nun versuchen wird, eine Antwort für seine gesundheitlichen Probleme zu finden.

Ärzte sollen die Situation nun gründlich prüfen. Kittel wird sich beraten und dann "umfassend medizinisch untersuchen lassen. Ich muss herausfinden, an was es liegt." Für's Erste ist der 30-Jährige um eine weitere enttäuschende Erfahrung reicher, dabei hatte er sich so auf das Comeback der Deutschland-Tour gefreut.

(old/dpa)
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