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Olympia 2022: ARD-Reporter Peter Grube kommentiert beim Rodeln sein letztes Rennen

Goldener Abschied bei Olympia : ARD-Kommentator Peter Grube hört nach 41 Jahren auf

Olympia, WM oder Weltcup – wenn es in der ARD in den vergangenen 41 Jahren auf die Rodelbahn ging, war meistens Peter Grubes Stimme zu hören. Nun verabschiedet sich die Reporter-Legende – mit zweimal Gold und einer letzten Bitte an die Zuschauer.

Es war nicht nur olympisches Doppel-Gold - Natalie Geisenberger trug sich bei den Spielen in Peking in die Geschichtsbücher ein. Die deutsche Rennrodlerin hat mit ihrem Sieg im Einzel am Mittwoch mit Claudia Pechstein zunächst gleichgezogen und die Eisschnellläuferin nur einen Tag später als erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin der Geschichte abgelöst. Ein historischer Erfolg für den deutschen Sport, der in der TV-Übertragung der ARD zudem einen persönlich bedeutenden Moment für Kommentator Peter Grube markierte. Bei der deutschen Nationalhymne bekannte der ARD-Reporter: „Ich muss gestehen, dass ich auch ein kleines Tränchen in den Augen habe, denn nach knapp 41 Jahren war das meine letzte Live-Reportage im Ersten.“ Um seinen letzten großen TV-Einsatz schließlich lakonisch mit „ich bin dann mal raus“ zu beenden.

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Ganz richtig war das gleichwohl nicht – im Livestream kommentierte Grube am Donnerstag den nächsten Sieg des deutschen Rennrodelteams in Peking. Wieder mit Geisenberger, aber vor allem dank eines an diesem Tag unschlagbaren Doppelsitzers Tobias Wendl/Tobias Arlt war es Grube vorbehalten, zum Abschied die nächste Goldmedaille zu vermelden und Geisenberger zur Rekord-Olympionikin zu krönen. Nicht ohne, gelernt ist gelernt, das Publikum mit genau der Auswahl an Informationen aus seinem immensen Fundus zu versorgen, mit der er auch Gelegenheitszuchauer zu unterhalten und informieren verstand, Informationen über Athleten und ein Gefühl für Bahnen zu vermitteln wusste, dass man sich beinahe befähigt fühlte, selbst zuzusteigen.

Grube berichtete seit 1996 für die ARD von Olympischen Sommer- und Winterspielen – die Zuschauer werden ihn aber wohl vor allem für seine Übertragungen vom Rennrodeln in Erinnerung behalten. Da die Übertragung des zeitgleich angesetzten Biathlon-Weltcups sich wetterbedingt verzögerte, wurde es Gruber 2005 zuteil, die längste Liveübertragung eines Rodel-Weltcups im deutschen Fernsehen überhaupt zu kommentieren. Der deutsche Schlitten- und Rodelverband zeichnete ihn dafür mit dem Richard-Hartmann-Preis aus. Zur Begründung hieß es damals: „Grube verstand es, die Läufe von Fahrerinnen aus dem hinteren Feld, deren Namen kaum jemand zuvor gehört hatte, so kurzweilig und spannend zu kommentieren, dass die Einschaltquoten von Minute zu Minute stiegen.“

Nun werden die Zuschauer sich an andere Stimmen gewöhnen müssen. Auf Twitter folgten einige betrübte Reaktionen auf das für viele überraschende Karriereende des 63-Jährigen. „Das Rodeln ohne Peter Grube in der ARD wird nicht mehr das gleich sein“, schrieb dort einer. Sein letztes Rennen, es war ein goldenes, das er mit einer Bitte ans Publikum beschloss: „Bleiben Sie den Rennrodeln treu, es ist eine tolle, es ist eine rasante Sportart und wenn wir dann Ergebnisse haben wie bei diesen Spielen: Also bitte, was will man mehr?!“  Eins darf man annehmen: Grube wird dem Rennrodeln im TV erhalten bleiben - künftig dann als Zuschauer.

(ako)