Laura Dahlmeier: "Es war das perfekte Rennen"

Olympiasiegerin Dahlmeier im Interview: "Es war das perfekte Rennen"

Der Druck auf Laura Dahlmeier war groß. Nicht wenige hatten von ihr Gold erwartet. Doch Deutschlands Biathlon-Königin blieb cool und lief zum Olympiasieg. Nach dem Rennen ließ sie ihren Gefühlen freien Lauf.

"Laura Dahlmeier, Sie sind Olympiasiegerin. Was geht in Ihnen vor?"

Laura Dahlmeier (24/Sprint-Olympiasiegerin): "Ich bin so glücklich über das Rennen, es war das perfekte Rennen. Ich habe so lange auf diesen Tag hingefiebert und -gearbeitet, mein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen. Das Gefühl ist unbeschreiblich."

"Wann haben Sie gewusst, dass es reichen wird?"

Dahlmeier: "Ich habe schon im Ziel gedacht, dass es ein gutes Rennen war und mit etwas Glück vielleicht zu einer Medaille reicht. Ich habe läuferisch alles gegeben und bis zum Schluss gefightet."

"Ist die Erleichterung aufgrund des immenses Drucks umso größer?"

Dahlmeier: "Der Druck war der härteste Part, jeder erwartete eine Medaille. Und ich habe zudem ja auch hohe Erwartungen, ich will immer das perfekte Rennen. Das ist nicht so leicht, wie es manchmal ausschaut, sondern das Ergebnis jahrelanger Arbeit."

"Und deshalb wird die Gold-Feier nun gewaltig sein?"

Dahlmeier: "Ich weiß gar nicht, was auf mich zukommt. Ich habe ja noch nie Olympia-Gold gewonnen und weiß nicht, wie das funktioniert. Ich habe bis zur Ziellinie alles geplant und lasse mich nun überraschen, was noch kommt. Ich will es aber alles locker angehen."

"Ist das erste Gold für das Team Deutschland noch einen Tick außergewöhnlicher?"

Dahlmeier: "Ich habe mich damit ehrlich gesagt gar nicht beschäftigt. Das war eher für die Menschen drumherum spannend. Ich wollte nur meinen Weg gehen und mich auf mein Rennen konzentrieren. Ich hoffe aber natürlich, dass wir gemeinsam noch viele Medaillen für Deutschland holen werden."

"Zum Beispiel Sie in der Verfolgung am Montag?"

Dahlmeier: "Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, was morgen, in einer Woche oder in einem Jahr ist. Ich genieße nun einfach den Moment. Aber klar, es ist alles möglich. Ich liebe die Verfolgung und habe das schon oft genug gezeigt. Aber im Moment möchte ich nicht daran denken."

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(sid)