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Enttäuschung im Sprint: Biathletinnen mit schlechtestem Olympia-Ergebnis aller Zeiten

Enttäuschung im Sprint : Biathletinnen mit schlechtestem Olympia-Ergebnis aller Zeiten

Von der Gold-Euphorie nach dem Olympiasieg von Denise Herrmann bleibt bei den deutschen Biathletinnen im zweiten Rennen nichts mehr übrig. Durch das schlechteste Olympia-Ergebnis im Sprint sind auch schon die Chancen für die Verfolgung stark gesunken. Gold geht nach Norwegen.

Mit dem ersten Schuss war für Denise Herrmann eigentlich schon alles vorbei. Vier Tage nach ihrem Olympiasieg im Einzel über 15 Kilometer hatte die 33-Jährige im Biathlon-Sprint der Winterspiele von China diesmal kein goldenes Händchen. Die Sächsin setzte am Freitag in Zhangjiakou gleich den ersten Versuch daneben und landete nach den 7,5 Kilometern und zwei Fehlschüssen nur auf Platz 22. „Mit zwei Fehlern ist es zu viel im Sprint, wenn die guten Läufer null Fehler schießen“, sagte sie. Auch Olympia-Debütantin Vanessa Voigt kam den Medaillen nach Rang vier im Einzel trotz fehlerfreien Schießens diesmal nicht nahe und war als 18. noch die Beste des deutschen Quartetts.

Damit verzeichneten die nach Herrmanns Coup noch in Hochstimmung befindlichen deutschen Damen das bisher schlechteste Sprint-Ergebnis bei Olympia. Schwächstes Resultat war bislang ein elfter Platz von Evi Sachenbacher-Stehle bei den Winterspielen 2014 in Sotschi. In insgesamt acht Olympia-Sprints seit der Einführung 1992 gab es sieben deutsche Medaillen, dabei holten Kati Wilhelm (2002) und Laura Dahlmeier (2018) im kürzesten Rennen der Skijägerinnen jeweils Gold.

Olympiasiegerin wurde diesmal die Norwegerin Marte Olsbu Röiseland, für die es das zweite Gold nach dem Erfolg in der Mixed-Staffel war. Die Olympia-Dritte im Einzel gewann in 20:44,3 Minuten vor der Schwedin Elvira, die 30,9 Sekunden zurücklag, und Dorothea Wierer aus Italien mit 37,2 Sekunden Rückstand. Voigt war 1:31,4 Minuten langsamer als die Siegerin, Herrmann benötigte sogar 1:45,1 Minuten mehr. Franziska Preuß kam auf Rang 30, Vanessa Hinz auf Platz 55.

Damit sind die deutschen Chancen im Verfolgungsrennen der ersten 60 am Sonntag bereits jetzt drastisch gesunken, da die Abstände aus dem Sprint mitgenommen werden. „Wir geben nicht auf und werden da als Team angreifen und zurückschlagen. Wir wissen, was wir können“, sagte Herrmann trotzig.

Herrmann unterlief im liegenden Anschlag gleich mit dem ersten Schuss ein Fehler. Kurz zuvor traf Favoritin Röiseland mit der Startnummer 5 alle Versuche und räumte auch beim Stehendschießen alle fünf Scheiben ab. Damit setzte die 31-Jährige früh eine Bestzeit, an die die Konkurrentinnen nicht mehr herankamen - Herrmann war dieses Mal nie in der Nähe der Bestmarke.

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„Es ging gleich blöd los, im ersten Anschlag ist mir gleich der erste Schuss losgegangen. Ich war ein bisschen straff am Abzug, da ist mir der Schuss gleich rausgekommen, obwohl ich noch gar nicht schießen wollte und noch gar nicht auf der Scheibe war“, beschrieb sie das Missgeschick. „Von daher hätte ich den wohl blind besser getroffen als so.“ Auch stehend fabrizierte sie einen Fehler und damit insgesamt zwei. Bei 20 Schüssen im Einzel war es nur einer gewesen.

Die als starke Schützin bekannte Voigt machte es zwar besser, war in der Loipe aber deutlich langsamer als die Schnellsten. Am Montag im Einzel hatten ihr nur 1,3 Sekunden zu einer Medaille gefehlt. Die vor den Winterspielen als größte deutsche Hoffnung geltende Franziska Preuß, die wochenlang mit den Folgen eines Treppensturzes und einer Corona-Infektion zu kämpfen hatte, zeigte beim zweiten Start in China lange ein solides Rennen, ehe ihr im Stehendschießen zwei Fehler passierten. Vanessa Hinz schoss sogar dreimal daneben und qualifizierte sich gerade noch für die Verfolgung.

(ele/dpa)