Dauphine: Buchmann präsentiert sich bei Tour-Härtetest in starker Form

Dauphine : Buchmann präsentiert sich bei Tour-Härtetest in starker Form

Drei Wochen vor der Tour de France hat der deutsche Radprofi Emanuel Buchmann mit Platz drei bei der Dauphine ein Ausrufezeichen gesetzt. Er ist erst der vierte Deutsche, der bei der Tour-Generalprobe aufs Podium fuhr.

Die Tour de France kann für Emanuel Buchmann kommen. Mit einer starken Leistung beim 71. Criterium du Dauphine untermauerte der Ravensburger aus dem Team Bora-hansgrohe seine Ambitionen für die in knapp drei Wochen beginnende Frankreich-Rundfahrt und weckte Hoffnungen auf einen spannenden Kampf gegen die besten Radprofis der Welt.

Der Kletterspezialist präsentierte sich bei seiner Tour-Generalprobe in glänzender Verfassung und erreichte nach acht Etappen einen bemerkenswerten dritten Platz in der Gesamtwertung. Buchmann lag lediglich 21 Sekunden hinter Dauphine-Gewinner Jakob Fuglsang (Dänemark/Astana), der nach seinem zweiten Gesamtsieg beim Tour-Härtetest nach 2017 als einer der Mitfavoriten gilt.

Buchmann bestach vor allem am komplizierten Schlusswochenende mit seiner offensiven und mutigen Fahrweise, ein klar erkennbarer Entwicklungsschritt. Zudem zeigte er sich im Einzelzeitfahren deutlich verbessert, das eigentlich als seine Schwäche gilt. Bei der Tour (6. bis 28. Juli) soll Buchmann die deutsche Bora-Mannschaft anführen und ein Top-10-Ergebnis anvisieren.

Die Vorstellung bei der Dauphine schloss nahtlos an die bisher schon überzeugende Saison des stillen Oberschwaben an. Unter anderem hatte Buchmann bei der Baskenland-Rundfahrt im April mit einem Etappenerfolg und dem dritten Gesamtrang geglänzt. "Ich denke schon, dass ich mich weiterentwickelt habe. Ich werde von Jahr zu Jahr stabiler in meiner Leistung", hatte der deutsche Meister von 2015 jüngst gesagt.

Nach der Dauphine fährt Buchmann umgehend noch einmal in ein Höhentrainingslager im italienischen Livigno, wo er bis zur Anreise zum Tour-Start in Brüssel bleiben möchte. Bei der Dauphine kam er als erst vierter Deutscher überhaupt auf das Podium, einziger deutscher Gesamtsieger ist Udo Bölts (1997). Den abschließenden Abschnitt ins schweizerische Champery gewann der Niederländer Dylan van Baarle (Team Ineos).

Enttäuschend verlief das Rennen dagegen für Sprinter Andre Greipel (Arkea-Samsic), der eigentlich Selbstvertrauen für die Große Schleife schöpfen wollte. Zunächst fehlten die Resultate, und dann musste der Routinier noch wegen eines Mageninfekts vorzeitig aussteigen.

Überschattet wurde der Tour-Härtetest von dem fürchterlichen Unfall des Briten Chris Froome, der etwa sechs Monate ausfallen wird. Der viermalige Tour-Champion meldete sich am Wochenende aber erstmals zu Wort. "Auch wenn dies ein großer Rückschlag ist, will ich nach vorne schauen", wurde Froome aus dem Universitätskrankenhaus von St. Etienne zitiert.

Der 34-Jährige hatte am Mittwoch bei einem Sturz gegen eine Hauswand teils offene Brüche am Oberschenkel, am Brustbein, einem Halswirbel sowie am Ellbogen und den Rippen erlitten - und zudem fast zwei Liter Blut verloren. "Es liegt ein langer Weg zur Genesung vor mir, aber diese Genesung beginnt jetzt, und ich bin völlig darauf fokussiert, auf mein bestes Level zurückzukehren", ließ er wissen.

(eh/sid)
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