Olympia 2018: Falscher Kim Jong Un stört Cheerleader aus Nordkorea beim Jubeln

Skurrile Szenen beim Eishockey: Falscher Kim Jong Un stört "seine" Cheerleader beim Jubeln

Schon bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele zog der falsche Kim Jong Un die Blicke auf sich. Nun hat der Doppelgänger des nordkoreanischen Machthabers die extra eingeflogenen Cheerleader aus Nordkorea brüskiert.

Beim Fraueneishockey schaute er nun beim Spiel des vereinten koreanischen Teams gegen Japan vorbei. Fröhlich schwenkte er die Einheitsflagge der zwei Staaten und stolzierte vor den nordkoreanischen Jubel-Damen vorbei.

Während viele Zuschauer lachten und ihre Smartphones zückten, um Fotos des Kim-Doppelgängers zu schießen, waren die Cheerleader weniger begeistert. Sicherheitsleute wurden gerufen, um den Mann zu dessen Empörung aus dem Stadion zu entfernen. Die Polizei verhinderte dann, dass der Mann erneut in das Innere des Kwandong Hockey Centres gelangte.

Der Doppelgänger, der bei der Eröffnungsfeier mit einem Donald-Trump-Double aufgetaucht war, heißt nach eigenen Angaben Howard, kommt aus Australien und lebt derzeit in Hongkong. Er ist kein Koreaner und spricht die Sprache nicht. "Ich wollte das Spiel genießen, die Cheerleader treffen und eine gute politische Satire hinlegen", sagte er "Yahoo Sports" zu seinem Auftritt beim Eishockey. Die Reaktion der Polizisten, die ihn mehrmals gegen des Schienbein getreten hätten, sei überzogen gewesen, meint er. "Ich bin doch nicht gewalttätig, ich wollte nur das Spiel gucken."

Die "Armee der Schönen" ist schwer beschäftigt

Die rund 200 nordkoreanischen Cheerleaderinnen sind bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang im Dauereinsatz. Am Donnerstag lieferte die Tanzgruppe ihre skurrile Show zunächst beim Eiskunstlauf ab, wo das heimische Paar Ryom Tae Ok/Kim Ju Sik den 13. Platz belegte. Noch vor der Entscheidung der besten Paare zog die Gruppe weiter Richtung Langlauf, um die nordkoreanische Starterin Ri Yong Gum zu unterstützen.

Am Abend tauchten die Cheerleader schließlich beim Start ins Eishockey-Turnier der Männer auf, um Südkoreas Team anzufeuern. Die "Armee der Schönen", wie die Gruppe auch genannt wird, tanzte, sang und schwenkte Fahnen ebenso im Takt wie bei den Spielen des vereinten koreanischen Frauenteams. Dort hatten sie mit ihrem mechanischen Auftreten für Aufsehen gesorgt.

Kim Jong Un hatte nach Jahren des Funkstille zwischen beiden koreanischen Staaten in seiner Neujahrsansprache für eine Annäherung geworben und anschließend nach Absprache mit den Süden eine Delegation zu den Winterspielen nach Südkorea geschickt. Neben einigen Sportlern gehört dazu auch die Gruppe der Cheerleader.

Per Sondergenehmigung geht im Frauen-Eishockey eine gemeinsame koreanische Mannschaft an den Start, die sportlich allerdings kaum konkurrenzfähig ist. Im Männer-Eishockey ist Südkorea allein am Start - allerdings mit einigen eingebürgerten gebürtigen Kanadiern.

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(areh/dpa)