4. Etappe der Tour de France 2018: André Greipel rast beim zweiten Coup von Gaviria hauchdünn am Sieg vorbei

4. Etappe der Tour de France: Greipel rast beim zweiten Coup von Gaviria hauchdünn am Sieg vorbei

Andre Greipel ganz knapp geschlagen, Marcel Kittel wieder ohne Glück: Die deutschen Sprinter sind auch auf der vierten Etappe der 105. Tour de France leer ausgegangen und geraten langsam unter Zugzwang.

Beim zweiten Tagessieg des Kolumbianers Fernando Gaviria landete Routinier Greipel in der wilden Bretagne auf Platz drei, Kittel wurde Fünfter. Vor der Schinderei in den Alpen bieten sich den Sprint-Spezialisten nur noch zwei Chancen.

Der 35 Jahre alte Greipel (Rostock/Lotto-Soudal) fuhr nach 195 km in Sarzeau einen nahezu perfekten Sprint, stand aber einen Hauch zu lang im Wind und wurde noch von Gaviria (Quick-Step Floors) sowie vom slowakischen Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe) um kaum einen halben Meter überflügelt.

Nach Platz vier am Sonntag zeigte Greipel, der nach der Zieleinfahrt frustriert gegen eine Bustür hämmerte, aber weiter aufsteigende Form. "Ich bin einen guten Sprint gefahren, am Ende gegen Gaviria zu verlieren, der momentan der Stern am Sprinterhimmel ist, ist nicht verkehrt", sagte Greipel. "Das war ein schwieriger Sieg. Wir hatten nicht so viel Hilfe, um die Ausreißer zu kontrollieren", sagte Gaviria. John Degenkolb (Gera/Trek-Segafredo) kam auf Platz acht.

Kittel (Arnstadt/Katusha-Alpecin), der weiter auf seinen insgesamt 15. Tour-Etappensieg warten muss, war im Finale eingeklemmt und konnte nicht ganz vorne eingreifen. Im Vorjahr hatte der Thüringer in der Form seines Lebens fünf der ersten elf Etappen gewonnen. Am Samstag war Kittel zum Auftakt in Fontenay-le-Comte Dritter, einen Tag später konnte er nach einem Defekt nicht in die Entscheidung eingreifen.

Das im Mannschaftszeitfahren am Montag eroberte Gelbe Trikot verteidigte Belgiens Olympiasieger Greg Van Avermaet (BMC) erfolgreich und führt weiterhin vor seinem zeitgleichen Teamkollegen Tejay van Garderen (USA). Titelverteidiger Chris Froome (Großbritannien/Sky) kam wie die weiteren Favoriten auf den Gesamtsieg ohne Zeitverlust ins Ziel.

Die Sprinterteams verrichteten dabei Maßarbeit: Eine Fluchtgruppe mit vier Außenseitern, die sich bereits beim scharfen Start gebildet hatte, hatte rund siebeneinhalb Minuten Vorsprung herausgefahren, erst 1000 Meter vor dem Ziel stellte das Peloton die Ausreißer. Das Fluchtquartett bestand passenderweise kurz vor dem folgenden WM-Halbfinale aus zwei Belgiern und zwei Franzosen.

Fünf Kilometer vor dem Ziel bremste zudem ein Massensturz die Verfolger aus, es sah kurzzeitig nach einer dicken Überraschung aus. Letztlich ging aber alles seinen gewohnten Sprinterlauf.

Die kleine Gemeinde Sarzeau war allein wegen seines Bürgermeister ein außergewöhnliches Etappenziel. Dieser trägt nämlich den Namen David Lappartient und ist im Nebenberuf Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI. Lappartient war sowohl beim Start am Mittag in La Baue wie auch beim Zielsprint in "seiner" Stadt zu Gast.

Den Sprintern bieten sich vor den ersten großen Schinderei in den Alpen noch zwei weitere Siegchancen, die nächste am Freitag in Chartres. Am Mittwoch ist die Tour wortwörtliche am Ende der Welt zu Gast: Die 204,5 km auf dem Weg nach Quimper im Departement Finistere im äußersten Westen Frankreichs sind mit fünf Bergwertungen eine Sache für Klassikerjäger wie John Degenkolb oder auch einen Ausreißer.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tour de France 2018: die 4. Etappe

(SID)
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