Coast durfte nicht nachrücken: Radsport: Team Saeco von Tour de France ausgeschlossen

Coast durfte nicht nachrücken : Radsport: Team Saeco von Tour de France ausgeschlossen

Paris (rpo). Gilberto Simoni hat seinem Ex-Team Saeco "die Tour vermasselt". Die italienische Mannschaft wurde aufgrund Simonis Dopingsünden von der diesjährigen Tour de France ausgeschlossen. Die Hoffnung des deutschen Teams Coast, als Nachrücker dabei zu sein, erfüllte sich aber nicht.

Anstelle Saecos wird das französische Team Jean Delatour um Ex-Weltmeister Laurent Brochard bei der Tour de France vom 6. bis 29. Juli dabei sein.

Das beschloss die Tour-Leitung am Montag, nachdem Simoni bei der Trentino- Rundfahrt und beim 85. Giro d'Italia zwei Mal positiv auf Kokain getestet worden war.

Nach der erwarteten Demission von Saeco hatte sich Coast große Hoffnungen gemacht, nachdem die Nummer zwei in Deutschland hinter Telekom schon bei der Wild-Card-Vergabe am 2. Mai bei den Tour- Einladungen leer ausgegangen war. Aber Coast-Manager Marcel Wüst reagierte am Montag bei der Deutschland-Tour, die in Wiesbaden von Bundes-Verteidigungs-Minister Rudolf Scharping gestartet worden war, auf die Nachricht aus Paris wie ein Diplomat. "Am 2. Mai haben wir uns mehr geärgert. Vielleicht wäre es auch nicht so gut gewesen, als Profiteur einer für den Radsport unerfreulichen Situation zu gelten", sagte Wüst am Montag.

Team Telekom bleibt einziger deutscher Starter

"Das ist ungerecht - wenigstens im zweiten Anlauf hätten sie dabei sein müssen", sagte Rolf Gölz, Teamchef des nationalen Coast- Konkurrenten Gerolsteiner. "Jean Delatour ist zuletzt gut gefahren. Aber ich glaube nicht, dass sie das Zeug haben werden, Lance Armstrong bei der Tour richtig zusetzen zu können. Wir hätten die Tour spannend machen können, zumal Ullrich und jetzt auch Simoni fehlt. Wir haben in diesem Jahr bewiesen, dass wir dazu gehört hätten", erklärte Wüst weiter.

Die Tour beginnt mit 21 Mannschaften am 6. Juli in Luxemburg. Einziger deutscher Starter ist Telekom. Der Saeco-Kapitän Simoni, Giro-Sieger von 2001, war nach positiver A-Probe von der Rennleitung vor der 12. Etappe der diesjährigen Italien-Rundfahrt ausgeschlossen und nach der B-Probe mit dem gleichen Resultat von seinem Team suspendiert worden. Jetzt droht dem 30-jährigen italienischen Radprofi sogar eine Gefängnisstrafe.

(RPO Archiv)
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