Olympia 2018 in Pyeongchang: Medaillenprognose für die deutschen Athleten

Olympia 2018 in Pyeongchang: Die Medaillen-Prognose für die deutschen Athleten

Das deutsche Olympia-Team wird in Pyeongchang besser abschneiden als vier Jahre zuvor bei den Winterspielen in Sotschi. Die Rodler dürften auch in Südkorea die Erfolgreichsten sein.

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein dreht schon fleißig ihre Trainingsrunden im Gangneung Oval. Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin fiebert wie der Rest der 154-köpfigen Mannschaft (94 Männer und 60 Frauen) dem Auftakt der Winterspiele am Freitag in Pyeongchang entgegen. Die Vorfreude ist groß, die Erwartungen auch. Sicher scheint, dass das Olympia-Tief von Sotschi 2014 überwunden, die magere Ausbeute am Schwarzen Meer von nur 19 Medaillen deutlich übertroffen wird. Laut der Prognose des Sport-Informations-Dienstes (SID) winken der Mannschaft des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Südkorea insgesamt 27 Medaillen.

Neun davon könnten golden glänzen, dies wäre eine mehr als vor vier Jahren. Zudem werden voraussichtlich auch mehr Silber (10:6) und Bronze (8:5) geholt. Die meisten Erfolge ruhen auf den Schultern weniger: Knapp die Hälfte der Medaillen gehen alleine auf das Konto der Rodler und Biathleten.

Felix Loch und Co. wollen an die großen Erfolge der Vergangenheit anknüpfen und nach viermal Rodel-Gold in Sotschi erneut die Nummer eins im DOSB-Team sein. Mit dem zweimaligen Champion Loch sowie Natalie Geisenberger und den Dopplern Toni Eggert/Sascha Benecken hat die deutsche Mannschaft heiße Eisen im Feuer, die auch als Team beste Chancen haben.

Die Kehrtwende wollen die Biathleten schaffen, die in Sotschi erstmals bei Olympia ohne Gold geblieben waren. Hoffnungsträgerin ist Fünffach-Weltmeisterin Laura Dahlmeier, die rechtzeitig wieder in Form gekommen ist. Bei einer guten Schießleistung ist auch Umsteigerin Denise Herrmann alles zuzutrauen. Niedriger sind die Erwartungen bei den Männern, die noch ohne Saisonsieg sind und vor allem zwei überragende Skijäger vor sich haben: Martin Fourcade (Frankreich) und Johannes Thingnes Bö (Norwegen).

Harten Widerstand müssen auch die Skispringer brechen, doch Richard Freitag und vielleicht auch Andreas Wellinger sind an guten Tagen zu Großem fähig. Ob Carina Vogt nach ihrem historischen Sotschi-Triumph bei der Premiere der Frauen erneut ganz oben auf dem Podest stehen wird, scheint fraglich. Dafür könnte allerdings die formstarke Katharina Althaus in die Bresche springen, die bei allen acht ihrer Weltcupauftritte der Saison auf dem Treppchen stand.

Deutsche Siege sind auch noch bei den bislang allerdings noch etwas schwächelnden Kombinierern um Vierfach-Weltmeister Johannes Rydzek und Eric Frenzel, den Bobfahrern um Johannes Lochner (Vierer) und Francesco Friedrich (Zweier) sowie im Skeleton durch Jacqueline Lölling wahrscheinlich.

Im alpinen Ski könnte nach dem Rücktritt von Maria Höfl-Riesch Viktoria Rebensburg in deren goldene Fußstapfen treten. Die Kreutherin, bereits 2010 in Vancouver ganz oben auf dem Treppchen, ist im Riesenslalom nach drei Saisonsiegen Favoritin. Eine Medaille winkt auch Kitzbühel-Triumphator Thomas Dreßen, dem die Abfahrtspiste mit ihren langgezogenen Kurven liegen sollte.

Beim Eiskunstlaufpaar Aljona Savchenko/Bruno Massot muss alles rund laufen, wollen sie das Duell gegen die chinesischen Weltmeister Sui Wenjing und Han Cong für sich entscheiden. Für Savchenko (34) ist es mit neuem Partner die wohl letzte Chance auf das ersehnte Olympia-Gold.

In fünf der 15 olympischen Sportarten mit insgesamt 102 Entscheidungen drohen den deutschen Sportlern medaillenlose Spiele: Skilanglauf, Ski Freestyle, Shorttrack und Eishockey. Im Curling ist Deutschland erstmals seit der Wiederaufnahme ins Programm 1998 nicht einmal mehr vertreten.

Die Medaillenprognose für Pyeongchang:

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das Outfit der deutschen Sportler für Pyeongchang 2018

(sid)