1. Sport
  2. Radsport

Deutsche Teamsprinterinnen mit drei Weltrekorden zum WM-Gold - Männer holen Bronze

Männer fahren zu Bronze : Deutsche Teamsprinterinnen mit drei Weltrekorden zum WM-Gold

Welch ein Tag der deutschen Bahnsprinterinnen! Mit drei Weltrekorden in Serie haben sie sich die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft geholt. Auch die Männer fuhren zu Edelmetall.

Gold, Weltrekordflut und Bronze zum Auftakt: Die deutschen Bahnrad-Asse haben zu Beginn der Weltmeisterschaften in Roubaix ein Feuerwerk gezündet. Die Olympia-Zweite Emma Hinze (Cottbus), Pauline Grabosch (Erfurt) und Lea Sophie Friedrich (Dassow) schlugen im Finale in 46,064 Sekunden Russland und verbesserten den Weltrekord zum dritten Mal binnen weniger Stunden, das Männer-Trio mit Ex-Weltmeister Joachim Eilers (Köln), Stefan Bötticher (Chemnitz) und Nik Schröter (Cottbus) sicherte sich nur Minuten später ebenfalls gegen Russland einen starken dritten Platz in 43,141 Sekunden.

Bei der WM in Berlin im vergangenen Jahr hatte Hinze bereits zusammen mit Grabosch im Teamsprint triumphiert und insgesamt drei Goldmedaillen geholt. Bei den Olympischen Spielen in Tokio sicherte sich Hinze mit Friedrich Silber im Teamsprint. Zum ersten Mal wurde der Teamsprint der Frauen in Roubaix bei einer WM mit drei statt zwei Fahrerinnen ausgetragen.

Bereits vor dem Finale hatten Hinze, Grabosch und Friedrich ihre Ambitionen doppelt untermauert. Das Trio des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) verbesserte den erst bei der EM vor zwei Wochen in Grenchen (Schweiz) von den Niederländerinnen aufgestellten Weltrekord in der Qualifikation auf 46,511 Sekunden. In der Vorschlussrunde setzte das Trio noch einen drauf und verbesserte die Bestzeit noch einmal auf 46,358 Sekunden. Dann folgte die Krönung im Finale.

Für die Männer war es die erste WM-Medaille im Teamsprint seit 2016. Gold ging an Olympiasieger Niederlande, das gegen den Olympiadritten Frankreich deutlich die Nase vorn behielt.

Der Vierer der Männer mit Tobias Buck-Gramcko (Göttingen), Pierre-Pascal Keup (Aue), Nicolas Heinrich (Chemnitz) und Theo Reinhardt (Berlin) verpasste in der Mannschaftsverfolgung hingegen einen Platz im Kampf um die Medaillen am Donnerstagabend.

Die erste Goldmedaille der Weltmeisterschaften war zuvor an die Italienerin Martina Fidanza gegangen, die sich im Scratch vor Maike van der Duin aus den Niederlanden und der Vorjahreszweiten Jennifer Valente aus den USA durchsetzte. Eine deutsche Starterin war nicht am Start.

In Berlin hatte die BDR-Auswahl mit vier Titeln und insgesamt acht Medaillen Platz zwei im Medaillenspiegel hinter den Niederlanden belegt. Die deutschen Männer hatten nur eine Medaille durch Roger Kluge und Reinhardt im Madison gewonnen.

Es sei "schwierig, die Bilanz von Berlin zu wiederholen", meinte der zum Jahresende scheidende Bundestrainer Detlef Uibel mit Blick auf das Gesamtteam. Weil aber die EM gut lief, sind auch die Erwartungen an Roubaix groß - der erste Tag bestätigte dies bereits eindrucksvoll.

(dör/SID)