Olympia 2018: Mikaela Shiffrin geht bei Hansdotter-Sieg leer aus - deutsches Debakel

Slalom bei Olympia: Shiffrin geht bei Hansdotter-Sieg leer aus - deutsches Debakel

Die Dominanz von Mikaela Shiffrin ist gebrochen. Die Schwedin Frida Hansdotter entthront die US-Technik-Queen im olympischen Slalom. Vor dem Start geht es Shiffrin nicht gut. Die deutschen Fahrerinnen stellen eine Negativ-Bestmarke auf.

Die Schwedin Frida Hansdotter hat Olympia-Gold im Slalom gewonnen und Topfavoritin Mikaela Shiffrin entthront. Die 32-Jährige fuhr am Freitag in Pyeongchang von Rang zwei aus dem ersten Durchgang nach vorne und feierte den größten Erfolg ihrer Karriere. Silber holte die Schweizerin Wendy Holdener, Bronze gewann völlig überraschend Katharina Gallhuber aus Österreich.

Sotschi-Olympiasiegerin Shiffrin musste einen Tag nach Riesenslalom-Gold dagegen zum ersten Mal seit ihrem WM-Titel 2013 bei einem Großereignis eine Slalom-Niederlage hinnehmen. Die 22 Jahre alte Amerikanerin hatte sich vor dem ersten Lauf wie schon häufiger in ihrer Karriere übergeben.

Die deutschen Fahrerinnen verbuchten ihr schlechtestes Slalom-Ergebnis der Olympia-Geschichte: Marina Wallner kam bei ihrem Olympia-Debüt auf Platz 19. Lena Dürr und Christina Geiger schieden aus. "Ich bin wirklich gut losgekommen, dann hat mich meine Verletzung doch ein bisschen gequält", sagte die am Sprunggelenk angeschlagene Geiger nach ihrem Aus im zweiten Lauf.

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Für den Deutschen Skiverband hält die Durststrecke im Damen-Slalom damit wie erwartet an. Bei Olympia in Vancouver 2010 hatte Maria Höfl-Riesch mit Gold letztmals eine deutsche Slalom-Medaille bei Großereignissen geholt. Seit dem Rücktritt der Partenkirchnerin schafften es die DSV-Torläuferinnen auch im Weltcup nicht mehr zu Podestplätzen. Bislang stand ein 15. Rang als schlechteste Slalom-Platzierung bei Winterspielen.

Wallner lag dreieinhalb Sekunden hinter der Siegerin Hansdotter, Shiffrin fehlten acht Hundertstelsekunden auf Gallhuber und Bronze.
"Das kam plötzlich. Es fühlte sich fast an wie ein Virus", berichtete Shiffrin nach dem ersten Lauf lachend beim US-Sender NBC über ihr Befinden. "So etwas wie Erbrechen, es waren weniger die Nerven."

Die dominierende Slalom-Fahrerin der vergangenen Jahre war in ihrer Paradedisziplin seit 2013 ungeschlagen bei Großereignissen. Auf WM-Gold in Schladming folgten ihr Olympiasieg in Sotschi, WM-Gold in Vail und WM-Gold in St. Moritz vor einem Jahr. Viermal Gold in Serie ist außer Shiffrin niemandem je gelungen. Zuletzt aber zeigte sie nach einem überragenden Start in die Weltcup-Saison disziplinübergreifend einen Durchhänger, verpasste fünfmal nacheinander das Podium und schied dabei sogar dreimal aus.

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(dpa)