Olympia 2018: Was von der Eröffnungsfeier bleibt

Olympische Winterspiele in Pyeongchang: Was von der Eröffnungsfeier bleibt

Feuerwerk ohne Ende, Szenen aus Star Wars, ein koreanischer Nord-Süd-Handschlag und ein Fahnenträger oben ohne: Die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang geizte nicht mit Höhepunkten.

120 Minuten lang feierten das IOC, Südkorea und die Sportler sich selbst. Untermalt von gewöhnungsbedürftiger K-Pop-Musik und festgehalten durch unzählige Selfies. Im Mittelpunkt stand natürlich der Nord-Süd-Handschlag von Korea. Die weiteren Höhepunkte im Überblick.

Pita Taufatofua, Fahnenträger von Tonga, stahl allen die Show. Nur mit Sandalen und einem Bastrock bekleidet, kam der Langläufer/Taekwondo-Kämpfer mit nacktem Oberkörper in das minus 20 Grad kalte Stadion. Da konnten nicht einmal die drei Athleten aus Bermuda mithalten, die in den für sie typischen Bermuda-Shorts auftraten.

Die Australier hingegen packten sich schön warm ein. Denn sie erwischte der Kälte-Schock beim Ausstieg aus dem Flugzeug besonders hart: Das Team war bei plus 40 Grad in Down Under aufgebrochen.

Ein koreanischer Zuschauer stürmte unmittelbar nach dem gemeinsamen Einmarsch von Nord- und Südkorea den Innenraum und attackierte zwei Protagonisten der Show. Der womöglich politisch motivierte Flitzer wurde daraufhin umgehend von den Sicherheitskräften aus dem Olympiastadion verwiesen. Der Zuschauer war über eine lange, eisige Rutsche, die den Hintergrund einer Bühne bildete, in den Innenraum gelangt.

Für etwas Wärme im kalten Südkorea sorgte ein außergewöhnlicher Handschlag. Südkoreas Präsident Moon Jae-In und die Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un schüttelten sich die Hand.

Ein weiteres positives Zeichen für den Frieden auf der koreanischen Halbinsel: Die Athleten beider Länder liefen unter einer gemeinsamen Korea-Flagge zusammen ins Stadion ein.

Für ähnlichen Wirbel sorgten zwei Doppelgänger von US-Präsident Donald Trump und Kim Jong Un. Die beiden Double waren in das Olympiastadion gelangt und zogen dort die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich.

Die Verbrüderung ging aber nicht lange gut — kurz nach ihrem Auftritt wurde das Duo von Volunteers aus dem Stadion geleitet.

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Beim Einlauf der deutschen Mannschaft musste man zwei Mal hinsehen. Denn die Outfits der Sportler erinnerten mit einer Mischung aus Beige, das vielleicht auch Gold sein sollte, und Oliv-Grün im ersten Moment schon sehr an die Dienstkleidung der Bundeswehr.

Um keine echte Verwechslungsgefahr aufkommen zu lassen, gab es immerhin knallrote Mützen. Auch schön: Die Deutschen wedelten als fast einziges Land nicht nur mit deutschen, sondern auch mit südkoreanischen Fähnchen.

Das Handy als ständiger Begleiter. Selbst beim Einlauf ins Stadion hatten viele Athleten ihre Smartphones draußen und filmten drauf los. Besonders auffällig die Amerikaner: In fast jeder Hand war ein Handy zu sehen, in jeder zweiten auch noch ein Selfie-Stick. Die einzigen mit einer noch "besseren" Quote waren die Teilnehmer aus San Marino: Zwei von Zwei.

Andere Teams ließen sich für ihren Auftritt etwas Spektakuläreres einfallen. Die Tschechen beeindruckten als gesammelte Mannschaft mit einem gut gesetzten Telemark. Das jamaikanische Team kam auf dem Weg zur Mission "Cool Runnings Reloaded" tanzend in die Arena.

Auch IOC-Präsident Thomas Bach sorgte bei seinem Auftritt für eine skurille Einlage. Denn der Chef des Olympischen Komitees bestand bei seiner Vorstellung darauf, als Olympiasieger im Florettfechten von 1976 angekündigt zu werden — angeblich um seine Verbindung zu den Sportlern zu demonstrieren. Vielleicht hört er diesen Titel aber auch einfach gerne selbst.

Die Macher der Eröffnungsfeier ließen sich eine pompöse Bühnenshow einfallen. Neben bunten Tierwesen und atemberaubenden Zukunftsvisionen wurde es kurzzeitig auch bedrohlich. In Schwarz und Weiß gekleidete Koreaner marschierten in Reih und Glied ins Stadion, begleitet von militärischen Trommler-Rythmen.

Spätestens der kreisrunde, dunkel beleuchtete Hintergrund ließ die Assoziation zu Todesstern, Sturmtruppen und "Star Wars" aufkommen — es fehlte eigentlich nur noch ein Auftritt von Bösewicht "Darth Vader". Dazu passte auch der große Knall am Ende.

Denn wo im Film der Todesstern explodiert, schossen die Südkoreaner während der gesamten Feier immer wieder Unmengen an Feuerwerk in den Himmel. Darin ging selbst die Entzündung der olympischen Flamme durch den koreanischen Eiskunstläufer Yuna Kim etwas unter.

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(kron)