Olympia 2018: Wer trägt bei der Schlussfeier die deutsche Fahne?

Olympia 2018 : Wer trägt bei der Schlussfeier die deutsche Fahne?

Der DOSB gibt am Samstag bekannt, wer bei der Schlussfeier in Pyeongchang die deutsche Fahne tragen wird. Kandidaten aus dem erfolgreichen "Team D" gibt es viele.

Laura Dahlmeier oder einer der coolen Eishockey-Jungs? Oder doch ein wichtiges Zeichen setzen für gelebte Willkommenskultur mit Aljona Savchenko und Bruno Massot? Bei der Kür des Fahnenträgers für die Schlussfeier am Sonntag haben die Bosse vom erfolgsverwöhnten "Team D" in Pyeongchang noch mal die Qual der Wahl. Die Brisanz des Prozederes vor der Eröffnungsfeier ist diesmal allerdings nicht gegeben - auch, weil Claudia Pechstein nicht zur Verfügung steht.

Die umstrittene Eisschnellläuferin, die vor der Eröffnungsfeier die Publikumswahl gewonnen hat, tritt schon vorher die Heimreise an. Zudem hatte sie schon zweimal die Ehre gehabt, die Mannschaft zur Schlussfeier ins Stadion zu führen: 1994 in Lillehammer und 2006 in Turin, wo sie ihr fünftes Gold holte.

"Ich habe das damals sehr gerne gemacht. Man hat die Ehre, die erfolgreiche Mannschaft aus Olympia rauszuführen. Wir haben ja noch ein paar Wettkämpfe. Es gibt viele Kandidaten - es muss in meinen Augen auch nicht immer ein Medaillengewinner sein", sagte Pechstein.

Dahlmeier eine potenzielle Kandidatin

Eine logische Wahl träfe dennoch einen der Olympiasieger im Team, Biathlon-Königin Dahlmeier läge auf der Hand - und wäre auch in anderen Team-Bereichen akzeptiert.

"Die Laura Dahlmeier wäre doch super", sagte Skirennläufer Linus Straßer. In der ersten Enttäuschung nach seinem Aus im Slalom fiel es dem Münchner allerdings schwer, sich der Fahnenträgerfrage mit tieferem Ernst zu widmen: "Von mir aus können sie sie zu fünft tragen. Wer bleibt denn überhaupt da?"

Skisprung-Held Andreas Wellinger zum Beispiel nicht. Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger, eine der Kandidatinnen, die vor der Eröffnungsfeier dem Kombinierer Eric Frenzel unterlegen waren, ist bereits abgereist.

Da sich die Delegationsleitung mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann, der Vorstandsvorsitzenden Veronika Rücker und Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig wohl kaum erneut für einen Kombinierer entscheiden wird, fällt auch Sportler des Jahres Johannes Rydzek weg. Bekanntgabe ist am Samstag in

Erfolgreichster Athlete oder Überraschungs-Olympiasieger?

Welche Kandidaten bleiben sonst noch? Christian Ehrhoff, ebenfalls bei "Deutschland sucht den Fahnenträger" vor den Spielen leer ausgegangen, rückt durch den sensationellen Halbfinaleinzug der Eishockey-Mannschaft in Pyeongchang wieder in den Fokus. Auf einer möglichen Liste könnten auch Überraschungs-Olympiasieger Arnd Peiffer (Biathlon) oder Mariama Jamanka (Bob) stehen.

Bei den vergangenen Winterspielen hatte sich der DOSB stets für einen der erfolgreichsten Athleten entschieden. Felix Loch trug die Fahne 2014 in Sotschi, Magdalena Neuner 2010 in Vancouver, und vor Pechstein in Turin kam 2002 in Salt Lake City Rodel-Ikone Georg Hackl zum Zug.

Ein besonderes und durchaus mutiges Zeichen würde die Teamleitung mit der Wahl der Paarlauf-Olympiasieger Savchenko und Massot setzen. Der Sieg der gebürtigen Ukrainerin und des erst kürzlich eingebürgerten Franzosen war von DOSB-Boss Hörmann in dessen Halbzeitbilanz schon als Highlight gelobt worden: "Dass wir 66 Jahre darauf warten mussten, macht diesen Olympiasieg zu einem ganz besonderen."

Eine auf den ersten Blick abwegige, aber alles andere als absurde Wahl würde nicht auf einen Sportler, sondern auf einen der verdienten "Goldschmiede" fallen. Trainer wie Hermann Weinbuch (Nordische Kombination) oder Norbert Loch (Rodeln) hätten es allemal verdient, in der ersten Reihe zu stehen.

Hier geht es zur Infostrecke: Bilanz der deutschen Fahnenträger seit 1992

(sid)
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