Eishockey-Triumph bei Olympia: "Es ist Zeit, dass neue Helden geboren werden"

DEB-Team im Halbfinale : "Es ist Zeit, dass neue Helden geboren werden"

Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm erkennt bei seinen Spielern vor dem Halbfinale bei den Winterspielen in Pyeongchang am Freitag gegen Sotschi-Olympiasieger Kanada keine Müdigkeit.

"Überhaupt nicht. Die Mannschaft ist heiß, die Spieler strahlen. Die Jungs wollen mehr", sagte Sturm am Donnerstag in Südkorea. "Wenn man unter den Top Vier ist, dann sind kein Kopf und keine Beine müde. Dann geht es nur voran."

Der 39-Jährige hatte seinem Team nach dem 4:3 nach Verlängerung am Mittwoch gegen Weltmeister Schweden einen Tag zur Erholung frei gegeben. "Die Jungs waren noch mal am Strand, kurz spazieren gehen. Einfach noch mal alles genießen. Die merken, dass vieles möglich ist", sagte Sturm zu den Aussichten für das erste olympische Halbfinale mit deutscher Beteiligung überhaupt im Eishockey.

Nach eigener Aussage konnte sich der Bundestrainer nach dem größten Erfolg für das deutsche Eishockey seit Olympia-Bronze 1976 kaum vor Glückwünschen retten. "Ich habe mittlerweile drei Telefone. Die waren alle drei voll", sagte der deutsche NHL-Rekordspieler.

Alois Schloder, holte vor 42 Jahre Sensations-Bronze von Innsbruck, hofft auf einen neuen Olympia-Coup. "Es ist Zeit, dass neue Helden geboren werden", sagte der ehemalige Kapitän der DEB-Auswahl.

"Ich traue der Mannschaft von Marco Sturm jetzt alles zu", sagte der 70-jährige Schloder vor dem Halbfinale gegen Kanada am Freitag (13.10 Uhr/ARD und Eurosport). Beim dramatischen Viertelfinalerfolg gegen Weltmeister Schweden hatte der Landshuter natürlich wie bei jedem Spiel vor dem TV-Gerät mitgefiebert.

"Die Entwicklung ist wie bei uns 1976", sagte er zum Vergleich zwischen dem Bronzeteam von Innsbruck und der aktuellen Auswahl. "Bei uns hieß es damals vorher: 'Bleibt's doch zu Hause'." Auch jetzt sei der Mannschaft im Vorfeld wenig zugetraut worden. Schloder kennt Bundestrainer Sturm sehr gut aus dessen Landshuter Eishockey-Zeit. "Marco hat etwas bewegt", urteilt Schloder.

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(dpa)
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