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Paralympics 2022: Sport und Politik - Ausschluss von Russland und Belarus ist ein wichtiges Signal

Ausschluss von Russland und Belarus : Kehrtwende bei Paralympics ist ein wichtiges politisches Signal

Das größte internationale Sportevent für Menschen mit einer körperlichen Behinderung findet ohne Teilnehmer aus Russland und Belarus statt. Der Druck vieler Nationen auf das Internationale Paralympische Komitee hat Wirkung gezeigt. Ein wichtiges Signal.

Dass die Paralympischen Spiele nun doch ohne Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus stattfinden, ist ein Erfolg für die Weltgemeinschaft des Sports und die ursprüngliche Olympische Idee. Es ist ein wichtiges Signal für Demokratie und Solidarität im Sport. Nur, weil sich zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer und nationale Verbände gegen die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) stellten, russische und belarussische Aktive unter neutraler Flagge antreten zu lassen, und mit einem Boykott der Winter-Paralympics drohten, ruderte das IPC zurück. Diese Entwicklung zeigt, wie machtvoll der Sport sein kann, wenn er sich trotz aller Konkurrenz als Einheit präsentiert und die, um die es bei den Wettbewerben gehen soll, für ihre Überzeugung einstehen.

Alle, die weiterhin betonen, der Sport sei nicht politisch, sondern neutral, verkennen die Situation. Wer Staatspräsidenten die Bühne bereitet, damit sie ihre Macht demonstrieren können, muss auch mit politischen Protesten der Aktiven leben. Immerhin haben auch Chinas Staatschef Xi Jinping und Wladimir Putin die Eröffnung der Winterspiele für einen gemeinsamen Auftritt genutzt. Nach Informationen aus Kreisen der US-Regierung und von europäischen Geheimdiensten soll China Putin gar gebeten haben, mit einer Invasion in der Ukraine bis nach den Olympischen Spielen zu warten.

Schon der olympische Friede, der bis heute zu allen Spielen ausgerufen wird – und der im Übrigen in diesem Jahr noch bis zum 20. März gilt – ist ein politisches Instrument des Sports und darf nicht nur genutzt werden, um Konflikte ruhen zu lassen, damit man ungestört das eigene Event durchführen kann. Wer dies missachtet, verstößt gegen eine grundlegende Übereinkunft der Verbände im Internationalen Olympischen wie auch Paralympischen Komitee. Deswegen müssen diese konsequent handeln. Das ist dem IPC nicht gelungen.

Dass sich das Internationale Paralympische Komitee und sein Präsident Andrew Parsons gar weiterhin auf seine Neutralität zurückzieht und hervorhebt, nur auf Druck der politisch von ihren Staaten beeinflussten Verbände zu reagieren, weil eine Durchführung der Paralympics sonst nicht mehr möglich gewesen wäre, ist beschämend.

Wenn Sportler auf der großen Bühne des Weltsports ein Land repräsentieren dürfen, das einen Angriffskrieg führt, ist auch das ein politisches Statement. Dass ukrainische Athletinnen und Athleten einem sportlichen Wettkampf mit dem Kriegsgegner nur durch einen Rückzug und den Verzicht auf eine Medaillenchance hätten aus dem Weg gehen können, widerspricht zudem jeglichem Gedanken von Sportlichkeit und Fairness.

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Umso wichtiger ist daher das starke Zeichen der Solidarität der verschiedenen paralympischen Verbände. Auch, weil es den großen Organisationen wie IPC oder IOC zeigt, dass sie nicht mit jeder Entscheidung durchkommen, dass die Sportlerinnen und Sportler sich nicht in allen Belangen bevormunden lassen, dass Sport eben nicht nur dann politisch ist, wenn es den Organisationen selbst dient.

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zu den Paralympics.