Verletzte Skicrosserin Maria Komissarowa in München operiert

Operativer Eingriff am Rückgrat: Verletzte Skicrosserin Komissarowa in München operiert

Die schwer verletzte Skicrosserin Maria Kommissarowa wird in München ein weiteres Mal an der Wirbelsäule operiert. Russlands Sport-Führung empfahl die Spezialklinik. Das IOC registriert trotz einiger Stürze nicht mehr verletzte Athleten bei Winterspielen als in den Vorjahren.

Die schwer am Rücken verletzte russische Skicrosserin Maria Komissarowa hat sich in München einer weiteren Operation unterziehen müssen. Chirurgen des Münchner Klinikums rechts der Isar begannen mit einem operativen Eingriff am Rückgrat der russischen Skicrosserin Maria Komissarowa. Das teilte der Vater der 23-Jährigen, Leonid Komissarow, am Montag der Moskauer Agentur Ria Nowosti mit. Details waren zunächst nicht bekannt. Die Entscheidung zur Behandlung in Deutschland war von der Familie getroffen worden. Von den russischen Behörden erhalte die Sportlerin aber "maximale Unterstützung", sagte Komissarow.

Zuvor hatte Russlands Sportminister Witali Mutko eine zweite Operation binnen 48 Stunden angekündigt. "Es ist schwierig, eine Prognose über die Aussichten für eine vollständige Heilung zu geben", sagte Mutko. "Die Klinik hat sich von ihrer besten Seite bewiesen und wurde sorgfältig ausgesucht." Im olympischen Dorf kamen russische Sportler unterdessen zu einer Solidaritätsaktion zusammen. Die Athleten hielten ein Plakat mit der Aufschrift "Mascha, du bist stark!" in die Kamera.

Komissarowa hatte sich bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi bei einem Trainingssturz den zwölften Brustwirbel gebrochen, sie war sechseinhalb Stunden lang in Krasnaja Poljana operiert worden. Nach Angaben des russischen Ski-Freestyle-Verbands war ihr Zustand ernst, aber stabil. Am Sonntag war Komissarowa mit einem Spezialflugzeug nach München gebracht worden. Die dortige Klinik für Unfallchirurgie der Technischen Universität München ist ein zertifiziertes überregionales Traumazentrum. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Einrichtung auf die Behandlung von Schwerstverletzten.

In München war bereits die frühere russische Bobfahrerin Irina Skworzowa behandelt worden. Sie hatte sich auf der Kunsteisbahn am Königssee 2009 schwer verletzt und wird wohl nie wieder Leistungssport betreiben können. Die damalige Anschieberin und ihre Pilotin hatten Starterlaubnis bekommen, obwohl ein Männer-Bob von einem anderen Punkt aus losgefahren war. Es kam zum Zusammenstoß.
Skworzowa lag lange im Koma und kann immer noch kaum gehen.

Nach Angaben des IOC ist die Anzahl der verletzten Athleten ähnlich hoch wie bei den vergangenen Winterspielen. Trotz zahlreicher schwerer Stürze vor allem im Extreme Park gebe es dort kein Sicherheitsproblem, sagte Mark Adams, Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), am Montag. "Gesundheit und Sicherheit der Athleten ist unsere Priorität Nummer eins. Im Moment zeigen unsere Zahlen keinen signifikanten Unterschied zu Vancouver", erklärte Adams mit Blick auf die Verletzten bei den Winterspielen vor vier Jahren. "Wintersport ist nicht ohne Risiken, aber wir können keinen Unterschied zwischen diesen Spielen und den vergangenen sehen."

(dpa)
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