1. Sport
  2. Olympia

Top-Quoten für ARD/ZDF: Gruschwitz: Olympia-Akzeptanz sehr hoch

Top-Quoten für ARD/ZDF : Gruschwitz: Olympia-Akzeptanz sehr hoch

Die Faszination Olympia hat ARD und ZDF in Sotschi einen großen Erfolg beschert. Das war angesichts der besonderen Umstände nicht von vornherein klar.

"Wir sind sehr zufrieden, was die Akzeptanz der Zuschauer sowie die Arbeitsbedingungen in Sotschi und in den Bergen angeht", bilanzierte Dieter Gruschwitz als gemeinsamer Olympia-Chef am Freitag die Winterspiele. Von hohen Marktanteilen und Quoten wollte er sich aber nicht blenden lassen. "Die Gesamtsituation bewerte ich damit nicht", fügte der ZDF-Sportchef hinzu.

Bessere Marktanteile als in Vancouver und Turin

Bereits vor dem letzten Wettkampftag stand fest, dass die Sotschi-Übertragungen mit einem durchschnittlichen Marktanteil von rund 25 Prozent die Werte von Turin 2006 (21,6 Prozent) und Vancouver 2010 (19,0 Prozent) klar übertroffen haben. "Wintersport fasziniert generell viele Menschen. Sie bringen im Winter zudem etwas mehr Zeit mit", erläuterte ARD-Teamchef Werner Rabe die "sehr große Resonanz" bei den Einschaltquoten, Livestreams und den neuen Medien.

Pleiten, Pech und Pannen der deutschen Athleten in der zweiten Olympia-Woche mit deutlich weniger Medaillen drückten allerdings auf Stimmung und Quote. Deshalb blieben die Top-Werte vom ersten Wochenende mit 9,21 Millionen beim Rodel-Einsitzer der Herren und 8,7 Millionen Fans beim Skispringen von der Normalschanze unerreicht. Als Lieblingssportarten beim Publikum erwiesen sich neben Biathlon vor allem Rodeln und Skispringen.

Eröffnungsfeier sehr beliebt

"Die Zuschauer selektieren die Ereignisse sehr genau", sagte ZDF-Sportchef Gruschwitz. Einen hohen Wert über eine lange Strecke erzielte die Eröffnungsfeier mit 8,97 Millionen Zuschauer. Damit stellte Sotschi sogar den viel gefeierten Auftakt der Sommerspiele 2012 in London in den Schatten.

Die kritische Vorberichterstattung unter dem Stichwort "Putin-Spiele" schreckte die Fernsehzuschauer nicht ab. Sie schalteten ihre Geräte dennoch ein. "Ich glaube, dass die kritischen Vorberichte zusätzlich Interesse geweckt haben", vermutete Rabe. Sport- und politische Begleitberichterstattung hätten sich gut verknüpft.

Nach seinen Schätzungen verfolgen rund 1,5 Millionen Menschen die Olympia-Übertragungen per Livestream. "Im Büro haben die meisten Menschen keinen Fernseher. Sie haben aber einen Computer, einen Laptop oder ein Smartphone. Da wird der Livestream geguckt", sagte der ARD-Teamchef. "Die Menschen nehmen das an."

Öffentlich-rechtliche Alleinunterhalter

Die positive Dopingprobe im deutschen Team rückte am Freitag die Rahmenberichterstattung noch mehr in den Mittelpunkt. "Wir haben alle relevanten Themen abgebildet", erklärte Gruschwitz. Die Winterspiele waren in dieser Hinsicht nur der Auftakt in einem Super-Sportjahr. Ähnlich wie in Sotschi, wo nur der Spartenkanal Sport1 mit Eishockey-Spielen als Live-Konkurrent auftrat, sind die öffentlich-rechtlichen Sender bei der Fußball-WM in Brasilien Alleinunterhalter bei 64 Spielen.

Und auch bei der Sommer-WM wird nicht nur der Ball im Mittelpunkt stehen. "Sportliche Großereignisse erfordern auch in Zukunft eine kritische journalistische Begleitung, ohne dass der Sport und die hervorragenden Leistungen der Athleten an den Rand rücken", erklärte ARD-Programmdirektor Volker Herres zum Ende der Winterspiele. "Sotschi ist ein Beleg, dass dies gelingen kann."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die TV-Teams von ARD und ZDF

(dpa)