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Maria Höfl-Riesch: "Vierte zu werden schmerzt"

Keine weitere deutsche Medaille : Maria Höfl-Riesch: "Vierte zu werden schmerzt"

Die Olympiasiegerin in der Super-Kombination geht als Zweite in den zweiten Durchgang. Aber sie macht zu viele Fehler und wird bei ihrem letzten Olympia-Auftritt in Sotschi nur Vierte. Gold ging an Mikaela Shiffrin (USA).

Maria Höfl-Riesch hatte die Bühne Olympia längst verlassen, als die neue Slalom-Königin Mikaela Shiffrin auf den Thron stieg. Nein, das wollte sie dann doch nicht mit ansehen. Nach Platz vier in ihrem letzten Rennen im Zeichen der fünf Ringe stürzte sich Höfl-Riesch in die Arme ihres Ehemanns Marcus und vergoss ein paar Tränen.

Schon bald aber rückten die Gedanken an ihre ruhmreiche olympische Laufbahn in den Vordergrund. "Vierte zu werden schmerzt, aber das ist kein Drama für mich. Meine olympische Karriere war trotzdem sehr, sehr erfolgreich. Das passt schon alles so", sagte Höfl-Riesch mit einem Lächeln, bevor sie in die Nacht von Rosa Chutor entschwand.

Zu einer fünften Medaille bei Olympia fehlten ihr nach einem fehlerhaften zweiten Lauf 0,38 Sekunden. "Das ist im ersten Moment schon eine Enttäuschung", sagte Höfl-Riesch. Als Shiffrin kurz zuvor als jüngste Slalom-Siegerin der Olympia-Geschichte durchs Ziel gefahren war, hatte sie jedoch höflich applaudiert. "Es ist leicht, bei Siegen zu grinsen. Aber man muss auch bei Niederlagen, und das ist Platz vier bei Olympia, fair sein", sagte Höfl-Riesch. Shiffrin fand sie "Wahnsinn, wirklich beeindruckend".

Nach dem ersten Lauf war Höfl-Riesch als Zweite noch auf Tuchfühlung gewesen zur Weltmeisterin aus den USA, doch am Ende lagen neben Shiffrin auch noch Marlies Schild und Kathrin Zettel aus Österreich vor ihr. In Vancouver 2010 hatte Höfl-Riesch den Slalom gewonnen, außerdem ebenfalls die Super-Kombination. Mit der abermaligen Goldmedaille in der Kombi und Super-G-Silber in Sotschi habe sie "alles erreicht", meinte sie. DOSB-Präsident Alfons Hörmann als einer von rund 3000 Augenzeugen bescheinigte Höfl-Riesch, sie habe "hier in Sotschi eine schlichtweg großartige Leistung gebracht."

Der Abgang aber war "unglücklich", wie DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier meinte, "aber eine muss halt Vierte werden." Ein "bissl bitter" sei es, fuhr er fort, "wenn du nach dem ersten Lauf Zweite bist und oben noch so weit vorne liegst." In der Tat lag Höfl-Riesch gut im Rennen, ihr Vorsprung auf die zunächst nur siebtplatzierte Zettel und die zunächst sechstplatzierte Marlies Schild schien groß genug. Dann aber häuften sich die Fehler, vor allem jener im Flachstück "war zu groß", wie Maier konstatierte.

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Zunächst hatte sich Höfl-Riesch nicht von den schwierigen Umständen beeindrucken lassen: Sie war immer noch erkältet, die Piste nach dem Dauerregen in den Stunden vor dem Rennen völlig aufgeweicht, im zweiten Lauf dann hart und ruppig. An der Piste aber habe es nicht gelegen, meinte sie: "Es war einfach kein guter zweiter Lauf von mir." Im Ziel legte sie enttäuscht den Kopf zur Seite, ehe sie die Leistung von Shiffrin würdigte, die mit nur 18 Jahren und 354 Tagen zu Gold fuhr.

Spätestens 2015 ist für Höfl-Riesch Schluss. "Es ist nicht lustig, wenn man so eine Athletin nicht mehr dabei hast, aber es gehört zum Sport dazu, dass du neue Leute einbauen musst", sagte Maier. Er dachte da etwa an Olympia-Debütantin Barbara Wirth (Lenggries), die einen respektablen 15. Rang belegte. Christian Geiger (Oberstdorf) war nach einem Torfehler im ersten Lauf disqualifiziert worden.

Für Höfl-Riesch wäre es ihre elfte Medaille bei einem Großereignis gewesen. Insgesamt lautet ihre Bilanz nun: Fünfmal Gold (dreimal bei Olympia), einmal Silber, viermal Bronze.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Maria Höfl-Riesch verpasst weitere Medaille

(sid)