Olympia 2018: Aljona Savchenko und Bruno Massot - wie geht es für die Paarläufer weiter?

Ungewisse Zukunft für Traumpaar: Savchenko und Massot - wie geht es jetzt weiter?

Der Paarlauf-Olympiasieg von Aljona Savchenko und Bruno Massot soll die Entwicklung des Eiskunstlaufs in Deutschland voranbringen. Geplant ist ein Paarlaufzentrum in Berlin - schon bald mit Savchenko als Trainerin. Was wird dann aus Massot?

Während Bruno Massot die Bühne des Deutschen Hauses mit Sekt flutete, wurde bei der Deutschen Eislauf-Union (DEU) bereits die sportliche Zukunft geplant. Mit einer neuen deutschen Paarlauf-Generation, denn die Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot könnten ihre Karriere nach den Weltmeisterschaften Ende März in Mailand beenden.

Dann vielleicht sogar mit einem sechsten WM-Titel für Savchenko, die sich in dieser Frage 24 Stunden nach dem Goldtriumph nicht unter Druck setzen lassen wollte: "Wir lassen uns für diese Entscheidung Zeit, die Pläne machen wir später."

Unentschlossen ist auch noch der gebürtige Franzose Massot. "Ich möchte nicht 'Nein' sagen zu Olympia 2022, aber es wird sehr schwer werden", sagte der 29-Jährige am Eurosport-Mikrofon. Gefragt von jemandem, der den Goldmedaillengewinnern von Pyeongchang gezeigt hat, wie man eine große Karriere im richtigen Moment beendet: Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen. Wenn Savchenko, immerhin schon 34, nach der Saison Schluss machen sollte, müsste sich Massot wieder eine neue Partnerin suchen, wenn der Jüngere der beiden weitermachen will. Keine leichte Aufgabe.

Deutschlands Ausnahmeturner hat als TV-Reporter eine neue Herausforderung gefunden und auch die DEU will Savchenko eine spannende Perspektive bieten. Geplant ist ein Paarlaufzentrum in Berlin, das Goldcoach Alexander König leiten soll. In nicht allzu ferner Zukunft möglicherweise mit Savchenko als Assistentin.

"Jetzt ist das Eisen heiß, jetzt müssen wir es schmieden", sagte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf dem SID. Mit dem Paarlauf-Gold und Rang sieben im Mannschaftswettbewerb hat der Verband sein Soll übererfüllt und kann selbstbewusst in die anstehenden Finanzierungsgespräche gehen.

Dass man zukünftig noch mehr als bisher die Konzentration auf den Paarlauf legen will, hat aber auch andere Gründe. Dönsdorf: "Das ist nun mal die Disziplin, in der man sich am schnellsten nach oben arbeiten kann." Erfreuliche Ansätze zeigten in der Gangneung Ice Arena Annika Hocke aus Berlin und der Oberstdorfer Ruben Blommaert, die als Olympia-Debütanten einen respektablen 16. Platz belegten.

Noch nicht geklärt ist, wie Savchenkos ehemaliger Partner Robin Szolkowy in das Projekt eingebunden werden soll. Der fünfmalige Weltmeister fungiert aktuell als DEU-Nachwuchskoordinator, betreut aber auch die russischen Europameister Jewgenija Tarasowa und Wladimir Morosow, die in Südkorea Vierte wurden.

Dass die 34 Jahre alte Savchenko eine Begabung dafür hat, programmatische Konzepte zu entwickeln und Choreographien zu kreieren, daran hat Martin Skotnicky keinerlei Zweifel. Der DEU-Teamchef in Pyeongchang gilt seit Jahrzehnten als einer der besten Eistanzcoaches weltweit.

"Aljona kann eine sehr gute Trainerin werden. Man muss ihr einfach eine Chance geben", sagte der Slowake dem SID. Seine punktuelle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren mit der gebürtigen Ukrainerin in Oberstdorf habe großartig funktioniert. Skotnicky: "Ich war begeistert, wie viele gute Ideen Aljona hatte."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Savchenko und Massot lassen sich im Deutschen Haus feiern

(sid)