Paralympics: 30 russische Athleten starten in Pyeongchang

Mehr Sportler als Deutschland: 30 russische Athleten bei Paralympics in Pyeongchang am Start

Das Internationale Paralympische Komitee hat am Montag eine Liste der russischen Sportler veröffentlicht, die trotz des Ausschlusses des nationalen Komitees bei den Paralympics starten dürfen. Es sind immerhin 30.

Eigentlich ausgeschlossen und doch mit mehr Sportlern als Deutschland: Russland ist bei den Paralympics in Pyeongchang vom 9. bis 18. März durch 30 Athleten unter neutraler Flagge vertreten. Das gab das Internationale Paralympische Komitee (IPC) am Montag bekannt und veröffentliche eine Liste der Namen. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) ist mit insgesamt 20 Sportlern plus vier Begleitläufern am Start.

Von den Sommerspielen in Rio 2016 waren russische Sportler komplett ausgeschlossen gewesen. Diesmal wurde wie bei den Olympischen Winterspielen, die am Sonntag in Südkorea endeten, das nationale Komitee Russlands ausgeschlossen. Die 30 als sauber geltenden Athleten, davon fünf Guides, starten aber unter paralympischer Flagge auf spezielle Einladung.

Beucher: "Schlag ins Gesicht"

Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), sieht die Entscheidung des IPC auch vor dem Hintergrund der Ereignisse bei Olympia aber kritisch. "Wenn ich sehe, dass es bei Olympia vier Doping-Vergehen gab, und davon wieder zwei von russischen Sportlern, kann ich nur sagen: Einen größeren Schlag ins Gesicht konnte es nicht geben", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

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Bei den vorherigen Winter-Paralympics in Sotschi waren noch 69 russische Athleten am Start. Damals allerdings auch mit einem 17-köpfigen Para-Eishockey-Team, das diesmal wegen des IPC-Ausschlusses nicht an der Qualifikation teilnehmen konnte.
In Pyeongchang sind zehn Russen in den alpinen Disziplinen dabei, zwölf in den nordischen, drei im Snowboard und fünf im Curling.

Weitere Anträge erwartet

Das IPC rechnet mit weiteren Anträgen von Russen, die auf einen Start in Südkorea hoffen. Die 30 bisher eingeladenen Athleten erfüllten laut IPC die Qualifikations-Kriterien und haben sich in den vergangenen sechs Monaten mindestens zwei offiziellen Doping-Tests unterzogen.

(dpa)